Eindruck vom Hackathon, Entwicklung von Prototypen


Editorial: Die Digitalwirtschaft auf dem Bildungsmarkt

IT-Konzerne statten Schulklassen mit Tablets aus und Bildungs-Startups drängen mit digitalen Produkten in den Markt. Wie ist das Geschäftsmodell digitale Bildung zu bewerten?

New Educonomy: Digitale Bildung als GeschäftsmodellMit der zunehmenden Digitalisierung wird der Bildungssektor auch für die Wirtschaft immer interessanter (Bavarian_web_solutions / bearbeitet / Lizenz CC0 / pixabay)

Freiheit und Unabhängigkeit sind seit dem Humboldtschen Bildungsideal im kollektiven Verständnis als Voraussetzung für Bildung verankert. Seit einigen Jahren aber lässt sich im Bildungsbereich eine Entwicklung feststellen, die mit dieser Maxime auf den ersten Blick nicht vereinbar scheint: das zunehmende Engagement der IT-Wirtschaft im Bildungssektor.

Die Herausforderungen der Digitalisierung und Modernisierung von Bildungsstrukturen und -inhalten verlangen Geschwindigkeit und hohe Investitionssummen. Gemeinden und Kommunen verlassen sich dabei immer häufiger auch auf private Geldgeber und vergeben zentrale Leistungen an Unternehmen. Für die IT-Unternehmen ist der Bildungssektor attraktiv, ist er doch ein großer Wachstumsmarkt mit einem hohen Marktvolumen. Nicht minder attraktiv ist der unmittelbare Zugriff von Unternehmen auf Lehr- und Lerndaten. So kaufte etwa die Bertelsmann AG im Jahr 2014 einen US-amerikanischen Onlinebildungsanbieter, Samsung betreibt ein eigenes Bildungsportal und zahlreiche Startups strömen auf den Bildungsmarkt. Daneben erstellen mittlerweile viele Unternehmen freie Lehr- und Lernmaterialien, sogenannte OER, die für den Einsatz in der Schule konzipiert sind. Eine besondere Herausforderung für Lehrkräfte, die im Unterricht zu Neutralität und Ausgewogenheit angehalten sind. Diese Entwicklungen und eine mögliche Einflussnahme der Unternehmen auf die Bildungspolitik soll der Themenschwerpunkt einordnen und gleichzeitig als Orientierungshilfe für Lehrende dienen: (New) Economy + Education = New Educonomy.

Kooperationen von Bildungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen

Der Themenschwerpunkt gibt einen Überblick über einflussreiche Entwicklungen, Produkte und Strategien und soll für die Ökonomisierung des Bildungssektors sensibilisieren. Im Mittelpunkt werden dabei die Fragen stehen, inwiefern die Logik von profitorientierten Unternehmen und einem an Neutralität und Unabhängigkeit orientierten Bildungssektor zusammenpassen, wo ein Zusammenspiel möglich und auch sinnvoll ist, aber auch, wo die Grenzen zum Lobbyismus, zur Korruption und wirtschaftlichen Abhängigkeit liegen.

Der Blick in die Praxis zeigt, wie Kooperationen von Bildungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen konkret aussehen, um welche Angebote und Dienstleistungen es geht und wo sie Anwendung finden: Denn von der Vokabeltrainer-App für Lernende über das Smartboard für Lehrende bis hin zu Tablets in Klassensätzen und Verwaltungstools für die Institutionen – für alle Akteurinnen und Akteure im Bildungsbereich gibt es inzwischen die passenden Produkte.

In redaktionellen Artikeln, sowie Gastbeiträgen und Interviews mit Fachleuten aus Bildung, Politik und Wirtschaft wird sich der Schwerpunkt dieses kontrovers diskutierten Themas annehmen und Vor- und Nachteile einer zunehmenden Ökonomisierung des Bildungsbereichs herausarbeiten.

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Kommentare anderer Nutzer

Claudia Saar | 08.06.2017 um 14:07 [Antworten]

Es ist immer über digitale Tools hinauszudenken

wenn die Schlagworte 'Digitalisierung' und 'Schulprojekte' fallen.
So stellen wir von mindsetter ein solches Tool zur Verfügung, mit dem man kostenfrei auf unserem Portal selbst micro e-learnings mit anderen teilen kann. Das System ist dabei auf das Vermitteln von Einstellungen und Soft Skills ausgerichtet, beinhaltet also eher keine Abfrageframes für Fakten.

Die besondere Herausforderung besteht darin, dass das Erstellen der Lerneinheiten die SchülerInnen selbst übernehmen. Im - bisher nur in Kanada - umgesetzten 'mindsetter legacy project' geht es darum, sich über das Thema 'life lessons' generationsübergreifend auszutauschen.

TeilnehmerInnen ab Klasse 7 suchen sich eine Person aus ihrem Umfeld, die zwei Generationen weiter ist und tauschen sich darüber aus, was sie vom Leben gelernt haben. Und vermitteln diese Einstellungen via daraus selbst erstellter e-learning Einheiten an alle Interessierte.

Die Unterrichtsmaterialien in einer Box ermächtigen die AnleiterInnen/LehrerInnen zusammen mit den SchülerInnen Kompetenzen zu erlernen wie Interviews führen, das Zusammenfassen der Erkenntnisse in gut zu vermittelnde Lerneinheiten, sowie den Umgang mit dem online e-learning Redaktionstool mindsetter selbst.

Die KollegInnen in Kanada sammeln neue, gute Erfahrungen mit Schulklassen. Zukünftig sind diese Projekte, auch mit anderen Themen in deutschsprachigen Schulen vorstellbar.
Nähere Informationen gerne bei mir: cs@mindsetter.com oder über die website oben.


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