Inhaltsbeschreibung
Wählerinnen und Wähler mit Migrationshintergrund gewinnen in Deutschland an Gewicht. Dennoch versäumten die demokratischen Parteien es bisher, sie wirkungsvoll zu erreichen, so der Soziologe Özgür Özvatan. Antidemokratische und populistische Parteien dagegen würden sie schon gezielt und zum Teil erfolgreich ansprechen, insbesondere über Social-Media-Plattformen.
Er erwartet mit Blick auf die demografische Entwicklung, dass migrantische Wählerinnen und Wähler ein entscheidender Faktor für den Ausgang künftiger Wahlen auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene sein könnten. Wichtig seien bei einer gezielteren Ansprache dieser Wählerklientel, Özvatan zufolge, die Authentizität und die Differenzierung zwischen verschiedenen migrantischen Communitys, die sich teils sehr stark in ihrer Geschichte und im Zusammenleben unterscheiden. Seiner These zufolge schwäche das Ignorieren migrantischer Wählerinnen und Wähler nicht nur die demokratischen Parteien, sondern gefährde langfristig das gesamte demokratische System.