Dsa Bild zeigt ein Hinweisschild an einem abgesperrten Düsseldorfer Spielplatz mit der Aufschrift "gesund bleiben". Wegen der Verbreitung des Corona-Virus sind Bürgerinnen und Bürger bis auf weiteres aufgefordert Sozialkontakte zu meiden.

27.5.2020

Die Corona-Krise und ihre Folgen

Ausgewählte Links aus der Sicherheitspolitischen Presseschau

Links vom 26.05.2020

"Früherer US-NATO-Botschafter kritisiert Trumps Außenpolitik in Corona-Krise"

Nicholas Burns, früherer Botschafter der USA bei der NATO, hat US-Präsident Donald Trump mit Blick auf die Bewältigung der Corona-Krise Versagen und Verantwortungslosigkeit vorgeworfen, berichtet die Deutsche Welle. "Der 64-Jährige stellte eine Verbesserung des angespannten deutsch-amerikanischen Verhältnisses im Fall einer Abwahl Trumps bei der Präsidentschaftswahl im November in Aussicht. 'Deutschland muss wieder der unerlässliche Partner Amerikas werden und wir müssen der unerlässliche Partner Deutschlands werden', sagte er. Die Beziehungen zu Frankreich und der EU insgesamt seien ebenfalls wichtig, 'doch an erster Stelle steht Deutschland, wegen seiner Wirtschaftsmacht und seiner natürlichen Führungsposition in der EU'" (Deutsche Welle vom 26.05.2020) https://kurz.bpb.de/oq8

"COVID-19 threatens democracy in Southeast Asia"

In Südostasien stellt die Corona-Pandemie auch eine Gefahr für demokratische Bewegungen in der Region dar, schreibt Murray Hiebert. In vielen Ländern nutzten autoritäre Regierungen die Krise, um Aktivisten und Oppositionelle mit "drakonischen" Einschränkungen zu unterdrücken. "Efforts to control the virus are giving authoritarian rulers the perfect cover to adopt draconian levers to rein in their opponents and critics. (…) 'The authoritarian leaders of Cambodia and the Philippines certainly rode the COVID-19 wave to their advantage in accruing political power and controls, while Thailand and Myanmar are poised to lean in further if they determine the political situation requires it', says Phil Robertson, Human Rights Watch’s deputy director in Asia. (…) No opinion polls in Southeast Asia have measured public perceptions about the more authoritarian measures governments introduced to tackle the pandemic. A Gallup poll of Thai attitudes toward the government’s overall handling of the virus in late April found 81 per cent disapproval — the highest among 18 countries. In contrast, 80 per cent of people in the Philippines approved of their government’s handling of the virus, in line with Duterte’s approval ratings during his war on drugs. Interestingly, the poor rating of the Thai government seems to be due to perceptions of officials not going far enough rather than being too draconian. Veteran politicians criticised Prayut’s administration for not using ‘hard measures’ earlier to control the virus. There is no evidence that the use of tough policies in Cambodia, the Philippines, Thailand or Myanmar are producing a more effective pandemic response." (East Asia Forum vom 25.05.2020) https://kurz.bpb.de/oqg

"Die autoritäre Versuchung"

Sandra Weiss bezeichnet den Umgang autoritärer Staaten in Lateinamerika mit der Coronakrise als "ein Spiel mit dem Feuer in einem explosiven Umfeld". "Bolsonaro ist zwar der schrillste, aber längst nicht der einzige Staatschef in Lateinamerika, der dieser Tage demokratische Prinzipien über Bord wirft, als wären sie lästiger Ballast. Unter dem Vorwand des Coronavirus und eingebettet in Maßnahmen zum Schutz der Volksgesundheit greifen vom Rio Bravo bis Feuerland autoritäre Tendenzen um sich. Drei Trends zeichnen sich dabei ab. Zum ersten wird die Rolle der Sicherheitskräfte, insbesondere des Militärs, gestärkt. Allenthalben prägen patrouillierende, schwer bewaffnete Sicherheitskräfte wieder das Straßenbild. Sie nehmen, oft auf rechtlich wackeligen Grundlagen, Quarantänebrecher fest wie etwa in El Salvador, Peru, der Dominikanischen Republik oder Guatemala. Oder sie schlagen Hungerproteste nieder wie in Chile oder Honduras, wo in den vergangenen Wochen über 100 solcher Demonstrationen brutal niedergeknüppelt wurden." (ipg-journal vom 22.05.2020) https://kurz.bpb.de/oqh

"How to repair multilateralism after covid-19"

Anthony Dworkin rät den Europäern, das multilaterale System angesichts der Rivalität zwischen den USA und China zu schützen und dabei neue Verbündete zu suchen. "For Europeans, the manoeuvring around the WHO repeats a pattern that is becoming all too familiar: the US turns its back on or attacks multilateral institutions, while China attempts to shape the system around values and interests that Europeans do not share. Most European governments believe that there are questions to answer about the international public health response to the coronavirus, and would like to see the system strengthened, but also want to avoid a divisive blame game at the height of a global pandemic. In this instance, Europe was able to score at least a minor diplomatic victory, winning consensus support for a compromise resolution at the World Health Assembly (…). This was the second time that the European Union has had some success in fostering international cooperation in response to the pandemic, following the pledging conference to raise money for global health that it organised two weeks ago. But these limited successes should not blind Europe to the scale of the challenge that remains in trying to restore an effective and cooperative international response. (…) The EU will find allies around the world who are eager to work in a more cooperative way – but any effort to repair the international system will also need a strategy to deal with the US-China standoff." (European Council on Foreign Relations vom 22.05.2020) https://kurz.bpb.de/oqi

"Neue Realitäten, Ziele, Konzepte?"

Kersten Lahl berichtet über den ersten Webtalk der Gesellschaft für Sicherheitspolitik zum Themenkomplex "Corona und Sicherheitspolitik". "Alle Teilnehmer an der virtuellen Debatte unter dem Titel 'Corona-Krise und Sicherheitspolitik: Neue Realitäten, Ziele, Konzepte?' gehören dem Präsidium der Gesellschaft für Sicherheitspolitik an: Johannes Varwick, Manuela Scheuermann und Richard Roßmanith. Die Moderation lag bei Kersten Lahl. Um Ihnen, liebe Leser und Kommentatoren, den Einstieg in diese Debatte rund um unseren 1. WebTalk vielleicht ein wenig zu erleichtern, hier noch einmal zusammengefasst einige der zentralen Fragestellungen, die Sie auch in der Aufzeichnung abrufen können. Die Reihenfolge stimmt grob mit dem Verlauf unserer Paneldiskussion vom 12. Mai überein (...)" (Gesellschaft für Sicherheitspolitik e. V. vom 12.05.2020) https://kurz.bpb.de/oql


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