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Internationale Einbettung des Bevölkerungsschutzes | Bevölkerungsschutz | bpb.de

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Informationen zur politischen Bildung Nr. 365/2025

Internationale Einbettung des Bevölkerungsschutzes

Cordula Dittmer Daniel F. Lorenz

/ 4 Minuten zu lesen

Katastrophen machen nicht vor Grenzen Halt. Sie können mehrere Länder betreffen oder internationale Hilfe für ihre Bewältigung erfordern. Für diese Fälle gibt es verschiedene Verfahren.

Seit 2016 arbeitet die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) gemeinsam mit der Partnerbehörde Jordan Civil Defense Directorate (JCD) an der Stärkung des jordanischen Bevölkerungsschutzes. Amman (Jordanien), 4. April 2018 (© picture-alliance, photothek/ Thomas Koehler)

Neben lokal und regional begrenzten Interner Link: Katastrophen, die auf nationaler Ebene bewältigt werden, betreffen andere Ereignisse mehrere Länder oder verschiedene Länder koordinieren gemeinsame Hilfeleistungen für ein betroffenes Land. Daher ist Deutschland ebenso wie in anderen Politikfeldern auch im Bereich des Interner Link: Bevölkerungsschutzes in verschiedene internationale und insbesondere europäische Strukturen und Verfahren eingebettet.

Bilaterale Abkommen

Bilaterale Abkommen, also Abkommen zwischen zwei Staaten, im Bereich der Katastrophenhilfe gibt es mit allen neun Nachbarländern Deutschlands. In diesen Abkommen wird eine gegenseitige Verpflichtung zum Informationsaustausch sowie Unterstützung durch Einsatzkräfte oder Material festgelegt, wenn diese von den betroffenen Ländern in einer Katastrophenlage angefragt werden. Diese Abkommen sind insbesondere für grenzüberschreitende Lagen relevant, wie sie zum Beispiel bei Flusshochwassern an Donau, Rhein oder Elbe regelmäßig auftreten, und liegen aufgrund der föderalen Struktur des Bevölkerungsschutzes in Deutschland in ihrer konkreten Umsetzung auf der Ebene der Bundesländer.

Bevölkerungsschutz auf Ebene der EU

Verantwortlich für die Koordination der europäischen humanitären Hilfe und Katastrophenhilfe ist das European Commission’s Civil Protection and Humanitarian Aid Operations Department (DG ECHO). DG ECHO wurde 1992 als Institution ins Leben gerufen, um humanitäre Hilfe nach den humanitären Prinzipien (Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit) in anderen Weltregionen zu leisten. Die europäische humanitäre Hilfe basiert auf dem im Vertrag von Lissabon festgelegten Solidaritätsprinzip. 2001 wurde das Aufgabenspektrum vom DG ECHO um die gemeinsame europäische Katastrophenhilfe, verstanden als die gegenseitige Unterstützung der Mitgliedstaaten bei Katastrophen, erweitert.

Ablauf des EU-Katastrophenschutzverfahrens UCPM. Quelle: Eigene Darstellung und Übersetzung aus dem englischen Original nach European Union, 2023 (Externer Link: https://civil-protection-humanitarian-aid.ec.europa.eu/what/civil-protection/eu-civil-protection-mechanism_en) (© European Union, 2023)

Im DG ECHO sind die EU-Katastrophenschutzverfahren UCPM (Union Civil Protection Mechanism) und das in diesem Kontext weiterentwickelte rescEU-Verfahren angesiedelt, welche durch das Emergency Response Coordination Centre (ERCC) koordiniert werden. Wenn ein Staat von einem Ereignis derart stark betroffen ist, dass das Ausmaß die vorhandenen Bewältigungskapazitäten übersteigt, können über den UCPM-Mechanismus zusätzliche Ressourcen angefragt werden. Die nicht betroffenen Staaten steuern je nach eigener Ressourcenlage Material, Informationen und/oder Einheiten bei, die den Interner Link: Katastrophenschutz im betroffenen Land unterstützen. Daneben gibt es seit 2019 auch eigene EU-Teams und Ressourcen wie Löschflugzeuge oder medizinische Einheiten (rescEU). Diese EU-eigenen Einheiten werden vollständig über die EU finanziert und ergänzen die nationalen Ressourcen der Mitgliedstaaten für den Fall, dass diese nicht ausreichen.

UCPM Anfragen nach Unterstützung 2002–2025. Quelle: Eigene Darstellung und Übersetzung aus dem englischen Original nach European Union, 2025. Stand: Juli 2025 (Externer Link: https://civil-protection-humanitarian-aid.ec.europa.eu/what/civil-protection_en) (© European Union, 2025)

Im Jahr 2024 wurde der UCPM für unterschiedliche Interner Link: Krisen und Katastrophen aktiviert. Dazu gehörten sowohl die eher klassischen Naturgefahren wie Hochwasser, Waldbrände, Erdbeben, Landrutsche oder tropische Zyklone, aber auch der Ausbruch von Krankheiten, gewalttätige Konflikte oder technische Unglücke. Daneben kann UCPM auch für die Evakuierung europäischer Staatsbürgerinnen und -bürger aus gefährdeten Gebieten genutzt werden.

Da die nationalen Bevölkerungsschutzsysteme der europäischen Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich aufgebaut sind, in einer Katastrophe oder humanitären Notlage jedoch verschiedene Einheiten über den UCPM vielfach gemeinsam in einen Einsatz gehen müssen, gibt es von Seiten der EU Angebote für eine gemeinsame Vorbereitung der Einsatzkräfte oder Empfehlungen, wie die einzelnen Mitgliedstaaten ihre Bevölkerung auf Kata­stro­phen vorbereiten sollten.

Über die europäische humanitäre Hilfe wird überall auf der Welt geholfen, vor allem über die Finanzierung von UN-Organisationen, internationalen staatlichen Organisationen und Nicht-Regierungsorganisationen. Oft gehen Katastrophenhilfe und humanitäre Hilfe auch Hand in Hand. Zur Zeit der Gründung und Etablierung dieser europäischen Mechanismen ging man noch davon aus, dass man es in den EU-Mitgliedstaaten nicht mehr mit einer größeren humanitären Notlage aufgrund einer kriegerischen Auseinandersetzung zu tun haben werde, da die Gefahr eines zwischenstaatlichen Kriegs als unwahrscheinlich galt. Als sich im Jahr 2015 hunderttausende Menschen aus Syrien und Afghanistan auf den Weg nach Europa machten, um dem Krieg zu entfliehen und Asyl zu suchen, und versorgt werden mussten, wurde ein für den Einsatz humanitärer Hilfe in den Mitgliedstaaten konzipiertes Verfahren entwickelt: das Emergency Support Instrument (ESI). Das ESI ermöglicht es der Europäischen Kommission, besondere Hilfe in großen Krisensituationen zu leisten, ohne dass es dafür die Anforderung eines einzelnen Mitgliedstaates braucht. Eingesetzt wurde dieser Mechanismus insbesondere für die Versorgung der geflüchteten Menschen in Griechenland nach 2016, nachdem diese durch das Schließen der Grenzen des heutigen Nordmazedoniens in Griechenland bleiben mussten. Das ESI wurde für die Corona­pandemie weiterentwickelt und diente seitdem insbesondere auch der Finanzierung und Bevorratung von medizinischem Material für Ereignisse, die die Reaktionsfähigkeit der einzelnen Mitgliedstaaten übersteigen.

QuellentextHumanitäre Hilfe der EU und Katastrophenschutz in der Ukraine

Seit der Ausweitung des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 hat die Europäische Union ihre seit der russischen Besetzung der Krim 2014 eingerichtete humanitäre Unterstützung für die Ukraine erheblich aufgestockt. Bis September 2025 wurden über 1,1 Milliarden Euro zur humanitären Hilfe über verschiedene EU-Programme bereitgestellt, um die Zivilbevölkerung inmitten des anhaltenden Kriegs zu unterstützen. Die Hilfsmaßnahmen für die Ukraine stellen auch die bisher größte Aktivierung des Europäischen Katastrophenschutzverfahrens (UCPM) in seiner Geschichte dar.

Die EU konzentriert ihre Hilfe auf die Bereitstellung von lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen, darunter:

  • Bargeldhilfen zur Deckung grundlegender Bedürfnisse

  • Schutzmaßnahmen für gefährdete Gruppen

  • Gesundheitsversorgung, einschließlich psychosozialer Unterstützung

  • Notunterkünfte und winterfeste Unterbringung

  • Nahrungsmittel und sauberes Trinkwasser

  • Schulungsprogramme für die Bevölkerung

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Unterstützung der am stärksten betroffenen Regionen im Osten und Süden der Ukraine sowie auf angrenzenden Staaten, die eine Vielzahl an Geflüchteten aufgenommen haben, etwa Polen, die Slowakei und Moldau.

Alle 27 EU-Mitgliedstaaten sowie sechs weitere Partnerländer unterstützen die Ukraine durch den UCPM, insbesondere über die Bereitstellung von Hilfsgütern wie medizinischer Ausrüstung, Stromgeneratoren, Not­unterkünften oder die Unterstützung der Feuerwehren. Die rescEU-Reserve ergänzt diese Maßnahmen durch zusätzliche Ressourcen.

Zur effizienten Verteilung der Hilfe wurden logistische Zentren in Polen, Rumänien und der Slowakei eingerichtet. Zudem koordiniert das Emergency Response Coordination Centre (ERCC) medizinische Evakuierungen von ukrainischen Patientinnen und Patienten in Krankenhäuser innerhalb der EU. Bis Januar 2025 wurden über 4.000 Menschen auf diese Weise behandelt.

Multilaterale Katastrophen­vorsorge und -bewältigung der Vereinten Nationen

Neben der stark institutionalisierten Form der Katastrophenhilfe auf EU-Ebene unterstützt Deutschland zudem als starkes Geberland den Nothilfefonds der Vereinten Nationen (UN) und verschiedene UN-Agenturen wie das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA). OCHA koordiniert die humanitäre Hilfe für bedürftige UN-Mitgliedsländer. Zudem hat sich Deutschland durch die Unterzeichnung von internationalen globalen Abkommen wie dem Sendai Framework for Disaster Risk Reduction verpflichtet, sich aktiv auch für Katastrophenrisikoreduktion und Katastrophenprävention einzusetzen. Dies geschieht auf der nationalen Ebene über die nationale Kontaktstelle für das Sendai Rahmenwerk, die am BBK angesiedelt ist.

Neben diesen unterschiedlichen bi- und multilateralen Abkommen und Beteiligungen Deutschlands gibt es in allen für den Bevölkerungsschutz zuständigen Organisationen intern eigene Abteilungen, die für die Auslandskatastrophenhilfe zuständig sind. Diese stellen aus den eigenen Beständen Material sowie Personal zur Verfügung. Zudem führen sie eigene Projekte durch, zum Beispiel im Rahmen der Katastrophenprävention im außereuropäischen Ausland, und stellen im Falle einer Anfrage über den UCPM auch Personal zur Verfügung.

QuellentextWaldbrände in Südeuropa: Europäische Feuerwehren gemeinsam im Einsatz

[…] Laut einer AFP-Analyse auf der Grundlage von Schätzungen des Europäischen Informationssystems für Waldbrände (EFFIS) haben Waldbrände im Jahr 2025 bisher mehr als 1 Million Hektar in der Europäischen Union verwüstet, ein Höchstwert seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2006. […]

Zur Bekämpfung der Brände können die Länder Hilfe im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union (UCPM) anfordern. Das Verfahren soll die Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern und zehn weiteren Staaten bei der Bewältigung von Katastrophen – wie Natur- oder humanitären Katastrophen – verbessern.

Bis Mitte August wurde der UCPM in der aktuellen Brandsaison, die in der Regel von Juni bis September dauert, bereits 16 Mal alarmiert. Nach Angaben der Europäischen Kommission entsprach die Zahl der Einsätze für 2025 bereits der Gesamtzahl für die Brandsaison 2024. […]

[M]it Unterstützung durch den UCPM arbeiten Feuerwehren mit Hochdruck daran, die Flammen zu löschen. Hier einige Beispiele [aus 2025], wie die betroffenen Länder vorgehen:

Portugal

Ein am 13. August in Piódão in Zentralportugal ausgebrochener Brand wütete elf Tage lang und zerstörte laut einem Bericht des portugiesischen Nationalinstituts für Natur- und Waldschutz mehr als 64000 Hektar Land. […] Am 15. August aktivierte die portugiesische Regierung den UCPM. […]

Nach seinem Hilfeersuchen hat Portugal zwei Fire Boss-Flugzeuge und einen Super Puma-Hubschrauber aus Frankreich bekommen sowie zwei Canadair-Flugzeuge aus Griechenland, sowie 20 Feuerwehrleuten aus Estland und 20 aus Malta. […]

Spanien

Spanien hat mit zahlreichen Bränden im Westen des Landes zu kämpfen. Bislang sind in diesem Jahr über 400.000 Hektar verbrannt […]. Spanien löste am 13. August den UCPM aus und hat damit zum ersten Mal in seiner Geschichte andere Mitgliedstaaten um Hilfe bei der Bekämpfung von Waldbränden gebeten.

Dieser Alarmruf wurde rasch zum größten Einsatz des Mechanismus im Sommer 2025 – sowohl hinsichtlich der beteiligten Länder als auch der bereitgestellten Ressourcen. Spanien erhielt Unterstützung durch Flugzeuge, Hubschrauber und Bodenteams aus Frankreich, Italien, den Niederlanden, der Slowakei, der Tschechischen Republik, Deutschland, Finnland, Rumänien, Griechenland und Estland. […]

Albanien

Bei Bränden im EU-Beitrittskandidatenland Albanien kam ein Mensch ums Leben und Hunderte Hektar Land und Wald wurden zerstört. [...]

Am 6. Juli sorgen Brände im Süden des Landes für die Aktivierung des UCPM. Zur Hilfe wurden zwei Canadair-Flugzeuge aus der rescEU-Flotte mobilisiert. Vom 8. bis 14. August alarmierte Albanien erneut den UCPM, um die Brandwelle zu bekämpfen, von der auch Nachbarländer betroffen waren. Die Europäische Kommission mobilisierte rescEU mit Flugzeugen aus Kroatien, Bulgarien, Italien, der Tschechischen Republik und der Slowakei.

Griechenland

Insgesamt 323 europäische Feuerwehrleute sind in dieser Waldbrandsaison vom 1. Juli bis zum 15. September im Rahmen des Programms zur Vorabstationierung des UCPM in Griechenland vor Ort. Feuerwehrleute aus Österreich, Bulgarien, Frankreich, Moldau, Rumänien und der Tschechischen Republik werden eingesetzt […]. Den vorliegenden Daten zufolge hat Griechenland den Mechanismus bisher zweimal aktiviert. Am 26. Juli reagierte Italien mit der Entsendung von zwei Löschflugzeugen. Am 12. August bestätigte der UCPM den Einsatz von zwei schwedischen rescEU-Flugzeugen, die zuvor in Bulgarien stationiert waren.

Gleichzeitig reagiert Griechenland über den UCPM auf Anfragen anderer Länder und entsandte sowohl Flugzeuge als auch Feuerwehrleute nach Spanien, Portugal, Zypern, Albanien und Nordmazedonien, um dort bei der Bekämpfung großflächiger Waldbrände zu helfen. […]

Bulgarien

In einem […] Interview sagte […] der Leiter der bulgarischen Generaldirektion für Brandschutz und Bevölkerungsschutz, dass Feuerwehrleute in Bulgarien seit Anfang Juli rund 3500 Brände gelöscht hatten. Bei einigen Bränden mussten Hubschrauber und Flugzeuge eingesetzt werden, die über den UCPM bereitgestellt wurden. Bulgarische Feuerwehrleute wurden auch ins Ausland entsandt. […]

Aufklärung und Schulung sind entscheidend

Um Bürgerinnen, Bürger und Feuerwehrleute gleichermaßen auf die neue Realität häufigerer Waldbrände vorzubereiten, ist es von entscheidender Bedeutung, die Bevölkerung für Sicherheitsmaßnahmen zu sensibilisieren und Feuerwehrleute mit dem notwendigen Wissen und den erforderlichen Werkzeugen auszustatten. […]

Eine Maßnahme in Bulgarien ist zum Beispiel, dass an Tagen mit hohem Risiko […] zusätzliche Einsatzkräfte mobilisiert werden. Fahrlässigkeit ist zwar weiterhin eine der Hauptursachen für Brände, aber das öffentliche Engagement für die Brandverhütung und -bekämpfung wächst. Forstdienste, Streitkräfte, Kommunen, Landwirte, Unternehmen und Freiwillige unterstützen die Feuerwehr zunehmend aktiv.

Nachdem 2022 das größte Feuer in der Geschichte Sloweniens den westlichen Teil des Landes an der Grenze zu Italien verwüstet hatte, begann das Land aktiv mit dem Ausbau seiner Kapazitäten zur Brandbekämpfung, auch mit Hilfe europäischer Mittel.

Im März wurde […] das slowenische Zentrum für die Bekämpfung von Großbränden in der Natur in der Stadt Sežana offiziell eröffnet. Dort werden Feuerwehrleute nach einem speziellen, auf Schutz und Rettung zugeschnittenen Programm ausgebildet, und es ist mit moderner Ausrüstung für den Einsatz bei Naturkatastrophen ausgestattet.

Nicht zuletzt sind auch Technologien mit hochmodernen (Früh-)Warnsystemen von entscheidender Bedeutung, um neue Brände zu erkennen, bevor sie außer Kontrolle geraten.

Am Pont du Gard, einem römischen Aquädukt etwa dreißig Kilometer von Nîmes in Frankreich entfernt […], wurden Anfang [August 2025] mehr als 120 kleine, mit Satelliten verbundene Boxen installiert, die mit Sensoren zur Messung von Luftdruck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgestattet sind.

Sie […] sind die erste Phase eines Projekts, das Feuerwehrleuten helfen soll, Waldbrände besser vorherzusagen. Sie lassen sich leicht in einigen Metern Höhe an Baumstämmen anbringen und messen die Luftqualität sowie das Vorhandensein von Kohlenmonoxid oder Feinstaub in der Luft in einem Umkreis von 200 Metern.

enr mit AFP, AMNA, ANSA, ATA, BTA, dpa, EFE, Lusa, STA und TASR, „Waldbrände in Südeuropa: Feuerwehren aus der EU gemeinsam im Einsatz“, European Newsroom vom 27. August 2025. Online: Externer Link: https://europeannewsroom.com/de/waldbraende-in-suedeuropa-feuerwehren-aus-der-eu-gemeinsam-im-einsatz/

Dr. Cordula Dittmer ist Katastrophensoziologin, von 2015–2025 an der Katastrophenforschungsstelle (KFS) der FU Berlin, seit 2025 als Senior Researcher an der Akademie der Katastrophenforschungsstelle (AKFS) und einer eigenen PartG („Undoing Disaster“) als Gesellschafterin tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle von sozialwissenschaftlicher Forschung, Praxis und der Entwicklung von Beratungskonzepten für den Umgang mit Katastrophen in Vorsorge, Bewältigung und Wiederaufbau.

Dr. Daniel F. Lorenz ist Katastrophensoziologe und seit 2008 als wissenschaftlicher Mitarbeiter sowie Projektleiter an der Katastrophenforschungsstelle (KFS) der FU Berlin tätig. Im Rahmen verschiedener Projekte arbeitete er zu sozialwissenschaftlichen Fragestellungen im Kontext von Katastrophen, u. a. Vulnerabilität und Resilienz, Katastrophenmanagement (einschl. atypischer Lagen) und Verhalten in Extremsituationen.