In Deutschland lebten 2025 laut Mikrozensus rund 21,8 Millionen
Von den eingewanderten Frauen lebten 2,9 Millionen seit weniger als zehn Jahren in Deutschland, 2,6 Millionen hingegen bereits länger als 30 Jahre. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 21,2 Jahre. Im Mittel waren die Frauen zum Zeitpunkt ihrer Einwanderung 24,3 Jahre alt.
Staatsangehörigkeit und Geburtsländer
Von den in Deutschland lebenden eingewanderten Frauen, haben rund drei Millionen die deutsche Staatsangehörigkeit, 5,1 Millionen einen ausländischen Pass. Unter den in Deutschland geborenen weiblichen Nachkommen von Eingewanderten hat die Mehrheit (1,9 Millionen) die deutsche Staatsangehörigkeit.
Die meisten Frauen mit Einwanderungsgeschichte wurden selbst oder ihre Eltern in einem europäischen Land geboren, wobei die Türkei (1,3 Million) und Polen (eine Million) herausstechen – gefolgt von der
Wichtige Herkunftsgebiete von weiblichen Eingewanderten und Frauen mit zwei eingewanderten Elternteilen sind die Staaten, aus denen von
Altersstruktur
Frauen mit Einwanderungsgeschichte waren 2025 im Schnitt 39,1 Jahre alt und damit deutlich jünger als Frauen ohne Einwanderungsgeschichte (48,8 Jahre). Von der weiblichen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) hatten in Deutschland 30 Prozent eine Einwanderungsgeschichte. Bei den unter 15-jährigen Mädchen waren es 28 Prozent. Unter den Frauen im Ruhestandsalter (ab 65 Jahren) lag der Anteil dagegen bei 14 Prozent.
Schaut man sich Deutschlands weibliche Bevölkerung nach Einwanderungsgeschichte und Altersgruppen genauer an, fällt auf, dass gerade in jüngeren Alterskohorten die Erfahrung, eingewandert zu sein bzw. ein oder zwei eingewanderte Elternteile zu haben, weit verbreitet ist. Die Anteile von Frauen mit Einwanderungsgeschichte bzw. einseitiger Einwanderungsgeschichte werden in Zukunft also auch in der älteren weiblichen Bevölkerung wachsen.
Schulabschlüsse
Von den 10,8 Millionen in Deutschland lebenden Frauen und Mädchen mit Einwanderungsgeschichte befanden sich 2025 rund zwei Millionen im Schulsystem bzw. waren noch gar nicht im schulpflichtigen Alter. Von den Frauen mit Einwanderungsgeschichte, die die Schule bereits verlassen hatten, haben 17 Prozent keinen Schulabschluss erworben. Das sind anteilig deutlich mehr Frauen als in der weiblichen Bevölkerung ohne Einwanderungsgeschichte, in dieser Gruppe haben nur zwei Prozent die Schule ohne Abschluss beendet. Gleichzeitig haben Frauen mit Einwanderungsgeschichte die Schule aber etwas häufiger mit dem Abitur abgeschlossen als Frauen ohne Einwanderungsgeschichte (33 Prozent vs. 28 Prozent).
Es zeigen sich auch weitere Diskrepanzen in der weiblichen Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte: Von den 7,4 Millionen eingewanderten Frauen, die sich 2025 nicht mehr im Schulsystem befanden, haben 19 Prozent die Schule ohne Abschluss verlassen, 33 Prozent haben hingegen das Abitur oder einen vergleichbaren Abschluss erworben. Zum Vergleich: Unter den 1,4 Millionen in Deutschland geborenen Frauen mit zwei zugewanderten Elternteilen haben fünf Prozent derjenigen, die die Schule bereits beendet haben, keinen Abschluss erlangt – während 34 Prozent Abitur gemacht haben.
Bei Frauen mit nur einem eingewanderten Elternteil haben drei Prozent die Schule ohne Abschluss verlassen. Damit liegt ihr Anteil nur leicht über dem von Frauen ohne Einwanderungsgeschichte (zwei Prozent). Gleichzeitig haben sie mit 43 Prozent die höchste Abiturquote aller betrachteten Gruppen.
Berufsabschlüsse
Von den 8,4 Millionen Frauen mit Einwanderungsgeschichte, die sich nicht mehr im Bildungssystem befinden, haben 38 Prozent keinen beruflichen Abschluss erworben. Damit verfügen sie deutlich seltener über eine berufliche Qualifikation als Frauen ohne Einwanderungsgeschichte (13 Prozent). Selbst bei den in Deutschland geborenen Frauen mit Einwanderungsgeschichte liegt der Anteil derjenigen, die das Bildungssystem ohne berufsqualifizierenden Abschluss verlassen haben, zehn Prozentpunkte höher (23 Prozent) als bei Frauen ohne Einwanderungsgeschichte. Dabei haben sie im Vergleich zu selbst eingewanderten Frauen deutlich häufiger einen Schulabschluss und erfüllen somit die Voraussetzungen, um eine Lehre oder ein Studium zu beginnen.
Gleichzeitig verfügten Frauen mit Einwanderungsgeschichte 2025 genauso häufig über einen akademischen Abschluss (Berufsakademie, Fachhochschule, Universität, Promotion) wie Frauen ohne Einwanderungsgeschichte (jeweils 35 Prozent).
Von den Frauen mit nur einem eingewanderten Elternteil haben nur drei Prozent das Bildungssystem ohne einen beruflichen Abschluss verlassen. Das ist im Vergleich aller hier betrachteter Gruppen der niedrigste Wert. Zudem haben Frauen mit einseitiger Einwanderungsgeschichte häufiger als alle anderen Vergleichsgruppen einen akademischen Abschluss (42 Prozent).
Erwerbsstatus
Gut die Hälfte der 10,8 Millionen Frauen mit Einwanderungsgeschichte galten 2025 als Erwerbspersonen (5,4 Millionen). Sie waren also entweder erwerbstätig (5,1 Millionen) oder erwerbslos (364.000). Die andere Hälfte zählte zu den Externer Link: Nichterwerbspersonen (5,4 Millionen). Hierunter fallen Personen, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, also keiner wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen und auch keinen Arbeitsplatz suchen, zum Beispiel Kinder, Personen, die noch zur Schule gehen oder studieren, Rentner/Pensionäre, Hausfrauen und Hausmänner sowie dauerhaft arbeitsunfähige Personen.
Von den rund 29 Millionen Frauen ohne Einwanderungsgeschichte galten 14,4 Millionen als Erwerbspersonen; die meisten davon waren erwerbstätig (14,1 Millionen), 322.000 erwerbslos. 14,6 Millionen Frauen ohne Einwanderungsgeschichte zählten laut Mikrozensus 2025 zu den Nichterwerbspersonen.
Stellung im Beruf
Der Großteil (88 Prozent) der erwerbstätigen Frauen mit Einwanderungsgeschichte arbeitete 2025 als Externer Link: Angestellte in kaufmännischen, technischen und Verwaltungsberufen oder als Arbeiterinnen in manuellen und körperlichen Tätigkeitsfeldern – relativ ähnlich zu Frauen ohne Einwanderungsgeschichte (84 Prozent). Sie waren seltener verbeamtet (zwei Prozent vs. sieben Prozent), fast gleichauf Auszubildende (vier Prozent vs. drei Prozent), und genauso häufig selbstständig wie Frauen ohne Einwanderungsgeschichte (jeweils sechs Prozent). In beiden Gruppen zählte ein ganz kleiner Teil der erwerbstätigen Frauen als Externer Link: mithelfende Familienangehörige (jeweils unter einem Prozent), d.h. sie halfen in einem von einem Familienmitglied geleiteten Betrieb mit, ohne hierfür einen Lohn zu erhalten.
In Deutschland geborene Frauen mit einem oder zwei eingewanderten Elternteilen waren 2025 aufgrund ihrer Altersstruktur häufiger noch in Ausbildung als eingewanderte Frauen und Frauen ohne Einwanderungsgeschichte. Sie arbeiteten zudem häufiger im Beamtenverhältnis als selbst eingewanderte, aber etwas seltener als Frauen ohne Einwanderungsgeschichte. In der Regel ist die deutsche Staatsangehörigkeit bzw. die Staatsangehörigkeit eines zur EU bzw. zum Europäischen Wirtschaftsraum gehörenden Landes oder der Schweiz Voraussetzung für eine Verbeamtung.
Wirtschaftsbereiche
Mit Blick auf verschiedene Wirtschaftsbereiche, in denen erwerbstätige Frauen 2025 arbeiteten, zeigt sich, dass Frauen mit Einwanderungsgeschichte genauso häufig im produzierenden Gewerbe und Baugewerbe (13 Prozent) sowie im Dienstleistungsbereich (55 Prozent) tätig waren wie Frauen ohne Einwanderungsgeschichte. Sie arbeiteten hingegen etwas häufiger in Handel, Gastgewerbe und Verkehr (28 Prozent vs. 21 Prozent) und deutlich seltener in der öffentlichen Verwaltung (vier Prozent vs. zehn Prozent) als Frauen ohne Einwanderungsgeschichte. Letzteres gilt vor allem für eingewanderte Frauen (drei Prozent), während Nachkommen deutlich häufiger in der öffentlichen Verwaltung tätig waren (acht Prozent).
Wöchentliche Arbeitszeit und Verdienste
Bei der Verteilung der Arbeitszeiten unterscheiden sich Frauen mit und ohne Einwanderungsgeschichte kaum: 47 Prozent der Frauen mit Einwanderungsgeschichte arbeiteten 2025 weniger als 32 Stunden pro Woche – ähnlich wie Frauen ohne Einwanderungsgeschichte (45 Prozent). Auch bei einer Wochenarbeitszeit von 40 und mehr Stunden liegen beide Gruppen mit 32 bzw. 29 Prozent nah beieinander. Etwas größer, aber ebenfalls moderat, fällt der Unterschied mit Blick auf eine wöchentliche Arbeitszeit zwischen 32 und 39 Stunden aus: In diesem Umfang arbeiteten 21 Prozent der Frauen mit Einwanderungsgeschichte gegenüber 26 Prozent der Frauen ohne Einwanderungsgeschichte.
Erwerbstätige Frauen mit Einwanderungsgeschichte verdienten 2025 weniger als Frauen ohne Einwanderungsgeschichte: Während 43 Prozent der erwerbstätigen Frauen mit Einwanderungsgeschichte ein monatliches Nettoeinkommen von unter 1.500 Euro hatten, traf dies auf 32 Prozent der Frauen ohne Einwanderungsgeschichte zu.
Frauen mit Einwanderungsgeschichte waren mehr als doppelt so häufig armutsgefährdet (27,1 Prozent) wie Frauen ohne Einwanderungsgeschichte (12,9 Prozent).
Familienstand & Kinderzahl
Erwachsene Frauen mit Einwanderungsgeschichte waren 2025 häufiger verheiratet (57 Prozent) als erwachsene Frauen ohne Einwanderungsgeschichte (50 Prozent). Sie waren ähnlich häufig geschieden (neun Prozent vs. zehn Prozent), aber deutlich seltener verwitwet (sieben Prozent vs. 14 Prozent), was auch auf das jüngere Durchschnittsalter zurückzuführen ist. In beiden Gruppen waren 26 Prozent der erwachsenen Frauen ledig. Frauen, die selbst eingewandert sind, waren dabei häufiger verheiratet (55 Prozent) als Frauen, die als Kinder von zwei zugewanderten Eltern in Deutschland geboren worden sind (24 Prozent).
Was die Statistiken nicht zeigen…
Die Statistiken zu sozio-demografischen Merkmalen der weiblichen Bevölkerung mit und ohne Einwanderungsgeschichte bieten einen kleinen Einblick in ihre Lebenssituation. Sie können Unterschiede und Gemeinsamkeiten – etwa mit Blick auf Erwerbsquoten, Bildungsabschlüsse, Einkommen oder Haushaltsformen – und damit bestimmte Muster aufzeigen. Was der reine Blick auf Großkategorien wie das statistische Konstrukt „Frauen mit Einwanderungsgeschichte“ nicht erfasst, ist jedoch die große Heterogenität innerhalb dieser Gruppe. Eine promovierte Ingenieurin aus Iran und eine aus der Ukraine geflüchtete Frau ohne Schulabschluss fallen in dieselbe statistische Kategorie, obwohl ihre Lebensrealitäten kaum vergleichbar sind.
Auch die Ursachen für die statistisch beobachtbaren Unterschiede – ob etwa Diskriminierung, unterschiedliche Ausgangsbedingungen, individuelle Entscheidungen oder strukturelle Hürden dahinterstecken – lassen sich an den Zahlen nicht ablesen. Ebenso fehlen die subjektiven Erfahrungen von Frauen mit und ohne Einwanderungsgeschichte. Zahlen allein reichen also nicht aus, um die komplexen Lebensrealitäten von Frauen in Deutschland zu erfassen.