Die sogenannten „Midterm Elections“ (auf Deutsch, sinngemäß: Zwischen- oder Halbzeitwahlen) finden in den USA immer zur Halbzeit der vierjährigen Amtszeit des Präsidenten statt.
Gewählt werden das Repräsentantenhaus und ein Teil des Senats. Das sind die zwei Kammern des Kongresses, dem US-amerikanischen Parlament. Eine
Bei den Zwischenwahlen werden somit alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses und etwa ein Drittel der 100 Mitglieder des Senats neu gewählt – in diesem Jahr sind es 35. Außerdem werden 36 der Gouverneure der Einzelstaaten sowie eine große Mehrheit der Sitze in den bundesstaatlichen Parlamenten neu gewählt. In einigen Bundesstaaten finden auch lokale Wahlen statt.
Die Midterms gelten traditionell als Stimmungstest für
Wer regiert aktuell?
US-Präsident ist seit 2025 der Republikaner
Verhältnis von Legislative und Exekutive
Die USA haben ein
Der US-Kongress bildet die gesetzgebende Gewalt (Legislative) auf Bundesebene. Er besteht aus dem Repräsentantenhaus, das die Bevölkerung im Verhältnis zu ihrer Verteilung auf die Bundesstaaten repräsentiert, und dem Senat, in dem alle Bundesstaaten gleich stark vertreten sind. Zu den wichtigsten Aufgaben des Kongresses gehören die Verabschiedung von Gesetzen, die Entscheidung über den Bundeshaushalt und die Kontrolle der Regierung.
In den USA sind Exekutive und Legislative stark voneinander getrennt, beide Staatsgewalten werden separat gewählt und konkurrieren bisweilen miteinander.
Die Rolle von Kongress und Präsident in der Gesetzgebung
Der Kongress hat als Parlament eine herausgehobene Stelle im politischen System der USA. Artikel 1 der US-Verfassung regelt, dass
Der Präsident kann Gesetzesentwürfe vorschlagen und politisch vorantreiben, aber sie nicht selbst in den Kongress einbringen. Um sie in den Gesetzgebungsprozess einzubringen, benötigt er ein Mitglied des Repräsentantenhauses oder des Senats, das den Entwurf vorlegt. Der Präsident kann ein vom Kongress verabschiedetes Gesetz mit einem Veto zurückweisen. Der Kongress kann dieses Veto wiederum überstimmen, wenn jeweils zwei Drittel der Mitglieder in beiden Kammern dafür stimmen.
So kann der Kongress die Regierung kontrollieren
Auch in anderen Bereichen
Ein wichtiges Mittel der Kontrolle ist das Budgetrecht des Kongresses, auch als Power of the Purse bezeichnet. Laut US-Verfassung hat insbesondere das Repräsentantenhaus weitreichende Befugnisse bei der Haushalts- und Steuergesetzgebung. Die US-Regierung darf nur Geld ausgeben, das vom Kongress durch Gesetze bewilligt worden ist. Deswegen kommt es in den USA, sofern sich in beiden Kammern für entsprechende Haushaltsgesetze oder eine Übergangsfinanzierung keine Mehrheit findet, bisweilen auch zu sogenannten „
Der Senat hat besondere Rechte in Bezug auf Personalentscheidungen: Er bestätigt auf Vorschlag des US-Präsidenten die Mitglieder der Regierung und stimmt über die Ernennung von Bundesrichtern ab, inklusive der Richter des Obersten Gerichtshofs (Supreme Court). Auch bei einem
Wahlsystem
Die USA sind eine
Gleichzeitig gibt es mit dem Kongress ein starkes Zwei-Kammer-Parlament. Die 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses werden für zwei Jahre gewählt. Die Zahl der Abgeordneten pro Staat wird nach dem Proporzverhältnis zur Bevölkerungsgröße bestimmt. Laut Verfassung darf ein Abgeordneter im Verhältnis nicht mehr als 30.000 Bürgerinnen und Bürger vertreten. De facto vertrat 2020 ein Mitglied des Repräsentantenhauses im Durchschnitt rund 761.000 Menschen. Gleichzeitig gibt es auch eine Untergrenze: Jeder Staat sollte mit mindestens einem Abgeordneten im Repräsentantenhaus vertreten sein. Im Senat sitzen 100 Abgeordnete. Unabhängig von seiner Bevölkerungsgröße entsendet jeder der 50 US-Staaten zwei Mandatsträger. Vorsitzender des Senats ist der Vizepräsident der Vereinigten Staaten. Bei einer Patt-Situation entscheidet seine Stimme über das Votum.
Sowohl für den Senat als auch für das Repräsentantenhaus werden die meisten Sitze durch eine reine Mehrheitswahl (plurality vote) vergeben. Das heißt, gewählt ist, wer mehr Stimmen erhält als die anderen Kandidierenden, auch wenn die Person keine absolute Mehrheit erreicht. Die Einzelheiten dazu werden überwiegend in jedem Bundesstaat separat geregelt. Der Kongress kann jedoch bundesweite Vorgaben machen.
Bedeutung der Midterms
Bei den Zwischenwahlen stehen alle Sitze im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel der Sitze im Senat zur Wahl. Im Zwei-Parteien-System der USA mit seinen oft knappen Mehrheitsverhältnissen kommt es deswegen regelmäßig zu Mehrheitsverschiebungen. In fast allen vergangenen Midterms verlor die Partei des amtierenden Präsidenten Sitze im Repräsentantenhaus. Seit dem Jahr 2000 hat die Mehrheit im Repräsentantenhaus viermal gewechselt, im Senat sogar siebenmal.
Der Ausgang der Midterms beeinflusst maßgeblich, wie gut der Präsident seine politische Agenda in den verbleibenden zwei Amtsjahren umsetzen kann. Verliert seine Partei die Mehrheit in einer oder beiden Kongresskammern (divided government), wird es schwieriger für sie, neue Gesetze zu verabschieden. Initiativen des Präsidenten können blockiert oder stark abgeändert werden. Bei anhaltenden Blockaden im Gesetzgebungsprozess griffen Präsidenten in der Vergangenheit häufiger zu Präsidialerlassen (executive orders), die im Gegensatz zu Gesetzen allerdings von jedem künftigen Präsidenten rückgängig gemacht werden können.
Gleichzeitig kann die neue Mehrheit im Kongress dessen Kontrollfunktion der Exekutive stärker wahrnehmen, etwa durch parlamentarische Untersuchungen und Anhörungen. Außerdem reicht eine einfache Mehrheit im Repräsentantenhaus, um ein Amtsenthebungsverfahren (impeachment) gegen den Präsidenten einzuleiten.
Wahlkampfthema: Spritpreise und steigende Lebenshaltungskosten
Die steigenden Energiepreise und der Anstieg der Inflation prägen die politische Debatte in den USA seit Monaten. Auf Befehl von US-Präsident Trump hatten die USA Ende Februar 2026
Die Preise für Rohöl, Heizöl und Benzin stiegen daraufhin sprunghaft an. Im September 2026 lagen die US-Verbraucherpreise 3,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Vor allem der Preis für Benzin stieg mit 9,1 Prozent überdurchschnittlich.
Im
Weitere zentrale Themen im Wahlkampf
Studien zeigen, dass auch
Innenpolitisch ist die Einwanderungspolitik in den USA ein wichtiges und stark umstrittenes Thema. Die Trump-Regierung führte 2025/2026
Viele konservative Wähler unterstützen eine strickte Einwanderungspolitik. Andererseits zeigen Umfragen auch, dass Trumps Maßnahmen in diesem Bereich mittlerweile in einigen Punkten selbst die Wählerschaft der Republikaner spaltet.
Sorgen um Ablauf der Wahl
Auch die Regelungen für die Briefwahl und die Anerkennung der Wahlergebnisse sorgen für Diskussionen. Externer Link: Im März hatte Präsident Trump eine Verordnung erlassen, um noch vor den Midterms striktere Vorgaben für die Briefwahl durchzusetzen. Traditionell schneiden die Demokraten bei der Briefwahl verhältnismäßig besser ab. Trumps Reformversuche sind umstritten und wurden teilweise vor Gericht angefochten. Zuletzt hatte das Oberste Gericht die Einschränkungen der Briefwahl blockiert.
Präsident Trump hat seine Niederlage in der
Auch mit Blick auf die Midterms gibt es Sorgen um den Ablauf der Wahl. Dazu gehört die Befürchtung, dass Trump eine mögliche Niederlage der Republikaner nicht eingestehen würde.