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Andreas (Andrej) Maser

Russlanddeutscher Samisdat Abschnitt I: Einführung A. Deutsche Dissidenten, Oppositionelle und Nonkonformisten im sowjetischen Unrechtsstaat (1950er–1980er Jahre) B. Russlanddeutscher Samisdat und das Umfeld seiner Entstehung C. Anmerkungen zu den Quellen Abschnitt II: Quellenteil Teil 1: Der Kampf um die Autonomie und für nationale und bürgerliche Gleichberechtigung Dokument 1.1: Brief von Viktor Schneider an Stalin und an die Zeitung "Prawda", April 1951 Dokument 1.2: Brief von Therese Chromowa an Nikita Chruschtschow über die Frage der Wiederherstellung der Autonomen Republik der Wolgadeutschen, 15. September 1961 Dokument: 1.3 Brief von Reinhardt Köln an Nikita Chruschtschow über die Rehabilitierung der Wolgadeutschen, 8. April 1963 Dokument 1.4: Die Orenburger Initiative: Ein Appell an die deutsche Bevölkerung der Sowjetunion, August 1964 Dokument 1.5: Erste Delegation der Deutschen in Moskau in Fragen der Wiederherstellung der Autonomie. Informationsbericht über historische Hintergründe und gegenwärtige Lage der deutschen Bevölkerung in der UdSSR, 9. Januar 1965 Dokument 1.6: Erste Delegation der Deutschen in Moskau in Fragen der Wiederherstellung der Autonomie. Empfang der Teilnehmer durch den Staatspräsidenten Anastas Mikojan, 12. Januar 1965 Dokument 1.7: Zweite Delegation der Deutschen in Moskau in Fragen der Wiederherstellung der Autonomie. Verkürzte Niederschrift des Gesprächs beim Empfang der Teilnehmer durch den Staatspräsidenten Anastas Mikojan, 7. Juli 1965 Dokument 1.8: Zweite Delegation der Deutschen in Moskau in Fragen der Wiederherstellung der Autonomie. Eine kritische Bestandsaufnahme der Ergebnisse des Treffens mit dem Staatspräsidenten Anastas Mikojan, 9. Juli 1965 Dokument 1.9: Dritte Delegation der Deutschen in Moskau in Fragen der Wiederherstellung der Autonomie. Aufzeichnung der Unterredung von vier Vertretern der Delegation mit dem Leiter des Empfangsbüros des ZK der KPdSU, 15. Juli 1967 Dokument 1.10: Appell der in der Sowjetunion lebenden Bürger deutscher Nationalität an die Organisation der Vereinten Nationen, 18. Mai 1973 Dokument 1.11: Inhaltsverzeichnis und Vorwort der Herausgeber des Samisdat-Sammelbandes "Re Patria", 1974 Dokument 1.12: Antrag der Eheleute Ruppel für den Austritt aus der sowjetischen Staatsbürgerschaft, aus "Re Patria", 1974 Dokument 1.13: Die Begründung des Auswanderungsbegehrens durch den Bürger Jakob Damm, aus "Re Patria", 1974 Teil 2: Intellektueller Samisdat Dokument 2.1: Brief der deutschsprachigen Schriftsteller, März 1965 Dokument 2.2: Konstantin Wuckert über das Alltags- und Berufsleben der Deutschen in Zentralasien und Beziehungen zu der einheimischen Bevölkerung, Juni 1976 Dokument 2.3 Ein Appell und offener Brief an die sowjetischen Wissenschaftler. Gewidmet der Wiedergeburt der deutschen Nation in der UdSSR, 1982 Dokument 2.4 Eingabe der Schauspieler und Mitarbeiter des Deutschen Dramatheaters in Temir-Tau, Kasachstan, an den 27. Parteitag der KPdSU, Ende 1985 – Angang 1986 Teil 3: Kampf um die Ausreise aus der UdSSR nach Deutschland (BRD und DDR) Dokument 3.1: Flugblatt, geschrieben von Wladimir Hoffmann, in dem zur Ausreise in die Bundesrepublik aufgerufen wird, 1957 Dokument 3.2: Lage der Deutschen in der Unionsrepublik Estland, 1974 Dokument 3.3: "Fremdes Brot." Valentin Wiens über die Verfolgung der deutschen Aktivisten, die für das Recht auf Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland kämpfen, 1975 Dokument 3.4: Brief von Konstantin Wuckert an die Staatschefs der UdSSR, BRD und DDR über das Recht der deutschen Sowjetbürger auf Ausreise in die BRD oder in die DDR, Juni 1976 Dokument 3.5 Verzweifelter Hilferuf von 583 Deutschen aus der Sowjetunion, 1976 Teil 4: Künstlerische und volkskundliche unzensierte Werke Dokument 4.1: "Wiegenlied einer sowjetdeutschen Mutter in der sibirischen Verbannung" von Dominik Hollmann Dokument 4.2: Liedertextsammlung "Unsere Stimme", Typoskript, Oktober 1965 Abschnitt III: Lebensläufe einiger nonkonformer Aktivisten und Dissidenten Erich (Erhard) Abel Therese Chromowa Eduard Deibert Wjatscheslaw Maier Andreas (Andrej) Maser Ludmilla Oldenburger Friedrich Ruppel Friedrich Schössler Konstantin Wuckert Abkürzungsverzeichnis

Andreas (Andrej) Maser

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Andreas (Andrej) Maser (© Andreas Maser)

(1941),
Aktivist der Autonomie- und Ausreisebewegung, geboren in Neu-Zürich, ASSR der Wolgadeutschen. Als Säugling nach Sibirien deportiert, begann sein "Wanderzigeuner-Leben", so Maser. 1948–56 Schulbesuch in einem Bergwerk im Gebiet Kemerowo, wohin sein Vater nach der Entlassung aus dem Straflager Iwdel versetzt wurde. Weiter aus seiner Autobiographie: "Da man nicht nach Hause an die Wolga zurückkehren durfte [nach der Aufhebung der Sonderkommandantur 1955], so wohnte ich in der Stadt Nowosibirsk, in der Hauptstadt von Kirgisien Frunse (jetzt Bischkek), in der Stadt Rubzowsk/Altai Region, wieder in Nowosibirsk und Frunse. Danach in der Hauptstadt von Moldawien Kischinew, weiter in Lettland bei Riga. Dann ein paar Monate in Estland bei Tartu und wieder zurück nach Frunse/Kirgisien, von wo ich meine Ausreisebemühungen konzentriert und intensiviert habe, bis ich mit meiner Ehefrau und zwei Söhnen im März 1975 in die Bundesrepublik Deutschland abgeschoben wurde." Inzwischen konnte er 1968 die Ingenieurschule in Frunse, Fachrichtung Werkzeugbau erfolgreich als Dipl. Ing. (FH) absolvieren. Arbeitete als Ingenieur in Forschungsinstitutionen und einige Jahre vor der Ausreise als Meister im Werk für Prüfmessgeräte in der Stadt Frunse.

Seit 1965 aktive Beteiligung an sämtlichen Aktivitäten zur vollständigen Rehabilitierung der Deutschen in Russland und der Wiederherstellung der ASSR der Wolgadeutschen: Aufklärung der Bevölkerung, Unterstützung bei den Vorbereitungen der 1, 2 und 3 Delegation der Deutschen nach Moskau, Unterschriftensammlungen, Vorbereitung von Eingaben und Petitionen usw. Stand im engen Kontakt zu weiteren Aktivisten der Autonomiebewegung wie Friedrich Schössler, Johann Brug, Heinrich Kaiser… Schon früh unter Druck von KGB und Staatsanwaltschaft gesetzt, versuchte Maser noch im Sommer 1972 vergeblich, eine Abordnung nach Moskau aufzustellen, die allerdings von dem KGB mit Drohungen und Einschüchterungen der potentiellen Teilnehmer vereitelt wurde.

Ein weiteres Zitat Masers: "Die harte Ablehnungshaltung der Obersten Organen der UdSSR, die ständige Schikanen der Ortsbehörden haben bei vielen Aktivisten zur Erkenntnis der Ausweglosigkeit geführt und man hat sich entschieden, alle Kräfte auf die Ausreise zu konzentrieren." Diesen Sinneswandel dokumentierte am anschaulichsten eine Aufstellung von Listen mit ca. 35 Tsd. Ausreisewilligen, zusammen mit einem Appell an die UNO und der Denkschrift "Von den Gedanken über die Wiederherstellung der ASSR der Wolgadeutschen bis zum Gedanken über die Emigration" vom 18. Mai 1973, an deren Zustandekommen Maser federführend beteiligt war (siehe Interner Link: Dokument 1.10).

In Deutschland versuchte er die bundesdeutsche und internationale Öffentlichkeit auf die Lage der deutschen Sowjetbürger insgesamt und auf die Situation der inhaftierten Aktivisten im Besonderen aufmerksam zu machen, bereitete Hintergrundinformationen und Berichte für Menschenrechtsorganisationen vor, lieferte Informationen für das "Weißbuch über die menschenrechtliche Lage in Deutschland und der Deutschen in Osteuropa. CDU/CSU-Fraktion des Deutschen Bundestages, 1977" und erstattete Berichte zur Lage der Russlanddeutschen für Europaparlament und Europarat. Für das Auswärtige Amt stellte er Listen mit Namen und Informationen über politische Gefangene zusammen. Zurzeit lebt er in München.

Fussnoten