Beleuchteter Reichstag

Jüdinnen in Deutschland nach 1945

Weibliches jüdisches Leben nach 1945 im geteilten und vereinten Deutschland – Interviews, Porträts und Beiträge

Um klischeehaften bis antisemitischen Darstellungen jüdischen Lebens und der ungenügenden Abbildung besonders weiblichen jüdischen Lebens etwas entgegenzusetzen, hat sich die Redaktion des Deutschland Archivs vorgenommen, in den kommenden zwei Jahren jüdische Frauen in den Fokus zu setzen. Dazu wird eine Reihe mit Beiträgen, Interviews und Porträts veröffentlicht. Vor dem Hintergrund des erst vor kurzem begangenen Jubiläums „100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland“ wird auch das gesellschaftspolitische Engagement der jüdischen Protagonistinnen von damals sichtbar gemacht, die an der Durch- und Umsetzung des Frauenwahlrechts maßgeblich beteiligt waren. Sie sind heute weitgehend vergessen. Und mit Blick auf das Jubiläum „1.700 Jahre jüdisch-deutsche Geschichte“ soll auch das Wirken jüdischer Frauen von heute gewürdigt werden.

Mit der Schwerpunktsetzung auf die Zeit nach 1945, nach dem Ende der NS-Herrschaft, soll die Zäsur durch den Holocaust und seine bis heute spürbaren Auswirkungen in Deutschland deutlich gemacht werden: Der unwiederbringliche Verlust von Leben und Wirken jüdischer Menschen in Wissenschaft, Politik, Gesellschaft, Kultur und Literatur. Auch hier sind es besonders die Frauen, die in der Geschichtsschreibung selten genannt werden und damit aus dem kollektiven Gedächtnis zu verschwinden drohen

Hier wird das Logo des Projekts "Jüdinnen in Deutschland nach 1945" abgebildet. Es zeigt eine stilisierte Menora (Kerzenleuchter) mit einem Davidstern in weiß auf blauem Grund und den Namen des Projekts.

Sharon Adler

Jüdinnen in Deutschland nach 1945. Erinnerungen, Brüche, Perspektiven - Teil I

Als Auftakt zur DA-Reihe zum weiblichen jüdischen Leben in Deutschland nach 1945 stellt dieser Überblicksartikel von Sharon Adler exemplarisch wegweisende Protagonistinnen und deren Arbeits- und Forschungsfelder sowie Frauenorganisationen im 20. Jahrhundert vor. Der Rückblick schlägt den Bogen über die Nachkriegszeit und die Situation der Überlebenden zum gesellschaftspolitischen Engagement und den Forschungsfeldern jüdischer Frauen von heute. Hier gibt es den ersten Teil des Beitrages.

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Hier wird das Logo des Projekts "Jüdinnen in Deutschland nach 1945" abgebildet. Es zeigt eine stilisierte Menora (Kerzenleuchter) mit einem Davidstern in weiß auf blauem Grund und den Namen des Projekts.

Sharon Adler

Jüdinnen in Deutschland nach 1945. Erinnerungen, Brüche, Perspektiven Teil II

Zum Start der DA-Reihe zum weiblichen jüdischen Leben in Deutschland nach 1945 stellt der zweite Teil des Überblicksartikels von Sharon Adler vor allem die Besonderheiten in der Entwicklung jüdischen Lebens nach 1945 bis heute dar. Angefangen von der Situation in den "Displaced Persons Camps" nach dem Zweiten Weltkrieg, über die jüdische Frauenbewegung in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren, bis hin zur Einwanderung junger Israelis werden die Herausforderungen beleuchtet.

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Das Foto zeigt den Vorstand und das Aktiv der WiGB bei der Erörterung des Programms des Berichtsseminars WiGB-2002.V. l. n. r.: Dr. Fenja Kropman, Dr. Bella Lurik, Vorsitzende der WiGB, Dipl. Ing., Alla Kochergina, Dipl.Ing. Genrietta Liakhovitskaia, Prof. Dr. Victor Mairanowski, Leiter des Seminars, Dipl. Ing. Ari Kropman.

Alina Gromova

Narrative jüdischer Frauen mit sowjetischer Erfahrung in Deutschland nach 1990

Der Artikel behandelt die Situation der Frauen in der russischsprachigen jüdischen Community nach 1990 in Deutschland. Die Autorin geht den Fragen nach den Entwürfen des Berufslebens, dem Engagement in den jüdischen Communities und der spezifisch weiblichen Erinnerungskultur nach. Hier werden Erzählungen, Erinnerungen und Positionen russischsprachiger Jüdinnen sichtbar und bieten einen neuen Blick auf die jüdische Geschichte und Gegenwart aus der Frauenperspektive.

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Das Foto zeigt Jessica Jacoby. Im Hintergrund sieht man die frühere Kameratasche ihres Vaters Klaus (Claude) Jacoby. Berlin 2020

im Interview: Jessica Jacoby

Jessica Jacoby: Lebenslanges Engagement für die Sichtbarkeit von Jüdinnen

Die 1954 geborene Filmjournalistin, Dokumentarfilmautorin und Mitherausgeberin der 1994 erschienenen Anthologie "Nach der Shoa geboren. Jüdische Frauen in Deutschland", Jessica Jacoby, gründete 1984 in West-Berlin mit anderen Frauen den lesbisch-feministischen "Schabbeskreis", der sich für die Präsenz und Wahrnehmung jüdischer Frauen in der neuen Frauenbewegung und mit Antisemitismus in feministischen Zusammenhängen auseinandersetzte.

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Das Foto zeigt Rabbinerin Esther Jonas-Märtin in Leipzig im Jahr 2020.

Im Interview: Esther Jonas-Märtin

Esther Jonas-Märtin – Rabbinerin und Publizistin aus Leipzig. Positionen und Perspektiven

Sie ist assoziiertes Mitglied der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland und Vorstand des jüdischen Lehrhauses "Beth Etz Chaim". Über die Herausforderungen im Kontext von Wissenschaft und Religion, den täglichen Spagat jüdischer Menschen zwischen Selbst- und Fremdbestimmung und auch zu ihrer Forderung nach einem Wandel in der Bildungspolitik und Erinnerungskultur erzählt Esther Jonas-Märtin in diesem Gespräch.

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Das Foto zeigt, jüdische Displaced Persons, die 1946 aus Polen geflohen sind, in einem Lager im Amerikanischen Sektor in Berlin.

Angelika Königseder/Juliane Wetzel

Die Frauen in den Lagern für jüdische Displaced Persons

Angelika Königseder und Juliane Wetzel werfen einen gezielten Blick auf den Alltag und die Rolle jüdischer Frauen, für die nach 1945 in den Lagern für sogenannte Displaced Persons (DP) das Leben nach der Shoah begann. Etwa 40 Prozent der DPs waren Frauen, die das Leben in den Lagern mitgestalteten.

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Das Foto zeigt Shelly Kupferberg in Berlin im Herbst 2020.

Im Interview: Shelly Kupferberg

Shelly Kupferberg: Zwischen Chanukkia und Lametta

Shelly Kupferberg ist 1974 in Tel Aviv geboren und in West-Berlin aufgewachsen. Im Interview erzählt sie von einer Kindheit und Jugend, die geprägt war vom linken Engagement ihrer in Israel geborenen Eltern, von Sommercamps mit der Jüdischen Gemeinde und ihren Erinnerungen an die Zeit als Einzige von zwei Jüdinnen während ihrer Schulzeit. Wie sie 1989 die Öffnung der innerdeutschen Grenzen erlebt hat und wie es später für sie war, von der Anti-Haltung der DDR gegenüber Israel zu erfahren.

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Vertreter_innen des Komitees "Ärzte der DDR zur Verhütung eines Nuklearkrieges" besuchten das Bezirkskrankenhaus Cottbus. Sie führten Gespräche in verschiedenen Bereichen des Hauses. Das Foto zeigt Prof. Ingeborg Rapoport, die mit  Schwestern der Kinderklinik diskutierte. Anschließend fand ein Friedensmeeting im Krankenhaus statt, 30.10.1985.

Charlotte Misselwitz

Inge Rapoport: „Man darf das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.“

Charlotte Misselwitz porträtiert die Wissenschaftlerin für Kinderheilkunde, Inge Rapoport, die 1952 als linke Jüdin gemeinsam mit ihrer Familie ganz bewusst in die DDR reimmigrierte. Die Autorin wuchs quasi mit der Familie Rapoport auf, deren Kinder waren mit ihren Eltern gut bekannt. Inge Rapoport nannte sie gern „meine adoptierte Tochter“, weil die beiden immer im Gespräch geblieben sind, auch wenn sie nicht immer einer Meinung waren. Inge Rapoport verstarb 2017 im Alter von 104 Jahren in Berlin-Pankow.

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Das Foto zeigt Lala Süsskind.

Im Interview: Lala Süßkind

Lala Süsskind: Die Unbestechliche, die Unermüdliche

Lala Süsskind gilt als die Unbestechliche, als die quirlige kleine Frau mit großem Herz und ebenso großer Klappe. Sie mischt sich ein und macht öffentlich auf Missstände aufmerksam: Ob auf dem Bebelplatz zur Kundgebung gegen das geplante Verbot der Brit Mila (der Beschneidung von neugeborenen Söhnen am achten Tag nach der Geburt) im Jahr 2012, regelmäßig auf dem Ku'damm gegen den antiisraelischen Al Quds-Tag oder gegen Homophobie und Antisemitismus.

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Illustration, die Kathrin und Ereignisse rund um den Mauerfall 1989 zeigt.
Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen des Berliner Fotografen Alexander Kupsch, aus historischen Fotos vom zerstörten Berlin und Aufnahmen aus dem Jahr 2015, rücken die zerstörerische Kraft des Krieges erneut ins Bewusstsein, indem sie die Ruinen aus dem Mai 1945 ins Berlin von heute übertragen.

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NEU: Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen eintraten. Ein filmischer Überblick.

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Themenseite

30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

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Deutschlandarchiv bei Twitter

Ausstellung + Film

Die Mauer. Sie steht wieder!

Was wäre, wenn die Mauer Berlin erneut halbieren würde? 30 Jahre nach dem Mauerfall erinnert das Deutschland Archiv der bpb mit 30 Bildmontagen und einem Film von Alexander Kupsch an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

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Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

Mehr lesen auf chronik-der-mauer.de

Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

Mehr lesen auf jugendopposition.de

Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

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Der Tag in der Geschichte

  • 5. März 1946
    Das Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus in der US-Zone überträgt die Entnazifizierung deutschen Spruchkammern und als zweiter Instanz Berufungskammern. Alle Deutschen über 18 Jahre sind per Fragebogen zu überprüfen, ob sie als... Weiter
  • 5. März 1969
    Die Bundesversammlung tritt zum vierten Mal in West-Berlin zusammen. Sie wählt Gustav Heinemann (SPD) gegen den Kandidaten der CDU /CSU Gerhard Schröder mit FDP-Unterstützung im dritten Wahlgang mit relativer Mehrheit zum Bundespräsidenten. Sowjetunion und... Weiter
  • 5. März 1969
    Gustav W. Heinemann (Justizminister) wird als Kandidat der SPD vor dem CDU/ CSU-Kandidaten Gerhard Schröder (Verteidigungsminister) in West-Berlin (5. 3. 1969) mit FDP-Unterstützung im dritten Wahlgang (relative Mehrheit) zum Bundespräsidenten gewählt.... Weiter
  • 5. März 1982
    14-Punkte-Programm zur Entwicklungspolitik, beschlossen von allen im Bundestag vertretenen Parteien. Danach sollen Länder bevorzugt werden, die am wenigsten entwickelt sind (Schwerpunkt Afrika), sich zu Demokratie und Menschenrechten bekennen sowie um eine... Weiter
  • 5. März 1990
    Der Runde Tisch verabschiedet einstimmig eine Sozialcharta als Verhandlungsgrundlage für die deutsch-deutsche Wirtschafts- und Währungsunion. Danach sind u. a. als soziale Sicherheiten festzuschreiben: das Recht auf Arbeit, Wohnen und Bildung, die... Weiter