Eindruck vom Hackathon, Entwicklung von Prototypen

Redaktion am 08.01.2016

Über "Geheimsache Ghettofilm"

In den 1950ern tauchen Filmaufnahmen aus dem Warschauer Ghetto auf. Das Material wird lange rein illustrativ genutzt. Dabei handelt es sich um NS-Propaganda. Wie geht man heute mit diesen geformten Bildern um? Eine israelische Regisseurin findet Antworten. Ergänzend zu ihrer mehrfach preisgekrönten Doku "Geheimsache Ghettofilm" hat die bpb umfangreiches multimediales Bildungsmaterial entwickelt.

DVD "Geheimsache Ghettofilm"Werkstatt.bpb.de lädt zum Materialtest ein: Wie kommt die DVD "Geheimsache Ghettofilm" in der Praxis an? Lizenz: cc by-sa/3.0/de (bpb)

Der „richtige“ Umgang mit Täter-Aufnahmen? – „Geheimsache Ghettofilm“

Ein Jahrzehnt nach Ende des Zweiten Weltkriegs sichten Filmarchive der DDR Aufnahmen aus der NS-Zeit. Einen besonderen Fund stellen unvertonte Filmsequenzen aus dem Warschauer Ghetto dar, die 1942 nur wenige Wochen vor den ersten Deportationen entstanden. Lange werden diese Filmaufnahmen in Dokumentationen wie authentisches Filmmaterial behandelt.

Einen ganz anderen Weg beschreitet die junge israelische Regisseurin Yael Hersonski. In ihrer 2010 veröffentlichten Dokumentation "Geheimsache Ghettofilm" demaskiert sie die Originalaufnahmen der Nazis klar als Propaganda, hinterfragt Entstehungskontext und Wirkungsabsichten, kontrastiert das Originalmaterial mit Zeitzeugenberichten aus Opferperspektive und fragt nach dem "richtigen" Umgang mit den Täter-Aufnahmen.


Umfangreiches didaktisches Zusatzmaterial

Ergänzend zum Film von Yael Hersonski hat die bpb umfangreiches Zusatzmaterial entwickelt, das weitere Informationen zum Leben im Warschauer Ghetto bereithält und einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit medienethischen Fragen leistet. Das Zusatzmaterial wird auf einer DVD-ROM und im Onlinedossier „Geheimsache Ghettofilm“ bereitgestellt.

Die DVD enthält den Dokumentarfilm von Yael Hersonski, einen Einführungsfilm der bpb zum Warschauer Ghetto, Bildergalerien sowie Ausschnitte aus einem Interview von Yael Hersonski mit dem Filmrechercheur und Produzenten Adrian Wood. Der Datenteil setzt sich aus Informationsmaterial, Kommentaren, Analysen von Historikern und Filmexperten sowie weiteren Bildergalerien und Zeitzeugenberichten zusammen. Für die Darstellung der Inhalte des Datenteils wird ein HTML5-fähiger Browser benötigt.

Die didaktischen Materialien, die online als "Open Educational Resources" zur Verfügung stehen, umfassen drei aufeinander aufbauende Module zu den Themen „Propaganda“, „Der Film im Kontext“ und „Filmethik“. Die Module sind für je zwei Unterrichtseinheiten konzipiert und werden durch Unterrichtsskizzen und Arbeitsmaterialien ergänzt.

Die DVD "Geheimsache Ghettofilm" und die didaktischen Materialien des Onlinedossiers richten sich an Lernende ab Sekundarstufe II und eignen sich insbesondere für die historisch-politische und Medien-Bildung. Vorausgesetzt wird, dass die Lernenden mit emotional belastendem Filmmaterial umgehen können. Weitere Informationen zum didaktischen Material erhalten Sie auf dieser Seite.

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Frühjahr 1942 im Warschauer Ghetto, unmittelbar vor Beginn des Massenmords: Ein NS-Filmteam dreht, ein Rohschnitt entsteht. Warum entstanden die Propagandaaufnahmen im Ghetto? Wie kann mit ihnen umgegangen werden? Die israelische Regisseurin Yael Hersonski hinterfragt und kontextualisiert die Aufnahmen. Ihr Film ergänzt Zeitzeugenberichte, Bildergalerien und Hintergründe namhafter Historiker und Filmexperten.

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