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9.9.2020 | Von:
Stanley Vitte

Folge 10: Fake Checker

Fake-Checker: Ausgewogen informieren und Fakes enttarnen

Wie werde ich zum absoluten Internet-Checker und was sind die besten Tools und Tricks? In 10 Folgen beschäftigt sich der Youtuber Mr. Trashpack mit sogenannten Fake News und verwandten Phänomenen und präsentiert praktische Tipps und Tools im Netz. (© bpb)

Hier erfahrt Ihr, wie Ihr Euch gut über das Geschehen in der Welt informieren und wie Ihr Online-Beiträge selbst überprüfen könnt, falls ein Fake-Verdacht besteht.

Wer Bescheid wissen will, informiert sich vielseitig

Seriöse Nachrichtenmedien berichten regelmäßig über aktuelle Ereignisse und verschiedene Themen. Bei News werden die Quellen genannt, Meinungen und Werbung sind klar gekennzeichnet. In Deutschland gibt es viele solcher Medien und Ihr könnt diverse News-Angebote ausprobieren: Fernsehnachrichten, Radiosendungen, journalistische Webseiten, Zeitungs-Apps, Newsletter oder Push-Nachrichten – alles ist erlaubt.

Seriöse Nachrichten statt Fake News (© bpb)
Jeder hat ein Lieblingsmedium, aber wer mehrere Medien verfolgt, erfährt auch mehr. Also wenn Euch ein Thema besonders interessiert, macht Euch schlau, wer darüber berichtet. Sucht eine zweite Quelle und Hintergrundmaterial oder sprecht mit Freundinnen, woher sie ihre Informationen bekommen. Je mehr Perspektiven Ihr kennt, desto besser wisst Ihr Bescheid. Aber Achtung: gerade bei komplexen Themen wie Migration oder Globalisierung kann es schwierig werden, nur nach "wahr“ oder "falsch“ Ausschau zu halten. Dann geht es eher darum, die verschiedenen Bestandteile, Standpunkte und Argumente zu checken und sich daraus eine eigene Meinung zu bilden.

Tipp: Verfolgt jeden Tag 15 Minuten die Nachrichten bei einem Medium Eurer Wahl – und wechselt jede Woche das Medium, um die Unterschiede zu erfahren!

Tipps für Fake-Checker

Falls Ihr eine Nachricht anzweifelt, zum Beispiel weil die Überschrift extrem krass klingt oder die Quellen unklar bleiben, googelt das Thema zusammen mit dem Begriff "fake“. Oder besucht Checker-Webseiten wie Mimikama, Bildblog.de, Übermedien, Hoaxmap oder faktenfinder.tagesschau.de. Auf diese Art findet Ihr oft schnell erste Hinweise.

Wer steckt hinter der Nachricht?

Deutsche Webseiten beginnen in der Regel mit "www“, tragen den Namen des Mediums und enden auf "de“. Zum Beispiel: "www.bpb.de“. Eine verdächtige Adresse hingegen wäre "cat.www.bpb.de.meowbify.com“. Außerdem lohnt bei neuen Medien immer ein Blick ins Impressum, ob die Macher sich mit Namen und Adresse zu erkennen geben oder ob die Seite nur zum Scherz gemacht wurde.

Tipp: Webseiten mit der Endung "de“ werden beim Denic, dem Deutschen Network Information Center registriert. Auf deren Webseite kann man in der Regel schnell erfahren, wer eine Webseite angemeldet hat und wem sie gehört. Probiert es mal aus: https://www.denic.de/webwhois/

Passen Fotos und Videos zur News?

Ob ein Foto bereits in einem anderen Zusammenhang veröffentlicht wurde, kann man mit Hilfe kostenloser Foto-Tools erfahren, zum Beispiel mit tineye.com oder der umgekehrten Bildersuche von Google. Wenn Fotos sehr geschickt manipuliert wurden, sieht man das nicht sofort, aber es hinterlässt Spuren in der Datei. Wer wissen will, ob ein Bild bearbeitet wurde, kann es bei Izitru oder FotoForensics hochladen.

Ob ein YouTube-Clip bereits anderswo erschienen ist, kann man mit dem YouTube DataViewer checken. Wenn im Video das Logo eines Kanals oder Senders erscheint, aber nicht immer oder nicht immer an derselben Stelle, wurde das Video-Material wahrscheinlich aus verschiedenen Quellen zusammengeschnitten. Und für die Detektive unter Euch: Wenn im Bild markante Gebäude oder Landschaften zu sehen sind, kann man mit Google Maps und Street View überprüfen, ob das überhaupt zum erwähnten Ort passt.

Tipp: Bei YouTube, Facebook oder Instagram findet man bei manipulierten Pics und Clips oft schon in den Kommentaren hilfreiche Fake-Hinweise.

Filter-Tipps:

  • Kein Tool gibt 100 % Sicherheit, aber je mehr Online-Erfahrungen Ihr sammelt, desto besser findet Ihr Euch im News-Dschungel zurecht.
  • Je mehr Ihr nachdenkt, Euch informiert und mit der Technik beschäftigt, desto besser könnt Ihr Euch eine persönliche Meinung bilden – und desto seltener lasst Ihr Euch von Fakern belügen.
  • Klickt Euch durch unsere Tool-Galerie [LINK] und probiert es am besten selbst direkt aus!

Quellen:

Sächsische Landeszentrale für politische Bildung: Welchen Medien kann man trauen? http://wtf.slpb.de/wtf/luegenpresse/welchen-medien-kann-man-trauen/

Sebastian Brinkmann: So verifizieren Sie Bilder und Videos aus Facebook, Twitter und Google Plus. http://www.journalisten-tools.de/recherchieren/so-verifizieren-sie-bilder-und-videos-aus-facebook-twitter-und-google-plus

Konrad Weber: Verifikation von Inhalten in Social Media. http://konradweber.ch/angebot/news-verifikation/

Josh Stearns, Leighton Walter Kille: Tools for verifying and assessing the validity of social media and user-generated content. https://journalistsresource.org/tip-sheets/reporting/tools-verify-assess-validity-social-media-user-generated-content

Peter Withoutfield: Amnesty hilft mit neuem Tool Journalisten bei der Beurteilung von Videos aus Krisengebieten. https://www.blogrebellen.de/2014/07/14/amnesty-citizen-evidence-lab/

Michael Gessat: Internetquellen nach Gewalttaten. So kann man Fake-Bilder entlarven. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/schuesse-in-muenchen-so-entlarven-sie-fake-bilder-oder-videos-a-1103631.html

Vera Bauer: Na endlich! – Facebook entwickelt neues Tool gegen Fake News. https://www.mobilegeeks.de/news/na-endlich-facebook-entwickelt-neues-tool-gegen-fake-news/

Verlag W&V: Projekt Owl. Google will härter gegen Fake News in Suchergebnissen vorgehen. https://www.wuv.de/digital/google_will_haerter_gegen_fake_news_in_suchergebnissen_vorgehen

Alle Links wurden zuletzt abgerufen am 27.6.2017.
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