Dsa Bild zeigt ein Hinweisschild an einem abgesperrten Düsseldorfer Spielplatz mit der Aufschrift "gesund bleiben". Wegen der Verbreitung des Corona-Virus sind Bürgerinnen und Bürger bis auf weiteres aufgefordert Sozialkontakte zu meiden.

9.7.2020

Die Corona-Krise und ihre Folgen

Ausgewählte Links aus der Sicherheitspolitischen Presseschau

Links vom 27.04.2020

"Keine zentrale Datenspeicherung mehr bei Corona-Tracking-App"

Die Bundesregierung habe in der Debatte um eine Corona-App auf Bedenken von Datenschützern reagiert, berichtet der Deutschlandfunk. "Angestrebt wird nun eine dezentrale Speicherung der Informationen, wie Kanzleramtschef Braun und Gesundheitsminister Spahn bestätigten. Es gehe um einen Ansatz, der auf Freiwilligkeit beruhe, datenschutzkonform sei und ein hohes Maß an IT-Sicherheit gewährleiste. Hauptziel sei es, Infektionsketten möglichst frühzeitig zu erkennen und zu unterbrechen. Über die App gibt es seit Wochen Diskussionen. Das bisher favorisierte Projekt sah einen Abgleich der Daten über einen zentral verwalteten Server vor. Ein Vertreter des 'Chaos Computer Clubs' begrüßte den Kurswechsel. Mit Hilfe der App sollen Bürger Daten über Ansteckungen mit dem Coronavirus an das Robert Koch-Institut übermitteln können." (Deutschlandfunk vom 26.04.2020) https://kurz.bpb.de/of6

"Would-be autocrats are using covid-19 as an excuse to grab more power"

In seiner aktuellen Ausgabe beschäftigt sich der Economist mit weltweiten Fällen von "Möchtegern-Autokraten", die die Coronakrise zum Ausbau der eigenen Macht nutzen wollen. Zu den genannten Beispielen gehört auch Ungarn. "Covid-19 is creating opportunities for autocrats and would-be autocrats to tighten their grip. They must assume extraordinary powers, they insist, to protect public health. No fewer than 84 countries have declared a state of emergency since the pandemic began, says the Centre for Civil and Political Rights, a watchdog in Geneva. Some will surrender these powers when the emergency is over. Others plan to hang on to them. The danger is greatest not in mature democracies with strong checks and balances, such as America, but in places where such safeguards are weak, such as Hungary." (The Economist vom 23.04.2020) https://kurz.bpb.de/ofg

"'Unser Mut war nichts als falscher Schein': In Damaskus geht die Angst vor dem Coronavirus um"

Die Furcht vor der Corona-Pandemie und neue Restriktionen der Regierung hätten die syrische Hauptstadt in eine "Stadt der lebenden Toten" verwandelt, schreibt Loubna Sweileh in der Neuen Zürcher Zeitung. "Zum ersten Mal seit langem hat Syrien wieder etwas gemein mit dem Rest der Welt: Die Pandemie trifft alle. Endlich sind wir Europa und den zivilisierten Ländern zumindest in einer Hinsicht gleich. Wir sind Teil einer Misere, die nichts mit der geografischen Lage Syriens und unserem primitiven Leben zu tun hat; einem Leben, das noch hinter die Umstände zurückfällt, die man mit dem Ausdruck Dritte Welt verbindet." (Neue Zürcher Zeitung vom 27.04.2020) https://kurz.bpb.de/ofb

"Brandbeschleuniger des Zerfalls"

Die Coronakrise werde den Zerfall der Nachkriegsordnung vorantreiben, prognostiziert Robert Malley. "Krisen verstärken und beschleunigen bereits bestehende Trends. Die Covid-19-Pandemie fiel zeitlich in eine Phase des populistischen und nativistischen Widerstands gegen den Globalismus und die internationale Nachkriegsordnung." (ipg-journal vom 27.04.2020) https://kurz.bpb.de/ofh

"Waffen helfen nicht gegen Coronaviren"

Die Coronakrise habe gravierende Schwächen der bisherigen Sicherheitspolitik offengelegt, meint Miodrag Soric. Eine Pandemie lasse sich nicht militärisch bekämpfen. "Natürlich braucht jedes Land eine Armee, um ihre Bürger vor Angriffen zu schützen. Die Vereinigten Staaten sichern mit ihren Flotten zudem wichtige Handelswege weltweit. Und doch hat Washington - so wie auch andere Hauptstädte - die wirkliche Gefahrenlage falsch eingeschätzt. Bedrohungen durch Pandemien, den Klimawandel oder Umweltzerstörung wurden und werden verharmlost. Und im Windschatten der Corona-Pandemie drohen weitere Risiken: Hungerrevolten, vor allem in Afrika und Teilen Asiens." (Deutsche Welle vom 26.04.2020) https://kurz.bpb.de/ofk

"COVID-19 and Armed Conflict: What We Know, and Why We Should Worry."

Die Auswirkungen globaler Infektionskrankheiten auf bewaffnete Konflikte seien bisher noch völlig unklar, schreibt Timothy Sisk. Aktuell sei zu beobachten, dass die Coronakrise zu einer relativen Beruhigung der Konflikte in Libyen, Syrien und Jemen geführt habe. "Over time, however, there is reason to worry about the far-reaching economic and social consequences of COVID-19. From all we know, the pandemic will deeply worsen the putative root causes of armed conflict: unemployment, inequalities, social stigma, and distrust of state institutions are all strong predictors of prolonged violence, as Guterres has insightfully warned. These effects demand international humanitarian and political responses from the UN at a time when the organization is ill-equipped to engage in expansive conflict prevention, peacemaking, or sustaining peace agreements." (Political Violence @ a Glance vom 23.04.2020) https://kurz.bpb.de/ofm


Hier finden Sie die Redaktion der Sicherheitspolitischen Presseschau.

Mehr lesen