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Eine weibliche Perspektive auf jüdische Kindheit und Jugend in der DDR

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Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? 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Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? 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Eine weibliche Perspektive auf jüdische Kindheit und Jugend in der DDR

Sandra Anusiewicz-Baer Lara Dämmig

/ 23 Minuten zu lesen

Durch Interviews mit Jüdinnen, die als Kinder und Jugendliche in den jüdischen Gemeinden der DDR aufwuchsen, berichten Sandra Anusiewicz-Baer und Lara Dämmig über ein bislang wenig beachtetes Kapitel deutsch-jüdischer Geschichte.

Treffen von jüdischen Jugendlichen aus der DDR mit jüdischen Studierenden aus Westeuropa im Frühjahr 1989 (© Privat. Der Urheber ist nicht feststellbar.)

Vorweg ein Zitat der US-amerikanischen Historikerin Marion Kaplan: „Das Fehlen der Frauen in Untersuchungen zur deutsch-jüdischen Geschichte hat unsere Vorstellungen von dem, was Geschichte 'ist' ebenso verzerrt, wie die Schlüsse, die wir daraus zogen. Indem wir Frauen sichtbar machen, ändern wir nicht nur deren Bedeutung, sondern auch den Blick, wie wir Geschichte als Ganzes betrachten."

Bezeichnenderweise stammt dieses Zitat aus einem Band Marion Kaplans, der sich mit dem Konzept Familie beschäftigt – ein Terrain, das „dem täglichen Leben, dem Privaten und dem Individuellen eine größere Aufmerksamkeit schenkte (…).“ Genau dort, im Alltag, im Privaten und Individuellen hat die Erforschung der Geschichte von Frauen ihren Ausgang genommen. Es ist die Erforschung der „persönlichen Beziehungen und Gefühle“, wie Kaplan es ausdrückt, die die Möglichkeit eröffnet, das Dazwischen zu erkunden – den Raum zwischen dem gesellschaftlichen Außen und dem nichtöffentlichen Innen.

Jüdisch und weiblich – eine Minderheitserfahrung

Die 1700-jährige Geschichte von Jüdinnen und Juden in Deutschland war seit jeher eine Minderheitsgeschichte. Jüdische Frauen bildeten und bilden die eine Hälfte dieser Minderheit. Die Erfahrungen und die Erzählungen jüdischer Frauen aus dem ehemaligen Osten bilden den äußersten Rand dieser Minderheitsgeschichte. Jüdische Alltagserfahrungen in der DDR fanden nur wenig Beachtung, sei es in der öffentlichen Wahrnehmung oder der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Das war durchaus folgerichtig, da es sich nach der Fluchtwelle in der ersten Hälfte der 1950er-Jahre um eine Gruppe von nur wenigen hundert Gemeindemitgliedern handelte.

Wir richten das Vergrößerungsglas auf eine sehr kleine, noch dazu stark diverse Gruppe. Sie setzte sich keineswegs nur aus hochrangigen Kulturfunktionär:innen und Star-Intellektuellen zusammen. Neben Remigrant:innen, die häufig aus kommunistischen Überzeugungen einen Neuanfang in Ostdeutschland wagten, versammelten sich Gestrandete aus den DP-Lagern, aus Israel Zurückgekehrte , Überlebende aus dem Untergrund und aus gemischten Ehen, sowie die, die dem Grauen und Sterben in den Todes- und Konzentrationslagern entkommen waren. Untersucht und sichtbar gemacht werden sollen in diesem Beitrag die Berichte von Jüdinnen, die in der DDR aufwuchsen. Diese Berichte sind aus persönlichen Beziehungen und unserem gemeinsam geteilten ostdeutsch-jüdischen Erfahrungsraum erwachsen. Wir wollen vier weibliche Lebenswege in den Mittelpunkt rücken, die nicht viel mehr vereint als eben die Tatsache, dass sie Frauen sind, die ihre Kindheit und Jugend in der DDR erlebt haben. Indem wir ihre Schilderungen betrachten, ergänzen wir die Geschichte um neue Aspekte und um eine erweiterte, bisher vernachlässigte Perspektive.

Klischees: „die DDR-Frau“ und „die Jüdin“

Mit der „DDR-Frau“ verbinden sich zahlreiche Mythen: die erwerbstätige Mutter, die „ihren Mann" in der Produktion stand, jung verheiratet und dennoch wirtschaftlich unabhängig. Die kommunistische Ideologie schuf eine neue Frau mit sozialistischer Persönlichkeit, die ihre „persönlichen Interessen und Bedürfnisse hinter die der Gesellschaft, des Staates und der Partei zurückstell(te).“ Auch das Bild der jüdischen Frau ist geprägt von klischeehaften Vorstellungen: sei es die schöne Jüdin, die jiddische Mamme oder die kämpferische Sabra, die die Aufbaugeneration in den Kibbutzim verkörperte. Inwieweit entsprachen junge jüdische Frauen in der DDR diesen Vorgaben und Vorstellungen?

Für unseren Interviewband „Jung und jüdisch in der DDR“ haben wir 20 Gespräche geführt, 13 davon mit Frauen. Die älteste Gesprächspartnerin wurde 1948 in Berlin geboren, die jüngste 1973, ebenfalls in Berlin. Ihre Erzählungen spannen ein ganzes Leben in der DDR oder berühren eine bewegte Jugendzeit, geprägt von Unsicherheiten und Identitätssuche. Die Anzahl der Interviews verweist darauf, dass es hier nicht um die Darstellung repräsentativer Ergebnisse geht. Die sehr unterschiedlichen Geschichten stehen vielmehr exemplarisch für die Heterogenität dieser Gemeinschaft. Indem wir einzelne Lebensgeschichten kaleidoskopisch beleuchten, hoffen wir, sie in einen größeren Zusammenhang zu bringen, um damit den Blick auf die deutsch-jüdische Geschichte zu weiten. Vorausgeschickt werden muss, dass das Frausein nicht explizit Thema unserer Interviews war und sich unsere 13 Gesprächspartnerinnen nicht als Frau erzählt haben. Vielmehr begegnet uns eine geschlechtsunspezifische Erzählform oder das generische Maskulinum. Auffällig unbefangen und selbstbewusst verwendeten unsere Gesprächspartnerinnen die Bezeichnung „Jude“ statt „Jüdin“, wenn sie von sich sprachen. Im Osten benutzten Frauen auch selbstverständlich für sich die Begriffe „Lehrer“ oder „Ingenieur“.

Normierte Familienvorstellungen

Die DDR verstand sich als ein weitgehend homogener Staat mit klar definierter Nationalität: Deutsch. Auch für abweichende Lebensstile gab es nur wenig Raum. Ebenso waren die Vorstellungen von Familie normiert. „In einem Land, in dem das durchschnittliche Alter bei der ersten Heirat für Frauen bei 22 und für Männer bei 24 Jahren lag, erregten Unverheiratete durchaus Aufmerksamkeit.“ Auch wenn die neue finanzielle Unabhängigkeit den Frauen in der DDR eine größere Entscheidungsfreiheit einräumte, wen sie heirateten, blieb die Erwartung, dass man heiratete, bestehen. Die demographische Zusammensetzung der kleinen jüdischen Gemeinschaft in der DDR machte die Wahl eines jüdischen Partners jedoch nahezu unmöglich. Es gab schlicht nicht genügend jüdische Männer im heiratsfähigen Alter. Da, mit zwei Ausnahmen, alle von uns interviewten Frauen aus gemischten Familien stammten, ist anzunehmen, dass die „Hemmschwelle“, einen nichtjüdischen Partner zu heiraten, niedrig war.

Andererseits weckte in nicht wenigen das Fehlen einer jüdischen Mutter die Sehnsucht, einen jüdischen Partner zu finden, um eine eigene jüdische Familie gründen zu können. Unglückliche Beziehungen zwischen den Eltern mögen zu dem Wunschdenken geführt haben, mit einem jüdischen Mann ließe sich auch die „Vergangenheit heilen“. Nur ließ sich dieses Wunschdenken nicht in die Realität übersetzen. Rivka, 1966 in der Nähe von Berlin geboren, sagt zum Beispiel: „Als Jugendliche hatte ich zeitweilig sehr romantische Vorstellungen vom Judentum und dachte daran, religiös zu werden. Ich wollte einen gelehrten Juden heiraten und viele Kinder bekommen. Für mich war die jüdische Gemeinschaft eine große Wunschfamilie.“ Zu vermuten ist, dass die Verlusterfahrungen durch die Shoah, die bis in die Zweite und Dritte Generation hinein spürbar waren, mit der Vorstellung einer großen, kinderreichen Familie ausgeglichen werden sollten. Wo sich diese Vorstellung nicht verwirklichen ließ – und das war bei den meisten der Fall – trat die Jüdische Gemeinde an die Stelle einer großen "Mischpoke".

Eva Nickel und Helga - frühe Erfahrungen

Als die DDR 1949 gegründet wurde, war Eva Nickel ein Jahr alt. Sie wurde 1948 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin-Wedding, im Westteil der Stadt, geboren. Ihre Mutter hatte die NS-Zeit im Untergrund überlebt. Ihre beiden kleinen Töchter, Evas Halbschwestern, wurden in Auschwitz ermordet. Nach der Befreiung heiratete die Mutter den Sohn einer ihrer Retterinnen, Evas Vater. „Von klein auf ging ich in die Jüdische Gemeinde. Das war vor allem meinem nichtjüdischen Vater wichtig, meiner Mutter aber auch. Er wollte mich zur ‚politischen Jüdin’ erziehen, weil meine Schwestern Ruthchen und Gitti 1944 in Auschwitz ermordet worden waren. Ich wurde für sie geboren, ich hatte eine Nachfolge, einen Kampf anzutreten.“ Evas Familie wohnte nicht weit weg von der Synagoge in der Rykestraße, wohin die Familie zu den Feiertagen ging: „Ich erinnere mich, dass die Synagoge oft voll war, dass viele Kinder kamen, insbesondere zu Simchas Tauroh.“ Aber: „Von Jahr zu Jahr, bis 1961, leerte sich die Synagoge immer mehr, weil viele in den Westen gingen.“ Die Berliner Gemeinde war die größte in der ehemaligen DDR. 1953 spaltete sie sich, nur ein kleiner Teil der Mitglieder verblieb im Osten der Stadt. 1957 zählte sie ungefähr 1.000 Mitglieder, 1990 waren es nur noch 200. Auch in den anderen Jüdischen Gemeinden der DDR vollzog sich eine ähnliche Entwicklung. Infolge der antisemitischen Politik der SED Anfang der 1950er-Jahre flüchtete mindestens ein Viertel der Mitglieder in den Westen. Die Mitgliederzahl der acht Gemeinden sank aufgrund der Altersstruktur weiter kontinuierlich. 1946 lebten in der sowjetischen Besatzungszone circa 4.000 Mitglieder, zum Ende der DDR waren es keine 400 mehr.

Die Leipziger Gemeinde war einst die sechstgrößte in Deutschland. 1949, als Helga geboren wurde, zählte sie 349 Mitglieder, 1989 waren es nur noch 36. Helgas Familie überlebte die Nazizeit in Ratibor in Schlesien (heute Racibórz in Polen). Ihre Großmutter konvertierte zum Judentum, als sie heiratete.

Chanukkaleuchter von Helgas Großeltern - aus Ratibor nach Leipzig mitgenommen (© Privat)

Nach der Befreiung flüchtete die Familie nach Leipzig. „Ich war Mitglied der Gemeinde. Das war meiner Mutti wichtig. Wir gingen zu den Feiertagen in die Synagoge, aber auch mal zum Schabbes“, erinnert sich Helga. „Es war immer schön dort. Mich kannten alle von Geburt an. Ich war immer die Kleine. Wenn wir kamen, wurde ich immer abgeküsst, egal wie alt ich war.“ Die Gemeinde empfand sie als große Familie. Alle kannten sich, feierten zusammen die jüdischen Feiertage: „Als ich zwölf Jahre alt war, hatte ich meine Bat Mizwa. Ich wurde von Kantor Sander während des Gottesdienstes zur Einsegnung nach vorn gerufen. Ich erinnere mich, dass ich auch etwas auf Hebräisch vorlas, was jemand vorher mit mir einstudiert hatte. Von der Gemeinde bekam ich damals ein Gebetbuch geschenkt.“ Bar Mizwas, Hochzeiten oder Beschneidungen waren äußerst seltene Ereignisse in den Gemeinden. Dass ein Mädchen Bat Mizwa wurde, war alles andere als selbstverständlich: „Ich hätte gern eine gewollt. Aber das war damals noch nicht üblich.“, erzählt Eva Nickel. Sie besuchte als Kind den Religionsunterricht von Rabbiner Riesenburger (1896-1965). Nach dem Tod von Riesenburger und Sander waren es meist Gemeindemitglieder, die die religiöse Unterweisung der Kinder und deren Vorbereitung auf die Bar und Bat Mizwa übernahmen.

In der Schule erzählte Helga nichts von ihrer jüdischen Herkunft. Dennoch wurde sie eines Tages von einem Jungen attackiert: „Er beschimpfte mich: ‚Du siehst aus wie eine Jüdin!’ Ich erzählte davon zu Hause, und meine Mutti wandte sich an die Jüdische Gemeinde: ‚Ich bin als Kind bespuckt und geschlagen worden und meiner Tochter passiert das auch. Das gibt es doch nicht!’ Ein Vorstandsmitglied, ein Freund meiner Großeltern, ging zum Oberbürgermeister und redete Tacheles. Dann kam der Vorsitzende in die Schule. Das war die Geschichte, eine dunkle Geschichte. Hinterher passierte gar nichts. Absolute Ruhe. Auch meine Lehrerin sagte nichts. Ich wurde nie wieder belästigt.“ Der Vorfall wurde jedoch von einer Zeitschrift aufgegriffen. Im Juni 1962 erschien in der „Freien Welt“ ein Beitrag mit der Überschrift „Ein Kind wie tausend andere“. Dort wird ausgeführt, dass es an der 34. Oberschule in Leipzig, die Helga besuchte, zwar jüdische Kinder gäbe, dass aber niemand sie kenne, weil das keine Rolle spiele – als wenn nichts passiert wäre! Die Familie des jüdischen Jungen Peter, der mit seiner Familie in einer Kleinstadt in Westdeutschland lebe, müsse dagegen die Heimat zum zweiten Mal verlassen, um dem dort erlebten Antisemitismus zu entkommen. Diese Gegenüberstellung entsprach dem Selbstverständnis der DDR als antifaschistischer Staat, in dem es offiziell keinen Antisemitismus gab: „Es mag auch unter uns noch einzelne Menschen geben, in deren Köpfen Überreste der faschistischen Rassetheorie spuken. Aber der Antisemitismus als Erscheinung des öffentlichen Lebens ist tot“, heißt es weiter in dem Artikel, der in der Schlussfolgerung gipfelt, dass die Abwesenheit von Antisemitismus den Anspruch der DDR rechtfertige, „die Zukunft der gesamten deutschen Nation zu bestimmen.“

Auch Eva Nickel erinnert sich an einen antisemitischen Vorfall während ihrer Ausbildung zur Gewandschneiderin: „Dann begann im Juni 1967 der Sechstagekrieg in Israel. In einer Mitarbeiterversammlung mit der üblichen Politschulung informierte man uns alle über die Lage der kriegerischen Auseinandersetzungen aus DDR-Sicht. In der Diskussion wurde geurteilt: ‚Die sind schlimmer als die Nazis!‘ Ich war wütend und überlegte, was ich tun könnte. Ich dachte, du musst jetzt etwas sagen, du kannst dir das nicht gefallen lassen! Klopfenden Herzens meldete ich mich und erzählte von meiner Tante, die in Israel lebte. Dass sie vor den Nazis aus Berlin geflohen war und dass es nicht anginge, sie als Nazi zu bezeichnen. Und dass ich nicht der Meinung bin, dass die Israelis Nazis seien. Ich fand mich enorm mutig und war mir der Konsequenzen nicht bewusst.“

Daraufhin wurde Eva zu einer Aussprache mit der FDJ- und Parteileitung einbestellt. Dort wies sie auf ihre Familiengeschichte hin und auch darauf, dass im Kreis der Kolleginnen bisweilen antisemitische Sprüche fielen. Bis dahin hatte Eva sich nicht getraut, auf diese Bemerkungen zu reagieren. Ihre Kolleginnen leugneten alles und mobbten Eva nach diesem Vorfall. Helga und Eva erzählen beide recht ausführlich von ihren antisemitischen Erlebnissen und wie sie (beziehungsweise. Helgas Mutter) sich dagegen wehrten. Nicht alle unsere Gesprächspartnerinnen berichten von solchen Erfahrungen. Antisemitismus wurde von ihnen auf sehr unterschiedliche Art und Weise wahrgenommen und bewertet. Gleichwohl verschwiegen die meisten von ihnen ihr Judentum in der Öffentlichkeit, in der Schule oder auf der Arbeit, möglicherweise, weil die Angst vor Antisemitismus, explizit oder implizit vermittelt durch die Familie, durchaus präsent war.

Berufstätigkeit und Gemeindealltag

Sowohl Eva als auch Helga waren – in der DDR selbstverständlich – berufstätig. Nach ihrer Ausbildung zur Gewandschneiderin und zum Wirtschaftskaufmann studierte Eva Ökonompädagogik und war zwanzig Jahre in der Ausbildung von Lehrlingen tätig. Helga lernte einen Beruf, heiratete und wurde Mutter von drei Söhnen. Lange Jahre pflegte sie ihre kranke Mutter: „Heute frage ich mich, wie ich das überhaupt schaffte.“ Die Familie fühlte sich der Jüdischen Gemeinde sehr verbunden, aber der Alltag ließ wenig Zeit für das Gemeindeleben: „Als ich verheiratet war, Kinder hatte und in Schichten arbeitete, schaffte ich es nicht mehr, regelmäßig zu den Gottesdiensten zu gehen. Immer, wenn ich in die Shul [Synagoge] kam, fragte Aron Adlerstein mich: ‚Helga, wo warst Du? Wo waren die Kinder?‘ Wir sind alle in die Gemeinde gekommen, die ganze Familie. Mein Mann, der nicht jüdisch ist, machte viel für die Gemeinde, reparierte zum Beispiel mit den beiden älteren Söhnen die Friedhofsmauer. Es war damals schwierig, Handwerker zu bekommen und mein Mann war immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wurde.“ Es ist durchaus bemerkenswert, dass es für Helgas nichtjüdischen Mann selbstverständlich war, sich in der Gemeinde zu engagieren. Häufig hatten die nichtjüdischen Partner:innen kaum Bezug zur Gemeinde, kamen lediglich als Begleitung zu Veranstaltungen und Gottesdiensten und zeigten darüber hinaus wenig Interesse am Judentum.

Auch Eva blieb der Gemeinde als Erwachsene eng verbunden. In den Siebzigerjahren wurde sie vom Gemeindevorsitzenden gefragt, ob sie die Kindergruppe weiter aufbauen würde. „Ich übernahm das gern. Ich erinnere mich, dass der Vertreter des Vorstands, der für die Jugendarbeit zuständig war, mir immer sagte: ‚Mach keine Pioniergruppe daraus!‘ Das hatte ich natürlich gar nicht vor. Wir beschäftigten uns mit jüdischen Themen und nicht mit dem ‚Aufbau des Sozialismus‘!“

Glückwunschkarte aus der Jüdischen Gemeinde Berlin (Ost); Berlin ca. 1980-1989; Jüdisches Museum Berlin, Inv. Nr. 2020/91/14, Schenkung von Eva Nickel (© Jüdisches Museum Berlin, Inv. Nr. 2020/91/14, Schenkung von Eva Nickel)

Eva lag die Arbeit mit den Kindern sehr am Herzen. Sie erzählt ausführlich über die Treffen, bei denen sie gemeinsam mit den Kindern bastelte, Feiertagsgerichte zubereitete, ihnen Märchen vorlas.

Oft musste sie improvisieren, denn es gab keinen Lehrplan und keine pädagogischen Materialien. „Wir bastelten auch gemeinsam Glückwunschkarten zu Rausch Haschonoh, Pessach oder Chanukka. Es gab damals nur in der Gemeinde und nur limitiert solche Karten zu kaufen. Ich besorgte Briefkarten und Umschläge, Gold- und Buntpapier, und wir bastelten jüdische Motive. Die Kinder brachten auch Karten mit, die sie zu Feiertagen von Verwandten erhalten hatten, schnitten die Motive aus und klebten sie auf eine Karte.“

Die meisten Kinder hatten nur wenig jüdisches Wissen zu Hause mitbekommen: „Mir ging es darum, die Mädchen und Jungen für das Judentum zu begeistern“, erinnert sich Eva: „Ich hatte zwar eine pädagogische Ausbildung, die Arbeit mit der Kindergruppe war aber Learning by Doing. Die Bedürfnisse der verschiedenen Altersgruppen zusammenzubringen – die Kinder waren zwischen acht und dreizehn Jahren alt – war eine Herausforderung. Ich mochte diese Arbeit sehr und die Kinder kamen gern zu mir. Einige gingen, als sie älter waren, zur Jugendgruppe.“ Als sie sich um ihre kranke Mutter kümmern musste, die 1987 starb, schaffte sie es nicht mehr, die Kindergruppe zu betreuen: „Sie war durch ihre Erlebnisse in der NS-Zeit traumatisiert. Es nahm mich sehr mit, sie beim Sterben zu begleiten, weshalb ich nicht mehr zusätzlich zu meiner Tätigkeit mit der Kindergruppe arbeiten konnte.“

Auch Helga kümmerte sich über längere Zeit um ihre schwer erkrankte Mutter: „Meine Mutti starb 1984 mit 54 Jahren. Das ist doch kein Alter! Ihre Krankheit war eine Auswirkung der Nazizeit.“ Eva beschreibt ihr Verhältnis zur DDR als ambivalent: „Die Gemeinde war für mich eine Nische. Erst später begriff ich, dass ich auch dort vorsichtig sein musste, weil es sehr viele IMs [inoffzielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit] gab. Nach der Wende verlor Eva ihre Arbeit: „Ich fing an, als Sozialarbeiterin bei der Jüdischen Gemeinde zu arbeiten und blieb dort bis zur Rente. Ich holte so viel nach! Die Kontakte, die ich durch die Gemeinde knüpfen konnte, waren eine unheimliche Bereicherung. Mein Wissen über jüdische Traditionen wuchs enorm. Ich engagiere mich bis heute in vielen jüdischen Organisationen wie den Child Survivors, Bet Debora, der Raoul Wallenberg Loge, der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Mir wurde viel geboten und ich griff zu.“

Helga erzählt, dass sie die DDR nicht vermisst. Sie schätzte den Vorsitzenden der Leipziger Gemeinde, Eugen Gollomb (1917-1988) sehr, weil er, wie sie sagt, nie ein Blatt vor den Mund nahm, sich nicht von den Stasi-Leuten, die in die Synagoge kamen, beeindrucken ließ. Nach 1989 änderte sich das jüdische Leben in Leipzig. Durch die Zuwanderung von Jüdinnen und Juden aus der ehemaligen Sowjetunion wuchs die winzige jüdische Gemeinde. Sie umfasst inzwischen mehr als 1.000 Mitglieder. „Die Wende war das Ende der Jüdischen Gemeinde, wie wir sie kannten. Dort ist alles jetzt ganz anders (…) Wir gehen nicht mehr in die Gemeinde, weil es nicht mehr so ist, wie es einmal war. Von uns Deutschen ist niemand mehr dort. Eine Freundin sagte mir, sie fühle sich dort wie eine Fremde. Dort ist jetzt alles sehr orthodox. Die Synagoge wurde renoviert und dort, wo die Frauen sitzen, ein Vorhang gezogen. Mir gefällt das nicht. Ich gehe nicht mehr hin, weil ich damit nicht klarkomme. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl gibt es nicht mehr. Es hat sich viel geändert. Heute ist alles sehr unpersönlich.“ Sowohl für Eva als auch für Helga bedeutete die „Wende“ einen großen Einschnitt – wie für viele Ostdeutsche. Während Eva in Berlin eine neue jüdische Welt entdeckte, zog sich Helga aus der Leipziger Gemeinde zurück, weil sie das Gefühl hatte, dort keinen Platz mehr zu haben. Diesen beiden Tendenzen, Engagement und Rückzug begegneten wir immer wieder in unseren Gesprächen: Während die einen die Chancen nutzen, die sich ihnen in der größer gewordenen jüdischen Gemeinschaft bieten, fühlen sich andere in den Gemeinden nicht mehr zuhause oder sogar abgelehnt.

Marion Kahnemann – Gemeinde als Familienersatz

Marion Kahnemann kann als Beispiel dafür gelten, dass die abwesende jüdische Familie, vor allem die Leerstelle „jüdische Mutter“, durch die jüdische Gemeinschaft, die Marion in der Dresdner Gemeinde fand, ersetzt wurde. Marion, 1960 in Dresden geboren, war erst 16 Jahre alt, als ihr Vater, den die Nationalsozialisten in die Emigration nach Bolivien gezwungen hatten, starb. Das Verhältnis der Eltern untereinander beschreibt sie als spannungsgeladen. Auch sie selbst versteht sich mit ihrer Mutter schlecht. Nach dem Tod des Vaters sucht sie als junges Mädchen den Weg in die Gemeinde und erfährt eine freundliche Aufnahme. Insbesondere ein älteres Gemeindemitglied, die Überlebende Johanna Krause, die verwitwet und kinderlos ist, wird für Marion zum Vorbild und zu einer engen Bezugsperson.

Plastik 'Henriette' von Marion Kahnemann, ca. 1985 (© Marion Kahnemann)

Marion erzählt: „Besonders viel habe ich mich mit Johanna Krause unterhalten. Wir haben sehr viel miteinander geredet. Sie war in diesem Kreis die wichtigste für mich.“ Die Gemeinde, vordergründig eine religiöse Institution, wird für sie zu einem Ort, an dem sie Familiarität, Zusammengehörigkeit und den Austausch ähnlicher Lebensgeschichten erfährt. Gemeinsame Seder-Abende, von Lewandowski-Melodien gerahmte Gottesdienste, Chanukka-Bälle oder Purim-Feiern markieren in der Erinnerung die Höhepunkte dieser „erweiterten Familienfeste“. Das schließt nicht aus, dass Marion weiteren Austausch, insbesondere mit Gleichaltrigen sucht. So wendet sie sich an die in Berlin existierende Jugendgruppe der Gemeinde und bittet darum, über Zusammenkünfte informiert zu werden, an denen sie teilnehmen kann. Begierig nimmt sie Gelegenheiten wahr, Vorträge über das Judentum zu hören, mit Gleichgesinnten aus der Gemeinde bei einem Oberlandeskirchenrat im Ruhestand Hebräisch zu lernen und alle Literatur zu jüdischen Themen, die ihr in die Hände fällt, zu verschlingen.

Das jüdische Kinderferienlager

Engagiert wie sie ist und in Ermangelung anderer Helferinnen und Helfer, wird ihr die Betreuung von circa 20 Kindern aus der ganzen Republik im jüdischen Sommerferienlager in Glowe auf der Insel Rügen übertragen. „Vor der Wende, das muss in meinem ersten Studienjahr gewesen sein, hatten sie mich in der Gemeinde gefragt, sie hatten ja nicht so viele Leute, die das hätten übernehmen können, ob ich nicht als Helferin mit nach Glowe fahren will. Ich war sehr jung. Ich meine, 21. Ich habe zugesagt, denn die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat mich interessiert.“ Das vom Verband der Jüdischen Gemeinden in der DDR angebotene Ferienlager unterschied sich von den Betriebs- und Pionierlagern – etliche davon gab es auch in dem ehemaligen Fischerdorf Glowe – allein durch seine geringe Teilnehmer:innenzahl. Während die staatlichen Ferienlager von Hunderten Pionier:innen besucht wurden, konnte das Verbandslager, vergleichbar den Zusammenkünften in der Jüdischen Gemeinde, als erweitertes Familientreffen gelten.

Die „sozialistische Erziehung“, für die formelle staatliche und gesellschaftliche Institutionen wie Schule, Medien und gesellschaftliche Organisationen Verantwortung trugen und die dementsprechend in den Betriebs- und Pionierlagern das Ferienprogramm strukturierten, spielte im jüdischen Ferienlager so gut wie keine Rolle. Die sozialistische Ideologie wurde jedoch auch nicht durch den Anspruch ersetzt, den Kindern eine jüdische Bildung angedeihen zu lassen. Dazu waren weder Marion, die Bildhauerei an der Dresdner Kunsthochschule studiert hatte, noch alle anderen, die als Leiterinnen und Leiter, als Betreuerinnen und Betreuer nach Glowe fuhren, befähigt oder pädagogisch vorgebildet. Ähnlich einem Familienurlaub, der eine Auszeit vom stressigen Alltag bedeutet und von den Eltern nicht unter pädagogischen Prämissen und Lernzielen geplant wird, wurde auch die Zeit in Glowe als zwanglose Ferienzeit gestaltet. Es ist dieses Zwanglose, Kleine und Familiäre, das einen bleibenden Eindruck bei allen Teilnehmenden hinterlassen hat und worüber Marion als junge Frau in der DDR berichtet: „Dadurch, dass unser Ferienlager so klein war, war’s viel freier. Das war wirklich diese Freiheit, und dass man unter sich war. Mehr war das eigentlich nicht. Es war einfach unideologisch und freier.“

Neuorientierung nach dem Ende der DDR

Mit dem Ende der DDR hieß es auch für die ostdeutschen Jüdinnen, sich neu zu orientieren. Diese Neuorientierung bezog sich ebenso auf das Judentum und die Gemeinden. Vormals familiäre Zusammenkünfte im kleinen Kreis wuchsen nach der Einwanderung der russischsprachigen Jüdinnen und Juden zu einer Veranstaltungsgröße mit mehreren Dutzenden Teilnehmenden. Marion ergreift verschiedene Gelegenheiten ihren Wissensdurst zu stillen und verbringt ein Jahr in Stockholm, um an der akademischen Einrichtung Paideia jüdische Texte zu studieren. Die Umwälzungen im Zuge der Wiedervereinigung bringen jedoch nicht nur Gelegenheiten mit sich, sondern ebenso ökonomische Belastungen. Für manche stand die Existenzsicherung im Vordergrund und die Verbindung, die mit der Jüdischen Gemeinde bis dahin bestand, löste sich auf.

Marions Hoffnungen auf eine prosperierende, lebendige jüdische Gemeinschaft in Dresden erfüllten sich nicht. Der Anstrengung, die Neuankömmlinge zu integrieren, fiel die Bewahrung der mühsam aufrecht erhaltenen Traditionen während der DDR-Zeit zum Opfer. Und obwohl sich die Schicksalsstrukturen in Ost (DDR) und Ost (UdSSR) ähnelten, gelang es nicht, daraus eine gemeinsame Vision für jüdisches Leben, geschweige denn solidarische Entwürfe für weibliche jüdische Perspektiven zu entwickeln.

Andrea Tatjana Wigger – Suche nach Individualität und Zugehörigkeit

Die Biographie von Andrea Tatjana Wigger ist, anders als Marion Kahnemanns Leben, von vielen starken Frauen in der Familie geprägt. Ob sich daraus eine weibliche Perspektive konstruieren lässt, muss offenbleiben. Tatjanas Großmutter stammte aus Frankfurt am Main und überlebte die Zeit des Nationalsozialismus gemeinsam mit ihrer Mutter in Großbritannien, wohin sie mit einem Kindertransport flüchten konnte. In London lernt sie ihren späteren Mann kennen und gründet noch im Exil eine Familie. Schließlich kehrt das junge Ehepaar mit zwei kleinen Mädchen, eine davon Tatjanas Mutter, 1947 nach Deutschland zurück.

Der Großvater kommt bei einem Autounfall 1949 ums Leben und Tatjanas Großmutter wird mit nur 25 Jahren Witwe. Die Großmutter heiratet zwar ein zweites Mal, aber dieser Mann stirbt, da ist Tatjana noch ein Baby. Ihre Eltern wiederum lassen sich frühzeitig scheiden. Obwohl sie sich mit dem nichtjüdischen Stiefvater gut versteht, bleiben die Bezugspersonen in ihrer Familie eindeutig die Frauen. Sie selbst wird 2003 Mutter einer Tochter und versucht, dieser jüdische Traditionen nahe zu bringen.

Es ist ein bunter Mix aus einem selbstbewussten Judentum, das fest verankert ist in der turbulenten Familiengeschichte: „Wenn man schwanger ist, muss man sich die Gretchenfrage stellen: Wie hältst du’s mit der Religion? Ich habe meine Tochter Naomi genannt, und ich liebe Weihnachten. Ich muss das haben! Ich brauche auch diesen Baum, jedoch keine Engel! Die gab es nie in unserer Familie. Keine Engel, keine Weihnachtsmänner, keine Rute und auch keine Weihnachtslieder. Wir haben auch eine Glocke, die ist von Deutschland nach England und von England wieder zurück nach Deutschland gewandert, und die klingelt nur einmal im Jahr am 24. Dezember um Fünf zur Bescherung.

Ich feiere auch Schabbat und ich zünde gern die Chanukkia an. Ich lese die Geschichten, die zu den jüdischen Feiertagen gehören. Meine Tochter wurde Bat Mizwa und ab und zu gehen wir in die Synagoge.“ Naomis Besuch des Jüdischen Gymnasiums oder der Sommerferienlager der Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland (ZWST) stehen nicht im Widerspruch zum Tannenbaum an Weihnachten. Diese sehr individualisierte Form des Judentums, die sich dadurch auszeichnet, aus disparaten Versatzstücken neu zusammengesetzt zu sein, erzählt von der Auseinandersetzung mit einer jüdischen Familiengeschichte und dem Aufwachsen im Osten Deutschlands. Die Erfahrung von Verfolgung und Exil mischen sich bei Tatjanas Großeltern mit dem unbedingten Glauben an den sozialistischen Wiederaufbau und führen zu dem Wunsch, nach Ostdeutschland zurückzukehren, um an diesem Wiederaufbau mitzuwirken.

Tatjana wiederum beginnt während der Adoleszenz eine Suche nach Sinn und Verbindung, Individualität und Dazugehörigkeit. Diese Suche drückt sich vor allem in der Sehnsucht nach äußerlicher Unverwechselbarkeit aus, unverwechselbar zu anderen DDR-Jugendlichen. Das große Vorbild war die junge Frau im Westen: „Trugen die Frauen in Paris im Sommer Stiefel zu ihren ärmellosen Kleidern, dann konnte auch dieser Modetrend ebenso wenig wie der Wunsch nach Jeans am Eisernen Vorhang gestoppt werden.“ Tatjana bildet hier keine Ausnahme: „Ich wollte gerne Levis-Jeans haben und fand, dass es das Grundrecht eines Menschen ist, vernünftig sitzende Jeans zu haben. Ich wollte mich gerne individuell anziehen (…).“ In ihrem Buch „Frauen in der DDR“ beschreibt Anna Kaminsky den Einfallsreichtum, um in einer von Planwirtschaft geleiteten Wirtschaftsordnung Individualität zu behaupten: „Die schwierige Versorgungssituation bescherte Frauen aller Generationen in der SBZ und der DDR eine generationsübergreifende gemeinsame Erfahrung: Sie mussten zu allen Zeiten improvisieren und erwiesen sich als Meisterinnen darin, aus den verfügbaren Materialien das Beste zu machen: ‚Einfallsreichtum ist auch bei der Herstellung von Modeschmuck Trumpf. Eine Berlinerin kreiert aus Schals, Geschirrtüchern und Servietten originelle Hüte und Kappen, aus Schuhschnallen Ohrclips und aus Muscheln und Vogelbeeren Ketten.‘“

Darüber hinaus spiegelt sich Tatjanas Sehnsucht nach Unverwechselbarkeit in ihrer Studienwahl. Sie versucht, der empfundenen Enge der DDR mit Hilfe eines Sprachstudiums zu entkommen. Schließlich fällt die Mauer und alle Pläne müssen neu justiert werden. Heute arbeitet Tatjana als Lehrerin am Jüdischen Gymnasium Moses Mendelssohn in Berlin und hat auch in der Fächerwahl das Judentum zu einem Bestandteil ihrer Identität gemacht. Sie unterrichtet Hebräisch und Darstellendes Spiel.

Fazit

Ausgangsmaterial der hier vorgestellten vier Biographien sind die in unserem Interviewband „Jung und jüdisch in der DDR“ zusammengetragenen Erinnerungen, in denen die Gesprächspartnerinnen Auskunft darüber geben, was ihnen wichtig schien, was sie bewegte oder auch, was sie verletzte. Allein der Topos „Erinnerungen“ verweist darauf, dass es nicht unser Interesse war, historisch verbürgte Ereignisse nachzuerzählen und in Form einer Oral History „beglaubigen“ zu lassen. Unser Erkenntnisinteresse wurde eher von dem Wunsch geleitet, zu erkunden, welchen Niederschlag Geschichte in persönlichen Reflexionen gefunden hat.

So gibt eine Gesprächspartnerin zu Protokoll: „Ich bin mir hinsichtlich meiner Erinnerungen nicht sicher, inwieweit diese der Realität entsprechen und was ich im Laufe der Zeit ergänzt habe. Aber mir war schon als Kind bewusst, dass die Familiengeschichte besonders war, geheim.“ Damit wird auch deutlich, dass Erinnerungen nicht als verlässliche Quellen zitiert werden. Vielmehr lesen wir sie als Erfahrungssedimente, die die Verarbeitung von Erlebtem und Empfundenem immer wieder aufs Neue spiegeln und bei Befragung an die Oberfläche gelangen.

Die Geschichte jüdischer Frauen in der DDR gelangte bisher zu wenig an die Oberfläche. Jüdische Frauen fanden in den Publikationen weniger Beachtung, da sie nur selten (offizielle) Spitzenfunktionen in den Gemeinden innehatten und nicht als Teil der intellektuellen Elite der DDR publiziert und wahrgenommen wurden. Die in diesem Beitrag vorgestellten vier Beispiele geben vor allem die Alltagserfahrungen in der DDR wieder und zeigen die Lebens- und Gefühlswelten der porträtierten Frauen. Die eingangs erwähnten Klischees von „der DDR-Frau“ und „der Jüdin“ finden wenig Widerhall in den individuellen Erzählungen, die sich zu einem vielschichtigen Bild zusammenfügen, das diese stereotypen Vorstellungen infrage stellt.

Die historischen Aufzeichnungen, in denen die Frauen und ihre Perspektive fehlen, wie Marion Kaplan in dem eingangs zitierten Kommentar schreibt, müssen durch erinnerte (Alltags-)Geschichte ergänzt und korrigiert werden. Nur auf diese Weise können sie Geschichte werden, kann die Geschichte angemessen erzählt und letzten Endes zitiert und weitergegeben werden.

Zitierweise: "Eine weibliche Perspektive auf jüdische Kindheit und Jugend in der DDR“, Sandra Anusiewicz-Baer/Lara Dämmig, in: Deutschland Archiv, 5.7.2022, Link: www.bpb.de/510151.

Quellen / Literatur

Tina Frühau: „Dystopia: Music, Mobility, and the Jewish Community in Germany, 1945 -1989”, New York 2021.
Günther B. Ginzel: „Der Anfang nach dem Ende“ – Jüdisches Leben in Deutschland 1945 bis heute, Düsseldorf 1996.
Helga Gotschlich/Horst Dähn (Hg.): „Führe uns nicht in Versuchung“ – Jugend im Spannungsfeld von Staat und Kirche in der SBZ/DDR 1945 bis 1989, Berlin 1989.
Mario Keßler: „Die SED und die Juden“ – zwischen Repression und Toleranz. Politische Entwicklungen bis 1967, Berlin 1995.
Lothar Mertens: „Davidstern unter Hammer und Zirkel. Die Jüdischen Gemeinden in der SBZ/DDR und ihre Behandlung durch Partei und Staat 1945 -1990“, Hildesheim 1997.
Hendrik Niether: „Leipziger Juden und die DDR. Eine Existenzerfahrung im Kalten Krieg“, Göttingen 2015.
Ulrike Offenberg: „Seid vorsichtig gegen die Machthaber“ – Die jüdischen Gemeinden in der DDR 1945 bis 1990“, Berlin 1998.
Robin Ostow: „Jüdisches Leben in der DDR”, Frankfurt am Main 1988.
Robin Ostow: „Jews in Contemporary East Germany” – The Children of Moses in the Land of Marx, London 1989.
Robin Ostow: „Juden aus der DDR und die deutsche Wiedervereinigung. Elf Gespräche“, Berlin 1996.
David Ranan: „Die Schatten der Vergangenheit sind noch lang“. Junge Juden über ihr Leben in Deutschland, Berlin 2014.
Richard Chaim Schneider: „Wir sind da! Die Geschichte der Juden in Deutschland von 1945 bis heute“, München 2000.
Axel Seitz: „Geduldet und Vergessen. Die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg zwischen 1948 und 1990“, Bremen 2001.
Matthias Springborn: „Jüdische Kinder- und Jugendbildung in Deutschland seit 1945. Schulungskontexte und Wissensbestände im Wandel, Berlin 2021.
Yale Strom: „A Tree Still Stands” – Jewish Youth in Eastern Europe Today, New York 1990.
Vincent von Wroblewsky: „Zwischen Thora und Trabant. Juden in der DDR“, Berlin 1993.
Michael Wolffsohn: „Die Deutschland Akte. Juden und Deutsche in Ost und West. Tatsachen und Legenden“ München 1995.
Moshe Zuckermann (Hg.): „Zwischen Politik und Kultur. Juden in der DDR“, Göttingen, 2002.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Marion A. Kaplan, Jüdisches Bürgertum. Frau, Familie und Identität im Kaiserreich, Hamburg 1997, S. 8.

  2. Georges Duby/Michelle Perrot, Vorwort. Eine Geschichte der Frauen schreiben, in: Françoise Thébaud (Hrsg.), Geschichte der Frauen. 20. Jahrhundert, Frankfurt/M.– Wien 1995, S. 9 f., hier S. 9.

  3. Kaplan, Jüdisches Bürgertum (Anm. 1), S. 10.

  4. Die meisten Bücher, auch die Interviewbände, untersuchten die Verstrickungen und Beziehungen zwischen Jüdinnen und Juden in der DDR und deren Verhältnis zu Politik bzw. den Partei- und Staatsorganen. Siehe Literaturliste.

  5. https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/juedischesleben/328249/leben-in-der-sowjetischen-besatzungszone-und-der-ddr, letzter Zugriff am 10.04.2022.

  6. Zu den offiziellen Zahlen: Erica Burgauer, Zwischen Erinnerung und Verdrängung – Juden in Deutschland nach 1945, Reinbek 1993, S. 359. Die Zahl der Jüdinnen und Juden, die in der ehemaligen DDR lebten und nicht Gemeindemitglieder waren, kann nur geschätzt werden. Sie liegt weitaus höher als die Zahl der offiziell registrierten Mitglieder.

  7. Anna Kaminsky, Frauen in der DDR, Berlin 2020, S. 179.

  8. Vgl. „Meine Mutti ist Abteilungsleiter“ in Kaminsky, Frauen in der DDR (Anm. 7) S. 132.

  9. Vgl. Ebenda, S. 203.

  10. Ebenda, S. 153. Das Durchschnittsalter fürs erste Kind lag bei 22 bis 23 Jahren. Vgl. ebenda, S. 170.

  11. Ehen zwischen Frau und Frau waren nicht erlaubt. Vgl. die Aussage, dass „die DDR in vielerlei Hinsicht homophob.“ war: https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/265466/schwule-und-lesben-in-der-ddr, letzter Zugriff am 26.01.2022.

  12. Rivka, in: Sandra Anusiewicz-Baer/Lara Dämmig, Jung und jüdisch in der DDR, Berlin/Leipzig 2021, S. 97.

  13. Helga wollte nur mit Vornamen genannt werden. Vgl. ebenda, S. 52-59.

  14. Ebenda, S. 36.

  15. Fest der Torafreude, jüdischer Feiertag, hier aschkenasische Schreibweise. Zitat aus: Anusiewicz-Baer/Dämmig, Jung und jüdisch in der DDR (Anm. 12), S. 37 f.

  16. Ebenda, S. 38.

  17. Ulrike Offenberg: „Seid vorsichtig gegen die Machthaber“: Die jüdischen Gemeinden in der SBZ und der DDR 1945 bis 1990, Berlin 1998, S. 326.

  18. Ebenda, S. 90.

  19. https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/juedischesleben/328249/leben-in-der-sowjetischen-besatzungszone-und-der-ddr, letzter Zugriff am 22.02.2022.

  20. Offenberg, „Seid vorsichtig gegen die Machthaber“ (Anm. 17), S. 326.

  21. Anusiewicz-Baer/Dämmig, Jung und jüdisch in der DDR (Anm. 12), S. 52.

  22. Oberkantor Werner Sander (1902-1972), Kantor, später Oberkantor der Leipziger und Dresdner Gemeinde.

  23. Anusiewicz-Baer/Dämmig, Jung und jüdisch in der DDR (Anm. 12), S. 56.

  24. Ebenda, S. 38.

  25. Ebenda, S. 54.

  26. Freie Welt, Heft 24 (1962), S. 12f (DDR-Zeitschrift, hrsg. von der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft, erschien 1954-1991).

  27. Freie Welt, S. 13.

  28. Anusiewicz-Baer/Dämmig, Jung und jüdisch in der DDR (Anm. 12), S. 40.

  29. Ebenda, S. 52.

  30. Aron Adlerstein (1913-2000), Überlebender der Shoah, von 1988 bis zu seinem Tod Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig.

  31. Anusiewicz-Baer/Dämmig, Jung und jüdisch in der DDR (Anm. 12), S. 56.

  32. Aschkenasische Schreibweise.

  33. Jüdische Feiertage.

  34. Anusiewicz-Baer/Dämmig, Jung und jüdisch in der DDR (Anm. 12), S. 34.

  35. Ebenda, S. 35.

  36. Ebenda, S. 35.

  37. Ebenda, S. 52.

  38. Ebenda, S. 41.

  39. Ebenda, S. 41.

  40. Vgl. ebenda, S. 56.

  41. https://zwst.org/sites/default/files/2021-08/ZWST-Mitgliederstatistik-2020-Langversion-RZ.pdf, S. 51, letzter Zugriff am 22.02.2022.

  42. Anusiewicz-Baer/Dämmig, Jung und jüdisch in der DDR (Anm. 12), S. 59.

  43. Siehe Johanna Krause, Zweimal verfolgt. Eine Dresdner Jüdin erzählt. Aufgezeichnet von Carolyn Gammon und Christiane Hemker, Berlin ²2011. Auf den Seiten 82 f. berichtet Johanna Krause von ihrer Zwangsabtreibung und Sterilisation.

  44. Anusiewicz-Baer/Dämmig, Jung und jüdisch in der DDR (Anm. 12), S. 70.

  45. (Hebräisch: „Ordnung") zeremonielles Abendessen im Kreis der Familie am ersten Abend von Pessach, bei dem an den Auszug aus Ägypten erinnert wird.

  46. Ebenda, S. 75.

  47. Vgl. dazu Sarina Keiser, Die Familie als Faktor der politischen Sozialisation in der DDR Ende der 80er Jahre, in: Werner Hennig/Walter Friedrich (Hrsg.), Jugend in der DDR. Daten und Ergebnisse der Jugendforschung vor der Wende, Weinheim 1991, S. 39-50, hier S. 39.

  48. Anusiewicz-Baer/Dämmig, Jung und jüdisch in der DDR (Anm. 12), S. 78.

  49. Ebenda, S. 201.

  50. Kaminsky, Frauen in der DDR (Anm. 7), S. 202.

  51. Anusiewicz-Baer/Dämmig, Jung und jüdisch in der DDR (Anm. 12), S. 200.

  52. Kaminsky, (Anm. 7),S. 197.

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Weitere Inhalte

studierte Erziehungswissenschaften, Judaistik und Islamwissenschaften in Berlin und Haifa sowie Kulturmanagement in Hamburg. Seit 2013 leitet sie das Zacharias Frankel College, eine Ausbildungsstätte für konservative/Masorti Rabbinerinnen und Rabbiner an der Universität Potsdam. Ihre Dissertation mit dem Titel „Die Jüdische Oberschule in Berlin. Identität und Jüdische Schulbildung seit 1993“ erschien 2017 und wurde mit dem Humboldt-Preis ausgezeichnet. Sie ist in der Dresdner Jüdischen Gemeinde aufgewachsen. 2021 hat sie gemeinsam mit Lara Dämmig den Band „Jung und Jüdisch in der DDR“ herausgegeben.

studierte Bibliothekswissenschaft und Management von Kultur- und Non-Profit-Organisationen und arbeitet für mehrere jüdische Organisation in Berlin. 1998 war sie Mitbegründerin von Bet Debora, einem europäischen Netzwerk jüdischer Frauen. Von ihr sind folgende Bücher erschienen: „Jüdisches Leben im Grünen“ (gemeinsam mit Judith Kessler) und „Jüdisches Leben in Pankow“. 2021 hat sie gemeinsam mit Sandra Anusiewicz-Baer den Band „Jung und Jüdisch in der DDR“ herausgegeben. Lara Dämmig war Mitglied der Ostberliner Jüdischen Gemeinde.