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Pressestimmen: Aus der russischen Presse

Russland-Analysen Memorial (16.12.2021) Von der Redaktion: Frohes Fest! Dokumentation: Friedensnobelpreisrede von Dmitrij Muratow dekoder: Memorial Dokumentation: Anträge der Staatsanwaltschaften Interview: Irina Scherbakowa Interview: Swetlana Gannuschkina Kommentar: Die Büchse der Pandora Dokumentation: Der Menschenrechtsrat ist besorgt Dokumentation: Kommentar von Wladimir Putin zu Memorial Kommentar: Wendejahre Kommentar: Angriff des Kreml auf Memorial Kommentar: "Der Westen" als Gefahr für Russlands innere Sicherheit Kommentar: Déjà-vu Kommentar: Memorial als geschichtswissenschaftlicher Akteur Kommentar: Ein Refugium der Freiheit wird zerstört Kommentar: Die Instrumente des Europarats Kommentar: Memorial im Nordkaukasus Kommentar: Einsatz für Religions- und Gewissensfreiheit Kommentar: Ist das russische "Ausländische-Agenten"-Gesetz reformierbar? dekoder: Schlag gegen Deutschland Notizen aus Moskau: Memorial und die Hoffnung Dokumentation: Fokus Memorial der Zeitschrift OSTEUROPA Dokumentation: Stellungnahmen zur drohenden Auflösung von Memorial Chronik: Covid-19-Chronik, 16. November – 03. Dezember 2021 Chronik: 15. November – 03. Dezember 2021 Erdgashandel (24.11.2021) Analyse: Der deutsch-russische Erdgashandel. Chronik: Covid-19-Chronik, 01. – 13. November 2021 Chronik: 01. – 12. November 2021 Sozialverantwortung und Klima in der Landwirtschaft (10.11.2021) Analyse: Landwirtschaftliche Betriebe in Russland für unternehmerische Sozialverantwortung Analyse: Wird die russische Landwirtschaft vom Klimawandel profitieren? Chronik: Covid-19-Chronik, 11. – 31. Oktober 2021 Chronik: 11. – 29. Oktober 2021 Duma- und Regionalwahlen (01.10.2021) Analyse: Die Dumawahlen 2021 und das zunehmend hegemonial-autoritäre Regime in Russland Analyse: Alexej Nawalnyj, "Smart Voting" und die Wahlen zur russischen Staatsduma 2021 Kommentar: Wahlen in der "Protestregion" Chabarowsk in Online- und sozialen Medien dekoder: Die Evolution der Duma Notizen aus Moskau: Wird (all)es nach den Wahlen wieder besser? Chronik: Covid-19-Chronik, 13. – 26. September 2021 Chronik: 13. – 26. September 2021 Wirtschaftliche Schocks (24.06.2021) Analyse: Die Wirtschaft der "Festung Russland" Analyse: Kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) in der Corona-Krise  Chronik: Covid-19-Chronik, 03. – 30. Mai 2021 Chronik: 17. Mai – 10. Juni 2021 Arktis (31.07.2021) Editorial: Sommerpause, на дачу Analyse: Arktische Visionen: Die sowjetische Expansion nach Norden Analyse: Russlands Arktis-Strategie bis 2035 – Große Pläne und ihre Grenzen Analyse: Der russische Vorsitz im Arktischen Rat: Prioritäten und Implikationen für den Hohen Norden Russlands Kommentar: Russlands arktischer Balanceakt Dokumentation: Russland und die Arktis: Eine Auswahl aktueller Publikationen Chronik: Covid-19-Chronik, 14. Juni – 17. Juli 2021 Chronik: 16. Juni – 18. Juli 2021 Duma-Wahlen/Repressionen (08.06.2021) Kommentar: Duma-Wahlen 2021 Kommentar: Informationskriege, Oppositionskoordination und die Dumawahl im Jahr 2021 Kommentar: Wird das Putin-Regime überleben? Kommentar: Vorbereitung auf die Parlamentswahlen 2021 Kommentar: Elektronische Stimmabgabe Kommentar: Bedingungen der Wahlbeobachtung Kommentar: Die wirtschaftlichen Folgen autoritärer Politik Kommentar: Michail Mischustin als ambitionierter "Systemadministrator" des Putinismus Kommentar: Bürger:innen und der starke Mann: Erwachen, soziale Klassen und sozialer Niedergang in Russlands Autokratie Kommentar: Fear and Loathing in Russia: Repressionen als Herrschaftsinstrument des Kremls Kommentar: Ausländische-Agenten-Gesetz vor der Duma-Wahl 2021 ausgeweitet Kommentar: Schrumpfende Freiräume für Russlands Medien Kommentar: Russland drosselte Twitter, um Inhalte zu zensieren dekoder: "Hätten wir eine andere Wahl gehabt? Nein." Dokumentation: Repressive Gesetze, die von Wladimir Putin am 30. Dezember 2020 unterzeichnet wurden Dokumentation: April-Chronik der Repressionen: Der Journalist Ilja Asar hat Buch geführt Umfragen: "Haben Sie Angst vor…?" Umfrageergebnisse des Lewada-Zentrums Dokumentation: Hat der Protest einen Anführer? Wie stehen die Protestierenden zu Nawalnyj? Dokumentation: Russische Online-Zeitung Meduza kämpft ums Überleben Dokumentation: Amnesty International: Die Polizei identifiziert friedliche Demonstrierende mit Gesichtserkennungstechnologie Dokumentation: Human Rights Watch: Der Fall des Menschenrechtsanwalts Iwan Pawlow und neue repressive Gesetze Dokumentation: Stellungnahmen zum Beschluss der russischen Generalstaatsanwaltschaft, deutsche Nichtregierungsorganisationen als in Russland unerwünschte Organisationen zu erklären Chronik: 3. – 14. Mai 2021 Atomenergie / Die Botschaft des Präsidenten (14.05.2021) Analyse: Zum 35. Jahrestag von Tschernobyl Analyse: Russische Reaktoren und russischer Atommüll Analyse: Putins Botschaft an die Föderalversammlung dekoder: Warum Putin dem Volk nichts mehr zu sagen hat Chronik: Covid-19-Chronik, 12. April – 02. Mai 2021 Chronik: 13. April – 01. Mai 2021 60 Jahre Gagarin: Raumfahrt / Das russische Strafvollzugssystem (19.04.2021) dekoder: Juri Gagarin dekoder: Raumfahrtprogramm der UdSSR Analyse: Russland im Weltraum: Die 2020er Jahre Analyse: Russlands internationale Raumfahrtstrategie Analyse: Das Strafvollzugssystem der Russischen Föderation Chronik: Covid-19-Chronik, 15. März – 11. April 2021 Chronik: 17. März – 09. April 2021 Übersterblichkeit (27.03.2021) Analyse: Die Übersterblichkeit macht den wahren Opferzoll deutlich Analyse: Russlands Geografie und die Ausbreitung von Covid-19 Analyse: Die Pandemie in Russlands Föderationssubjekten: Gründe für die unterschiedliche Mortalität dekoder: "Die russische Propaganda hat sich selbst besiegt" Chronik: Covid-19-Chronik, 1. – 14. März 2021 Chronik: 1. – 10. März 2021 Stadtentwicklung/Deutsch-russische Wirtschaftsbeziehungen (09.03.2021) Analyse: Ausdehnung des Moskauer Wohnraumsanierungsprogramms Analyse: Urbaner Aktivismus in Russland dekoder: Das Moskau-Experiment Dokumentation: "Entwicklung der Deutsch-Russischen Wirtschaftsbeziehungen" Dokumentation: Stellungnahme: "Entwicklung der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen" Dokumentation: Stellungnahme: "Entwicklung der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen" Dokumentation: Stellungnahme: "Entwicklung der Deutsch-Russischen Wirtschaftsbeziehungen" Chronik: Covid-19-Chronik, 15. – 28. Februar 2021 Chronik: 16. – 27. Februar 2021 Digitale Diplomatie (19.02.2021) Analyse: Russlands digitale Diplomatie Analyse: Mittel und Zweck von Public Diplomacy Kommentar: Zusammenarbeit chinesischer und russischer Medien dekoder: "Schau mich gefälligst an!" Chronik: Covid-19-Chronik, 1. – 14. Februar 2021 Chronik: 1. – 14. Februar 2021 Söldner im Dienst von Russland / Elite-Ranking 2020 / Proteste nach Nawalnyjs Rückkehr (08.02.2021) Söldner im Dienst autoritärer Staaten Analyse: Russische PMCs im Nahen Osten und Afrika Kommentar: Die "Wagner-Affäre" in Belarus und ihre Folgen Kommentar: Geopolitik, Waffen, Erdöl: Was Russlands Präsenz in Venezuela bedingt Karte: Söldner im Dienst von Russland Ranking: Das Elite-Ranking der "Nesawisimaja gaseta" Ranking: Die politische Elite im Jahre 2020: Regierungswechsel, Covid-19-Pandemie und Verfassungsreform dekoder: Russlandweite Proteste – wie nervös macht Nawalny den Kreml? dekoder: Nawalnys Schlusswort: "Einen einsperren, um Millionen einzuschüchtern" Notizen aus Moskau: Von 2011 zu 2021. Zehn Jahre danach. Chronik: Covid-19-Chronik, 11. – 31. Januar 2021 Chronik: 11. – 31. Januar 2021 Visadialog zwischen der EU und Russland (21.01.2021) Analyse: Die Visumpflicht in den EU-Russland Beziehungen Analyse: Perspektiven des Visa-Dialogs zwischen der EU und Russland Kommentar: Visafreiheit für russische Jugendliche Kommentar: Illegale Passportisierungspolitik im Donbas Kommentar: Mit Visafreiheit Brücken in Krisenzeiten schlagen dekoder: Arbeitsmigration in Russland Chronik: Covid-19-Chronik, 30. November 2020 – 10. Januar 2021 Chronik: 3. Dezember 2020 – 9. Januar 2021 Die deutsch-russischen Beziehungen nach den Wahlen (15.10.2021) Analyse: Die Bundestagswahl und die deutsch-russischen Beziehungen Analyse: Chancen für eine neue Russlandpolitik nach der Bundestagswahl Kommentar: Die deutsche Russlandpolitik und das russische Gesetz über "ausländische Agenten" Dokumentation: Ausgewählte Publikationen über die deutsch-russischen Beziehungen Dokumentation: Vorschläge und Empfehlungen zu den EU-Russland-Beziehungen dekoder: Novaya Gazeta dekoder: Muratows Krawatte und der Friedensnobelpreis Chronik: Covid-19-Chronik, 27. September – 09. Oktober 2021 Chronik: 28. September – 08. Oktober 2021 30 Jahre Zerfall der Sowjetunion – Generationen (20.09.2021) Kommentar: Nur ein Menschenleben lang Kommentar: Staatenlosigkeit nach dem Zusammenbruch der UdSSR Kommentar: Der Generationenaspekt beim Zusammenbruch der Sowjetunion Kommentar: Dreißig Jahre Transformation des russischen Hochschulwesens Kommentar: Die Jugend und die Generationen im postsowjetischen Russland: Kommentar: Unternehmerinnen in Russland Notizen aus Moskau: 30 Jahre umsonst? dekoder: Das Licht einer enttäuschten Hoffnung dekoder: Misstrauen auf allen Ebenen Chronik: Covid-19-Chronik, 02. August – 12. September 2021 Chronik: 05. – 12. September 2021 Aufmarsch an der Grenze der Ukraine Von der Redaktion: Aufmarsch an der Grenze der Ukraine Kommentar: Die Minsker Vereinbarungen als Chance? Kommentar: (Keine neuen) Erkenntnisse gewonnen Kommentar: Alles auf Status. Russlands riskantes Kriegsspiel mit (in) Europa Kommentar: Russlands Motive Kommentar: Die Gründe für Russlands Vorschläge Kommentar: Würde Putin vom eigenen Volk für eine Invasion in die Ukraine abgestraft werden? Kommentar: Kriegsoptimismus im Russland-Ukraine-Konflikt: Grund zum Pessimismus? Kommentar: Desinformation: ein hoch aktuelles Konzept aus dem letzten Jahrhundert Kommentar: Die Russland-Ukraine Krise: Wo steht Deutschland? Kommentar: Russlands Passportisierung des Donbas: Von einer eingeschränkten zu einer vollwertigen Staatsbürgerschaft? Kommentar: Die OSZE-Sonderbeobachtermission in der Ukraine: Wunsch und Wirklichkeit Umfragen: Meinungsumfragen zu den Spannungen zwischen Russland und der Ukraine Chronik: 01. – 20. Februar 2022 Politische Rhetorik des Präsidenten und der Staatsduma Editorial: Politische Rhetorik des Präsidenten und der Staatsduma Kommentar: Die sozialen Sorgen der Bevölkerung in der politischen Rhetorik Kommentar: Das Verhältnis zwischen dem Zentrum und den Regionen in der Rhetorik des russischen Präsidenten und der Staatsduma Kommentar: Nationalitätenpolitik: Russländische Nation versus russisches Volk? Kommentar: Russland entdeckt die Energiewende: Ein Sonderweg zur Dekarbonisierung? Kommentar: Die Ukraine in der Rhetorik russischer Präsidenten und der Staatsduma Chronik: 17. Januar 2022 – 29. Januar 2022 Wirtschaftsbeziehungen im Fernen Osten Analyse: Die Bedeutung des russischen Fernen Ostens für die Asien- und Pazifik-Politik Russlands Chronik: Covid-19-Chronik, 06. – 24. Dezember 2021 Chronik: 06. Dezember 2021 – 15. Januar 2022

Pressestimmen: Aus der russischen Presse

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Sechs Szenarien

Pawel Bykow, Olga Wlassowa, Geworg Mirsajan

Die vergangenen Konsultationen haben gezeigt, dass es für Moskau niemanden gibt, mit dem es über die Zukunft der Ukraine reden könnte. Die Europäische Union ist nicht nur zu keinerlei drastischen Entschlüssen bereit, sondern auch nicht in der Lage, den selbst eingegangenen Verpflichtungen gemäß zu handeln. Hinzu kommt, dass im Mai in der EU die Wahlen zum Europaparlament anstehen und die Europäische Kommission neu besetzt wird. Die derzeitige ukrainische Regierung wird von Russland nicht anerkannt, und die Aussichten dieser Regierung sind höchst unklar, da der geschäftsführende Präsident Alexander Turtschynow und der geschäftsführende Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk weder über die Ressourcen noch über die Autorität oder den Willen verfügen, um das Land in einer kritischen Situation zu lenken. Für das Szenario einer Angliederung der Krim spricht auch die Erklärung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der in einem Telefongespräch mit US-Präsident Barack Obama festgestellt hat, dass Russland die an Moskau ergangenen Hilferufe von Bewohnern der Krim und anderer Regionen der Ukraine nicht ignorieren könne, wenn die derzeitige ukrainische Führung, die durch einen verfassungswidrigen Umsturz an die Macht gelangte und über kein gesamtnationales Mandat verfügt, absolut illegitime Beschlüsse oktroyiert. Die Situation in der Ukraine ist derart, dass Russland nicht nur aus humanitären, sondern auch aus rein pragmatischen Gründen die Haltung der Bewohner der Krim und anderer ukrainischer Regionen tatsächlich nicht ignorieren kann. […]

Quelle: Expert; 11 (890), 8. März 2014; http://expert.ru/expert/2014/11/shest‑stsenariev/

Strategie einer unbequemen Partnerschaft

Dmitrij Jewstafjew, Dr. der politischen Wissenschaften

Für Russland steht ein Paradigmenwechsel sowohl der innen- wie der außenpolitischen Entwicklung an. Die Weltlage hat eine Dynamik angenommen, bei der die Taktik der "vernünftigen Passivität", die Russland Erfolge eingebracht hat (man denke nur an das Hin und Her der ägyptischen Revolution, das durch die Wiederherstellung des Systems der militärischen und technischen Zusammenarbeit zwischen Kairo und Moskau ein Ende fand), seine Wirksamkeit verlieren könnte. Diese Taktik bringt nur dann Ergebnisse, wenn sie auf einer Reihe geopolitischer und geoökonomischer Konstanten basiert. Die Konstanten stellen sich für Russland folgendermaßen dar: Zum einen ist da der Vorrang der Zollunion vor anderen Institutionen des postsowjetischen Raumes; und die faktische Anerkennung des Zerfalls des postsowjetischen Raumes. Als zweites ist die deklarierte strategische Partnerschaft mit der Volksrepublik China bei gleichzeitiger Stagnation der realen Zusammenarbeit und einer fehlenden strategischen Agenda zu nennen (dieser Eindruck hat sich besonders nach der durch Peking praktisch vollzogenen "Privatisierung" der Schanghai-Organisation für Zusammenarbeit verstärkt). Drittens das deklarierte Streben nach einer Partnerschaft mit der EU, während im Bereich der realen Politik die konfrontativen Elemente zunehmen. Und viertens die zunehmende verbale Konfrontation mit den USA bei einer äußerst langen Liste von Fragen.

Quelle: Expert, 11 (890), 7. März 2014; http://expert.ru/expert/2014/11/strategiya‑neudobnogo‑partnerstva/

Aus der Redaktion: Biegung in der Pipeline

Die möglichen Sanktionen gegen Russland im Öl- und Gasbereich können nicht schnell wirksam werden und werden jetzt, in der heißen Phase der Ukraine-Krise, kaum einen politischen Effekt haben. Aber die Zuspitzung der Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine könnte die sich in Europa und den USA seit Langem abzeichnende Umstrukturierung des Marktes für Energieträger beschleunigen. Europa hängt zu rund 30 % von Gas aus Russland ab und zu 27 % vom dortigen Öl. Die Importe aus Russland sind auf die Schnelle nicht zu ersetzen, wobei sich die Abhängigkeit vom Gas wegen der langfristigen Verträge über Lieferungen durch die Pipelines von "Gazprom" dramatischer darstellt. Dass Moskau auf die "Energiewaffe" in Form von überzähligen und teuren Gaspipelines nach Europa gesetzt hat, arbeitet jetzt präzise. Zu Friedenszeiten hat man "Gazprom" noch wegen Ineffizienz, Schwerfälligkeit, Korruption beim Pipelinebau und anderem kritisieren können – zu Kriegszeiten stellt sich heraus, dass der Gasexport nach Europa die Wahrscheinlichkeit europäischer Sanktionen auf ein Minimum reduziert. […]

Quelle.: Wedomosti; Nr. 40 (3544), 7. März 2014; Externer Link: http://www.vedomosti.ru/opinion/news/23702351/povorot-truby

Staat und Gesellschaft: Uns erwartet eine Mobilisierungspolitik

Jewgenij Gontmacher

Wie auch immer die russisch-ukrainische Krise ausgehen wird, es lässt sich bereits jetzt konstatieren: Es wird forciert zu einer Gesellschaftspolitik des mobilisierenden Typus übergegangen. Warum habe ich das Wort "forciert" verwendet? Bereits im vergangenen Jahr ist allen klar geworden: Die Wirtschaft Russlands ist ernstlich und auf lange Zeit ins Stocken geraten. Das bedeutet, dass die in die Staatskasse fließenden Steuermittel offensichtlich nicht einmal zur Umsetzung jener höchst bescheidenen Verpflichtungen reichen werden, die öffentlich übernommen wurden. Beispielsweise die verkündeten, sehr baldigen Gehaltserhöhungen der öffentlichen Angestellten zumindest auf das Durchschnittsniveau in der jeweiligen Region. Oder eine Anhebung der Renten, die zumindest die Inflation ausgleicht. Vollendete Tatsache, festgeschrieben im Föderalen Haushalt für 2014–2016, ist eine Verringerung (unter anderem eine absolute) der staatlichen Finanzierung des Gesundheits- und Bildungssystems.

Quelle: Wedomosti, Nr. 40 (3544), 7. März 2014; http://www.vedomosti.ru/opinion/news/23675711/evgenij -gontmaher-mobilizacionnye-cherty-novoj-politiki

Die Europarlamentarier überlegen sich Druckmittel gegen Russland

Taras Podres, Darja Zoj

[…] Die Leiterin des Zentrums für politische Integration des Europa-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften Ljudmila Babynina ist der Ansicht, dass ein Einfrieren der Guthaben einzelner Personen das wahrscheinlichste Szenario für Sanktionen gegen Russland sei. Ein solcher Schritt würde es der Europäischen Union ermöglichen, den eigenen Wählern und den USA gegenüber das Gesicht zu wahren, und er würde gleichzeitig die Wirtschaftsbeziehungen zu Russland nicht im geringsten beeinträchtigen. Auf eine reale wirtschaftliche Isolierung wird die EU nicht zurückgreifen. Der Warenaustausch mit der EU macht 49 % des russischen Außenhandels aus, laut den Daten für 2013 ist der Warenverkehr mit der EU um 2 % auf 417,5 Mrd. US-Dollar angestiegen (nach Angaben des Föderalen Steuerdienstes). […]

Quelle: Iswestija; Nr. 40, 5. März 2014

Das Kindergegschwätz der westlichen Politik

Sergej Roganow, Philosoph

Die Welt ist schockiert. Nach nur einer Stunde waren Streitkräfte der Russischen Föderation in der Ukraine Realität, und keine Phantasien oder Träumereien. Als sich die Krim und die ukrainische Flotte unter der Flagge Russlands erhoben. Als über den gesamten Südosten der Ukraine eine Welle prorussischer Versammlungen hinwegzog und über den Verwaltungen der Städte und Gebiete Trikoloren Russlands gehisst wurden. Als die Plätze der größten Industriezentren skandierten: "Putin! Russland!" Das Leben Russlands, Europas, der USA verlagerte sich in die Nachrichtenticker, weil man erstmals seit dem Vierteljahrhundert postsowjetischer Wirren tatsächlich nur auf Nachrichten wartete, sie jagte, fieberhaft las; Nachrichten zum Thema "Moskau. Kreml". […] Und wir haben das elementare Gefühl nationaler Selbstachtung noch nicht soweit verloren, dass wir dem Westen erlaubten, unser Land ungestraft zu schikanieren und mit Dreck zu überschütten. Es ohne zu murren, ohne Widerwehr den amerikanischen Expertenhorden erlaubten, sich in der Regierung, den Organen staatlicher Macht auszutoben. Dass wir unsere debil daherkommenden Klugscheißer mit ihren endlosen Absonderungen über "Bolschewiken", "Diktatur" usw. in die Medien ließen. Dass wir Idioten erlaubten, ihre Heimat zu unterminieren und ungestraft in die Kommentare Verwünschungen gegen Russland zu streuen und dessen letztendlichen Tod zu beschwören, wegen dessen "endlich endgültigen Zusammenbruchs" zu frohlocken. Gehen Sie nur in die sozialen Netze und lesen sie dort! Da wird von Nordkorea geredet, und von Afghanistan. Von Tyrannen und Interventen. Aber, verehrte Russophobe und Sowjetophobe, alle Duldsamkeit und alle dreisten Taten haben einmal ihr Ende. Behaupten Sie später also nicht, man habe Sie nicht gewarnt. Aber das für später, sollen sie doch geifern wie tollwütige Hunde. Jetzt Nachrichten zu kommentieren, ist eine undankbare und riskante Sache, weil im Krieg (und der ist entfacht, ein umfassender und – bislang nur! – Medien- und Propagandakrieg) jeder Kommentar zu spät kommt, ein zukünftiger Kommentar gehört umgehend der Vergangenheit an. Politiker und Analytiker, hier wie im Ausland, wetteifern mit ihren Kindereien.

Quelle: Iswestija; Nr. 38, 02.03.2014; Externer Link: http://izvestia.ru/news/566844

Putin verdient den Nachimow-Orden - Der Schriftsteller Alexander Prochanow über Sieg und Wunder, die wir erwarten

Die Krim ist in aller Munde. Bangigkeit, Andacht, glänzende Augen. Abergläubische Vorahnungen: Ist es wirklich möglich, wird es wirklich geschehen? Wird die [ethnisch] russische Krim tatsächlich wieder mit Russland vereint sein? Davon spricht man in Sibirien und im Fernen Osten [Russlands], davon spricht man in den Riesenstädten und winzigen Dörflein. Alle Gedanken, alle Gebete gelten der Krim, sind Vorzeichen einer geheimnisvollen russischen Wiedergeburt, eines russischen geistigen Frühlings. Wir zählen die Tage und Stunden bis zum Referendum. Dass es bloß nicht scheitere. Dass bloß nicht wütende Banden die Krim überfallen. Dass nicht die Mehrfachraketenwerfer an den Straßensperren losgehen. Dass der Wille der Krimbewohner bloß nicht erschüttert werde oder, verhüt’s Gott, die [national]russische Politik sich verschiebe. In diesen Ängsten liegt auch etwas Religiöses, Erhabenes und Gebethaftes.

Quelle: Iswestija; 10. März 2014 Externer Link: http://izvestia.ru/news/567223

Vernichtende Niederlage des Westens. Der Ukraine und des Westens in der Ukraine

Andranik Migranjan, Politologe

[…] Merkwürdig, dass in den westlichen Medien, besonders den amerikanischen, gesagt wird, dass das Volk sich gegen die Regierung in Kiew erhoben habe. Daraus folgt: Wenn sie die Verfassung verletzt und einen Umsturz verübt haben, ist das normal; wenn aber das Volk auf der Krim ebenfalls beschlossen hat, angesichts der illegitimen Regierung in Kiew die ganze Macht in die eigene Hände zu nehmen und sich die örtlichen Behörden, die örtlichen Justiz- und Machtstrukturen zu unterstellen, gilt das nicht als normal, sondern als Verletzung irgendwelcher Gesetze. Das Vorgehen Russlands (sogar die Maßnahmen jener Einheiten, die einige Garnisonen ukrainischer Truppen blockierten) erfolgte sowohl in Übereinstimmung mit Vereinbarungen mit den Behörden der Krim als auch in Abstimmung mit dem derzeit noch amtierenden Präsidenten der Ukraine. Es ist daher lachhaft, von der Verletzung irgendwelcher Verträge zu sprechen, wenn hiergegen in Kiew Leute protestieren, die – aus der Sicht Russlands – einen bewaffneten Umsturz verübt haben und keine legitime Regierung darstellen.

Quelle: Iswestija; 6. März 2014 Externer Link: http://izvestia.ru/news/567089

Übersetzung: Hartmut Schröder

Fussnoten