Inhaltsbeschreibung
Tech-Milliardäre träumen von der Besiedelung des Mars, investieren in Bunkeranlagen und schwimmende Städte und glauben an die Überwindung jedweder natürlichen Beschränkung durch neue Technologien. Für den Medientheoretiker Douglas Rushkoff sind dies nicht nur exzentrische Fantasien einiger libertärer Superreicher.
Hinter diesem hyperkapitalistischen Tech-Utopismus, den Rushkoff als das „Mindset“ bezeichnet, verberge sich eine zerstörerische und im Kern antidemokratische Philosophie. Diese fuße auf der Vorstellung, die Probleme der Menschheit seien nur durch eine kleine technologieaffine Elite lösbar, die wiederum für sich eine Sonderrolle beanspruche. Dabei verspreche jede ihrer Lösungen mehr Wachstum, mehr Freiheit und mehr Einsichten, verkenne aber bewusst die humanitären und ökologischen Kosten dieses Handelns oder präsentiere Rezepte, die einem radikalen technologischen Utopismus entsprechen und das Rad von Wertschöpfung und Profit einfach weiterdrehen. In dieser Logik ersetze Philanthropie die nachhaltige Bekämpfung von Missständen durch demokratische Gemeinwesen, und ein quasireligiöser Glaube an Innovation und Technik verdränge Strategien, die auf Kooperation und Aushandlung zielten.