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Jugendstrafrecht

Hat als Hauptzweck den Erziehungsgedanken, im Gegensatz zum allgemeinen Strafrecht (Strafzweck). Daher bestehen vielfältigere Möglichkeiten der Einwirkung auf den jugendlichen Täter als im Erwachsenenstrafrecht. Das J. findet auf strafmündige Jugendliche Anwendung, wenn diese die notwendige Unrechtseinsicht zum Tatzeitpunkt hatten (Wusste er/sie, was gut und böse ist?). Es kann auch Anwendung auf Heranwachsende Heranwachsender finden. Die Anklagen des Jugendstaatsanwalts werden zum Jugendgericht erhoben. Die Strafprozessordnung (StPO) gilt mit der besonderen Ausnahme, dass die Verhandlungen allein gegen Jugendliche nicht öffentlich sind. Die gesetzlichen Vertreter (Vertreter, gesetzlicher) sind zur Hauptverhandlung zu laden, haben ein Anwesenheitsrecht und können eigene Anträge stellen. Dem Jugendgericht stehen Erziehungsmaßregeln, Zuchtmittel und die Jugendstrafe zur Einwirkung auf den Täter zur Verfügung. Eine Beteiligung der Jugendgerichtshilfe (JGH) in Verfahren gegen Jugendliche ist zwingend vorgesehen. Im J. soll möglichst zeitnah eine strafrechtliche Reaktion erfolgen, um seinen Zweck zu erreichen. Daher sind die Rechtsmittel teilweise eingeschränkt und es steht das vereinfachte Jugendverfahren (Jugendverfahren, vereinfachtes) zur Verfügung. Privatklage und Adhäsionsverfahren sind im Verfahren gegen Jugendliche nicht vorgesehen, die Zulässigkeit einer Nebenklage unterliegt Einschränkungen. Maßgebend für die Anwendung des J. ist der Tatzeitpunkt, sodass auch Personen über 21 Jahre unter das J. fallen können.

Siehe auch:
Strafrecht
Strafzweck
Jugendliche
Heranwachsender
Jugendstaatsanwalt
Jugendgericht
Strafprozessordnung (StPO)
Vertreter, gesetzlicher
Hauptverhandlung
Erziehungsmaßregeln
Zuchtmittel
Jugendstrafe
Jugendgerichtshilfe (JGH)
Rechtsmittel
Jugendverfahren, vereinfachtes
Privatklage
Adhäsionsverfahren
Nebenklage

Quelle: Das Rechtslexikon. Begriffe, Grundlagen, Zusammenhänge. Lennart Alexy / Andreas Fisahn / Susanne Hähnchen / Tobias Mushoff / Uwe Trepte. Verlag J.H.W. Dietz Nachf. , Bonn, 1. Auflage, September 2019. Lizenzausgabe: Bundeszentrale für politische Bildung.



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