Meine Merkliste

Eduard Deibert

Russlanddeutscher Samisdat Abschnitt I: Einführung A. Deutsche Dissidenten, Oppositionelle und Nonkonformisten im sowjetischen Unrechtsstaat (1950er–1980er Jahre) B. Russlanddeutscher Samisdat und das Umfeld seiner Entstehung C. Anmerkungen zu den Quellen Abschnitt II: Quellenteil Teil 1: Der Kampf um die Autonomie und für nationale und bürgerliche Gleichberechtigung Dokument 1.1: Brief von Viktor Schneider an Stalin und an die Zeitung "Prawda", April 1951 Dokument 1.2: Brief von Therese Chromowa an Nikita Chruschtschow über die Frage der Wiederherstellung der Autonomen Republik der Wolgadeutschen, 15. September 1961 Dokument: 1.3 Brief von Reinhardt Köln an Nikita Chruschtschow über die Rehabilitierung der Wolgadeutschen, 8. April 1963 Dokument 1.4: Die Orenburger Initiative: Ein Appell an die deutsche Bevölkerung der Sowjetunion, August 1964 Dokument 1.5: Erste Delegation der Deutschen in Moskau in Fragen der Wiederherstellung der Autonomie. Informationsbericht über historische Hintergründe und gegenwärtige Lage der deutschen Bevölkerung in der UdSSR, 9. Januar 1965 Dokument 1.6: Erste Delegation der Deutschen in Moskau in Fragen der Wiederherstellung der Autonomie. Empfang der Teilnehmer durch den Staatspräsidenten Anastas Mikojan, 12. Januar 1965 Dokument 1.7: Zweite Delegation der Deutschen in Moskau in Fragen der Wiederherstellung der Autonomie. Verkürzte Niederschrift des Gesprächs beim Empfang der Teilnehmer durch den Staatspräsidenten Anastas Mikojan, 7. Juli 1965 Dokument 1.8: Zweite Delegation der Deutschen in Moskau in Fragen der Wiederherstellung der Autonomie. Eine kritische Bestandsaufnahme der Ergebnisse des Treffens mit dem Staatspräsidenten Anastas Mikojan, 9. Juli 1965 Dokument 1.9: Dritte Delegation der Deutschen in Moskau in Fragen der Wiederherstellung der Autonomie. Aufzeichnung der Unterredung von vier Vertretern der Delegation mit dem Leiter des Empfangsbüros des ZK der KPdSU, 15. Juli 1967 Dokument 1.10: Appell der in der Sowjetunion lebenden Bürger deutscher Nationalität an die Organisation der Vereinten Nationen, 18. Mai 1973 Dokument 1.11: Inhaltsverzeichnis und Vorwort der Herausgeber des Samisdat-Sammelbandes "Re Patria", 1974 Dokument 1.12: Antrag der Eheleute Ruppel für den Austritt aus der sowjetischen Staatsbürgerschaft, aus "Re Patria", 1974 Dokument 1.13: Die Begründung des Auswanderungsbegehrens durch den Bürger Jakob Damm, aus "Re Patria", 1974 Teil 2: Intellektueller Samisdat Dokument 2.1: Brief der deutschsprachigen Schriftsteller, März 1965 Dokument 2.2: Konstantin Wuckert über das Alltags- und Berufsleben der Deutschen in Zentralasien und Beziehungen zu der einheimischen Bevölkerung, Juni 1976 Dokument 2.3 Ein Appell und offener Brief an die sowjetischen Wissenschaftler. Gewidmet der Wiedergeburt der deutschen Nation in der UdSSR, 1982 Dokument 2.4 Eingabe der Schauspieler und Mitarbeiter des Deutschen Dramatheaters in Temir-Tau, Kasachstan, an den 27. Parteitag der KPdSU, Ende 1985 – Angang 1986 Teil 3: Kampf um die Ausreise aus der UdSSR nach Deutschland (BRD und DDR) Dokument 3.1: Flugblatt, geschrieben von Wladimir Hoffmann, in dem zur Ausreise in die Bundesrepublik aufgerufen wird, 1957 Dokument 3.2: Lage der Deutschen in der Unionsrepublik Estland, 1974 Dokument 3.3: "Fremdes Brot." Valentin Wiens über die Verfolgung der deutschen Aktivisten, die für das Recht auf Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland kämpfen, 1975 Dokument 3.4: Brief von Konstantin Wuckert an die Staatschefs der UdSSR, BRD und DDR über das Recht der deutschen Sowjetbürger auf Ausreise in die BRD oder in die DDR, Juni 1976 Dokument 3.5 Verzweifelter Hilferuf von 583 Deutschen aus der Sowjetunion, 1976 Teil 4: Künstlerische und volkskundliche unzensierte Werke Dokument 4.1: "Wiegenlied einer sowjetdeutschen Mutter in der sibirischen Verbannung" von Dominik Hollmann Dokument 4.2: Liedertextsammlung "Unsere Stimme", Typoskript, Oktober 1965 Abschnitt III: Lebensläufe einiger nonkonformer Aktivisten und Dissidenten Erich (Erhard) Abel Therese Chromowa Eduard Deibert Wjatscheslaw Maier Andreas (Andrej) Maser Ludmilla Oldenburger Friedrich Ruppel Friedrich Schössler Konstantin Wuckert Abkürzungsverzeichnis

Eduard Deibert

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Eduard Deibert (© Eduard Deibert)

(1942),
Aktivist der Ausreisebewegung. Geboren in einer deutschen Siedlung im Gebiet Odessa, Ukrainische SSR. Seine Eltern wurden kurz vor Kriegsende in Deutschland eingebürgert. Nach der Zwangsrepatriierung in die UdSSR Verbannung in den Hohen Norden, in die Komi ASSR. Seit 1959 in Karaganda, Unionsrepublik Kasachstan. Zunächst als Tischler und Schreiner tätig, studierte 1969–1972 Bergbauautomatik (ohne Abschluss), arbeitete dann als Ingenieur-Einrichter in einem Kohlerevier.

Seit Anfang der 1970er Jahre aktiv in der Ausreisebewegung, verbreitete historisches Material über die deutsche Minderheit, half bei der Ausfüllung der Ausreiseanträge, sammelte Unterschriften der Ausreisewilligen für behördliche Eingaben und für das Ausland. In Karaganda wurden insgesamt 1.700 Unterschriften (ca. 7.000 Personen) gesammelt, siehe hierzu das Interner Link: Dokument 1.10. Wegen der Vorbereitung einer zwar angemeldeten, aber von der kommunistischen Partei nicht abgesegneten Kundgebung der Deutschen der Stadt Karaganda am 30. September 1973, die ihren Unmut über die unberechtigte Verweigerung von Ausreisegenehmigungen äußern wollten, wurde Deibert für einige Tage verhaftet und verhört. Da er sich auch weiterhin für die Bürgerrechte der Deutschen einsetzte, u.a. für das Recht auf Ausreise, kam es zu seiner Verhaftung am 26. November 1974. Einige Monate später, am 25. Februar 1975, verurteilte ihn das Karagandaer Gebietsgericht nach Artikel 170 Teil 1 des Strafgesetzbuches der Kasachischen SSR zu zwei Jahren Freiheitsentzug.

Nach der Abbüßung der Strafe durfte Deibert Anfang 1978 nach Westdeutschland ausreisen. Hier nahm er an verschiedenen Aktionen gegen die Verfolgungen der Sowjet-Deutschen teil, u.a. an regulären Protestdemonstrationen vor der Botschaft der UdSSR in Bonn. Er wirkte ferner beim Ausschuss "Deutsche in der UdSSR" der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit und ist als Verfasser vieler Schriften und Berichte zu der Ausreisebewegung der Deutschen aus der UdSSR in den 1950er–80er Jahren bekannt.
Das Oberste Gericht der Republik Kasachstan hat in seiner Entscheidung vom 12. März 1993 Eduard Deibert vollständig rehabilitiert.

Fussnoten