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Margot Friedländer: „Ich spreche für die, die nicht mehr sprechen können.“

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! 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Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. 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Margot Friedländer: „Ich spreche für die, die nicht mehr sprechen können.“ Engagement gegen das Vergessen

Margot Friedländer Barbara Witting Sharon Adler

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Um diese Mission, den Dialog mit jungen Menschen, zu erfüllen, hat Margot Friedländer seit ihrer Rückkehr nach Berlin an zahlreichen Zeitzeug:innengesprächen teilgenommen. Unermüdlich sprach sie im Fernsehen, im Radio und 2022 anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar im EU-Parlament. Vor allem aber ging sie regelmäßig in Schulen und Gedenkstätten – um von „Damals“ zu erzählen und der jungen Generation von heute von der schrittweisen Ausgrenzung, der Vertreibung vor aller Augen und der systematischen Ermordung zu berichten, „damit das nie wieder geschieht!“

Margot Friedländer in ihrer Wohnung in einer Senior:innenresidenz in Berlin. Hier lebt sie mit ihren Auszeichnungen, und mit den Erinnerungen und Ordnern voller Briefe von Menschen aus der ganzen Welt, die sich bei ihr bedanken. Und mit der Bernsteinkette und dem Notizbuch, das ihre Mutter ihr am Tag der Deportation hinterließ. (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2022)

Margot Friedländer musste als junge Frau erleben, wie die NS-Maßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung den Überlebensraum immer mehr eingrenzten und die Möglichkeiten zur Flucht täglich immer aussichtsloser machten. Sie überlebte den NS-Terror im Versteck und wanderte nach der Befreiung am 8. Mai 1945 im Jahr 1946 gemeinsam mit ihrem Mann nach New York aus. Nach Deutschland wollten sie nie zurückkehren.

Als sie auf Einladung des Berliner Senats unter dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) im Jahr 2003 im Rahmen des „Emigrantenprogramms“ schließlich nach 57 Jahren doch wieder in ihre Geburtsstadt kommt, findet sie hier die Antworten auf die Fragen danach, warum sie am Leben geblieben ist. Beim Empfang im Roten Rathaus trifft sie Barbara Witting, die damalige Schulleiterin der Jüdischen Oberschule, in der Margot Bendheim Schülerin der Mittelschule gewesen war. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich bald eine innige Freundschaft, und zu Margot Friedländers 100. Geburtstag am 5. November 2021 verfasst die langjährige Vertraute schließlich den folgenden ganz persönlichen Glückwunsch für das Magazin jüdisches berlin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin – eine tief empfundene Würdigung.

Margot Friedländer wird 100 Jahre alt!

Im Mai 2003 begegnete ich Margot Friedländer, damals 81-jährig, das erste Mal. Sie war auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters im Rahmen des sogenannten „Emigrantenprogramms“ nach Berlin gekommen und wurde mit weiteren ehemaligen, von den Nazis aus ihrer Heimatstadt vertriebenen Berlinerinnen und Berlinern im Roten Rathaus empfangen.

Ich selbst war anwesend in meiner Funktion als Schulleiterin der Jüdischen Oberschule und Vertreterin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Ich erfuhr, dass Margot Friedländer in der Zeit des Nationalsozialismus vorübergehend Schülerin der Mittelschule gewesen war, der Vorgängerin der Jüdischen Oberschule und des heutigen Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn.

Ich lud sie ein, die Schule zu besuchen; bei der Führung durch das Schulgebäude erinnerte sie sich vage an einige Details wie den Musikraum und die Aula mit dem alten Steinway-Flügel. Im Verlauf der Woche gab es eine weitere Begegnung mit Margot Friedländer im Gemeindehaus in der Fasanenstraße, zu der die „Reisegruppe“ von der Jüdischen Gemeinde eingeladen worden war. Bei jedem unserer Treffen kamen wir uns näher, und Margot Friedländer erzählte mir ihr Schicksal.

Margot Friedländer wurde als Margot Bendheim 1921 in Berlin geboren. Ihre Kindheit beschreibt sie als zunächst glückliche, unbeschwerte Jahre. Nach der Scheidung ihrer Eltern versuchte ihre Mutter mehrmals, mit Margot und ihrem vier Jahre jüngeren Bruder Ralph aus Deutschland herauszukommen. Die Immigration in die USA wurde jedoch von den amerikanischen Behörden 1938 verweigert.

Für den 20. Januar 1943 plant die Familie die Flucht aus Deutschland. Ralph wird von der Gestapo verhaftet und die Mutter entscheidet sich, ihren Sohn zu begleiten, und stellt sich der Polizei. Margot hat an diesem Tag Nachtschicht in der Fabrik. Sie will zur Wohnung ihrer Mutter, sieht aber einen Fremden vor der Tür stehen und geht weiter hoch zu einer Nachbarin, die ihr von den Vorkommnissen berichtet. Bei ihr hat die Mutter ihre Handtasche mit einem Notizbuch und einer Bernsteinkette hinterlassen und eine mündliche Nachricht an ihre Tochter: „Versuche Dein Leben zu machen!“

Das Adressbuch von Auguste Bendheim, geborene Gross, der Mutter von Margot Friedländer. Hier hat sie Adressen von Konsulaten, sowie von Familienmitgliedern und Freunden gelistet, die sie als mögliche Kontakte für die Emigration notiert hat – ein Zeitzeugnis des verzweifelten Versuchs, aus Deutschland zu fliehen. Den „Gelben Stern“ musste Margot Friedländer ab 1941 tragen. (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2022)

Margot beschließt in den Untergrund zu gehen und findet immer wieder neue Verstecke. Sie versucht ihr Äußeres zu verändern, färbt sich die Haare rot, lässt sich die Nase operieren und trägt eine Kette mit Kreuz. Dennoch wird sie 1944 gefasst und ins KZ Theresienstadt deportiert. Margot Bendheim überlebt den Holocaust und heiratet noch in Theresienstadt Adolf Friedländer, den sie aus Berlin kennt. Gemeinsam wandern sie 1946 in die USA aus, nehmen die amerikanische Staatsangehörigkeit an und leben fortan in New York, fest verbunden durch das gemeinsame Schicksal, den Verlust ihrer jeweiligen Familien, die von den Nazis ermordet worden waren.

In New York arbeitet Margot in Textilgeschäften und Reisebüros, ihr Mann in leitender Position in einer großen jüdischen Kulturorganisation. Nach seinem Tod nimmt Margot an einem Kurs für Kreatives Schreiben teil und hält ihre Erinnerungen in englischer Sprache fest. Über diesen Kurs lernt Margot einen jungen deutschen Filmemacher kennen, der, nachdem er ihre Geschichte gelesen hat, einen Dokumentarfilm über ihr Leben an Originalorten, also auch in Berlin, drehen möchte. So kommt Margot Friedländer das erste Mal wieder nach Berlin. Ab diesem Zeitpunkt ist sie in meiner Familie herzlich willkommen. Gemeinsam feiern wir Familienfeste, die Jüdischen Feiertage und nehmen am Gottesdienst der Synagoge in der Pestalozzistraße teil.

Viele Besuche sollen zukünftig folgen.

Ein weiterer Anlass ist die Premiere des Films „Don´t call it Heimweh“, der beim Jüdischen Filmfestival Berlin 2005 im Roten Rathaus gezeigt wird. Der damalige Chef der Berliner Senatskanzlei motiviert Margot, ihre Memoiren in deutscher Sprache zu Papier zu bringen.

2008, zur Leipziger Buchmesse, erscheint das Buch „Versuche, Dein Leben zu machen!“ Nun sieht sich Margot mit einer Flut von Einladungen zu Lesungen konfrontiert, die erste findet in der Liebermann-Villa am Wannsee statt, die zweite im Literaturhaus in der Fasanenstraße. Buchhandlungen und Schulen aller Schulformen in ganz Deutschland wollen, dass Margot ihr Buch präsentiert. Vor allem die Treffen mit Schülerinnen und Schülern, Studierenden und Auszubildenden werden für Margot zur Mission. Mehrmals die Woche liest sie aus ihrem Buch und spricht zu jungen Menschen, um ihnen anhand ihrer eigenen Lebensgeschichte zu verdeutlichen, welche grauenhaften Folgen Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung, Hass und Antisemitismus nehmen können.

2009, nach vielen, oft mehrwöchigen Aufenthalten in Berlin, beschließt Margot, ihren Wohnsitz in den USA aufzugeben und zieht 2010 mit ihrem New Yorker Mobiliar nach Berlin. Sie erhält die deutsche Staatsangehörigkeit zurück, die ihr während der Nazidiktatur aberkannt wurde. 2010 erscheint ein weiterer Dokumentarfilm, „Späte Rückkehr“, und 2015 ein Hörbuch zu ihrem Buch „Versuche Dein Leben zu machen“, bestehend aus acht CDs, die von Margot Friedländer selbst eingesprochen werden.

Anlässlich des bevorstehenden 100. Geburtstags wird im September 2021 in Buchform ein Doppelinterview mit der ehemaligen Justizministerin und jetzigen Antisemitismusbeauftragten der Landes NRW, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, und Margot Friedländer veröffentlicht: „Ich tue es für Euch“, mit dem Untertitel „Was wir von einer hundertjährigen Holocaustüberlebenden über Vergebung, Hoffnung und Toleranz lernen können.“ Im Oktober 2021 wird der Bildband „Margot Friedländer zum 100. Geburtstag. Ein Portrait“ im Roten Rathaus vorgestellt.

Viele Ehrungen werden ihr für ihr außerordentliches soziales Engagement als Zeitzeugin zuteil, unter anderem das Bundesverdienstkreuz am Bande, der Verdienstorden des Landes Berlin, der Obermayer Jewish History Award, die Ehrenbürgerwürde des Landes Berlin und die Jeanette-Wolff-Medaille der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Margot Friedländer erhielt im Jahr 2021 die Jeanette-Wolff-Medaille der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2022)

Margot Friedländer hat mit ihrem einnehmenden Wesen viele Freundschaften geschlossen. In einem Interview hat sie neulich einmal gesagt, dass der glücklichste Moment in ihrem bald 100 Jahre langen Leben der Moment gewesen sei, als sie sich entschlossen habe, nach Deutschland zurückzukehren.

Wir gratulieren zum 100. Geburtstag und wünschen Mazal tov, bis 120!

Berlin im November 2021, Barbara Witting, Margot Friedländer wird 100 Jahre alt!, in: jüdisches berlin (Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin), www.jg-berlin.org/beitraege/details/margot-friedlaender-wird-100-jahre-alt-i1083d-2021-11-01.html, zuletzt aufgerufen am 22.3.2022.

Im März 2022 haben sich Barbara Witting und Margot Friedländer in Berlin-Charlottenburg zum Interview verabredet.

Barbara Witting: Anlässlich deines 100. Geburtstages hast du in einem Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer SE, Mathias Döpfner, davon gesprochen, dass du mit deiner dauerhaften Rückkehr nach Berlin im Jahr 2010 dein viertes Leben begonnen hast. Kannst du ein wenig erklären, was du meinst, wenn du von deinen „vier Leben“ sprichst?

Margot Friedländer: Das erste Leben begann, als ich in Berlin, in der Lindenstraße, geboren wurde. Zuhause, nicht im Spital. An die Lindenstraße, die heute Axel-Springer-Straße heißt, habe ich keine Erinnerungen. Das Haus steht noch – es war genau gegenüber vom heutigen Axel-Springer-Haus. Von dort sind wir ziemlich bald nach Neukölln gezogen, in die Geygerstraße. Auch dieses Haus steht noch. Auch daran habe ich nur wenige Erinnerungen. Wir haben ungefähr vier Jahre dort gewohnt, bis mein Bruder geboren wurde und wir zum Köllnischen Park gezogen sind, denn wir brauchten eine größere Wohnung.

Aus ihrer 2008 erschienenen Autobiografie „Versuche Dein Leben zu machen. Als Jüdin versteckt in Berlin“ (gemeinsam mit Malin Schwerdtfeger) hat Margot Friedländer bei Veranstaltungen und in Schulen viele Male gelesen und anschließend mit Jugendlichen darüber diskutiert. (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2022)

Dann kam 1933. Die Eltern haben sich getrennt, und meine Mutti, mein Bruder und ich sind nach Charlottenburg gezogen, in die Niebuhrstraße. Die Eltern sind nach circa zwei Jahren wegen uns Kindern wieder zusammengegangen, und wir sind in eine neue große Wohnung in der Neuen Friedrichstraße gezogen. Ich kann mich daran erinnern, dass der Abendbrottisch wieder für uns alle gedeckt war. Es ging leider nicht sehr lange. Die ganze Zeit zwischen 1933 bis 1937 waren die Eltern getrennt und sind wieder zusammengegangen.

1937 haben sie sich endgültig getrennt. Es war ein Jahr vor der „Kristallnacht“. 1937, als wir aus der großen Wohnung ausgezogen sind, wollte die Mutti schon nicht mehr mit einer Wohnung anfangen. Wir sind in die Pension Mandowsky gezogen, am Ludwigkirchplatz. Die Mandowskys waren Juden, deshalb hatte die Pension nur noch jüdische Gäste. Dort habe ich den 9. November 1938 erlebt. Einige Monate später wurde die Pension geschlossen. Die Mandowskys sind nach Australien ausgewandert, und wir sind zu Oma Gross in die Neue Grünstraße gezogen. Opa war ein paar Monate vor dem 9. November gestorben. Gott sei Dank. Das war das erste Leben.

Das zweite Leben war meine Zeit in der Schneiderei an der Modezeichnen-Schule vom Kulturbund, der Kunstgewerbeschule „Feige und Straßburger“. Dort lernte ich bis Anfang 1937 ein Jahr lang Mode- und Reklamezeichnen. Ich mochte die Atmosphäre am Hausvogteiplatz, wo sich viele Modeateliers befanden. Die meisten waren in jüdischer Hand. Ich wollte selbst Kleider entwerfen und in die Konfektion gehen. Das waren meine Pläne. Danach habe ich eine Lehre als Schneiderin angefangen, in einem Salon bei Rosa Lang-Nathanson in der Kalckreuthstraße in Schöneberg, wo ich nach der „Kristallnacht“ meine Stellung verloren habe, weil der Salon schließen musste.

Dann gab es noch die Zeit im Kulturbund von 1939 bis 1941, wo ich Theater spielte und die Kostüme aus dem Fundus umschneiderte, als die Kostümschneiderin 1940 wegging. Aber dann kam ich in den Arbeitsdienst bei den DEUTA-Werken in Kreuzberg. Nachdem mein Bruder Ralph und meine Mutter deportiert wurden, bin ich untergetaucht, kam nach Theresienstadt, habe die Befreiung erlebt, habe geheiratet, und wir sind nach Amerika gegangen. Das vierte Leben begann, nachdem ich 64 Jahre in Amerika gelebt habe, davon 52 Jahre lang verheiratet war, als ich nach Berlin zurückgekommen bin.

Margot Friedländer anlässlich der Enthüllung einer Gedenk-Stele in der Fontanepromenade 15 in Berlin-Kreuzberg am 23. Mai 2013. Hier befand sich von 1938-1945 das Berliner Zwangsarbeitsamt für Juden. Alle Jüdinnen und Juden mussten sich an diesem Ort zur Zwangsarbeit registrieren. Margot Friedländer wurde 1940 zur Zwangsarbeit in einer Fabrik der DEUTA-Werke in der Oranienstraße in Kreuzberg gezwungen, wo sie Metallteile für die Rüstungsindustrie zusammenbauen und bearbeiten musste. (V.l.n.r. Dr. Christine Fischer-Defoy, Margot Friedländer, Monica Puginier) (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2013)

Barbara Witting: Wann begann das dritte Leben? Als du in Theresienstadt mit deinem Mann zusammengekommen bist? Oder in Amerika?

Margot Friedländer: Das dritte Leben war definitiv in Amerika, nach der Heirat und nach der Befreiung. Denn das waren 64 Jahre.

Barbara Witting: Wie kam es, dass du dich im Alter von 88 Jahren entschieden hast, dein Leben in New York aufzugeben und endgültig in deine Heimatstadt Berlin zu ziehen?

Margot Friedländer: Ich bin nach dem Tod meines Mannes noch mehrere Jahre in Amerika geblieben, aber nach 57 Jahren zum ersten Mal aufgrund einer Einladung nach Berlin gekommen. Darüber wollte Thomas Halaczinsky einen Film machen. An meinem ersten Tag in Berlin bin ich mit ihm spazieren gegangen und habe viele alte Orte entdeckt. Es waren die Straßenschilder, die ich alle kannte. Niebuhrstraße, wo wir gewohnt haben. Die Leibnizstraße, wo Onkel Paul und Tante Martha und die Familie gewohnt haben.

An der Ecke Kurfürstendamm/Leibnizstraße habe ich zu Thomas gesagt: „Ich bin so froh, in einer so schönen Stadt geboren worden zu sein.“ Und innerlich habe ich gedacht, „wenn ich jünger wäre, dann würde ich es mir überlegen, zurückzuziehen“. In dieser Woche bin ich mit Barbara Böhm, die uns betreut hat, spazieren gegangen. Und in der Mommsenstraße, wo noch so viele schöne alte Häuser mit Stuck waren, was ich in New York sehr vermisst habe, da habe ich ihr gesagt: „Hier könnte man wohnen. Wenn ich jünger wäre, würde ich es mir überlegen.“ Und das habe ich sieben Jahre später gemacht.

Barbara Witting: Was macht dein Leben in Berlin interessant im Vergleich zu deinem Leben in New York, wo du immerhin 60 Jahre gewohnt hast? Du hast doch bestimmt auch Freunde zurücklassen müssen.

Margot Friedländer: Es gab nur einige Freunde und etwas Verwandtschaft von Seiten meines Mannes. Er hat 28 Jahre lang als Verwaltungschef im Jüdischen Kulturzentrum „92nd Street Y“ gearbeitet, wo ich nach seinem Tod einen Schreibkurs im Senior-Club belegt habe und angefangen habe, meine Erinnerungen aufzuschreiben. Als Thomas Halaczinsky davon hörte, wollte er einen Dokumentarfilm über mein Leben drehen, und als wir 2003 das erste Mal hierher nach Berlin kamen, hatten wir die Idee, darüber einen Film zu machen. Im Mai haben wir beide uns dann kennengelernt und im August, zum Jubiläum der Schule, wiedergetroffen. Ich bin dann nach New York zurückgefahren und der Film wurde geschnitten. Als wir zum 100-jährigen Wiederbestehen der Schule eingeladen wurden, habe ich André Schmitz kennengelernt. Er hat den Film im Roten Rathaus als Eröffnungsfilm der Jüdischen Filmfestspiele gezeigt. Das war 2004.

Barbara Witting: Vieles im heutigen Berlin und in Deutschland erinnert an die Zeit der Verfolgung während des Holocausts. Ist das nicht eine Belastung, immer wieder mit Fragen zu deinem Leben während des Nationalsozialismus konfrontiert zu werden?

Margot Friedländer: Nein. Diese dreizehn Jahre hier in Berlin haben mir so viel gegeben und bedeuten mir so viel. Durch das, was ich angefangen habe, was sich entwickelt hat, habe ich das Gefühl, dass ich etwas Gutes tue, und das überstrahlt mehr oder minder alles, denn, das sage ich auch immer wieder, ich habe eine Mission.

Margot Friedländer: „Es gibt kein christliches Blut, kein jüdisches Blut, kein muslimisches Blut – es gibt nur menschliches Blut, und wir müssen die Menschen respektieren. Was war, war. Das können wir nicht ändern. Aber es sollte nie, nie, nie wieder passieren.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2022)

Barbara Witting: In den Jahren, in denen du wieder in Berlin lebst, widmest du dich vor allen Dingen jungen Menschen und besuchst Schulen und liest aus deinem Buch „Versuche Dein Leben zu machen“. Worin siehst du deine Aufgabe oder deine Mission, wie du es nennst?

Margot Friedländer: Die Mission ist, für die zu sprechen, die es nicht geschafft haben. Es sind nicht nur die sechs Millionen Juden. Es sind alle Menschen, die man umgebracht hat. Unschuldige Menschen, so viele Kinder. Und Menschen haben es getan. Waren es Menschen, die so etwas getan haben? Ich habe das Gefühl, dass diese Mission für mich so wichtig ist, weil das nicht wieder geschehen darf. Was gewesen ist, das können wir nicht mehr ändern. Was war, war. Ich konzentriere mich auf das Jetzt, besonders auf die jungen Menschen. Denn sie sind die Zukunft. Die sind die, auf die wir hoffen. Dass sie dafür sorgen, dass so etwas nie wieder geschieht. Immer wenn ich zu diesen Schülern spreche, sage ich zu ihnen: „Ihr seht so nett aus, ich kann mir nicht denken, dass einer von euch jemals so etwas tun würde.“

Sobald ich das Buch zumache, sage ich immer Folgendes zu ihnen: „Nach dem, was ihr gehört habt, werdet ihr euch vielleicht wundern, warum ich zurückgekommen bin. Ich bin zurückgekommen, um mit euch zu sprechen. Euch die Hand zu reichen und euch zu bitten, dass ihr die Zeitzeugen sein werdet, die wir nicht mehr lange sein können. Es ist für euch.“ Es sind immer dieselben Worte. Immer dieselben Sätze.

Ich sage ihnen, dass in meinen Adern das gleiche Blut fließt wie in den ihren: „Es gibt kein christliches Blut, kein jüdisches Blut, kein muslimisches Blut – es gibt nur menschliches Blut, und wir müssen die Menschen respektieren. Was war, war. Das können wir nicht ändern. Aber es sollte nie, nie, nie wieder passieren.“

Barbara Witting: Bald wird es keine Zeitzeugen und Zeitzeuginnen mehr geben, die persönlich über ihre Erfahrungen berichten können. Du hast viel dazu beigetragen, dass Erinnerungen nicht verloren gehen und bist dafür von Politikern und Politikerinnen und Organisationen gewürdigt worden. Kannst du dazu einige Beispiele nennen?

Margot Friedländer: Das, was ich tue, wird anerkannt, das sehe ich an den hunderten und aberhunderten von Danksagungen, die ich bekommen habe. Man dankt mir dafür, sonst hätte ich nicht die ganzen Ehrungen bekommen. Ich werde in diesem Jahr noch einen Ehren-Doktor von der Freien Universität Berlin erhalten, und eine Schule wird nach mir benannt. Es bedeutet mir etwas, dass ich etwas bewirkt habe.

Ich bin mir zwar nicht bewusst, was ich alles gemacht habe, aber in den Kalendern der ganzen letzten Jahre sehe ich, dass ich jeden Tag beschäftigt war. Dass ich dreimal in der Woche in Schulen gelesen habe, dass ich an so viele Orte in Deutschland gereist bin. Die vielen, vielen Preise, die ich von der Regierung bekommen habe. Was mir wichtig ist, sind die Briefe von den Schülern und Schülerinnen und von den Menschen, die mich im Fernsehen gesehen oder mein Buch gelesen haben, das heute in der dreizehnten Auflage ist. Dass ich den Menschen erzähle, dass die Bernsteinkette das Einzige ist, was ich von der Mutti habe. Dass ich ihnen den Stern zeigen kann, den ich versucht habe, zu verstecken.

Barbara Witting: Ist es nicht eine große Enttäuschung für dich, dass Hass, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus trotz vielfältiger Bemühungen wieder zunehmen und eine Partei wie die AfD Abgeordnete im Bundestag und in Landtagen hat?

Margot Friedländer: Als ich mich entschlossen habe zurückzukommen, war es für viele Jahre ruhig. Das, wovon du gesprochen hast, hat erst in den letzten fünf Jahren zugenommen. Wovon ich sehr enttäuscht und worüber ich sehr traurig bin. Weil ich nicht verstehen kann, dass Menschen nichts gelernt haben.

Barbara Witting: Bedauerst du nicht manchmal, dass du nach Deutschland zurückgekommen bist und sogar die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen hast?

Margot Friedländer: Nein, ganz im Gegenteil. Ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass ich diesen Schritt getan habe. Nicht eine Sekunde bereue ich es. Mein Hiersein ist auch gut für Deutschland. Die Menschen sind dankbar dafür.

Barbara Witting: Viele Jüdinnen und Juden verlassen Deutschland und gehen nach Israel. Andererseits kommen viele Israelis nach Berlin. Müssen wir Juden uns damit abfinden, dass wir, egal wo wir leben, mit Ausgrenzung und Anfeindungen leben müssen?

Margot Friedländer: Darüber denke ich nicht nach. Deutschland ist meine Heimat. Hier bin ich zu Hause. Die USA war niemals Heimat für mich. Ich habe jedes Recht, hier zu sein! Denn ich bin hier geboren, meine Eltern sind Deutsche. Mein Vater hat im Ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft, einen Bruder verloren und wurde sehr hoch ausgezeichnet. Du warst ja bei der Verleihung dabei, als ich die deutsche Staatsbürgerschaft wiederbekommen habe. Ich bedanke mich nicht dafür, denn ich habe nur zurückbekommen, was man mir weggenommen hat.

Interner Link: Zur Vita von Margot Friedländer >>

Zitierweise: „Margot Friedländer: „Ich spreche für die, die nicht mehr sprechen können.““, Interview mit Margot Friedländer, in: Deutschland Archiv, (Datum), 1.4.2022, Link: www.bpb.de/506886

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. Barbara Witting, Margot Friedländer wird 100 Jahre alt!, in: jüdisches berlin (Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin), 1.11.2021, www.jg-berlin.org/beitraege/details/margot-friedlaender-wird-100-jahre-alt-i1083d-2021-11-01.html, zuletzt aufgerufen am 22.3.2022.

  2. https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/ausgrenzung/kulturbund/, zuletzt aufgerufen am 24.3.2022.

  3. Margot Friedländer wurde 1941, nach der Auflösung des Kulturbundes, zur Zwangsarbeit in den DEUTA-Werken in Berlin-Kreuzberg, einem rüstungsrelevanten metallverarbeitenden Betrieb, verpflichtet, wo sie nachts arbeitete. Vgl. https://www.stolpersteine-berlin.de/en/biografie/2122, zuletzt aufgerufen am 24.3.2022.

  4. https://www.gsg.de/de/so26-hoefe/, zuletzt aufgerufen am 24.3.2022.

  5. Barbara Boehm-Tettelbach war bis zu ihrem Ruhestand im Gesundheitsamt Neukölln tätig. Seit dem Jahr 2000 betreute sie ehrenamtlich Gäste im Rahmen des „Emigrantenprogramms“ für verfolgte ehemalige Berliner:innen, die ihre Heimatstadt auf Einladung der Senatskanzlei wieder entdecken. 2006 war sie Mitbegründerin des „Vereins zur Förderung des Gedenkbuches für die Charlottenburger Juden e.V.“ Sie arbeitete mit an der vom Berliner Senat herausgegebenen Zeitschrift „aktuell“ für Berliner:innen, die Berlin während des Nationalsozialismus verlassen mussten. Durch die Veröffentlichung von Suchanzeigen bietet sie den Emigrant:innen ein Forum, in dem sie Erinnerungen austauschen und Kontakte wiederherstellen können. 2015 wurde sie mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet. Vgl. https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2015/pressemitteilung.380545.php und https://www.berlin.de/rbmskzl/_assets/veranstaltungen/charterflug_katalog_2019.pdf, zuletzt aufgerufen am 24.3.2022.

  6. Am 22. März 1874 traf sich eine Gruppe deutsch-jüdischer Fachleute und Geschäftsleute im Haus von Dr. Simeon Newton Leo, um zu erkunden, wie sie den sozialen und spirituellen Bedürfnissen der amerikanisch-jüdischen Gemeinschaft gerecht werden könnten, und die YMHA, die heutige „92nd Street Y“ wurde gegründet. Vgl. https://www.92y.org/about/timeline, zuletzt aufgerufen am 24.3.2022.

  7. Jüdisches Gymnasium Moses Mendelssohn – Staatlich anerkannte Privatschule der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, https://jgmm.de/, zuletzt aufgerufen am 24.3.2022.

  8. „Don´t call it Heimweh“ eröffnete das 11. Jewish Filmfestival Berlin und Potsdam 2005.

  9. Nach der Machtübernahme 1933 begannen die Nationalsozialisten mit den Planungen einer Kennzeichnungspflicht für Juden. Am 20. August 1941 gab Hitler seine Zustimmung zur Einführung des „Gelben Sterns“ im Deutschen Reich. Reichspropagandaminister Joseph Goebbels entwarf ein Modell, das Reichsinnenministerium und das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) formulierten eine Polizeiverordnung zum Tragen eines „Judensterns“, die zum 19. September 1941 in Kraft trat. Fortan mussten alle ca. 200.000 auf deutschem Reichsgebiet verbliebenen Juden und Jüdinnen in der Öffentlichkeit auf der linken Brustseite der Kleidung einen sechszackigen gelben Stern mit der Aufschrift „Jude" tragen. Vgl. https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/voelkermord/gelber-stern.html, zuletzt aufgerufen am 24.3.2022.

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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autoren/-innen: Margot Friedländer, Barbara Witting, Sharon Adler für Deutschlandarchiv/bpb.de

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Weitere Inhalte

wurde am 5. November 1921 als Margot Bendheim in Berlin geboren. Nach Beendigung der Schulzeit begann sie eine Lehre in einer Schneiderei. Ab 1940 musste sie Zwangsarbeit leisten. Als ihre Mutter und ihr Bruder 1943 deportiert wurden, tauchte die 21-Jährige unter, bis sie im April 1944 denunziert wurde und nach Theresienstadt deportiert wurde. Gemeinsam mit ihrem Mann Adolph Friedländer emigrierte sie 1946 in die USA. Seit 2010 lebt sie wieder in Berlin und berichtet seitdem regelmäßig in Schulen und Gedenkstätten vor Schülerinnen und Schülern vor dem Hintergrund ihrer eigenen Lebensgeschichte von den Verbrechen der NS-Zeit. Interner Link: Mehr zu Margot Friedländer >>

war von 2002 bis zu ihrer Pensionierung 2014 als Schulleiterin am Jüdischen Gymnasium Moses Mendelssohn tätig. Sie ist Mitglied der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und ist seit einigen Jahren im Vorstand bzw. Stiftungsrat des House of One engagiert. Außerdem war sie Co-Vorsitzende der gemeinsamen AG der Kultusministerkonferenz und des Zentralrats der Juden zur Erarbeitung der gemeinsamen Empfehlungen zu den Themen „Jüdische Geschichte, Religion und Kultur in der Schule“ und „Umgang mit Antisemitismus in der Schule“.

geboren 1962 in West-Berlin, ist Journalistin, Moderatorin und Fotografin. Im Jahr 2000 gründete sie das Online-Magazin und Informationsportal für Frauen AVIVA-Berlin, das sie noch heute herausgibt. Das Magazin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in der Gesellschaft sichtbarer zu machen und über jüdisches Leben zu berichten. Sharon Adler hat verschiedenste Projekte zu jüdischem Leben in Deutschland für unterschiedliche Auftraggeber/-innen umgesetzt und auch selbst Projekte initiiert wie "Schalom Aleikum“, das sie zur besseren Verständigung von Jüdinnen und Muslima entwickelte. Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle im Jahr 2019 initiierte sie das Interview- und Fotoprojekt "Jetzt erst recht. Stop Antisemitismus". Hier berichten Jüdinnen und Juden in Interviews über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus in Deutschland. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzende der Stiftung ZURÜCKGEBEN. Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft. Für das Deutschland Archiv der bpb betreut sie die Reihe "Jüdinnen in Deutschland nach 1945"