Inhaltsbeschreibung
Die Entführung der Lufthansa-Passagiermaschine Landshut im Herbst 1977 und die dramatische Befreiung der Geiseln wenige Tage später sind Schlüsselmomente in der Geschichte der Bundesrepublik. Ein palästinensisches Terrorkommando hatte das Flugzeug am 13. Oktober 1977 kurz nach seinem Abflug von Palma de Mallorca gekapert. Statt nach Frankfurt am Main führten die Terroristen die Passagiere und die Besatzung auf eine Irrfahrt, die fünf Tage später in der somalischen Hauptstadt Mogadischu endete. Auf die Forderungen der Entführer, die unter anderem inhaftierte Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF) freipressen wollten, ging die Bundesregierung nicht ein. Stattdessen entsandte sie ein Kommando der Spezialeinheit GSG 9, das die Geiseln aus der Gewalt der Entführer befreite.
Die Beiträge in diesem Band beleuchten die Ereignisse der Landshut-Entführung und des „Deutschen Herbstes“ aus vielen verschiedenen Perspektiven. Dabei zeichnen sie auch die Geschichte des Linksterrorismus in der Bundesrepublik nach und beschäftigen sich mit der Verortung der Entführung in der Erinnerungskultur. Auch einige ehemalige Geiseln schildern in Zeitzeugeninterviews ihre Sicht auf die Ereignisse von 1977.