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Dokumentation: Fälle von Entzug der parlamentarischen Immunität durch die Werchowna Rada seit 2014 | Ukraine-Analysen | bpb.de

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Zum Widerstand in den besetzten Gebieten Analyse: „Eine Schule der Korruption“: Illegale Finanzen in den von Russland besetzten Gebieten Dokumentation: Kurzzusammenfassungen ausgewählter Berichte zur aktuellen Lage in den von Russland besetzten Gebieten Karte: Das von der Russischen Föderation besetzte ukrainische Territorium (Stand: 12.06.2025) Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Lehren aus den Minsker Abkommen (05.06.2025) Analyse: Lehren aus den Minsk-Verhandlungen für die Beilegung des aktuellen Krieges Analyse: Das Minsk-Abkommen von 2015 – zehn Lehren für 2025 Umfragen: Einstellungen der ukrainischen Bevölkerung zu den Minsker Vereinbarungen sowie zu möglichen Friedensverhandlungen Dokumentation: Lesetipps: Lehren aus den Minsker Abkommen Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Wahlen im Krieg? (20.05.2025) Analyse: Hürden und Herausforderungen für Wahlen in der Ukraine Analyse: Warum Wahlen in der Ukraine den Russisch-Ukrainischen Krieg nicht beenden können Dokumentation: Statement of Ukrainian Non-Governmental Organizations on the Impossibility of Holding Democratic Elections without the Sustainable Peace Umfragen: Einstellung der ukrainischen Bevölkerung zu Wahlen im Krieg Chronik: Hinweis auf das Online-Angebot Arbeitsmarkt / Wirtschaftsentwicklung (11.04.2025) Analyse: Der ukrainische Arbeitsmarkt in Kriegszeiten Statistik: Kennzahlen für den Arbeitsmarkt Umfragen: Selbsteinschätzung der materiellen Lage Analyse: Wirtschaftsentwicklung weiterhin durch Krieg gebremst Statistik: Wirtschaftskennziffern Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Rüstungsindustrie (25.03.2025) Analyse: Wovon die ukrainische Rüstungsindustrie lebt und was ihr Wachstum behindert Interview: Die europäischen Staaten müssen die Ärmel hochkrempeln, mit dem Jammern aufhören und ihre Forderungen stellen Dokumentation: US-amerikanische Unterstützung der Ukraine mit Schwerpunkt auf Militärhilfe Kommentar: Europas Rüstungsindustrie im Stresstest: Warum die Unterstützung der Ukraine stockt Dokumentation: Rüstungsindustrie in Europa Dokumentation: Konflikt zwischen Verteidigungsministerium und Rüstungsbeschaffungsbehörde / Korruption in der Rüstungsbeschaffung Chronik: Hinweis auf die Online-Chronik Kriegsgeschehen / Friedensverhandlungen (24.02.2025) Analyse: Das Jahr 2024 aus militärischer Sicht: Von Awdijiwka über Pokrowsk bis Kursk Statistik: Militärische Entwicklung in Grafiken und Zahlen Analyse: Welche Strategie verfolgt der russische Luftkrieg gegen die Ukraine und wie kann man Städte und zivile Infrastruktur besser schützen? 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Dokumentation: Fälle von Entzug der parlamentarischen Immunität durch die Werchowna Rada seit 2014

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Herausgeber der Länderanalysen

Erstellt werden die Ukraine-Analysen von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien und der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde. Die bpb veröffentlicht sie als Lizenzausgabe.

Seit der Revolution der Würde häuft sich der Entzug der parlamentarischen Immunität von Abgeordneten durch die Werchowna Rada. (© picture-alliance/dpa, RIA Novosti)

Am 11. Juli 2017 stimmte die Werchowna Rada über den Entzug der parlamentarischen Immunität von fünf Abgeordneten ab. Drei Abgeordneten wurde ihre Immunität entzogen, zwei Anträge gegen junge Abgeordnete erhielten nicht genug Stimmen und waren damit nicht erfolgreich. Wir dokumentieren hier sämtliche Fälle des Entzugs der parlamentarischen Immunität seit der Revolution der Würde. Wie die Tabelle unten zeigt, ist der Immunitätsentzug in letzter Zeit zu einer verbreiteten Praxis geworden. In den letzten vier Jahren gab es zehn solche Fälle, während in den zwanzig Jahren zuvor nur neun stattgefunden haben. Ähnlich wie zu Kutschma-Zeiten (vier Fälle), wird den Abgeordneten unter Poroschenkos Präsidentschaft vor allem Korruption vorgeworfen. Zum Vergleich: Zu Janukowitsch-Zeiten (drei Fälle) war die unfreiwillige Abgabe der parlamentarischen Immunität in erster Linie politisch motiviert und wurde nicht von den Strafverfolgungsbehörden, sondern vom Obersten Gericht der Ukraine gefordert.

Derzeit wird die Immunität entweder jungen und dementsprechend unerfahrenen bzw. nicht gut vernetzten Abgeordneten entzogen oder der "alten Garde" aus der ehemaligen Partei der Regionen. In drei der zehn Fälle spielte dabei die neue Antikorruptionsbehörde NABU die entscheidende Rolle (z. B. im Fall Onischtschenko und in der sog. Bernstein-Affäre). Die Bilanz dieser Fälle bleibt aber bescheiden: Drei der zehn Abgeordneten der ehemaligen Partei der Regionen (Klujew, Zarjow, Onischtschenko) haben das Land bereits verlassen, nach ihnen wird bisher erfolglos gefahndet. Die weiteren drei Abgeordneten (Novinksij, Melnitschuk, Mosijtschuk) üben ihre Abgeordnetenfunktionen weiter aus. In diesen Fällen war der Entzug der Immunität vor allem politisch motiviert und wurde in einem Fall sogar durch das Oberste Gericht storniert. Nur in den jüngsten vier Fällen sind die Ermittlungen in vollem Gange. In einem Fall wurde sogar der Versuch einer Flucht ins Ausland unterbunden.

Trotz der Häufigkeit des Entzugs der parlamentarischen Immunität stellt diese Praxis keinen echten Kampf gegen Korruption dar. So wird sie höchst selektiv gegen Abgeordnete angewendet, um Forderungen aus der Zivilgesellschaft entgegenzuwirken. Darüber hinaus haben zwei Parteien – Vaterland und Selbsthilfe – im Vorfeld der Parlamentswahlen 2014 versprochen, die parlamentarische Immunität abzuschaffen. Das Thema wurde später auch vom Präsidenten Poroschenko zur Priorität erklärt. Seitdem hat das Parlament bereits zweimal über Gesetze zum Entzug der parlamentarischen Immunität abgestimmt (im Februar 2015 und im Oktober 2017, s. den Interner Link: Beitrag von Zajaczkowski), in beiden Fällen wurden die Gesetzentwürfe an das Verfassungsgericht zur Überprüfung geschickt. Trotz der positiven Entscheidung des Verfassungsgerichts im ersten Fall bevorzugen es sowohl Parlament als auch Präsident, die endgültige Entscheidung über diese Frage bis in die Ewigkeit hinauszuzögern.

Katerina Bosko, Redaktion der Ukraine-Analysen







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