Boykottaktion gegen jüdische Geschäfte am 1. April 1933. Die Herrschaft der Nationalsozialisten bedeutet für die deutschen Juden von Anfang an eine antisemitische  Politik der Diskriminierung und Verdrängung.

Umformatierung des Sozialen

Der erste Teil der Konferenz steht unter dem Titel „Die Umformatierung des Sozialen: Volksgemeinschaft – Ausgrenzungsgemeinschaft“. Es referieren und diskutieren: Hans Dieter Schäfer, Elisabeth Harvey, Sönke Neitzel und Uffa Jensen.

Publikum auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung

Josephine Evens am 28.01.2013

Aus Perspektive der Kollaborateure

"Gute Leute (Good People)" heißt der 2012 erschienene Zweite Weltkriegs-Roman des israelischen Autors Nir Baram. Im Gespräch mit dem Sozialpsychologen Christian Gudehus spricht Baram über sein Buch - und über die Frage: "Hätten wir besser gehandelt?"

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Jaana Müller am 28.01.2013

"Wie emotional der Antisemitismus argumentierte"

Uffa Jensen, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, thematisiert im Interview mit Miriam Menzel die emotionale Seite des Antisemitismus und Nationalsozialismus und geht dabei auf die Vorgeschichte der emotionalen und sozialen Beziehungen ein, die den Antisemitismus auch vor 1933 prägten. Auch heute sei es in der deutschen Gesellschaft noch immer ein Problem, emotional mit den Geschehnissen im Dritten Reich umzugehen. Die schwierig zu beantwortende Frage der Kollektivschuld schwinge dabei meist mit.

Auf der 4. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung interviewte Miriam Menzel Uffa Jensen zur Bedeutung von Emotionen im Nationalsozialismus und Antisemitismus. (© Bundeszentrale für politische Bildung)

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Uffa Jensen bei seinem Vortrag "Emotionen und Gemeinschaft"

Imke Emmerich am 28.01.2013

"Das mimetische Erzeugen von Emotionen"

Ekel, Hass, Neid: Welche Rolle spielten Emotionen in der NS-Zeit? Und wie wurden Gefühle erzeugt, die im Sinne der Ein- und Ausgrenzung relevant für das Regime waren? Diesen Fragen widmet sich der Geschichtswissenschaftler Dr. Uffa Jensen in seinem Vortrag "Emotionen und Gemeinschaft".

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Jaana Müller am 28.01.2013

Kameradschaft als Bedürfnis

Welche Bedeutung Kameradschaft im Nationalsozialismus hatte, thematisiert Prof. Dr. Sönke Neitzel im Interview mit Miriam Menzel. Neitzel untersuchte Abhörprotokolle italienischer und deutscher Soldaten und stellt fest: Das Verhältnis von Staat und Nation wurde von den deutschen Soldaten ganz anders wahrgenommen als von den italienischen.

Auf der 4. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung interviewte Miriam Menzel Sönke Neitzel zur Bedeutung von Emotionen im Nationalsozialismus und Antisemitismus (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Sönke Neitzel bei seinem Vortrag "Soldatische Vergemeinschaftung"

Eik Welker am 28.01.2013

Integration über den gemeinsamen Kampf

"
Die soziale Gemeinschaft der Soldaten war ein entscheidener Faktor für das Funktionieren der Wehrmacht", sagt Prof. Dr. Sönke Neitzel in seinem Beitrag zu Mechanismen der soldatischen Vergemeinschaftung. Die Ausgrenzung von und die Massenverbrechen gegen Juden hätten dabei keine Rolle gespielt.

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Jaana Müller am 28.01.2013

Es geht nicht ohne sie

Zwar habe es während der NS-Zeit eine leichte Verdrängung von Frauen aus dem Arbeitsmarkt gegeben, aber man könne in einer Industriegesellschaft, im Handel und der Landwirtschaft nicht auf sie verzichten. Prof. Dr. Elizabeth Harvey, University of Nottingham, erläutert im Interview mit Miriam Menzel, warum es zwar beispielsweise Kritik am Wahlrecht der Frauen gab, dies aber nicht zu einer stärkeren Unterdrückung führte. Denn ohne ihre Hilfe hätte es keine Massenbewegung gegeben.

Elizabeth Harvey im Interview mit Miriam Menzel auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung. (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Elizabeth Harvey bei ihrem Vortrag "Frauen und Volksgemeinschaft"

Angelika Calmez am 28.01.2013

"Hausfrauenenergien" für die Volksgemeinschaft

Elizabeth Harvey, Historikerin an der Universität Nottingham, analysierte die Volksgemeinschaft Hinblick auf Geschlechterdifferenzen und diskutierte anhand neuerer Forschungen die Rolle von Frauen in den NS-Diskriminierungs- und Verfolgungspraktiken im Alltag.

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Hans Dieter Schäfer "Volksgemeinschaft als kulturelle Praxis"

Josephine Evens am 28.01.2013

"Gefühl des Wohlbehagens"

Volksgemeinschaft als kulturelle Praxis: Hans Dieter Schäfer zeigt, wie Reklame und Medien zur Vergemeinschaftung und zur Popularisierung des Krieges genutzt wurden.

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Jaana Müller am 28.01.2013

Kann es die eine Volksgemeinschaft geben?

Unter anderem diese Frage beantwortet Hans Dieter Schäfer im Interview mit Miriam Menzel. Trotz einer hohen Bedeutung der Gemeinschaft habe es auch im Nationalsozialismus Vereinzelung gegeben. In seiner Arbeit greift Schäfer auf Quellen wie Tageszeitungen und Werbung zurück. Was aus ihnen abgeleitet werden kann, thematisiert er im Interview.

Auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung interviewte Miriam Menzel Hans Dieter Schäfer zur Quellenarbeit und Vereinzelungen trotz starker Volksgemeinschaft. (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Harald Welzer bei der inhaltlichen Eröffnung

Eik Welker am 27.01.2013

Volksgemeinschaft als Ergebnis sozialer Praxis

Die Nationalsozialisten konnten schon vor 1933 auf eine große Bandbreite von Vorstellungen der Volksgemeinschaft zurückgreifen und diese für sich nutzen. Prof. Dr. Harald Welzer und Prof. Dr. Michael Wildt führen in den Begriff der Volksgemeinschaft ein und betonen dabei die Bedeutung sozialer Praktiken.

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Programm

Die 4. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung beleuchtet über drei Tage hinweg den aktuellen Stand wissenschaftlicher Diskurse um Eingrenzungs- und Ausgrenzungs- prozesse. Zum Konferenzthema finden zudem parallele Praxisforen statt. Das Programm finden Sie PDF-Icon hier als PDF

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So kommen Sie zur Konferenz:

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