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Zukünftige Trends und Herausfor­de­rungen des Bevölkerungsschutzes | Bevölkerungsschutz | bpb.de

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Informationen zur politischen Bildung Nr. 365/2025

Zukünftige Trends und Herausfor­de­rungen des Bevölkerungsschutzes

Cordula Dittmer Daniel F. Lorenz Nicolas Bock Sara T. Merkes Katja Schulze Peter Windsheimer-Kolla Theresa Zimmermann

/ 6 Minuten zu lesen

Der Bevölkerungsschutz steht vor der Herausforderung, in einer komplexen Zukunft handlungsfähig zu bleiben. Dafür muss er sich ständig weiterentwickeln und an veränderte Lebensrealitäten anpassen.

Eine Straßenszene aus Bad Münstereifel im Juli 2022, ein Jahr nach dem Jahrhunderthochwasser in Westdeutschland 2021 (© picture-alliance, Panama Pictures/ Christoph Hardt)

Gesellschaft im Wandel: Was heißt das fürs Helfen?

Damit der Interner Link: Bevölkerungsschutz seinen Auftrag auch in Zukunft erfüllt, muss er sich angesichts ge­samtgesellschaftlicher, politischer und klimabe­dingter Veränderungen weiterentwickeln. Veränderte Lebensstile, Werteorientierungen und Engagementmotivationen betreffen das weitgehend ehrenamtlich getragene System, besonders wenn Zeitbudgets knapper werden, die Bereitschaft zur jahrzehntelangen Bindung an eine Einsatzorgani­sation oder überhaupt für ein ehrenamtliches Engagement sinkt. Anforderungen an eine gute Work-Life-Balance, ausreichend Zeit für Carearbeit und Freizeitaktivitäten, aber auch veränderte Arbeits­welten, in denen zum Teil mehrere Jobs parallel ausgeübt werden müssen, um den Lebens­unterhalt zu sichern, haben direkte Auswirkungen auf die Bereitschaft und die Möglichkeiten, sich im Bevölkerungsschutz zu engagieren. Technisierung und Digitalisierung erweitern einerseits die Kommunikationsmöglichkeiten und stoßen im besten Fall Wissens- und Bildungstransformationen an, steigern aber andererseits auch die Anforderungen an ehrenamtlich Helfende. Neue Ansätze zum auch kurzfristigen Engagement sind hier zum Beispiel erste Schritte in Richtung einer Anpassung des Bevölkerungsschutzes, letztendlich muss der Bevölkerungsschutz sämtliche Veränderungen in der Lebenswelt der Bürgerinnen und Bürger reflektieren und berücksichtigen.

Alle können betroffen sein: Vulnerabilität in Katastrophen als gemeinsame Herausforderung

Gesellschaftliche Interner Link: Vulnerabilitäten haben sich stark verändert und werden es weiter tun. Demografische Entwicklungen (Alterung der Bevölkerung), Urbanisierung und zunehmende soziale Ungleichheit erhöhen die Vulnerabilität bestimmter Gruppen und den Bedarf an Unterstützung im Ereignisfall. Zugleich sind auch Einsatzkräfte selbst betroffen, was Überlastungen verstärkt: Feuerwehrleute stehen mitunter vor überfluteten eigenen Wohnungen, langandauernde Vegetationsbrände führen zu Hitzestress und Leitstellenpersonal ist privat von Stromausfällen oder fehlender Kinderbetreuung betroffen.

Zum einen entstehen durch neue technische Abhängigkeiten – zum Beispiel von digitalen Kommunikations- und Versorgungssystemen – auch neue Verwundbarkeiten. Wenn solche wichtigen Systeme ausfallen oder angegriffen werden, kann das erhebliche Folgen für zentrale Bereiche des gesellschaftlichen Lebens und für die Versorgung der Menschen haben.

Zum anderen wird der Bevölkerungsschutz durch die wachsende Mobilität und Vielfalt der Gesellschaft vor neue Aufgaben gestellt. Denn Menschen haben unterschiedliche sprachliche, kulturelle und soziale Bedürfnisse, die in der Interner Link: Gefahrenabwehr sowie in der Risiko-, Krisen- und Warnkommunikation berücksichtigt werden müssen.

Insgesamt führen diese Veränderungen dazu, dass Planungen, Ressourcen und Strategien im Bevölkerungsschutz angepasst werden sollten. Nur so kann der Schutz aller Bevölkerungsgruppen in einer immer komplexeren und unsichereren Welt gewährleistet und die Widerstandskraft (Interner Link: Resilienz) der Gesellschaft gestärkt werden. Deshalb wird heute zunehmend in Interner Link: Vorsorge investiert, zum Beispiel durch Projekte zur allgemeinen Stärkung der Resilienz in Wohnvierteln oder durch Förderung der Nachbarschaftshilfe.

Gleichzeitig ist es wichtig, gesellschaftliche und technologische Entwicklungen frühzeitig daraufhin zu prüfen, wie relevant sie für den Bevölkerungsschutz sind. Politik und Behörden sollten sie so gestalten, dass möglichst wenige neue Verwundbarkeiten oder technische Abhängigkeiten entstehen.

Krisen 2.0: Länger, vernetzter, komplexer

Neuartige Krisenlagen, die Ressourcen des Bevölkerungsschutzes beanspruchen, werden häufiger – auch wenn sie bislang nur bedingt in Instrumenten und Definitionen des Bevölkerungsschutzes abgebildet sind. Dazu zählen beispielsweise Pandemien oder die Unterbringung und Versorgung vieler Menschen – seien es Geflüchtete aus anderen Ländern oder Binnenvertriebene, also Menschen, die innerhalb Deutschlands Zuflucht suchen. Solche Lagen sind oft langanhaltend, verlaufen in Wellen, betreffen weite Teile der Bevölkerung oder erfordern neue Fähigkeiten, für die bislang kaum Planungen existieren. Die Katastrophenforschung zeigt, dass die Komplexität dieser Ereignisse zunimmt: gesellschaftliche, technologische und ökologische Systeme sind enger verflochten, Interner Link: Krisen und Interner Link: Katastrophen treten zum Teil parallel und voneinander abhängig auf. Globale Lieferketten, digitale Infrastrukturen und verdichtete urbane Räume lassen lokale Ereignisse schnell internationale Auswirkungen entfalten, so dass Krisen und Katastrophen in anderen Weltregionen auch den deutschen Bevölkerungsschutz betreffen. Klimawandel, Umweltzerstörungen und politische Instabilitäten erhöhen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere von Katastrophen. Der technologische Fortschritt – etwa im Bereich Künstliche Intelligenz, Biotechnologie oder vernetzter Interner Link: Kritischer Infrastrukturen – bringt nicht nur Chancen, sondern auch neue Gefährdungspotenziale mit sich. Jede neue Technologie geht mit spezifischen Risiken einher. Dadurch werden vormals getrennte gesellschaftliche Bereiche enger miteinander verzahnt, was die Wahrscheinlichkeit komplexer Kettenreaktionen erhöht. Im Ergebnis können Störungen oder Katastrophenfolgen nicht mehr isoliert bleiben, sondern sich erheblich ausweiten und weitreichende gesellschaftliche Auswirkungen nach sich ziehen. Während sich also die Gefährdungen ausdehnen, hinkt die Entwicklung von Steuerungs- und Schutzkapazitäten hinterher, so dass die Folgewirkungen von Katastrophen größer werden. Daraus entstehen strategische, organisatorische und ethische Fragen, etwa zur Priorisierung von Hilfsmaßnahmen. Anschaulich wird dies beispielsweise bei Cyberangriffen auf Krankenhaus-IT, großflächigen Telekommunikationsausfällen oder Hitzewellen mit Wasserknappheit.

Sicherheit reloaded: Zivilschutz, Schutzräume, hybride Bedrohungen

Ereignisse, die vermeintlich der Vergangenheit angehörten, sind wieder aktuell: Seit der Ausweitung des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022 gewinnen Interner Link: Zivilschutz und -verteidigung an Bedeutung, etwa die Verfügbarkeit von Schutzräumen für die Zivilbevölkerung und die personelle sowie materielle Ausstattung der Organisationen für den Verteidigungsfall, aber auch die private Vorsorge. Hinzu kommen Vorfälle Interner Link: hybrider Kriegsführung, die Grenzen zwischen Krieg und Frieden – und damit zwischen Interner Link: Zivil- und Interner Link: Katastrophenschutz – verwischen. All dies erfordert breite gesellschaftliche Debatten über Sicherheit, ihren Preis und wie sie fortgesetzt demokratisch hergestellt und erhalten werden kann.

Warnen. Verstehen. Handeln.

Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen und komplexerer Katastrophen muss Kommunikation in und über Katastrophen zugleich resilienter und inklusiver werden. Gefordert ist mehr als technische Optimierung: Kommunikationskulturen und -strukturen müssen so gestaltet sein, dass die gesamte Bevölkerung – unabhängig von sozioökonomischem Status, Sprache oder Behinderungen – zuverlässig erreicht wird. Warnlücken und die digitale Kluft, also die unterschiedlichen Zugangsmöglichkeiten im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien, führen regelmäßig dazu, dass Menschen in vulnerable Situationen geraten, etwa ältere Personen, nicht-digital affine Menschen oder Gruppen ohne ausreichende Deutschkenntnisse. Die rasante Verbreitung von Desinformation in digitalen Räumen kann Prävention und Bewältigung behindern. Daher rückt Vertrauensbildung in staatliche Informationskanäle in den Fokus, etwa durch mehrsprachige Interner Link: Warnungen für Reisende, barrierearme Formate in Leichter Sprache, Gebärdensprache und Piktogrammen sowie klar ausgewiesene offizielle Kanäle, ebenso wie Bildungsangebote zur Erkennung von Falschinformationen.

Hybride Warnsysteme: Viele Wege, eine Botschaft

Ansätze zur Bewältigung dieser Herausforderungen liegen in der konsequenten Umsetzung von hybriden Multi-Channel-Strategien, die klassische und digitale Kommunikationsmittel kombinieren: Sirenen, Apps, Cell Broadcast, Radio, TV, Lautsprecherdurchsagen, Warnfahrzeuge, Drohnen mit Lautsprechern sowie digitale Beschilderung bilden ein Netzwerk sich ergänzender Kanäle. Gleichzeitig muss Offline-Kommunikation gewährleistet bleiben, z. B. durch Aushänge, Notfallpläne in Papierform oder definierte Treffpunkte mit strukturierter Informationsweitergabe (Katastrophenschutz-Leuchttürme). Neben der Rückkehr zu flächendeckenden Sirenenwarnsystemen gewinnen Innovationen an Bedeutung, etwa automatisierte, georeferenzierte Warnsysteme sowie KI-gestützte Lagebilder und Kommunikationsassistenzen, die präziseres und schnelleres Agieren ermöglichen. Wiederkehrende Informationsangebote und öffentliche Veranstaltungen wie etwa der bundesweite Warntag erhöhen das Verständnis für Warnungen und die richtige Reaktion. Was jedoch das richtige Maß an Sensibilisierung ist – denn sowohl ein Zuwenig als auch ein Zuviel führen dazu, dass die intendierten Ziele nicht erreicht werden –, ist fortwährend neu anhand der Bedrohungslagen und dem Informationsbedürfnis der Bevölkerung zu bestimmen.

Miteinander reden statt nur senden: Beteiligung zählt

Ein weiteres Element robuster Kommunikation ist sprachliche und mediale Niedrigschwelligkeit sowie echte Beteiligung. Partizipative Warn- und Informationssysteme binden die Bevölkerung in Planung, Evaluation und Entscheidungsprozesse ein, zum Beispiel über Bürgerdialoge. Digitale Plattformen ermöglichen Freiwilligen, sich unabhängig von Institutionen zu organisieren. Interner Link: Spontanhelfende und Digital Volunteers werden zu relevanten Akteuren der Krisenbewältigung, was Koordination erfordert, um mit behördlichen Strukturen gut zu harmonieren. Initiativen wie das Virtual Operations Support Team (VOST) des THW, das soziale Medien systematisch auswertet, zeigen, wie digitale Informationen in die Katastrophenbewältigung eingebunden werden können. Weitere Beispiele sind die strukturierte Einbindung von Social-Media-Hinweisen in Lagebilder und die DWD-WarnWetter-App, in der Bürgerinnen und Bürger lokale Beobachtungen melden können. Diese neuen Möglichkeiten schaffen einerseits neue Partizipationsformen, mit ihnen gehen jedoch auch neue Aufgabenfelder für zum Teil ohnehin schon stark belastete ehrenamtliche Strukturen einher. Es stellt sich daher hier die Frage nach dem demokratisch notwendigen, von den Bürgerinnen und Bürgern gewünschten und gleichzeitig organisatorisch verkraftbaren Maß an Partizipation und Veränderung.

QuellentextKatastrophenschutz rettet Leben: Ein Vergleich

Im internationalen Vergleich ist der Bevölkerungsschutz sehr unterschiedlich aufgestellt. Politische Entscheidungen, aber auch lokale und geografische Eigenheiten können für große Unterschiede sorgen. Immer wieder ziehen teils schwere Hurrikans über den Südosten der USA und karibische Länder wie Kuba, Jamaika und Haiti. Am Beispiel Kuba wird deutlich, wie wichtig ein gut funktionierender Katastro­phenschutz ist.

[…] Als „Matthew“ [im] Oktober [2016] eine Spur der Verwüstung in der Karibik hinterließ, kam Kuba glimpflich davon. Während der Hurrikan in den USA und Haiti hunderte Menschen das Leben kostete, hatte der Karibikstaat kein einziges Todesopfer zu beklagen. Als 2004 Hurrikan „Ivan“, einer der schwersten Tropenstürme des vergangenen Jahrhunderts, über Kuba hinwegzog, gab es trotz immenser Sachschäden ebenfalls keine Toten. Und als Hurrikan „Sandy“ 2012 die zweitgrößte Stadt des Landes, Santiago de Cuba, praktisch dem Erdboden gleichmachte, kamen trotz der immensen Sachschäden lediglich elf Menschen ums Leben. In anderen Ländern verloren mehr als 100 Menschen ihr Leben. Wie kann das sein? […]

Bereits Tage bevor ein Sturm das Land erreicht, wird auf Kuba der eingespielte Mechanismus des Zivilschutzes aktiv. Wenn die ununterbrochenen Wetterbeobachtungen durch das nationale meteorologische Institut Anlass zur Sorge geben und sich ein extremes Tiefdruckgebiet dem Staatsgebiet nähert, ist es spätestens drei Tage vor Eintreffen des Sturms an der Zeit, das mehrphasige System des Katastrophenschutzes anlaufen zu lassen. […]

Dieses beginnt mit Phase eins, der „Informationsphase“. Durch tägliche Presseberichte mit detaillierten Prognosen wird die Bevölkerung auf das baldige Eintreffen eines Hurrikans vorbereitet. […]

In Phase zwei, die etwa 48 Stunden vor Eintreffen des Sturms beginnt, werden auch die materiellen Vorbereitungen in Gang gesetzt. Jede der 168 Gemeinden Kubas ist in mehrere sogenannte Verteidigungszonen unterteilt, die mancherorts kaum mehr als einen Straßenzug umfassen. […] In jeder Provinz, jeder Stadt, jedem Dorf und jeder Straße des Landes werden tausende Verteidigungschefs […] aktiv. […] Nun werden Schüler aus Internaten abgeholt, die Notunterkünfte vorbereitet, Kohletabletten und Bedarfsgüter ausgegeben und auch die staatlichen Strom- und Internetversorger machen ihre Reparaturbrigaden bereit. […] Gleichzeitig verbarrikadieren nicht nur die Fabriken und Geschäfte ihre Fenster, auch auf dem Land werden Vieh und teure Maschinen in Sicherheit gebracht. […]

Am Tag vor dem Eintreffen des Sturms werden schließlich alle gefährdeten Menschen evakuiert. Die Verteidigungschefs überwachen in jeder Zone den Abtransport von alten, kranken und hilfsbedürftigen Menschen in die Schutzunterkünfte. Das kann praktisch jede staatliche Institution sein, die als „hurrikangeprüft“ gilt: von der Grundschule über das örtliche Kino bis hin zum Parlamentssitz, dem Kapitol. […] Vor dem Eintreffen von Matthew wurden mehr als 600.000 Menschen evakuiert, bei anderen Stürmen waren es auch schon mehr als eine Million. […]

[D]ass es auch anders laufen kann, zeigt der Nachbarstaat Haiti. […] Die Behörden leiteten keine umfassende Evakuierung ein, die Anwohner waren stattdessen auf sich gestellt. Schon die Phase eins läuft auf Haiti in der Regel völlig anders ab als auf Kuba, nämlich gar nicht. […] Wie internationale Medien berichteten, waren viele Haitianer überrascht angesichts des ankommenden Sturms. Auch der Wiederaufbau lief alles andere als erfolgreich: Weder gab es genügend medizinisches Personal noch konnten die Schäden der Gebäude genau beziffert werden – die Behörden waren schlichtweg überfordert. 900 Menschen mussten das mit ihrem Leben bezahlen.

Auf Kuba hingegen kommt auch der Wiederaufbau meist so schnell in Schwung wie die Vorbereitung. Die Erstversorgung nach dem Sturm soll vor allem den Ausbruch gefährlicher Krankheiten vermeiden. […] In den Tagen nach dem Sturm werden zeitgleich die Schäden begutachtet und der Wiederaufbau koordiniert. Der Staat hat immer eine Finanzreserve für Naturkatastrophen, aus deren Mitteln sich Kredite für Baumaterialien für bedürftige Familien speisen. Die Güter werden zunächst aus anderen Provinzen herbeigeschafft. Sobald der Strom wieder läuft, werden dutzende provisorische Minifabriken gebaut, die meist von Armeeangehörigen betrieben werden und für einige Monate den Zement mischen und das Brot backen, bis die Industrie vor Ort wieder in Schwung kommt.

Nach „Matthew“ konnten so innerhalb von weniger als drei Monaten 19.451 der 42.338 beschädigten Wohngebäude wiederhergestellt werden. […] Die Stromversorgung war innerhalb eines Monats in den betroffenen Gebieten bis zum letzten Dorf wiederhergestellt, Telefon und Mobilfunk brauchten nicht viel länger. […] Am schnellsten ging es wieder mal mit dem Schulbetrieb los: Bereits wenige Tage nach dem Sturm besuchten mehr als 90 Prozent der Schüler wieder den Unterricht. Trotz der teils zerstörten Klassenzimmer wurden die Lehrer angewiesen, mit dem Stoff weiterzumachen.

„Kuba ist ein Beispiel, dass die Gefährdung von Menschen mit kostengünstigen Maßnahmen und starker Entschlossenheit effektiv reduziert werden kann“, lobten die Vereinten Nationen bereits im Jahr 2004. […] „Das oberste Prinzip ist der Erhalt menschlichen Lebens. Dem ordnen sich alle Maßnahmen unter“, sagt ein Kubaner, der selbst im Katastro­phenschutz aktiv ist. Wenn das das Ziel sei, dann sei der Rest doch ganz logisch.

Marcel Kunzmann, „Katastrophenschutz: Von Kuba lernen, heißt überleben“, Tagesspiegel vom 9. Februar 2017. Online: Externer Link: www.tagesspiegel.de/gesellschaft/von-kuba-lernen-heisst-uberleben-6021982.html

Dr. Cordula Dittmer ist Katastrophensoziologin, von 2015–2025 an der Katastrophenforschungsstelle (KFS) der FU Berlin, seit 2025 als Senior Researcher an der Akademie der Katastrophenforschungsstelle (AKFS) und einer eigenen PartG („Undoing Disaster“) als Gesellschafterin tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle von sozialwissenschaftlicher Forschung, Praxis und der Entwicklung von Beratungskonzepten für den Umgang mit Katastrophen in Vorsorge, Bewältigung und Wiederaufbau.

Dr. Daniel F. Lorenz ist Katastrophensoziologe und seit 2008 als wissenschaftlicher Mitarbeiter sowie Projektleiter an der Katastrophenforschungsstelle (KFS) der FU Berlin tätig. Im Rahmen verschiedener Projekte arbeitete er zu sozialwissenschaftlichen Fragestellungen im Kontext von Katastrophen, u. a. Vulnerabilität und Resilienz, Katastrophenmanagement (einschl. atypischer Lagen) und Verhalten in Extremsituationen.

Nicolas Bock ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promovierender an der Katastrophenforschungsstelle (KFS) der FU Berlin. Seine Forschung fokussiert sich u. a. auf den gesundheitlichen Bevölkerungsschutz und die Entwicklungsgeschichte des deutschen Zivilschutzes bzw. der Zivilen Verteidigung.

Sara T. Merkes ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Katastrophenforschungsstelle (KFS) der FU Berlin. Sie forscht zu Katastrophen, Kultur, Zusammenhalt, Engagement, Konflikten, Demokratie sowie Wissenschaftskommunikation.

Dr. Katja Schulze ist DiplomPsychologin und seit 2014 als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin in verschiedenen Projekten an der Katastrophenforschungsstelle (KFS) der FU Berlin tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Wahrnehmung und das Verhalten der Bevölkerung in Extremsituationen sowie die Krisen und Risikokommunikation, wobei sie sich insbesondere mit Extremwetterereignissen, der Warnung der Bevölkerung und der Medienberichterstattung befasst.

Peter Windsheimer-Kolla ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Katastrophenforschungsstelle (KFS) der FU Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Erforschung der Resilienz der Bevölkerung in Krisen und Katastrophen, der kommunalen Krisenfitness, insbesondere mit Blick auf kritische Gesundheitsinfrastrukturen, dem Bevölkerungsverhalten in Pandemien sowie der Rolle von Falschinformationen im Rahmen der Katastrophenkommunikation.

Theresa Zimmermann ist seit 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Katastrophenforschungsstelle (KFS) der FU Berlin. Sie forscht und lehrt zu Katastrophenkontexten und Auswirkungen des Klimawandels entlang sozialer Vulnerabilität und Resilienz, Engagement, urbanen Entwicklungen, Aushandlungen von Vorsorge sowie Wissenschaftskommunikation.