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Die iranische Diaspora in Deutschland und der Welt | Migrationspolitik im Fokus | bpb.de

Migrationspolitik im Fokus Archiv Monatsrückblick Migrationspolitik – Mai 2024 Juni 2024

Die iranische Diaspora in Deutschland und der Welt

Vera Hanewinkel Christina Mecke

/ 9 Minuten zu lesen

Der Krieg im Iran 2026 führt zu neuen Fluchtbewegungen innerhalb des Landes. Gleichzeitig leben bereits viele Menschen im Ausland. Wo leben sie und was kennzeichnet die iranische Diaspora?

Protest gegen das iranische Regime vor dem Brandenburger Tor (Aufnahmedatum: 03.01.2018). (© picture-alliance, Paul Zinken)

Am 28. Februar 2026 griffen Israel und die USA mit Luftschlägen den Iran an. Seitdem sind laut UN-Flüchtlingshilfswerk (Interner Link: UNHCR) bis zu Externer Link: 3,2 Millionen Menschen innerhalb des Irans vertrieben worden (Stand: 13. April 2026). UNHCR geht davon aus, dass die Zahl der Binnenvertriebenen weiter steigen wird. Von den Vertreibungen betroffen sind auch die Externer Link: schätzungsweise 1,65 Millionen Menschen, die als Geflüchtete im Iran leben und überwiegend aus Afghanistan stammen. In benachbarten Staaten wie der Türkei, aber auch in europäischen Staaten wie Deutschland, in denen bereits ein großer Teil der iranischen Interner Link: Diaspora lebt, wächst die Sorge vor umfangreichen Fluchtbewegungen aus dem Iran.

Bis Mitte März hat das Auswärtige Amt mehr als 1.100 deutsche Staatsangehörige evakuiert, vor allem Reisende, die wegen der Sperrung der Lufträume mehrerer Staaten in der Golfregion festsaßen. Mehrere Tausend weitere Deutsche wurden von ihren Reiseveranstaltern zurückgeholt. Das Personal der Deutschen Botschaft Teheran wurde aus Sicherheitsgründen vorübergehend aus dem Iran abgezogen, sodass derzeit keine konsularische Unterstützung im Land besteht.

Bereits vor Ausbruch des Kriegs hatte das Auswärtige Amt vor allem Menschen mit deutscher und iranischer Staatsangehörigkeit (was häufig vorkommt, da Iran nicht aus der Staatsangehörigkeit entlässt) vor Reisen in den Iran gewarnt. Dort kommt es immer wieder zu willkürlichen Verhaftungen. Die jüngsten Interner Link: Proteste gegen das Interner Link: Regime der Islamischen Republik Iran wurden mit extremer Gewalt niedergeschlagen: Bei Interner Link: Demonstrationen im Dezember 2025 und Januar 2026 wurden verschiedenen Schätzungen zufolge bis zu 30.000 Menschen getötet und Tausende festgenommen.

Was ist eine Diaspora?

Eine Diaspora bezeichnet eine ethnische und/oder religiöse Gemeinschaft, deren Mitglieder außerhalb ihres Herkunftslandes leben, aber über Generationen hinweg enge soziale, kulturelle und/oder emotionale Bezüge zu diesem aufrechterhalten. Charakteristisch ist dabei eine gemeinsame Migrations-, Flucht- oder Vertreibungsgeschichte sowie ein kollektives Zugehörigkeitsgefühl, das sich auf eine reale oder auch vorgestellte (imaginierte) Heimat bezieht.

Diasporische Identität entsteht im Spannungsfeld zwischen Herkunftsland und Aufnahmegesellschaft: Sie speist sich aus gemeinsamen Erfahrungen, innerer Gruppensolidarität und transnationalen Beziehungen. Anders als andere Mmigrantische:inneng Gruppen zeichnen sich Diasporen insbesondere durch ihre grenzüberschreitenden Bindungen und Loyalitäten aus, die sowohl individuell als auch gemeinschaftlich gepflegt werden und sich im Laufe der Zeit verändern können.

Die iranische Diaspora in der Welt

Weltweit leben UN-Schätzungen zufolge über Externer Link: 1,7 Millionen im Iran geborene Menschen im Ausland. Die meisten von ihnen haben das Land aus politischen Gründen verlassen. Hinzu kommt eine schwer zu beziffernde Zahl der Nachkommen von ausgewanderten oder geflüchteten iranischen Staatsangehörigen. Die iranische Diaspora ist damit deutlich größer als die Zahlen der im Ausland lebenden und im Iran geborenen Menschen; sie wird auf vier bis sechs Millionen geschätzt und wächst seit Jahrzehnten kontinuierlich.

Die wichtigsten Zielregionen für iranische Staatsangehörige sind nach Angaben des International Migrant Stock 2024 der Vereinten Nationen Europa und Nordamerika, wohin insgesamt mehr als 1,3 Millionen Menschen ausgewandert sind. Mit großem Abstand folgen Nordafrika und der Nahe Osten (ungefähr 285.000) sowie Australien und Neuseeland (ca. 94.000) als wichtigste Zielregionen.

Die iranische Diaspora ist sehr divers mit Blick auf Merkmale wie die ethnische oder religiöse Zugehörigkeit, Sprache, politische Ausrichtung, Bildung, Aufenthaltsstatus oder Zeitpunkt und Motivation der Emigration.

Große Migrationsbewegungen aus Iran

Die größten Migrationsbewegungen aus Iran in den vergangenen Jahrzehnten lassen sich grob in mehrere Phasen unterteilen. Diese Phasen überlappen sich zum Teil und sind nicht immer trennscharf zu unterscheiden:

Das Schah-Regime 1950 bis 1979

Unter Duldung des Westens stieg Mohammed Reza Schah in den 1950er und 1960er Jahren zum Alleinherrscher Irans auf. Die stark auf die staatliche Öl-Industrie ausgerichtete Wirtschaftspolitik ermöglichte ein gewisses Maß gesellschaftlicher Modernisierung. In dieser Zeit schickten viele besserverdienende Familien ihre Kinder zum Studieren ins Ausland. So studierten etwa 1977/78 ca. 100.000 iranische Staatsangehörige im Ausland, mehr als ein Drittel von ihnen in den USA. Auch das Vereinigte Königreich, Westdeutschland und Frankreich waren unter iranischen Studierenden beliebt. In den USA waren sie Ende der 1970er Jahre sogar die größte Gruppe ausländischer Studierender.

Islamische Revolution 1979

Ab den 1960er Jahren kam es im Iran zunehmend zu schweren Unruhen und Protesten gegen die autoritäre Herrschaft von Schah Mohammed Reza. Die eigentliche „Islamische Revolution“ begann Anfang 1978, als es zu Massenprotesten und Demonstrationen kam, die gewaltsam niedergeschlagen wurden. Die Herrschaft des Schahs schwand zusehends. Im Januar Interner Link: 1979 floh er ins Ausland, im Februar kehrte Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Khomeini aus dem Exil zurück. Am 1. April desselben Jahres wurde die Islamische Republik Iran offiziell ausgerufen.

Viele der iranischen Studierenden blieben daraufhin im Ausland und holten nun auch ihre Familien nach. Aus der Anhängerschaft des Schahs und seiner ehemaligen Regierung flohen zudem viele mit ihren Familien aus dem Iran, etwa Menschen, die in der Verwaltung, im Militär oder im Bankenwesen gearbeitet hatten, ebenso wie Angehörige jüdischer, christlicher, zoroastrischer oder bahaistischer Minderheiten.

Repressionen durch das Regime ab 1979

Mit der Durchsetzung der Interner Link: iranischen Theokratie flohen vor allem liberale und sozialistische Oppositionelle, ebenso wie junge Männer, die dem Militärdienst im Zuge des Interner Link: Iran-Irak-Kriegs (1980-1988) entkommen wollten. Als das Regime immer restriktiver gegen Frauen vorging, etwa die Verschleierungspflicht einführte oder Bildungsmöglichkeiten einschränkte, verließen auch deswegen viele Familien den Iran. Ein großer Teil der intellektuellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Elite emigrierte.

Ökonomische Krisen ab 1995

Im Zuge mehrerer ökonomischer Krisen verließen erneut Zehntausende die Islamische Republik. Dies betraf erstmals nicht nur Hochqualifizierte, sondern auch eine signifikante Zahl von Menschen mit geringerem Einkommen. Diese suchten vor allem über das Asylsystem Zuflucht im Ausland, wobei sich Deutschland zum Hauptzielland entwickelte. Insgesamt kamen von 1990 bis 2024 netto rund 200.000 iranische Staatsangehörige in die Bundesrepublik.

Iranische Migrationsbewegungen seit dem 11. September 2001

Nach den Interner Link: Terroranschlägen des 11. September 2001 verschärften die USA ihre Einreise- und Aufnahmegesetze auch für iranische Staatsangehörige. Obwohl der Iran selbst nicht mit den Anschlägen in Verbindung stand, wurde das Land insbesondere durch den Konflikt um sein Atomprogramm und die Unterstützung von islamistischen Terrorgruppen wie der libanesischen Interner Link: Hisbollah zur „Achse des Bösen“ gezählt. Daraufhin gingen die Einreisen von iranischen Staatsangehörigen in den USA deutlich zurück (2002: 17.000; 2003: 9.000, Angaben gerundet); andere Länder gewannen als Migrationsziele an Bedeutung.

Größere Fluchtbewegungen seit 2009

Aufgrund von politischen Repressionen, daraus folgenden Protesten und der gewaltvollen Reaktion des iranischen Regimes kam es zu größeren Fluchtbewegungen. Beispielsweise führte der gewaltsame Tod der von der iranischen Sittenpolizei in Gewahrsam genommenen 22-jährigen Jina Mahsa Amini im September Interner Link: 2022 zu landesweiten Protesten und der Inhaftierung und Ermordung tausender Demonstrierender. In diesem Kontext wurden in einigen Staaten steigende Zahlen iranischer Schutzsuchender erfasst. So stieg etwa die Zahl der in der EU erfassten Asylanträge von iranischen Staatsangehörigen leicht an. In Deutschland wurden 2023 beispielsweise 9.384 Erstanträge gestellt und damit mehr als im Vorjahr (2022: 6.322). Die Zahl der iranischen Asylsuchenden erreichte in der Bundesrepublik allerdings nicht annähernd den Umfang des Jahres 2016, als im Zuge der vInterner Link: or allem 2015 stattfindenden umfangreichen Einreisen von Schutzsuchenden 26.426 iranische Staatsangehörige einen Erstantrag auf Asyl stellten.

Die iranische Diaspora in den USA

Die größte iranische Diaspora gibt es in den Vereinigten Staaten von Amerika. Nach einer Auswertung von Zensusdaten durch das Pew Research Center lebten 2024 rund 750.000 Menschen in den USA, die entweder im Iran geboren worden waren, sich selbst in Bevölkerungszählungen als „iranisch“ oder als von ihnen abstammend bezeichneten oder mindestens ein Elternteil haben, das in eine dieser Kategorien fällt.

Die meisten kamen in den 1980er Jahren infolge der Interner Link: Islamischen Revolution und dem Iran-Irak-Krieg in die USA. Gut die Hälfte der Iran-stämmigen Menschen in den USA leben im Bundesstaat Kalifornien (375.000), gefolgt von Texas (55.000) und New York (40.000). Die USA hatten das Schah-Regime als Verbündeten gegen die Interner Link: Sowjetunion und im Interesse westlicher Öl-Politik unterstützt. Nach der Islamischen Revolution 1979 flohen zahlreiche Menschen, die der Monarchie nahegestanden hatten, aber auch andere nun verfolgte Gruppen ins Ausland, wobei die USA aufgrund bestehender politischer, wirtschaftlicher und bildungsbezogener Verbindungen zu einem zentralen Zielort dieser Migrierenden wurden. Viele von ihnen waren sehr gut ausgebildet, was auch den Externer Link: durchschnittlich hohen Bildungsgrad unter iranischen Eingewanderten in den USA erklärt. Hier gibt es eine hohe Konzentration Iran-stämmiger Führungskräfte, ebenso wie im Bereich der Selbstständigkeit und des Unternehmertums.

Die iranische Diaspora in Deutschland

Die weltweit zweitgrößte iranische Diaspora lebt in Deutschland. Die Bundesrepublik ist damit auch das wichtigste Ziel iranischer Migration in Europa. Das Statistische Bundesamt erfasste im Mikrozensus 2024 Externer Link: 324.000 Menschen mit iranischem Migrationshintergrund. Die meisten davon (255.000) haben eigene Migrationserfahrung, sind also selbst nach Deutschland eingewandert.

Viele von ihnen sind, anders als in den USA, nicht Ende der 1970er und in den 1980er Jahren nach Deutschland gekommen, sondern erst im letzten Jahrzehnt. Belief sich die Nettozuwanderung aus dem Iran in die westdeutsche Bundesrepublik 1979 auf rund 3.200, 1980 auf etwa 6.900 und 1981 auf knapp 1.100 Personen, so kamen allein 2023 netto rund 18.872 iranische Staatsangehörige nach Deutschland, 2024 waren es 16.319. Die Zuwanderungsgründe sind vielfältig und reichen von Erwerbstätigkeit, über die Familiengründung und die Suche nach Schutz vor Verfolgung bis hin zur Bildungsmigration.

Seit Jahrzehnten spielt Asyl eine wichtige Rolle mit Blick auf die iranische Migration nach Deutschland: Seit Mitte der 1980er Jahre ist der Iran unter den Hauptherkunftsländern Asylsuchender vertreten. 2016 hatten 26.426 iranische Staatsangehörige erstmals einen Antrag auf Asyl in Deutschland gestellt. Das war der höchste Wert in den vergangenen 25 Jahren. Im Anschluss sanken die Zahlen wieder, lagen 2017 bis 2019 und erneut 2023 dennoch vergleichsweise hoch zwischen jährlich mehr als 8.000 bis 11.000 Anträgen. 2025 stellten 2.271 iranische Staatsangehörige erstmals einen Asylantrag in Deutschland.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entschied 2025 über die Asylanträge von 11.626 iranischen Staatsangehörigen, 2.650 Personen erhielten einen Schutzstatus oder ein Abschiebungsverbot. Ende Mai 2025 hielten sich insgesamt 19.831 iranische Staatsangehörige in Deutschland auf, deren Asylantrag abgelehnt worden war.

Infolge der blutigen Niederschlagung der jüngsten Proteste im Iran verhängten Anfang 2026 mehrere Bundesländer einen vorübergehenden Stopp von Abschiebungen in den Iran. Dorthin waren im Gesamtjahr 2025 18 Personen abgeschoben worden.

Der Großteil der iranischen Staatsangehörigen in Deutschland (rund 74 Prozent) ist zwischen 25 und 64 Jahren alt und damit im erwerbsfähigen Alter. Im Vergleich mit vielen anderen Gruppen ausländischer Staatsangehöriger aus Fluchtkontexten sind sie sehr gut in den deutschen Arbeitsmarkt integriert; ihre Erwerbsquoten entsprechen denen von in Deutschland lebenden EU-Staatsangehörigen.

Gleichzeitig ist wichtig zu betonen, dass nicht alle iranischen Staatsangehörigen als Schutzsuchende nach Deutschland gekommen sind: Von den 20.040 iranischen Personen, die beispielsweise 2024 nach Deutschland einwanderten, kamen 2.100 Personen zu Bildungszwecken (Studium, Ausbildung) ins Land, weitere 1.495 erhielten einen Aufenthaltstitel zu Erwerbszwecken.

Viele iranische Staatsangehörige in Deutschland haben einen akademischen Abschluss, arbeiten sozialversicherungspflichtig und gehen einer Fachkräftetätigkeit nach. Sie arbeiten dabei häufiger als der Durchschnitt der ausländischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter im Gesundheitswesen. Ende 2024 gab es Externer Link: laut Bundesärztekammer mehr als 1.600 berufstätige iranische Ärztinnen und Ärzte in Deutschland. Sie stellen hierzulande damit die nach Syrien (rund 6.600) zweitgrößte Gruppe in diesem Berufsfeld aus einem Land außerhalb Europas.

Die iranische Diaspora in Kanada

Auch Kanada ist ein bedeutender Zielstaat iranischer Migration. 2021 zählte der Iran zu den zehn zahlenstärksten Herkunftsländern von Eingewanderten: Knapp 183.000 in Kanada lebende Menschen waren im Iran geboren.

Bis in die späten 1970er Jahre hinein war die Migration aus Iran nach Kanada gering; die meisten Einwandernden in jener Zeit kamen zu Bildungszwecken oder aus wirtschaftlichen Gründen ins Land. Mit der Islamischen Revolution nahm die Zuwanderung zu: Insbesondere in den 1980er und 1990er Jahren kamen jährlich mehrere Tausend nach Kanada, viele aus politischen Gründen. Die Zuwanderung konzentrierte sich dabei auf Kanadas große Städte, vor allem auf Toronto, gefolgt von Vancouver und Montreal.

Wie in den USA und in Deutschland zeichnet sich auch die Iran-stämmige Bevölkerung Kanadas durch ein hohes Bildungsniveau aus. Die Diaspora ist insgesamt sehr heterogen und wenig geeint – mit vielfältigen Hintergründen in Bezug auf die soziale Schicht, ethnische Zugehörigkeit, Religion, Politik und Weltanschauung. Im Gegensatz zu vielen Eingewanderten aus Irans Nachbarländern Afghanistan und Pakistan bezeichnen sich die meisten Iran-stämmigen Menschen in Kanada als säkular.

Die iranische Diaspora in der Türkei

In der Region ist das wichtigste Zufluchtsland die Türkei. Iranische Staatsangehörige dürfen sich visumfrei bis zu 90 Tage in der Türkei aufhalten. 2024 lebten nach Regierungsangaben rund 96.000 iranische Staatsangehörige im Land. Viele von ihnen kamen erst seit 2021 in die Türkei. Insgesamt ist der Iran das fünftwichtigste Herkunftsland von Eingewanderten.

Die UN schätzen die im Iran geborene Bevölkerung in der Türkei auf knapp Externer Link: 200.000 Menschen. Gleichzeitig emigrieren viele iranische Staatsangehörige auch wieder aus der Türkei, zumeist Richtung Europa oder Nordamerika, sodass die Nettomigration 2023 und 2024 negativ war.

Istanbul ist zu einem Zentrum der iranischen Diaspora geworden. Die Zahl iranischer Restaurants, Kulturorte und Unternehmen wächst kontinuierlich. Die türkische Industrie- und Handelskammer berichtete, dass die meisten von türkischen Staatsangehörigen im Jahr 2025 gegründeten Unternehmen in Zusammenarbeit mit iranischen Staatsangehörigen entstanden seien. Die Gründung eines Unternehmens mit Einheimischen ist mit weniger bürokratischem Aufwand verbunden als die Gründung allein durch nicht-türkische Staatsangehörige.

Ausblick: ungewiss

Der weiterhin andauernde Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat das Potential, erneut größere Migrationsbewegungen in und aus Iran auszulösen. Umso mehr, als die USA mehrfach mit schwerwiegenden Zerstörungen auch ziviler Infrastruktur gedroht haben und der weitere Kriegsverlauf unberechenbar bleibt.

Bislang verbleiben die allermeisten Schutzsuchenden innerhalb des Iran; beobachtende Organisationen wie UNHCR haben noch keine deutliche Zunahme der Grenzübertritte in die Nachbarstaaten registriert. Allerdings greift der Konflikt auf die gesamte Region aus.

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der mit Iran verbündeten radikal-islamischen Hisbollah-Miliz im Libanon sind wieder aufgeflammt: Während die Hisbollah Raketen auf Israel abfeuert, greift Israels Armee Ziele im Libanon an. Dort sind inzwischen Schätzungen des Externer Link: UNHCR zufolge 1,1 Millionen Menschen auf der Flucht.

Auch die Huthi-Miliz aus dem Jemen hat sich in den Krieg eingeschaltet und greift Ziele in Israel mit Raketen an. Der Iran wiederum hat seit Kriegsbeginn tausende Drohnen und Raketen auf Israel und die arabischen Golfstaaten abgeschossen.

Ein Ende der Fluchtbewegungen in der Region ist nicht abzusehen. Ob aus der bislang überwiegenden Binnenvertreibung grenzüberschreitende Fluchtbewegungen werden, bleibt abzuwarten.

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Vera Hanewinkel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück.

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(1902 – 1989), seit 1922 Theologiestudent in Qom. 1937 begann er dort selbst zu unterrichten. K. spezialisierte sich auf die Gebiete Theologie, Ethik, Philosophie, Mystik und Gnostik. Bereits in einem 1944 erschienenen Buch hatte K. das Schah-­Regime verurteilt. Seit 1960 ...

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