Weltfestspiele 1973

25.7.2003 | Von:
Carsten Schröder

Hinter den Kulissen des X. Festivals

Die bundesdeutsche Delegation

Die offizielle bundesdeutsche Delegation mit 800 Teilnehmern wurde von dem "Initiativausschuss X. Weltfestspiele" (IA) vertreten. [24] Der "Arbeitskreis Festival" (AKF) umfasste überwiegend prosowjetisch orientierte Verbände und Gruppierungen. [25] Seine Vertreter waren Dirk Krüger (Verband Deutscher Studentenschaften), Rolf Priemer und Ulrich Sander (beide SDAJ) Die "Koordinierungsgruppe X. Weltfestspiele" (KO) entstand auf Initiative der Jungsozialisten und der Verbände des Bundesjungendringes. [26] Dem AKF wurden 330 und der KO 470 Plätze zur Verfügung gestellt. In West-Berlin gab es ein eigenes Vorbereitungskomitee, das von Mitgliedern der West-Berliner FDJ (FDJW) und der SEW (Sozialistische Einheitspartei West-Berlins) organisiert wurde. Die demokratischen Jugendverbände aus der Stadt nahmen jedoch am Nationalen Vorbereitungskomitee (NVK) der Bundesrepublik teil. Der Koordinierungsgruppe gehörten seit ihrem Gründungstag, dem 12. März 1973, Mitglieder der Jugendorganisationen der SPD und der Gewerkschaften an. Sie prägten diese Gruppe, was an der Übernahme wichtiger Positionen sichtbar wurde. Die Falken, Jusos und Gewerkschaftsjugend stellten mit Dieter Lasse, Karsten Voigt und Walter Haas die offiziellen Vertreter der KO. Die Jungdemokraten wechselten aus dem AKF, dem sie seit den X. Festspielen 1968 in Sofia angehörten, zur Koordinierungsgruppe. Sie hatten jedoch gegenüber den stärkeren sozialdemokratischen Verbänden eine schwache Position, die es nicht erlaubte, im Initiativausschuss vertreten zu sein. Die Junge Union trat der KO erst am 7. Juli bei, etwa drei Wochen vor Beginn der Weltfestspiele.

Fußnoten

24.
Zahl stammt aus: SAPMO-BArch, DY30/vorl. SED/14323/1, Informationen über die in BRD erfolgende Vorbereitung auf die X. Weltfestspiele, 28.4.1973, Bl. 1-2.
25.
Breßlein, Erwin, "Die Weltjugend und der Dogmatismus. Geschichte und Problematik der Weltjugendfestspiele", in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament 22 (1973), S.30. Andere Mitglieder des AKF: SHB Sozialdemokratischer Hochschulbund, SVS Studentenverband Deutscher Sozialhochschulen, DFG/IDK Deutsche Friedensgesellschaft/Internationale der Kriegsdienstgegner, VK Verband der Kriegsdienstverweigerer, VVN Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschisten, Schülermitverwaltung der allgemeinbildenden Schulen des Landes Nordrhein-Westfalen, Niedersächsische Landesschülervertretung, CFK Christliche Friedenskonferenz/Regionalausschuss BRD, DFU Deutsche Friedensunion - Jugendarbeitskreis, SCI Service Civil International-Deutscher Zweig e.V., Jugendmagazin "elan", Landesjugendpresse Nordrhein-Westfalen, Junge Presse Niedersachsen, AIB Antiimperialistisches Informationsbulletin, DKBD Demokratischer Kulturbund Deutschlands, Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, Arbeitsgemeinschaft "Pläne", Unidoc –Filmgesellschaft. SAPMO-BArch, DY30/vorl. SED/14323/1, Diskussionsgrundlage: Ausgangspunkte für die politische Arbeit mit den Festivaldelegationen aus der BRD und Berlin-West sowie Touristendelegationen aus der BRD, Anlage I., o. Bl.
26.
Mitglieder der KO: AEJ Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend, JUSO, Bund der Deutschen Katholischen Jugend, BDP Bund deutscher Pfadfinder, Deutsche Esperanto-Jugend, DBBJ Deutsche Beamtenjugend, DJD Deutsche Jungdemokraten, DSJ Deutsche Schreberjugend, DGB Gewerkschaftsjugend, DAG Jugend der Deutschen Angestellten Gewerkschaft, JEF Junge Europäische Föderalisten, NFJD Naturfreundejugend Deutschlands, SJD- Die Falken Solidaritätsjugend im RKB, Sozialistische Jugend Deutschlands, Verband christlicher Pfadfinder, Junge Union JU, Deutsche Sportjugend, Jugend des Deutschen Alpenvereins, Deutsche Turnerjugend, Deutsche Wanderjugend. SAPMO-BArch, DY30/vorl. SED/14323/1, Informationen über die in BRD erfolgende Vorbereitung auf die X. Weltfestspiele, 28.4.1973, Bl. 1.