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Umfragen: "Haben Sie Angst vor…?" Umfrageergebnisse des Lewada-Zentrums | Russland-Analysen | bpb.de

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Umfragen: "Haben Sie Angst vor…?" Umfrageergebnisse des Lewada-Zentrums

Lew Gudkow

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Die Angst vor staatlichen Repressionen ist in Russland in den letzten Jahren gewachsen. Die Angst vor Armut und Mittellosigkeit stagniert auf einem hohen Level.

Herausgeber der Länderanalysen

Gemeinsam herausgegeben werden die Russland-Analysen von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V., dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien, dem Leibniz- Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) gGmbH. Die bpb veröffentlicht sie als Lizenzausgabe.

Die Ängste von Russ:innen hängen stark von der gesellschaftlichen Schicht sowie den Informationsquellen ab, aus denen sie Nachrichten beziehen. (© picture-alliance/dpa, TASS)

Die Ängste stehen einerseits in umgekehrtem Zusammenhang zur Verfügbarkeit von sozialen Ressourcen wie etwa höherer oder spezialisierter (Aus-)Bildung, mehr Möglichkeiten in Großstädten und, insbesondere in Moskau, die Verfügbarkeit von Erfahrungen in der Gesellschaft. So ist in Moskau das allgemeine Niveau der Angst um 20 Prozent niedriger als im Durchschnitt, während Ängste in kleinen Städten 8 Prozent höher als der Durchschnitt liegen. Junge, ungebildete und schlecht ausgebildete Befragte, die Informationen lediglich aus dem Fernsehen und sozialen Netzwerke beziehen, fürchten sich stärker vor Armut. Andererseits ist der Grad der Angst mit den Besonderheiten der sozialen Rollen und der funktionalen Arbeitsteilung in der Gesellschaft verbunden. Im Allgemeinen ist sie bei Frauen 1,3-mal höher als bei Männern. Frauen sind die Bewahrerinnen einer wenig artikulierten informellen Existenzerfahrung, einer konservativen Anpassung an die Lebensbedingungen, einschließlich der Anpassung an Macht und Gewalt; sie sind für die primäre Sozialisation zuständig. Sie reproduzieren in höchstem Maße die sozialen Erfahrungen der Generationen, die Abhängigkeit von den äußeren Umständen, einschließlich der Werte des Überlebens.

Die Art der Bedrohungen und Ängste bei Jugendlichen und Erwachsenen unterscheidet sich nicht ihrer Struktur, sondern in der Intensität ihrer Ausprägung. Das höchste Niveau der Angst ist bei Frauen (vor allem im Alter von 40–55 Jahren), bei Menschen ohne Hochschulstudium oder mit niedrigem Bildungsgrad, geringer beruflicher Qualifikation, bei armen Menschen und Einwohner:innen von Kleinstädten und Dörfern festzustellen. Eine gewisse Rolle spielen dabei die staatlichen und staatlich-kontrollierten Medien, die von der Präsidialverwaltung kontrolliert werden. So sind die Indikatoren der Ängste im Allgemeinen bei den Befragten höher, die sich auf gesamtrussische Fernsehsender oder Medien, die zu kremlfreundlichen Holdings gehören (Radio, Zeitungen, Zeitschriften), beschränken. Im Gegensatz dazu ist der Grad der Angst bei Nutzer:innen des Internets und der sozialen Netzwerke insgesamt (mit Ausnahme der Bedrohung durch eine Rückkehr zu Massenrepressionen und der Aussicht auf ein repressiveres politisches Regime) spürbar geringer. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die Informationen auch aus Telegram-Kanälen beziehen. Quelle: Charakter und Struktur der Massenängste in Russland, Lewada-Zentrum, 21.04.2021, https://www.levada.ru/2021/04/21/harakter-i-struktura-massovoj-trevozhnosti-v-rossii/ .



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