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10. Dezember: Tag der Menschenrechte

Redaktion

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Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte definiert Rechte, die jedem von Geburt an uneingeschränkt zustehen. Am Tag der Menschenrechte erinnert die UNO daran, dass diese weltweit verletzt werden.

Die „Straße der Menschenrechte“ in der Innenstadt von Nürnberg. Die 30 Artikel der UN-Menschenrechtscharta sind in der Straße in verschiedenen Sprachen zu lesen. (© picture-alliance/dpa, Daniel Karmann)

Am 10. Dezember ist „Internationaler Tag der Menschenrechte“. Die Interner Link: Vereinten Nationen erinnern an diesem Tag an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und daran, dass diese Rechte weltweit verletzt werden.

Die Erklärung, die am 10. Dezember 1948 in der UN-Generalversammlung in Paris verabschiedet wurde, umfasst 30 Artikel. In ihr sind politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte sowie Bürgerrechte festgelegt. Grundlage der Erklärung ist die Feststellung, dass alle Menschen „frei und gleich an Würde und Rechten geboren“ sind (Artikel 1). Das Dokument gilt gemäß Artikel 2 unabhängig von Rasse, Geschlecht oder Religion für jeden Menschen.

Der Erklärung der Menschenrechte zufolge sind etwa Folter oder Sklaverei verboten. Auch Meinungs-, Informations- und Versammlungsfreiheit sind darin verankert. Staatliche Organe haben demnach die Pflicht, Menschenrechte nicht zu verletzen und sie vor Eingriffen durch Dritte zu schützen. Sie müssen zudem die aktive Wahrnehmung der Rechte ermöglichen. Die Erklärung entstand als Reaktion auf die Erfahrungen des Interner Link: Zweiten Weltkriegs und der Verbrechen des Interner Link: Nationalsozialismus.

Was sind Menschenrechte?

Menschenrechte sind universell, gelten also überall und für alle Menschen. Sie sind unveräußerlich, können also nicht abgetreten werden. Zudem sind Menschenrechte unteilbar. Das bedeutet: Die Menschenrechte sind wechselseitig voneinander abhängig und stehen in keiner Rangfolge.

Die Menschenrechte werden üblicherweise in zwei Hauptgruppen unterteilt: Zu den bürgerlichen und politischen Rechten gehören etwa das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Versammlungsfreiheit sowie die Gleichberechtigung. Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte schließen die Rechte auf Bildung, Nahrung, Gesundheit und soziale Sicherheit ein. In einigen Systematiken wird diese Zweiteilung um kollektive Rechte ergänzt – etwa das Recht auf Entwicklung, Frieden oder eine gesunde Umwelt.

Bereits aus dem Mittelalter lassen sich Beispiele für die rechtliche Verankerung fundamentaler Rechte finden, das bekannteste ist die englische Magna Charta von 1215. Wichtige Schritte hin zu einem universellen Menschenrechtsschutz waren die französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 und die US-amerikanische „Bill of Rights“ von 1791.

Rechtlich nicht bindend – aber nicht wirkungslos

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hat zwar keinen völkerrechtlich bindenden Status – die dort definierten Rechte können deshalb nicht unter Berufung auf die Erklärung eingeklagt werden. Jedoch sind viele ihrer Inhalte in nationale Verfassungen aufgenommen worden. Auch viele internationale Verträge und Übereinkommen basieren auf der Erklärung. 1966 wurden mit dem Interner Link: UN-Zivilpakt und dem UN-Sozialpakt erstmals völkerrechtlich verbindliche Menschenrechtsabkommen auf globaler Ebene beschlossen. Es folgten weitere Verträge wie die Frauenrechtskonvention (1981), die Kinderrechtskonvention (1990), oder die Behindertenrechtskonvention (2008).

In Deutschland wurde eine ganze Reihe allgemeiner Menschenrechte als Grundrechte im Interner Link: Grundgesetz verankert. Zudem hat die Bundesrepublik alle zentralen Übereinkommen der Vereinten Nationen, der Europäischen Union und des Europarats zum Schutz der Menschenrechte unterzeichnet – so etwa die die Interner Link: Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK).

Die EMRK ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der unter dem Dach des Interner Link: Europarates geschlossen wurde. Sie garantiert allen Menschen, die sich in Mitgliedsstaaten des Europarats aufhalten, diverse Grundrechte. Mit dem Interner Link: Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) wurde ein Kontrollmechanismus zur Wahrung dieser Rechte eingeführt. Im Gegensatz zur UN-Erklärung hat die Europäische Menschenrechtskonvention damit einen bindenden und einklagbaren Charakter. Vor dem EGMR können allerdings nur Staaten angeklagt werden, nicht Privatpersonen, Unternehmen oder internationale Organisationen. Wer deutsch ist und diese Rechte einklagen möchte, muss zuvor erfolglos das Bundesverfassungsgericht angerufen haben.

Aktuelle Situation bei den Menschenrechten weltweit

„Das Jahr 2024 war weltweit von Menschenrechtsverletzungen geprägt“, analysierte Amnesty International Ende April 2025 in ihrem Externer Link: jährlichen Bericht zur weltweiten Lage der Menschenrechte. Die Menschenrechtsorganisation beobachtete „insbesondere völkerrechtliche Verbrechen in bewaffneten Konflikten, die Unterdrückung von Andersdenkenden, Diskriminierung, wirtschaftliche Ungleichheit, Klimaungerechtigkeit und die Verletzung von Rechten durch den Missbrauch von Technologie“. Autoritäre Praktiken seien „vielerorts auf dem Vormarsch“. Die Nichtregierungsorganisation hatte nach eigener Aussage die Situation in 150 Ländern untersucht.

Auch 2025 gab es laut Amnesty schwere Menschenrechtsverletzungen – etwa im Rahmen desInterner Link: Bürgerkriegs im Sudan. Die Organisation berichtete bereits im April 2025 von weit verbreiteter sexualisierter Gewalt gegen Frauen und Mädchen durch die Milizen der Rapid Support Forces (RSF). Bei der Eroberung der Stadt Al-Faschir im November 2025 soll es Überlebenden und Auswertungen von Satellitenbildern zufolge zu massiven Gräueltaten und Massentötungen gekommen sein.

Die Mitgliedstaaten des UN-Menschenrechtsrats haben deshalb eine Interner Link: Resolution verabschiedet, die eine unabhängige UN-Erkundungsmission zur Untersuchung von Gräueltaten vorsieht. Millionen Menschen sind Externer Link: laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in dem nordostafrikanischen Land auf der Flucht. „Ganze Gemeinschaften wurden vertrieben, Familien fliehen um ihr Leben und sind dabei schweren Menschenrechtsverletzungen und erheblichen Gefahren für ihre Sicherheit ausgesetzt“, so das Interner Link: UNHCR.

Auch im Interner Link: russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine kommt es zu massiven Menschenrechtsverletzungen – Vertreterinnen und Vertreter der Vereinten Nationen kritisierten zuletzt mehrfach Drohnen- und Raketenangriffe auf ukrainische Zivilistinnen und Zivilisten. Im Sommer 2025 hat der EGMR Russland wegen Menschenrechtsverstößen in der Ukraine und für den Abschuss des Passagierflugzeugs MH-17 verurteilt. Russland habe unter anderem das Recht auf Leben verletzt und gegen das Verbot der Folter verstoßen.

Sowohl Amnesty International als auch Human Rights Watch werfen US-Präsident Donald Trump vor, dass sich unter ihm die Interner Link: Menschenrechtssituation in den Vereinigten Staaten verschlechtert habe. Im November 2025 hat sich die US-Regierung einer Routineprüfung der Menschenrechtslage in den Vereinigten Staaten durch die Vereinten Nationen verweigert.

Nichtregierungsorganisation kritisierten in den vergangenen Monaten vermehrt Interner Link: Israels Kriegsführung in Gaza und warfen Israel schwere Menschenrechtsverstöße vor. Die unabhängige Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats im Gazastreifen warf Israel im September einen Interner Link: Genozid in Gaza vor. Vier der fünf in der UN-Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes erwähnten Tatbestände seien erfüllt, so das dreiköpfige Gremium. Israel wies den Bericht als „verleumderisch“ zurück. Dieser beruhe auf gezielter Falschinformation der islamistischen Terrororganisation Interner Link: Hamas.

Bericht zur aktuellen Lage in Deutschland

Laut dem Deutschen Institut für Menschenrechte stehen Rechtsstaat und Zivilgesellschaft in Deutschland aktuell unter zunehmendem Druck – und damit auch die Menschenrechte. In dem im Dezember 2025 vorgestellten Externer Link: zehnten Bericht an den Bundestag wird betont, dass die Meinungs- und Versammlungsfreiheit tragende Säulen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung sind.

Vor diesem Hintergrund zeigt sich das Institut besorgt über die hohe Zahl an Strafverfahren gegen Teilnehmende von Klimaprotesten. Hier wie bei propalästinensischen Solidaritätsdemonstrationen stelle sich die Frage der Verhältnismäßigkeit. Auch warnt das Institut vor politischer Rhetorik, die Gerichtsurteile und internationale Verpflichtungen ignoriert oder abwertet. Der Bericht übt zudem Kritik am Gewalthilfegesetz und bemängelt Defizite beim Umgang mit schutzbedürftigen Gruppen, etwa Kindern und Jugendlichen.

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