Interview-Serie: „7 Gespräche zum 7. Oktober“
– Cicero: diverse Interviewpartnerinnen und -partner im Gespräch mit Adi Kaslasy-Way –
Unter dem Titel „7 Gespräche zum 7. Oktober“ führt die Autorin Adi Kaslasy-Way anlässlich des dritten Jahrestags des Hamas-Angriffs auf Israel Gespräche mit Überlebenden, Angehörigen von Entführten und Ermordeten sowie Menschen, die am 7. Oktober 2023 als Einsatzkräfte vor Ort waren. Die Gesprächspartnerinnen und -partner kennt sie persönlich. In den bislang erschienenen fünf Teilen berichten Anita Conforty von ihrer Flucht vom Nova-Festival, Yaniv Yaakov vom Schicksal seines ermordeten Bruders und dessen entführten Söhnen, Maayan Kaplun von der Ermordung ihres Vaters im Kibbuz Be’eri, der Polizist Shimon Portal von seinem Einsatz während des Angriffs und Micha Biton von 14 Stunden im Schutzraum mit seiner Familie. Neben den unmittelbaren Erlebnissen des 7. Oktober stehen die langfristigen Folgen von Verlust, Trauma und veränderter Sicherheitserfahrung im Mittelpunkt der Gespräche.
Zu Teil 1 mit Anita Conforty auf Externer Link: cicero.de
Zu Teil 2 mit Yaniv Yaakov auf Externer Link: cicero.de
Zum Teil 3 mit Maayan Kaplun auf Externer Link: cicero.de (Paywall)
Zu Teil 4 mit Shimon Portal auf Externer Link: cicero.de
Zu Teil 5 mit Micha Biton auf Externer Link: cicero.de (Paywall)
„Die Hamas unterscheidet sich nicht sehr vom Islamischen Staat“
– WELT: Hamza Abu Howidy im Gespräch mit Nicholas Potter –
Der palästinensische Dissident Hamza Howidy protestierte im Gazastreifen gegen die Hamas, wurde nach eigenen Angaben mehrfach inhaftiert und gefoltert und floh 2023 nach Europa. Im Interview spricht er über die Herrschaft der Hamas, ihre Gewalt gegen Palästinenser, den Krieg in Gaza und seinen kritischen Blick auf Teile der Pro-Palästina- wie auch der Pro-Israel-Bewegung.
Zum Beitrag auf Externer Link: welt.de
„Die Macht der Islamisten im Netz“
– Tagesschau: Joseph Röhmel –
Islamistische Radikalisierung findet zunehmend in digitalen Räumen statt, in denen sich Jugendliche ohnehin bewegen. Recherchen von BR und SWR zeigen, wie Soziale Medien, Messenger und Gaming ineinandergreifen können – von niedrigschwelligen religiösen Inhalten über geschlossene Gruppen bis hin zu extremistischer Propaganda und direkter Ansprache.
Zum Beitrag auf Externer Link: tagesschau.de
„‚Stark, erfolgreich, gläubig‘: Wenn ‚Manosphere‘ und Islamismus verschmelzen“
– Der Standard: Fabian Schmid und Jan Michael Marchart –
In ihrem Beitrag beschreiben Fabian Schmid und Jan Michael Marchart, wie islamistische Netzwerke zunehmend Sprache und Angebote der sogenannten „Manosphere“ aufgreifen. Junge muslimische Männer würden etwa über Fitness, Selbstoptimierung, Unternehmertum und Dating angesprochen. Die Soziologin Amrei Martschinke erklärt, dass dabei weniger klassische Prediger als moderne Unternehmer und Influencer auftreten. Selbstoptimierung, wirtschaftlicher Erfolg und Religiosität würden dabei zu einem attraktiven Lebensmodell verbunden, über das eine islamistische Ordnung vermittelt werden solle.
Zum Beitrag auf Externer Link: derstandard.at
„Islamistische ‚Terror-Teenies‘: Radikalisierung beginnt im Kinderzimmer“
– SWR: Knut Bauer –
25 Jahre nach den Anschlägen des 11. Septembers bleibt die Bedrohung durch islamistische Anschläge weiterhin groß. Vor allem die immer jünger werdenden Anhänger, sowie die Verlagerung der Szene ins Internet und in die Sozialen Medien bereiten dem Verfassungsschutz in Baden-Württemberg Sorgen. Die Jugendlichen finden sich in Online-Gruppen zusammen, heroisieren „IS“-Kämpfer, teilen Videos von Hinrichtungen und sind zudem bereit, Gewalttaten selbst zu begehen. Knut Bauer berichtet über die Entwicklung der islamistischen Extremisten.
Zum Beitrag auf Externer Link: swr.de
„Der Einstieg erfolgt oft über Lifestyle-Content“
– jungle.world: Kaiya Reisch im Gespräch mit Felix Michaelis –
Islamistische Radikalisierung beginnt häufig nicht mit offen extremistischer Propaganda, sondern mit niedrigschwelligen Inhalten aus Alltag, Religion und Lifestyle. Kaiya Reisch von der Bundesarbeitsgemeinschaft Religiös begründeter Extremismus (BAG RelEx) erläutert im Interview, wie islamistische Akteurinnen und Akteure Soziale Medien nutzen, welche Faktoren Radikalisierungsprozesse begünstigen und wo Präventions- und Ausstiegsarbeit ansetzen können.
Zum Beitrag auf Externer Link: jungle.world
„Wie Islamisten auch in Österreich Wikipedia manipulieren“
– Kurier: Johanna Kreid –
Islamistische Akteurinnen und Akteure versuchen nach Einschätzung der österreichischen Dokumentationsstelle Politischer Islam zunehmend, auch Wikipedia-Einträge für ihre Propaganda zu nutzen. In ihrem Beitrag beschreibt Johanna Kreid, wie Begriffe verändert, kritische Quellen entfernt und Narrative in Artikeln gebildet werden – und warnt davor, dass KI-Systeme solche Inhalte zusätzlich weiterverbreiten und verstärken.
Zum Beitrag auf Externer Link: kurier.at (Paywall)
„Religiosität gegen Radikalisierung – Zum Umgang mit Religion im Schulalltag“
– ufuq.de: Junus el-Naggar –
Junus el-Naggar leitet das Modellprojekt „Clear Vision“. Es will eine demokratische Schulkultur stärken und Radikalisierungsprävention strukturell verankern. Aus den Erfahrungen des Projekts heraus plädiert er in seinem Beitrag für einen religionssensiblen Umgang im Schulalltag. Religiöse Ausdrucksformen sollten nicht vorschnell als problematisch oder als Radikalisierungsrisiko verstanden werden. Schule könne vielmehr präventiv wirken, wenn sie religiöse Bedürfnisse ernst nehme, Zugehörigkeit stärke und Raum für offene Gespräche schaffe. Grenzen seien dort nötig, wo Fremdbestimmung, Abwertung oder der Ausschluss gleicher Rechte beginnen.
Zum Beitrag auf Externer Link: ufuq.de
„‚Ich wollte wissen, was junge Muslim*innen über islamische Normen, Scharia und Grundgesetz denken.‘“
– ufuq.de: Simone Trägner im Gespräch mit Jochen Müller –
Junge Musliminnen und Muslime setzen sich unterschiedlich mit islamischen Normen, Scharia und dem Grundgesetz auseinander. Im Interview erläutert die Islamwissenschaftlerin Simone Trägner Ergebnisse ihrer qualitativen Studie zu jungen muslimischen Erwachsenen und zeigt, welche Rolle persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Debatten und das eigene Gewissen bei der Auslegung religiöser Normen spielen.
Zum Beitrag auf Externer Link: ufuq.de
„‚Die USA befanden sich auf dem Höhepunkt der Selbstüberschätzung‘ – die fatalen Fehler der USA nach 9/11“
– NZZ: Peter Neumann im Gespräch mit Marlen Oehler –
Der Terroranschlag der al-Qaida am 11. September 2001 stellte einen Wendepunkt in der Geopolitik dar. Peter Neumann erklärt die Folgen der amerikanischen Vorgehensweise im Krieg gegen den Terror und welche Fehler daraus entstanden. Laut Neumann war der Afghanistan-Krieg unvermeidlich, allerdings war der weitere Verlauf im Krieg gegen den Terror fehlerbehaftet. Insbesondere die Invasion des Irak sowie die angewandten Methoden, etwa im Gefangenenlager Guantánamo, richteten seiner Einschätzung nach mehr Schaden an, als dass sie einen tatsächlichen Nutzen brachten.
Zum Beitrag auf Externer Link: nzz.ch (Paywall)
„The failure to stop 9/11 was a catastrophe. But even bigger mistakes were made in its aftermath“
– The Conversation: Greg Barton –
Die Anschläge am 11. September 2001 hätten nach Einschätzung des Terrorismusforschers Greg Barton verhindert werden können – folgenreicher seien jedoch die politischen Reaktionen gewesen. Er zeichnet nach wie der „Global War on Terror“, die Kriege in Afghanistan und im Irak sowie strategische Fehlentscheidungen extremistische Bewegungen teilweise stärkten, und warnt davor, dass überzogene Reaktionen auf Terror dessen Wirkung langfristig noch verstärken können.
Zum Beitrag auf Externer Link: theconversation.com (Englisch)
„Haben die Attentäter vom 11. September ihr Ziel doch erreicht?“
– FAZ: Souad Mekhennet –
Der Antisemitismus der Hamburger Terrorzelle um Mohammed Atta war kein Randmotiv, sondern ein zentraler Bestandteil ihres Weltbilds. In ihrem Beitrag zeichnet die Investigativjournalistin Souad Mekhennet die ideologischen Linien von nationalsozialistischer Propaganda über die Muslimbruderschaft und Sayyid Qutb bis zu al-Qaida und heutigen islamistischen Bewegungen nach. Zugleich warnt sie vor einer Normalisierung antisemitischer und verschwörungsideologischer Denkmuster in unterschiedlichen extremistischen Milieus.
Zum Beitrag auf Externer Link: faz.net (Paywall)
„Angst, den Islam anzuklagen“
– ZEIT: Jochen Bittner –
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 habe der Westen zwar auf islamistischen Terror reagiert, zugleich aber eine kritische Auseinandersetzung mit problematischen Strömungen innerhalb des Islam vermieden, argumentiert Jochen Bittner. In seiner Kolumne beschreibt er diese „intellektuelle Unterreaktion“ als Folge politischer und gesellschaftlicher Zurückhaltung und warnt vor Auswirkungen auf den Umgang mit Islamismus, Integration und Religionskritik.
Zum Beitrag auf Externer Link: zeit.de (Paywall)
„Keine Gnade für Jihadisten – aber ein faires Verfahren“
– NZZ: Daniel Steinvorth –
25 französische „IS“-Anhänger sollen im Irak wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht gestellt werden. Weil ihnen dort die Todesstrafe droht und Zweifel an einem fairen Verfahren bestehen, haben ihre Anwälte den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingeschaltet. In seinem Kommentar beschreibt Daniel Steinvorth, welche Verantwortung Frankreich aus seiner Sicht gegenüber den eigenen Staatsbürgerinnen und -bürgern trägt, die sich dem „IS“ angeschlossen haben.
Zum Beitrag auf Externer Link: nzz.ch (Paywall)
„Keine Toleranz für den islamistischen Herrschaftsanspruch“
– Cicero: Wahied Wahdat-Hagh –
Islamistische Herrschaftsansprüche stehen im Widerspruch zu zentralen Prinzipien des demokratischen Rechtsstaats. Der Politik- und Sozialwissenschaftler Wahied Wahdat-Hagh zeigt am Verhältnis von Scharia, Religionsfreiheit und individuellen Freiheitsrechten, wo diese Konflikte entstehen, und plädiert für eine klare Trennung zwischen persönlicher Religionsausübung und politisch-religiösen Ordnungsansprüchen.
Zum Beitrag auf Externer Link: cicero.de (Paywall)
„The Use of Podcast Formats by Extremist Actors“
– Interventionen/VPN –
Extremistische Akteurinnen und Akteure nutzen zunehmend Podcast-Formate, um politische Deutungen ausführlicher zu vermitteln und zugleich persönliche Nähe zu ihrem Publikum aufzubauen. Das Monitoring-Team von Violence Prevention Network (VPN) zeigt anhand von Beispielen aus dem Islamismus und Rechtsextremismus, wie lange Gesprächsformate, persönliche Einblicke und parasoziale Bindungen zur Verbreitung extremistischer Narrative beitragen und zugleich neue Möglichkeiten der Monetarisierung eröffnen.
Zum Beitrag auf Externer Link: interventionen.blog (Englisch)
„Die Trennung von Islam und Islamismus ist anmassend und nutzlos. Der Westen sollte lieber seine freiheitlichen Prinzipien konsequent durchsetzen“
– NZZ: Giuseppe Gracia –
Die Trennung zwischen Islam und Islamismus ist in Politik und Medien weit verbreitet. Der Publizist Giuseppe Gracia hält diese Unterscheidung jedoch für wenig hilfreich, weil sie voraussetze, dass staatliche Akteure zwischen „richtigem“ und „falsch verstandenem“ Islam unterscheiden könnten. Stattdessen plädiert er dafür, religiöse Überzeugungen nicht zu bewerten und konsequent auf die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien zu bestehen.
Zum Beitrag auf Externer Link: nzz.ch (Paywall)
„Expertin: Medien transportieren Bild eines gewaltvollen Islam“
– Evangelische Zeitung: Carola Richter im Gespräch mit Franziska Rein –
25 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September prägen Terrorismus, Krisen und Konflikte die mediale Berichterstattung über den Islam nach Einschätzung der Kommunikationsforscherin Carola Richter weiterhin stark. Im Interview mit dem Evangelischen Pressedienst erläutert sie, wie sich solche Deutungsmuster verfestigt haben, welche Folgen sie für die Wahrnehmung von Musliminnen und Muslimen haben und warum Medien stärker auf Differenzierung und unterschiedliche muslimische Perspektiven achten sollten.
Zum Beitrag auf Externer Link: evangelische-zeitung.de
„Islamismus in Hessen: Mehrere Gefährder unter Beobachtung“
– Merkurist: Michael Meister –
In Hessen stehen derzeit rund 20 Personen als islamistische Gefährder unter besonderer Beobachtung der Sicherheitsbehörden. Nach dem islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin wurden die Maßnahmen noch einmal verschärft. In seinem Beitrag gibt Michael Meister einen Überblick über die aktuelle Gefährdungslage sowie über Überwachung, Prävention und weitere sicherheitspolitische Maßnahmen des Landes.
Zum Beitrag auf Externer Link: merkurist.de