Inhaltsbeschreibung
Zwischen 1943 und 1945 begingen die deutschen Besatzer auch in Italien Kriegsverbrechen. Bis zum Sturz Benito Mussolinis im Sommer 1943 und einem darauffolgenden Waffenstillstand mit den Alliierten war Italien mit dem Deutschen Reich verbündet gewesen. Nach dem Bruch wurde auch die italienische Bevölkerung Ziel massiver Gewalt durch Wehrmacht und SS, insbesondere im Zuge der sogenannten Partisanenbekämpfung. Eines der größten Massaker begingen Angehörige einer SS-Division im Herbst 1944 in der Umgebung von Marzabotto am Monte Sole in der Region Emilia-Romagna. Sie ermordeten rund 800 Männer, Frauen und Kinder. Diese als Strafmaßnahme gegen Widerstandsgruppen geführte, systematische Mordaktion richtete sich gezielt gegen die Zivilbevölkerung, viele der Opfer waren unter 14 Jahren.
Zwei der hauptverantwortlichen Täter wurden in der Nachkriegszeit in Italien verurteilt, doch ein umfassender Prozess ließ noch lange auf sich warten. Erst im Jahr 2007 wurden weitere am Massaker beteiligte SS-Männer von einem Militärgericht in La Spezia in Abwesenheit verurteilt. Marco De Paolis und Paolo Pezzino rekonstruieren die bei Marzabotto begangenen Kriegsverbrechen und ihre juristische Aufarbeitung.