Inhaltsbeschreibung
Hinter künstlicher Intelligenz und Social Media verbirgt sich ein riesiges globales Prekariat. Ingo Dachwitz und Sven Hilbig beschreiben die Macht- und Ausbeutungsverhältnisse der Digitalisierung, bei denen es sich nicht um einen neuen Kolonialismus handele, sondern um die Fortsetzung einer kolonial geprägten Weltordnung. Weltweit leisten Millionen Menschen unsichtbare Arbeit, ohne die die KI-Modelle und Plattformen großer Tech-Konzerne nicht funktionieren würden. Sie bereiten Daten auf, moderieren Inhalte oder simulieren sogar angeblich autonome Systeme – oft unter miserablen Arbeitsbedingungen.
Gleichzeitig, so die Autoren, würden die Gesellschaften in den Ländern des Globalen Südens mit den sozialen und ökologischen Folgen von Ressourcenabbau, der massiven Abschöpfung von Daten, Diskriminierung durch die Algorithmen und neuen Abhängigkeiten, zum Beispiel in der digitalisierten Landwirtschaft, allein gelassen. So sichere sich der Globale Norden, und zunehmend China, auch in der Digitalen Revolution Profit und Einfluss – auf Kosten des Globalen Südens.