Ehe

Einer der Grundbegriffe des Privatrechts. Die E. steht unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung (Art. 6 GG). Hintergrund ist (nach traditioneller Auffassung) der Gedanke, dass die E. die Keimzelle der Familie und damit der Gesellschaft und des Staates ist. Das kann man heute infrage stellen, da zahlreiche Kinder auch in nichtehelichen Lebensgemeinschaften Nichteheliche Lebensgemeinschaft geboren werden und aufwachsen. Ehegatten haben nicht nur Abwehrrechte gegen den Staat, zum Schutz ihrer Privatsphäre, sondern es besteht darüber hinaus eine sog. Institutsgarantie der E. und eine Förderungspflicht des Staates. Umstritten ist allerdings, ob die steuerliche Begünstigung (Ehegattensplitting) gerade für Ehen, in denen ein Partner mehr Einkommen hat als der andere, erforderlich oder umgekehrt verfassungswidrig ist. Das BGB enthält vor allem im 4. Buch (Familienrecht), aber u. a. auch im Erbrecht wichtige Regelungen. Die E. wird nach § 1353 BGB auf Lebenszeit geschlossen. Die Realität sieht allerdings anders aus (Scheidung). Siehe auch Ehe für alle, Kinderehe und Bigamie

Siehe auch:
Grundbegriffe des Privatrechts
Familie
Staat
Nichteheliche Lebensgemeinschaft
Ehegatten
Familienrecht
Erbrecht
Scheidung
Ehe für alle
Kinderehe
Bigamie

Quelle: Das Rechtslexikon. Begriffe, Grundlagen, Zusammenhänge. Lennart Alexy / Andreas Fisahn / Susanne Hähnchen / Tobias Mushoff / Uwe Trepte. Verlag J.H.W. Dietz Nachf. , Bonn, 1. Auflage, September 2019. Lizenzausgabe: Bundeszentrale für politische Bildung.



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