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Irans Atomprogramm: Vom Abkommen zum Krieg

Fabian Rene Hoffmann

/ 11 Minuten zu lesen

Im Iran-Krieg ist ein Streitpunkt das iranische Atomprogramm. Es begann in den 1950er Jahren – mit Hilfe der USA. Zuletzt wurde eine mögliche Kernwaffe Teherans zum Kriegsgrund. Ein Rückblick und drei Szenarien.

Auf einer Demonstration anlässlich das jährlichen Al-Quds-Tages in Teheran werden im April 2022 Raketen präsentiert: Die Shahab-3 (links) ist eine Mittelstreckenrakete, die auf dem nordkoreanischen No-Dong-Modell basiert. Sie könnte von Iran als nukleare Trägerrakete genutzt werden. (© picture-alliance, Pacific Press | Sobhan Farajvan)

Irans Atomprogramm steht seit Jahrzehnten im Zentrum internationaler Sicherheitsdebatten. Was bis zum Sommer 2025 noch als eingefrorener, wenn auch eskalierender Konflikt erschien, hat sich seither in einen offenen Krieg verwandelt: Der Beginn des Interner Link: Zwölf-Tage-Krieges im Juni 2025 ("Operation Rising Lion"), die US-amerikanischen Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen wenige Tage später, ein gescheitertes diplomatisches Intermezzo und schließlich die groß angelegte US-israelische Offensive nach dem 28. Februar 2026 markieren die Eskalationsstufen eines Konflikts, der über Jahrzehnte gereift ist.

Der Ausgang des Konflikts und die Zukunft des iranischen Atomprogramms bleiben derzeit offen. Dennoch ist festzustellen, dass die Lage in der Region wohl vorerst volatil und gefährlich bleiben dürfte.

Die Anfänge des iranischen Atomprogramms

Die Interner Link: Ursprünge des iranischen Atomprogramms reichen bis in die 1950er Jahre zurück. Unter Reza Schah Pahlavi beteiligte sich Iran am US-amerikanischen sogenannten Atoms-for-Peace-Programm und baute erste zivile nukleare Kapazitäten auf. Nukleartechnologie stand für Modernisierung und internationalen Status, brachte aber auch potenzielle militärische Optionen.

Nach der iranischen Revolution von 1979 wurde das Atomprogramm zunächst vernachlässigt, gewann aber im Verlauf des Iran-Irak-Krieges von 1980 bis 1988 wieder an Bedeutung. Die Erfahrung massiver Verwundbarkeit – Iran war chemischen Waffen ausgesetzt, ohne über vergleichbare Mittel zur Vergeltung zu verfügen – und internationaler Isolation prägte fortan und nachhaltig das strategische Denken der neuen Führung. Das Atomprogramm wurde schrittweise weiterentwickelt.

Im Jahr 2002 enthüllte eine iranische Oppositionsgruppe den Bau einer geheimen Urananreicherungsanlage in Natanz sowie einer Schwerwasserproduktionsanlage in Arak. Kurz darauf wurden weitere Einzelheiten über das sogenannte Amad-Projekt bekannt: ein geheimes Kernwaffenprogramm, das von Ende der 1980er Jahre bis 2003 unter der Ägide des iranischen Verteidigungsministeriums lief und sowohl das Design nuklearer Gefechtsköpfe als auch deren Integration in Trägersysteme forschte. Allerdings fehlte es dem Programm an waffenfähigem Spaltmaterial.

Die US-Geheimdienste bewerteten 2007, dass Iran das Amad-Projekt vier Jahre zuvor eingestellt habe. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) stellte wiederum in ihrem Bericht von 2011 fest, dass bestimmte waffenrelevante Aktivitäten auch nach 2003 fortgesetzt worden waren. Der Iran betrieb in den Folgejahren zunehmend fortgeschrittene Zentrifugen und baute seine Infrastruktur zur Urananreicherung aus, um sich Spaltmaterial anzueignen. Die Frage, ob das nachfolgende Programm rein ziviler Natur war, blieb dauerhaft umstritten.

Die JCPOA-Ära: zumindest Deeskalation

Diese grundlegende Ambivalenz bildete den Hintergrund für jahrelange diplomatische Bemühungen, die 2015 im Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) gipfelten. Das Iran-Atomabkommen war das Ergebnis zäher Verhandlungen zwischen Iran und den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats (China, Frankreich, Russland, den USA und dem Vereinigten Königreich) sowie Deutschland und der Europäischen Union.

Zentrale Punkte waren:

  • Iran begrenzte den Grad der Urananreicherung auf 3,67 Prozent. Dieser Wert lag weit unter dem für waffenfähiges Uran benötigten Grad.

  • Die Zahl der eingesetzten Zentrifugen zur Urananreicherung wurden in Natanz und Fordo reduziert.

  • Iran musste seine Uran-Lagerbestände reduzieren. Erlaubt waren noch 300 Kilogramm Uranhexafluorid, was etwa 202 Kilogramm Uran in fester Form entspricht.

  • Im Gegenzug wurden internationale Sanktionen gegen Iran aufgehoben.

Lange wurde diplomatisch um die Atomvereinbarung mit Iran gerungen: Am 14. Juli 2015 wurde der „Gemeinsame Umfassende Aktionsplan“ (kurz JCPOA) in Wien unterzeichnet. Unter anderem vom damaligen deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (3.v.l.). (© picture-alliance, AA | Hasan Tosun)

Das Abkommen wurde unter einem weitreichenden Verifikationsregime von der IAEO implementiert. Es verpflichtete Iran, internationalen Inspektoren umfassenden Zugang zu seinen Nuklearanlagen zu gewähren. Die Kontrolleure konnten dabei nicht nur die bekannten Atomanlagen regelmäßig überprüfen, sondern auch verdächtige Standorte kurzfristig inspizieren, um sicherzustellen, dass Iran keine heimlichen Entwicklungsmaßnahmen durchführte. Der vereinbarte Maßnahmenkatalog verlängerte die sogenannte Breakout-Zeit des Iran auf etwa zwölf Monate. Gemeint ist damit die Zeit, die ein Staat benötigt, um genügend waffenfähiges Spaltmaterial für eine Kernwaffe herzustellen.

Der JCPOA war kein perfektes Abkommen. Zentrale Beschränkungen waren zeitlich begrenzt und sollten zwischen 2025 und 2031 schrittweise auslaufen. Regionale Sicherheitsfragen blieben ausgeklammert: zum Beispiel Irans Raketenprogramm oder die Unterstützung nichtstaatlicher Akteure wie der Hisbollah im Libanon. Auch die politische Fragilität des Arrangements war von Anfang an erkennbar: Das Abkommen hing vom politischen Willen der damaligen US-Administration unter Barack Obama ab und bot damit keine verlässliche langfristige Grundlage. Dennoch schuf der JCPOA Transparenz, stellte ein funktionierendes Verifikationsregime bereit und reduzierte kurzfristig das Eskalationsrisiko erheblich.

Die Post-JCPOA-Ära bis Juni 2025

Interner Link: Die erste Trump-Administration kündigte den JCPOA im Mai 2018 schließlich auf und reaktivierte umfassende Sanktionen im Rahmen einer Strategie des „maximalen Drucks“. Der JCPOA war bewusst als Exekutivabkommen und nicht als völkerrechtlicher Vertrag ausgestaltet worden. Dies war eine Entscheidung der Obama-Administration, die eine Ratifizierung durch den US-Senat vermeiden wollte, da dort keine Zweidrittelmehrheit für das Abkommen zu erwarten war. Als reine Exekutivvereinbarung konnte der JCPOA daher von einem nachfolgenden Präsidenten einseitig aufgekündigt werden. Diese strukturelle Schwäche war von Kritikern des Abkommens von Anfang an als Defizit genannt worden.

In den Jahren bis zum Ausstieg der USA hatte Iran seine Verpflichtungen aus dem JCPOA weitgehend eingehalten. Die IAEO bestätigte in mehreren aufeinanderfolgenden Berichten die iranische Vertragstreue. Die Breakout-Zeit blieb in diesem Zeitraum stabil bei etwa zwölf Monaten. Das Verifikationsregime funktionierte, wenngleich Iran einzelne Anfragen verzögerte und Fragen zu früheren Aktivitäten unbeantwortet ließ.

Ab dem Jahr 2019 begann Iran dann systematisch, zentrale JCPOA-Verpflichtungen auszusetzen. Im Januar 2021 nahm das Land die Urananreicherung auf 20 Prozent wieder auf und steigerte diese im April desselben Jahres auf 60 Prozent. Für Anreicherungsgrade dieser Höhe gibt es keine plausible nicht-militärische Rechtfertigung, auch wenn Iran versuchte, einzelne Schritte zivil zu begründen.

Parallel dazu setzte Iran fortgeschrittenere Zentrifugentypen ein, die Uran erheblich effizienter anreichern als die im JCPOA erlaubten Maschinen. Bis Juni 2025 hatte Iran über 400 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran angehäuft. Diese Menge lag über der erlaubten von 300 Kilogramm – wobei sich die Mengenbegrenzung eigentlich auf niedrig angereichtes Uran bezog. Im Mai 2025 kam die IAEO in einem Bericht zu dem Schluss, dass die Uranmenge reichte, um nach weiterer Anreicherung Material für neun Kernwaffen herzustellen. Nötig ist dazu eine Anreicherung von 90 Prozent.

Außerdem schränkte Iran zunehmend die Kooperation mit der IAEO ein. Iran deaktivierte Überwachungskameras an mehreren Standorten und verweigerte Inspektoren den Zugang zu Anlagen, an denen die Behörde Unregelmäßigkeiten festgestellt hatte.

Parallel dazu eskalierten seit 2024 die direkten Konfrontationen zwischen Israel und Iran. Im April und Oktober 2024 feuerte der Iran erstmals ballistische Raketen und Drohnen direkt auf israelisches Territorium ab. Israel reagierte mit gezielten Angriffen auf iranische Luftabwehrsysteme sowie Raketen- und Drohnenproduktionsanlagen. Diese Eskalation zeigte, dass die implizite Schwelle zwischen verdecktem und offenem Konflikt zwischen Iran und Israel bereits vor dem Zwölf-Tage-Krieg im Sommer 2025 erheblich gesunken war. Versuche, den JCPOA in seiner ursprünglichen Form wiederzubeleben, scheiterten. Die neue Trump-Administration nahm nach ihrer Rückkehr ins Amt im Januar 2025 zwar direkte Gespräche mit Teheran auf, doch zielten diese auf ein grundlegend neues Abkommen ab, nicht auf die Wiederherstellung des JCPOA.

Der Zwölf-Tage-Krieg und der erste US-Militärschlag

Fordo gehört neben Natanz und Isfahan zu den drei zentralen iranischen Nuklearstandorten. Die Anreicherungsanlage wurde im Juni 2025 von US-Streitkräften bombardiert. Das Satellitenbild vom 24. Juni 2025 zeigt Schäden an der Anlage. (© picture-alliance/AP)

Am 13. Juni 2025 begann Israel mit Luftangriffen auf iranische Militärführer, Nuklearwissenschaftler und Nuklearanlagen: Es war der Beginn des sogenannten Interner Link: Zwölf-Tage-Krieges ("Operation Rising Lion"). Die israelischen Angriffe zielten unter anderem auf die Anlage in Natanz sowie auf Wissenschaftler und Ingenieure, die als Schlüsselfiguren des Atomprogramms galten. Am 22. Juni bombardierte die US-Luftwaffe und Marine drei zentrale iranische Nuklearstandorte: Natanz, Fordo und Isfahan.

Das Weiße Haus erklärte die iranischen Nuklearanlagen für „vernichtet", doch Satellitenaufnahmen konnten darüber nur bedingt für Aufklärung sorgen. Die oberirdische Infrastruktur in Natanz wurde erheblich beschädigt. Ob die unterirdischen Hallen mit den Zentrifugen, die sich teils in über 80 Metern Tiefe befinden, dauerhaft zerstört wurden, ist bis heute unklar.

Interner Link: Die IAEO musste ihre Inspektoren nach Beginn des Krieges aus dem Land abziehen, was eine bereits erheblich eingeschränkte Überwachungslage weiter verschlechterte und unabhängige Bewertungen des tatsächlichen Schadens nahezu unmöglich machte. Ein Waffenstillstand trat am 24. Juni in Kraft. Iran erklärte im Anschluss, kein Uran mehr anzureichern, was angesichts fehlender Kontrollen unbestätigt blieb.

Der Weg zum zweiten Krieg: Februar bis April 2026

Am 28. Februar 2026 starteten Israel und die USA eine großangelegte Luftoffensive gegen Iran. Auch Irans Hauptstadt Teheran wurde getroffen (hier eine Aufnahme vom 1. März 2026). (© picture-alliance, SIPA | Mowj/MEI)

Anfang 2026 kam es zu einer kurzen Wiederbelebung von Verhandlungen, die im Zeichen massiver innenpolitischer Unruhen in Iran standen: Seit Dezember gab es Interner Link: landesweite Proteste gegen das Regime, die brutal niedergeschlagen wurden.

Am 28. Februar 2026, mitten in den laufenden Nuklearverhandlungen, starteten Israel und die USA eine großangelegte Luftoffensive gegen Iran. Die Angriffe töteten Revolutionsführer Ali Chamenei sowie zahlreiche weitere Führungspersönlichkeiten, darunter Militärs, hochrangige Kommandeure der Revolutionsgarde und Nuklearwissenschaftler. Iran reagierte mit massiven Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, US-Stützpunkte in der Region und Verbündete der USA im Nahen Osten. Zugleich schloss Teheran die Straße von Hormus, eine global wichtige Handelsstraße, was zu erheblichen Interner Link: Verwerfungen auf den globalen Energiemärkten führte.

Die nuklear relevante Infrastruktur stand erneut im Zentrum der Angriffe. Wie schon im Juni 2025 blieb unklar, ob tief vergrabene Nuklearanlagen erfolgreich zerstört wurden. Ein entscheidender unbeantworteter Faktor blieb auch, wo die mehr als 400 Kilogramm des auf 60 Prozent angereicherten Urans in Iran verblieben sind. Der Großteil davon ist mutmaßlich in unterirdischen Tunneln nahe Isfahan gelagert, welche weiterhin außerhalb der Reichweite der US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe liegen.

Ausblick: Drei Szenarien

Die weitere Entwicklung des iranischen Atomprogramms ist offener denn je. Drei Szenarien erscheinen derzeit plausibel:

  • Im ersten Szenario wird zum JCPOA wird ein Nachfolgeabkommen verhandelt. Nach dem Ende des Krieges wäre ein solcher diplomatischer Ausweg nicht ausgeschlossen, doch kämen auf Iran wohl weitreichendere Beschränkungen als 2015 zu: strengere Anreicherungsobergrenzen, lückenloser IAEO-Zugang (auch zu bislang verdeckten Anlagen) und dauerhafte statt zeitlich begrenzter Auflagen. Für Iran müsste ein solches Abkommen wahrscheinlich signifikante wirtschaftliche Erleichterungen und vor allem glaubwürdige Sicherheitsgarantien gegen weitere Angriffe bieten. Gegen dieses Szenario spricht, dass das Vertrauen beider Seiten mittlerweile stark beschädigt ist. Die neue Führung Irans steht zudem unter erheblichem innenpolitischem Druck von Hardlinern, die einen Kurswechsel hin zur Atombombe fordern.

  • Das zweite Szenario ist eine anhaltende militärische Eindämmung ohne Abkommen. Israel und möglicherweise die USA könnten immer dann eingreifen, wenn Iran erkennbare Fortschritte beim Wiederaufbau seiner nuklearen Kapazitäten erzielt. Dieses Szenario setzt voraus, dass Wiederaufbauversuche durch Geheimdienstaufklärung rechtzeitig erkannt werden und dass der politische Wille zu weiteren Schlägen bestehen bleibt. Es hätte eine gewisse historische Logik. Israel hat diese Strategie seit Jahren verfolgt, zunächst durch verdeckte Operationen, dann durch direkte Angriffe. Das grundlegende Problem bliebe jedoch, was IAEO-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi wiederholt betont hat: Nukleares Wissen lässt sich nicht bombardieren. Iran verfügt über eine breite wissenschaftlich-technische Basis und kann Kapazitäten verlagern und dezentralisieren. Wiederholte Militärschläge können den Zeitplan verzögern, aber den Weg zur Bombe wohl kaum dauerhaft versperren.

  • Das dritte Szenario ist Irans Griff nach der Bombe. Der aktuelle Krieg hat die nuklearpolitische Debatte in Iran grundlegend verschoben. Das Fatwa Chameneis gegen Kernwaffen ist mit seinem Tod faktisch hinfällig. Sein Nachfolger hat sich bisher nicht klar positioniert. Hardliner sehen im Scheitern der bisherigen Abschreckungsstrategie ein Argument für ein tatsächliches Atomwaffenarsenal. Der technische Weg dorthin wäre trotz aller erlittenen Schäden wahrscheinlich vorhanden. Der politische Preis wäre allerdings hoch: internationale Isolation, möglicherweise weitere Militärschläge und eine weiter destabilisierte regionale und internationale Ordnung.

Welches Szenario und wie genau es eintreten wird, hängt vor allem vom Ausgang des Krieges ab. Entscheidend wird dabei sein, ob das derzeitige politische Regime in Iran endet und ein politischer Neuanfang möglich wird.

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Der Militärexperte Fabian Hoffmann arbeitet am Norwegian Institute for Defence Studies in Oslo. Seine Forschungsschwerpunkte sind Militärstrategien und -technologien sowie die europäische und transatlantische Verteidigungspolitik.

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Die Islamische Republik Iran verbindet republikanische und theokratische Institutionen. An der Spitze des Machtgefüges steht der Oberste Führer oder auch Revolutionsführer. Er ist qua Verfassung das Staatsoberhaupt Irans und geistlicher, politischer sowie militärischer Führer.

, arab. für Rechtsgutachten, in dem der Mufti ein bestimmtes Problem unter Berücksichtigung des islam. Rechts beantwortet. Das Gewicht eines derartigen Gutachtens beruht grundsätzlich auf der persönlichen Autorität seines Ausstellers. Die vertretene Rechtsauffassung ist deshalb im Unterschied zu einem Gerichtsurteil nur für denjenigen bindend, der diese Autorität anerkennt. Heute werden Fatwas in vielen Zusammenhängen als praktische Lebensberatung erlassen. Sie erscheinen auch in ...

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Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.

[engl.: International Atomic Energy Agency] Die 1956 gegründete IAEA ist keine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (Vereinte Nationen (UN)), sondern durch besondere Verträge mit ihr verbunden (Sitz: Wien). Ihre Aufgabe ist es, die atomaren Technologien, die Produktions- und Wiederaufbereitungsanlagen etc. weltweit zu fördern und zu kontrollieren und die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrages zu kontrollieren.

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Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2020. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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