"Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig.

11.4.2005 | Von:
Prof. Dr. Wolfgang Benz

Infrastruktur und Gesellschaft im zerstörten Deutschland

Versorgungsengpässe

Während Frankreich und die Sowjetunion zunächst an der Entnahme von Rohstoffen, Gütern und Ausrüstungen interessiert waren, um ihre eigenen Volkswirtschaften für die Kriegsverluste zu entschädigen, hatten die USA und Großbritannien lebhaftes Interesse am raschen Funktionieren einer bescheidenen Wirtschaft in Deutschland. In London fürchtete man die Verantwortung für ein ökonomisch totes Deutschland, die bei den eigenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten kaum getragen werden konnte. Churchill sprach es im britischen Unterhaus bereits am 16. April 1945 deutlich aus: "Die deutschen Massen dürfen uns nicht zur Last fallen und erwarten, jahrelang von den Alliierten ernährt, organisiert und erzogen zu werden."

Der ehemalige amerikanische Präsident Herbert Hoover verfasste Anfang 1947 ein Gutachten über die wirtschaftliche Situation Deutschlands, das er der Regierung in Washington nach einer Reise durch Deutschland unterbreitete. Hoovers Grunderkenntnis lautete: "Die Wirtschaft ganz Europas ist durch Austausch von Rohstoffen und Fabrikaten mit der deutschen Wirtschaft verflochten. Die Produktivität Europas kann nicht wiederhergestellt werden, ohne dass ein gesundes Deutschland zu dieser Produktivität beiträgt."

Hoover ging von der Tatsache aus, dass jeder britische und amerikanische Steuerzahler 600 Dollar jährlich nur dafür aufbringen musste, um die Bevölkerung der beiden Besatzungszonen vor dem Hunger zu bewahren. Die Hauptziele der Besatzungspolitik - Entnazifizierung, Ausrottung des Militarismus, Erziehung zur Demokratie, Wiedergutmachung, Verhinderung von Rüstungsproduktion - stellte Hoover keineswegs infrage, er wies aber eindringlich auf die Folgen der Kriegszerstörungen und der territorialen Abtretungen für die friedensmäßige Produktion der deutschen Wirtschaft und die Ernährung der Bevölkerung hin.

Er schätzte, dass alle vier Zonen Deutschlands weniger als 60 Prozent des Nahrungsmittelbedarfs selbst erzeugen könnten, nicht zuletzt, weil die vom Alliierten Kontrollrat verfügten Demontagen die Erzeugung von Düngemitteln hinderten, und mangels Exportchancen. Der alliierte Industrieplan beschränkte die Industriekapazität auf etwa die Hälfte der Vorkriegsproduktion (1938). Aufgelistet wurde, was nicht oder nur eingeschränkt produziert werden durfte. Hoovers Konzept für eine "neue Wirtschaftspolitik" lautete: Freiheit für die deutsche Industrie, Ende der Demontagen, keine Sonderverwaltung des Ruhrgebietes.

Hoover hatte mit seinen Vorschlägen den Beifall der amerikanischen Steuerzahler auf seiner Seite, denn ihre Dollars mussten auf unabsehbare Zeit für die Unterstützung der deutschen Bevölkerung ausgegeben werden, wenn keine Änderung der wirtschaftlichen Situation Europas erreicht werden konnte.

Die Nationalsozialisten hatten den Krieg mit Hilfe der Notenpresse finanziert. Die Folgen der inflationären Geldvermehrung seit 1936 konnten verschleiert werden durch Preis- und Lohnstop, durch Zwangssparen und durch die Rationierung der Konsumgüter bis zum Ende des Krieges. Umso härter wirkte sich aber der 1945 sichtbar werdende Ruin der deutschen Währung aus: Den 300 Milliarden Reichsmark, die sich nach Kriegsende in Umlauf befanden, stand kaum ein Warenangebot gegenüber.

Schwarzer Markt

Das staatliche Bewirtschaftungssystem des Dritten Reiches, das von den Alliierten beibehalten wurde, zerbröckelte am "Schwarzen Markt". Angesichts der relativen Wertlosigkeit von Geld und Lebensmittelkarten sah sich der "Normalverbraucher" auf Schwarzhändler und Schieber angewiesen, da er auf dem offiziellen Markt des Rationierungssystems das Lebensnotwendige nicht erhielt. Deutschland war ein Land mit drei Währungen geworden: Staatliche Gehälter und Steuern wurden in Reichsmark gezahlt. Seit August 1946 gab es für den Verkehr zwischen alliierten und deutschen Stellen von den Siegermächten gedrucktes Besatzungsgeld, das nicht in Reichsmark umgewechselt werden konnte. Wichtigstes Zahlungsmittel waren aber Zigaretten, für die man auf dem Schwarzen Markt fast alles erhalten konnte.

Quellentext

Illegale Geschäfte

[...] In kleinen, zwanglosen Gruppen stehen Händler und Kunden zusammen, anscheinend höchst uninteressiert, die aromatisch duftende, ausländische Zigarette im Mundwinkel. Gesprochen wird nicht viel. Ab und zu fällt eine Zahl, dann folgt entweder ein leichtes Kopfschütteln oder die nickende Zustimmung. Die beiden Handelseinigen verschwinden dann etwas abseits, tauschen hastig Ware und Gegenleistung aus und stehen Minuten später schon wieder bei anderen Gruppen, um dort ein neues Geschäft zu machen.

Was wird angeboten und welche Preise werden gezahlt? Da sind Zigaretten und Bohnenkaffee, Brot und Benzin, Uhren und Schnaps, Fleisch und Lebensmittelkarten. Geld spielt scheinbar keine Rolle, denn es werden Preise gefordert bis zum hundertfachen tatsächlichen Wert. Das Publikum wird von allen Schichten der Bevölkerung gestellt, vom berufsmäßigen Schwarzhändler bis zur armseligen Arbeiterfrau, die, um den Hunger ihrer Kinder zu stillen, die karge Zigarettenzuteilung ihres Mannes gegen Brot eintauscht. Vor der "Polente" (Polizei) scheint man keine Angst zu haben. [...]
Hannoversche Presse, 6. September 1946 in: Thomas Berger/Karl-Heinz Müller (Hg.), Lebenssituationen 1945 -1948, Hannover 1983, S. 64 f.
[...] Die Konjunkturbedingtheit des Schwarzhandels zeigt sich besonders beim Lebensmittelhandel. Die Preise steigen, wenn die Zuteilungen sinken und umgekehrt. [...]
Bei den Fettpreisen scheint auf den ersten Blick ein Paradoxon vorzuliegen: obwohl die Fettrationen um die Hälfte herabgesetzt wurden, liegen die Fettpreise um 15 bis 20 Prozent tiefer als bei Jahresbeginn. Die Lösung ist, daß im vergangenen Jahr die Organisationen zur Fälschung von Lebensmittelkarten so weit ausgebaut worden sind, daß ein hohes Markenangebot den Rationentiefstand ausgleicht. [...]
Neben den Fälschungen wurde der schwarze Markenmarkt vor allem mit gestohlenen Lebensmittelkarten beliefert, die oft in überraschend kurzer Zeit unter die Leute gebracht wurden. So wurde ein Tausender-Posten Marken, der in Unna gestohlen worden war, bereits am nächsten Tag in Hamburg in einem Blumengeschäft verkauft. Sperrung von Karten kann auch nicht viel retten, weil die Diebe ihre Beute in anderen Landesteilen absetzen, wo man mit diesen örtlichen Bestimmungen nicht so vertraut ist. [...]

"DER SPIEGEL" Sonnabend, 4. Januar 1947.

Deutschland war damit in den archaischen Zustand der Naturalwirtschaft zurückgefallen: Waren konnten nur gegen Waren getauscht werden. Arbeiter waren oft nur drei Tage in der Woche in der Fabrik. An den übrigen Tagen tauschten sie ihren Lohn, der ebenfalls zum Teil aus Waren bestand, gegen Lebensmittel und andere Güter des täglichen Bedarfs ein. "Der größte Teil der Schwarzmarktgeschäfte besteht aus Tauschhandel von Waren aus zweiter Hand, angefangen von alten kostbaren Pelzmänteln bis zu Kochtöpfen und abgelegten Schuhen und Galoschen, gegen Zigaretten, Schokolade, Kartoffeln oder Mehl. In den großen Städten besonders im Westen sind organisierte Tauschmärkte Tag und Nacht geschäftig, auf denen einfach alles gehandelt werden kann, mit Einschluss von Eisenbahnfahrkarten für Fernzüge (für die man Spezialerlaubnis braucht), interzonalen Pässen oder anderen gefälschten Papieren, die zur Erlangung amtlicher Vorteile nützlich sein könnten. Die Menschenmenge in diesen verwüsteten Städten ist ewig auf der Wanderschaft." Der 1933 in die USA emigrierte Publizist und Wirtschaftsfachmann Gustav Stolper hatte nach einer Deutschlandreise im Frühjahr 1947 diese Beobachtungen und Erfahrungen unter dem Titel "German Realities" der amerikanischen Öffentlichkeit vorgelegt.

Quellentext

Monatliches Haushaltsbudget einer Familie

Familie B. besteht aus dem Ehepaar, einer Tochter von 16 Jahren, einem Sohn von 15 und einem Sohn von 5 Jahren. Der Vater ist gelernter Arbeiter in einer Fabrik. Wochenverdienst: brutto 57,80 RM, netto 51,60 RM; im Monat netto 231,20 RM, monatliche Lehrvergütung des Sohnes 30 RM, der Tochter 32 RM, zusammen 293,20 RM.


Laufende Monatsausgaben Sept. 1947

Miete 33,66 RM
Gas 9,80 RM
Licht 4,90 RM
Ration. Lebensmittel,
Karte II (Vater)
14,79 RM
Ration. Lebensmittel,
Karte III (Mutter)
11,34 RM
Ration. Lebensmittel,
Karte II (erwachsener Sohn)
14,79 RM
Ration. Lebensmittel,
Karte III (erwachsene Tochter)
11,34 RM
Ration. Lebensmittel,
Karte IV (Kind)
13,76 RM
Kleine Sonderzuteilung 2,00 RM
Obst laut Karte (Kind) 7,38 RM
Kartoffeln, 60 kg,
laut Karte 7
0,20 RM
Gemüse laut Karte 5,30 RM
Schuhreparaturen 19,20 RM
Waschmittel 4,50 RM
Beiträge, Zeitungen 7,20 RM
Taschengeld für 2 erwachsene Kinder 20,00 RM
Fahrgeld, Haarschneiden, Kino 18,00 RM
Rauchwaren 9,60 RM

Summe

214,76 RM


Zusätzliche Ausgaben Schwarzer Markt

2 Pfund Mehl, Puddingpulver 49,00 RM
4 Brote je 1500g 160,00 RM
Waschmittel 10,50 RM
Petroleum für den Winter 36,00 RM
Kohle für den Winter, bisher 2 Zentner 120,00 RM

Summe

375,50 RM


Die Familie hat nach dieser Aufstellung
im Monat September insgesamt verausgabt


590,26 RM
Durch das Gehalt des Ehemannes und
die Vergütungen der Kinder konnten
gedeckt werden
293,20 RM
Es bleiben aus anderen Einnahmequellen
zu decken
297,06 RM
Im Sommer 1947 verkaufte das Ehepaar ein Dutzend silberne Bestecks für 1500 RM. Hiervon wird monatlich zugesetzt. Frau B. holt jeden Monat dreimal Gemüse und Kartoffeln von ihren Eltern aus der britischen Zone. Die Reisekosten werden mit 16 RM veranschlagt. Für die Lebensmittel gibt sie den Eltern durchschnittlich 25 bis 30 RM. Sie verkauft an Bekannte Gemüse zu mäßigen Schwarzmarktpreisen, um mindestens die Unkosten zu decken. [...]
In Berlin wurde die Bevölkerung in fünf Gruppen aufgeteilt, die Lebensmittelkarten mit jeweils unterschiedlichen Rationshöhen bekamen: I Schwerarbeiter, II Handarbeiter, III Angestellte, IV Kinder unter 14 Jahren, V sonstige Bevölkerung einschließlich Hausfrauen und Arbeitslose. Im März 1947 wurde die Gruppe V abgeschafft, und alle ihr zugehörigen Personen wurden der Gruppe III zugeteilt.
Man kann davon ausgehen, daß die meisten Familien in Deutschland ähnliche Probleme hatten. Das Einkommen reichte in der Regel zwar aus, die zugeteilten Rationen zu kaufen, diese reichten aber selbst bei Anlegung strengster Maßstäbe kaum aus, eine ausreichende Ernährung zu gewährleisten. Lebensnotwendige Käufe auf dem Schwarzen Markt und Hamstern waren vom Einkommen allein nicht zu bestreiten, sondern konnten nur mit Hilfe von Ersparnissen, Verkäufen von geretteten Sachwerten und Tauschgeschäften getätigt werden. Obwohl gewisse Lohnerhöhungen vorgenommen wurden, sanken die Reallöhne zunehmend, wozu auch noch ein Anstieg der Steuerbelastung beitrug. Um einen Arbeitsanreiz zu geben und Fachkräfte zu halten, führten verschiedene Betriebe eine teilweise Naturalentlohnung sowie andere Vergünstigungen wie markenfreies Essen ein.
Während der deutsche Lebensstandard 1938 einer der höchsten in Westeuropa war, war er nach dem Krieg einer der niedrigsten.

Helga Grebing u.a., Die Nachkriegsentwicklung in Westdeutschland 1945 -1949, Stuttgart 1980, S. 39 ff.

Interimsschein für einen Kochtopf

Zugelassen durch die Ausnahmegenehmigung der Reichsstelle für Technische Erzeugnisse vom 22. 2. 1945
Dieser Interimsschein berechtigt nur zur Lieferung und zum Bezug im Bezirk des unterzeichneten Wirtschaftsamtes. Es berechtigt nicht zum Wiederbezuge und darf nicht in einem RTE-Scheck zusammengefaßt werden. Sobald RTE-Marken verfügbar sind, ist die unterzeichnete Ausgabestelle zum Umtausch in RTE-Marken verpflichtet.
Bergneustadt, den 19. 10. 1945
Antragsteller: Esther Faulenbach Lieferfirma: Kölnerstraße 190

Grauer Markt

Außer dem Schwarzen Markt gab es, mit Duldung der Besatzungsmächte, den "Grauen Markt" der Kompensationsgeschäfte, ohne den die bescheidene Nachkriegsindustrie nicht funktionierte. Um Rohstoffe für die Produktion oder Material für dringend nötige Reparaturen zu bekommen, wurde ein Teil der produzierten Waren am Bewirtschaftungssystem vorbei umgesetzt und eingetauscht. Am leitenden Personal eines Spinnfaser-Betriebs in Kassel sollte im Frühjahr 1947 ein Exempel statuiert werden. Hausdurchsuchungen bei leitenden Angestellten brachten Textilien (49 Damen-Hüftgürtel, 31 Büstenhalter, einige hundert Meter Stoff) zutage, die als Beweisstücke sichergestellt wurden. 112 Meter Stoff (die der Betrieb gegen Spinnfasern erworben hatte) waren gegen 85 Glühbirnen ausgetauscht worden, die für die Aufrechterhaltung der Produktion benötigt worden waren. Das Gerichtsverfahren, das als Korruptions- und Schiebertribunal aufgezogen wurde, entwickelte sich tatsächlich zu einem in allenvier Besatzungszonen aufmerksam beobachteten Musterprozess, bei dem es um Quoten, Ablieferungssoll, Kontrollen, Behördenmaßnahmen und Strafandrohungen ging.

Sachverständige hatten zu Protokoll gegeben, dass ohne Kompensationsgeschäfte, bei denen Waren gegen Rohstoffe oder andere Waren getauscht wurden, nichts funktioniere, dass das Spinnfaser-Management tatsächlich zum Wohle des Betriebs und der Belegschaft gehandelt habe und dass alle Industriebetriebe in ganz Deutschland so handeln müssten, um zu überleben: "Kompensationen sind das Ventil, ohne das die Mehrzahl der Produktionsbetriebe die beiden letzten Jahre nicht überdauert hätte", schrieb der Berliner Tagesspiegel.

Das Gericht bemühte sich - bei milden Strafen - um ein salomonisches Urteil, in dem der Versuch unternommen wurde, die Grenzen zwischen erlaubten und verbotenen Kompensationsgeschäften zu definieren. Die Situation der deutschen Wirtschaft zur Zeit des Grauen Marktes kam dadurch zum Ausdruck, dass die amerikanische Besatzungsmacht in solch einem Prozess - in Einklang mit den drei anderen Alliierten - mit Hilfe deutscher Gerichte und Behörden zu klären versuchte, ob die Kompensationswirtschaft unterbunden werden müsse oder toleriert werden dürfe. Eigenartig war auch, dass die Rechtsgrundlage des Musterprozesses die nationalsozialistische Kriegswirtschaftsverordnung von 1939 war.

Außenhandel

Die deutsche Wirtschaft war vor dem Krieg in hohem Maß vom Außenhandel abhängig gewesen. Nach den Gebietsverlusten im Osten (25 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Deutschen Reiches) war die Selbstversorgung Deutschlands - eines der Ziele der alliierten Politik - ohne Außenhandel unmöglich, geschweige denn die Gesundung einer Volkswirtschaft, die den Deutschen einen bestimmten, noch festzulegenden Lebensstandard ermöglichen sollte.

Es gab zwar eine Außenhandelsbilanz der Besatzungszonen (mit einem Anteil von Kohle in der amerikanischen und britischen Zone von 97 Prozent im Jahr 1945 und 77 Prozent im Jahr 1946). In der Importstatistik Frankreichs nahm die französische Zone in den Nachkriegsjahren den ersten Platz ein. Diese Ausfuhren gingen aber aufs Konto der Reparationen oder waren Besatzungskosten. Die Außenhandelsbeziehungen waren auch nicht Sache der Deutschen, da jegliche Verbindung mit dem Ausland laut Kontrollratsbeschluss verboten und Devisen streng bewirtschaftet waren. Selbst der Handel zwischen den einzelnen Besatzungszonen hatte Exportcharakter und wurde von den Militärregierungen abgewickelt.

Es waren Hoheitsakte alliierter Behörden ohne deutsche Beteiligung. Typisch ist folgendes Beispiel, lesebuchreif formuliert im Frühjahr 1948: "Eine Remscheider Firma hatte ihren ersten Auslandsauftrag auszuführen: Lieferungen von Ersatzteilen im Werte von 700 Mark nach Belgien. 78 Schriftstücke waren vorher auszufüllen. Dann gingen die Ersatzteile auf der Strecke Aachen - Verviers verloren." (Zitiert aus: Frankfurter Hefte 3, 1948, S. 400.)
Fritz Baade, der Leiter des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, sprach im Juli 1948 von drei Blockaderingen, die durchbrochen werden müssten, um die Grundlagen einer normalen Wirtschaft zu erreichen - JEIA (Joint Export Import Agency der britisch-amerikanischen Besatzungszone), Demontage und zwangsweiser Export von Rohstoffen aus Deutschland: "Alle drei zusammen brächten uns einen materiellen Schaden, den man vielleicht doppelt so hoch ansetzen könnte wie die Summe der für uns bestimmten Mittel aus der Marshall-Hilfe zuzüglich der weiteren Dollarmillionen aus dem Budget der US-Army."