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Kommentar: Die Risiken der Abhängigkeit von Atomkraftwerken in der Ukraine | Ukraine-Analysen | bpb.de

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Kommentar: Die Risiken der Abhängigkeit von Atomkraftwerken in der Ukraine

Iryna Holovko Kiew Von Iryna Holovko

/ 6 Minuten zu lesen

Dreißig Jahre nach der weltweit größten Atomkatastrophe in Tschernobyl ist die Ukraine noch immer stark von Kernenergie abhängig. Es ist also höchste Zeit für die Ukraine, den Weg des Ausstiegs aus der Atomtechnologie einzuschlagen. Aufgrund alternder Reaktoren, des militärischen Konflikts im Osten des Landes und des ungelösten Problems radioaktiver Abfälle steigen nun die Risiken.

Herausgeber der Länderanalysen

Die Ukraine-Analysen werden von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V., dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien, dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) gGmbH gemeinsam herausgegeben. Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb veröffentlicht die Analysen als Lizenzausgabe.

Sperrzone in Tschernobyl (© picture alliance/abaca)

Nach der Tragödie von Tschernobyl im April 1986 wurden die verheerenden Folgen der "friedlichen Atomnutzung" deutlich und erhielten Anerkennung sowohl von der Ukraine als auch von vielen anderen Ländern weltweit. Nachdem die Ukraine 1991 ihre Unabhängigkeit erlangt hatte, wurde ein Moratorium für den Bau neuer Atomkraftwerke verhängt. Existierende Kraftwerke durften aber weiter betrieben werden. 1993 wurde das Moratorium aufgehoben, und von 1996–2004 wurden drei neue Reaktorblöcke gebaut – parallel zur Schließung der drei übrigen Blöcke im Kraftwerk von Tschernobyl.

Heute gibt es 15 aktive Reaktorblöcke in der Ukraine, alle sowjetischer Bauart (s. Tabelle 1 auf S. 19). Sie sind vom Typ WWER und befinden sich an vier Standorten über das ganze Land verteilt. Der letzte Reaktor vom Typ RBMK im Atomkraftwerk Tschernobyl wurde 2001 abgeschaltet. 12 der 15 Blöcke nahmen ihre Arbeit noch zur Zeit der UdSSR auf. Nun, zwischen 2010 und 2020, erreichen alle nach und nach das Ende ihrer vorgesehenen 30-jährigen Lebensdauer. Vier Blöcke erhielten bereits eine Genehmigung für eine Verlängerung der ursprünglich geplanten Laufzeit um 10–20 Jahre (Riwne 1 und 2, Süd-Ukraine 1 und 2).

Die Laufzeitverlängerung aller 12 betreffenden Reaktorblöcke ist Teil der gegenwärtigen Energiestrategie der Ukraine, die zum Ziel hat, den aktuellen Anteil an Atomenergie zu erhalten. Offiziell wird verkündet, dass es notwendig ist, alle Blöcke weiter zu betreiben, da die Regierung eine stabile Energieversorgung und genügend zusätzliche Energie für das erwartete Wirtschaftswachstum sicherstellen muss. Bis 2014 hatte Atomenergie einen Anteil von bis zu 47 Prozent an der Stromerzeugung der Ukraine. Ende 2015 hatte sich der Anteil auf 56 Prozent erhöht, da sich sowohl der Energiebedarf insgesamt als auch die Erzeugung aus Kohlekraftwerken verringerte. Konfliktbedingt hat die Ukraine die Kontrolle über Bergwerke im Osten verloren. Die Kohleförderung ist stark eingebrochen, sodass nicht genügend Brennstoff zur Verfügung steht. Die absolute Stromerzeugung durch Atomkraftwerke ging 2015 dennoch um 0,83 Prozent zurück, denn zeitgleich schrumpfte die Stromnachfrage im Land insgesamt. Der Anteil der Kernenergie an der Primärenergieversorgung des Landes lag 2014 bei 22 Prozent.

Fünf Risiken der Abhängigkeit von Atomkraftwerken in der Ukraine

Legt man die Kriterien der Energiesicherheit zugrunde ist vor allem die Konzentration der Hälfte der Stromerzeugung auf nur vier Kraftwerksstandorte riskant. Im Dezember 2014 führte ein Zwischenfall in Block 3 des Kraftwerkes in Saporischschja zum Abschalten des Reaktors (s. Dokumentation in den Ukraine-Analysen 144). Dieser Block produziert mehr als 4 Prozent der Energie für die Ukraine, und das Abschalten führte zu Stromausfällen in großen Teilen des Landes sowie zu einer Panik in den europäischen Medien und der Öffentlichkeit. Je größer der Anteil an zentralisierter Energieproduktion eines Landes ist, umso höher sind auch die Risiken für die Energiesicherheit.

Alternde Reaktoren können jedoch nicht nur zu Stromausfällen führen, sondern bergen die große Gefahr von Unfällen, bei denen Radioaktivität austritt. Die Wahrscheinlichkeit von Unfällen steigt mit dem Alter der Reaktoren. Auch wenn sie nachgerüstet werden, bleibt das Risiko bestehen, denn sie enthalten Komponenten, die nicht ersetzt werden können, wie den Reaktordruckbehälter und das Containment (Sicherheitsbehälter), deren Zustand sich mit zunehmendem Alter verschlechtert. Aufgrund der steigenden Gefahren ist es notwendig, dem Thema Atomsicherheit mehr Aufmerksamkeit zu schenken und die Transparenz von Entscheidungsprozessen zu erhöhen. Nach Fukushima wurden in ukrainischen Atomkraftwerken Stresstests durchgeführt, doch selbst die dabei festgelegten dringend notwendigen Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit werden nicht planmäßig durchgeführt, sondern um Jahre verschoben. Die ukrainische Energiesicherheitsbehörde hat die Entscheidung zur Laufzeitverlängerung der Reaktorblöcke 2013 und 2015 getroffen, obwohl eine Reihe von unbedingt erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen noch nicht vollständig umgesetzt wurde. 2015 zeigte eine unabhängige Studie von CEE Bankwatch Network, dass ein Reaktordruckbehälter im Block 1 des Kraftwerks Süd-Ukraine mehrere gefährliche Schwachstellen hat, die zum Entstehen von mikroskopisch kleinen Rissen in der Metallhülle des Behälters führen könnten. Der festgestellte Verschleiß an einigen Teilen des Reaktorbehälters übersteigt die Toleranzgrenze bereits um das Zehnfache.

Europäische Geldgeber, namentlich die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) und Euratom, finanzieren ein Programm zur Verbesserung der Sicherheit ukrainischer Atomkraftwerke mit Krediten in Höhe von 600 Millionen Euro an das ukrainische Staatsunternehmen Energoatom, das die Kraftwerke betreibt. Diese Kredite wurden 2013 bewilligt und hatten zum Ziel, die Sicherheit der ukrainischen Atomreaktoren zu verbessern. Gleichzeitig waren daran bestimmte Bedingungen und der Wunsch geknüpft, Mitsprache bei der Entwicklung des Atomsektors der Ukraine zu haben. Tatsächlich wurde die EBWE von der ukrainischen Regierung weder konsultiert noch informiert, als diese im September 2015 die Entscheidung traf, die Deadline für die Umsetzung des Programms von 2017 auf 2020 zu verschieben. Bei der Lieferung des nuklearen Brennstoffs, der Lagerung und Wiederaufarbeitung von verbrauchtem Brennstoff von drei AKW ist die Ukraine zum jetzigen Zeitpunkt fast vollständig abhängig von Russland (Brennstoff von Westinghouse wird derzeit an gerade zwei Blöcken, gemischt mit russischem Brennstoff, getestet). Die andauernde Abhängigkeit der atomaren Energieerzeugung von der Versorgung durch ein Land, das einen militärischen Konflikt mit der Ukraine angezettelt hat, stellt ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko dar.

Seit 2005 wird daran gearbeitet, die Lieferungen zu diversifizieren, aber bis heute wurde keine endgültige Entscheidung zur technischen Machbarkeit der Nutzung von Westinghouse-Brennstoff getroffen. Auch gibt es keine Klarheit darüber, wie viel Brennstoff Westinghouse für die Ukraine überhaupt produzieren und liefern kann. Atomkraftwerke sind für die Nutzung in Friedenszeiten gebaut. Zum ersten Mal in der Geschichte findet in einem Land, das Kernreaktoren betreibt, ein bewaffneter Konflikt statt. Vor 2014 wurde diese Sorge ignoriert und von der Atomindustrie als theoretische und grundlose Angst von Kernkraftgegnern abgetan. Der fortwährende bewaffnete Konflikt in der Ostukraine verstärkt das Risiko eines atomaren Unfalls aufgrund von Aggressionen wie Sabotage, Terrorangriffen oder Kriegshandlungen. Die Gebäude von Atomreaktoren und die Behälter für Atommüll auf dem Gelände der Kraftwerke können einem möglichen Beschuss oder dem Aufprall eines großen Flugzeugs nicht standhalten. Risiken, die mit militärischen Konflikten und ihrer potenziellen Eskalation einhergehen, sind nicht Teil von Risikobewertungen, die vor Entscheidungen zu Laufzeitverlängerungen durchgeführt werden.

Das Problem der Lagerung von verbrauchtem Atombrennstoff ist nach wie vor ungelöst. In all den Jahren der ukrainischen Unabhängigkeit hat das Land seinen Atommüll aus drei Kraftwerken (Riwne, Süd-Ukraine und Chmelnyzkyj) nach Russland gebracht, wo er wiederaufbereitet und gelagert wurde. Dieser Service kostet das Land jährlich etwa 200 Millionen US-Dollar. Unterdessen sollte die Ukraine ein Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle bauen, die während der Wiederaufarbeitung entstehen, und nach 2013 sollten diese Abfälle dorthin zurückgebracht werden. Gegenwärtig gibt es jedoch eine Vereinbarung, die Rückkehr des ukrainischen Atommülls bis 2018 zu verschieben; der Bau des Zwischenlagers ist gestoppt, und seine termingerechte Fertigstellung steht in Frage. Ab 2018 wird die Ukraine schwerwiegende Sanktionen erleiden, wenn das Land die radioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung seiner alten Brennstäbe nicht zurücknehmen kann.

2013 genehmigte die staatliche Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit eine Machbarkeitsstudie für den Bau eines zentralisierten Trockenlagers für verbrauchten Brennstoff in der Sperrzone um Tschernobyl. Ende 2015 gewann Holtec International die Ausschreibung für das Projekt. Seitdem erhöhten sich die Kosten von 126 Millionen US-Dollar auf 300 Millionen. Der Bau kann nicht fortgesetzt werden, da sich die Regulierungsbehörde weigert, die Kosten in den Tarif von Energo­atom aufzunehmen. Außerdem gibt es Schwierigkeiten bei der Zuweisung von Flächen in der Sperrzone. Ab 2018 wird die Ukraine aber auch keinen Atommüll mehr zur Zwischenlagerung nach Russland schicken können.

Fazit

Obwohl sich in der Ukraine die weltweit schlimmste Atomkatastrophe ereignet hat, bleibt das Land stark abhängig von Atomkraft. Es gibt historische Umstände, die diese Abhängigkeit verstärkt haben: "kostenlose" Kapazitäten zur Energieerzeugung, die von der UdSSR geerbt wurden, kostenloser nuklearer Brennstoff aus Russland in den 1990ern sowie die Praxis aller ukrainischen Regierungen, eine Reihe von Nebenkosten (zum Beispiel für den Bau von Zwischen- und Endlagern für den Atommüll oder die Stilllegung von Reaktorblöcken) auszulagern. All dies ermöglichte die scheinbar "billige" Kernkraft in der Ukraine.Atomkraft wird auch von der heutigen Regierung noch als preiswert und "umweltfreundlich" gepriesen, aber in den vergangenen 30 Jahren hat sich die Situation verändert. Die Lebensdauer der meisten Atomreaktoren ist bald vorbei, es gibt keine Möglichkeit, die Lösung des Problems der Atommülllagerung weiter aufzuschieben, und die Energie- und Atomsicherheit sind aufgrund des Konfliktes mit dem Lieferanten des nuklearen Brennstoffs zu Schlüsselfragen geworden. Es gibt also mehr als genug Gründe für die Ukraine, über ein Ende der Atomkraft nachzudenken.

Übersetzung aus dem Englischen: Susanne Konschak

Fussnoten

Iryna Holovko ist die Energie-Campaignerin des CEE Bankwatch Netzwerks im Nationalen Ökologischen Zentrum der Ukraine, Kiew. Sie hat ein Studium der Ökologie und des Umweltschutz an der Kyiv Mohyla Akademie mit dem Magister abgeschlossen.