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Auf der Mauer am Brandenburger Tor

Gemeinschaften und Netzwerke

Die Wiedervereinigung hatte für viele migrantische Gruppen problematische Auswirkungen. Vertragsarbeiterinnen und -arbeiter, Studierende ohne DDR-Papiere und Geflüchtete mussten um ihre Aufenthaltsgenehmigungen fürchten und lebten Anfang der 1990er Jahre mit rechtlich unsicherem Status in Ostdeutschland. Auch für migrantische Communities im Westen drehte die Deutsche Einheit in vielerlei Hinsicht das Rad zurück: Viele politische Integrationsbemühungen rückten nun schlagartig in den Hintergrund. Dieses Kapitel beleuchtet die Auswirkungen der Deutschen Einheit beispielhaft für unterschiedliche migrantische Gemeinschaften und Netzwerke.

Vietnamesischstämmige Männer am Reichstag 1990

Karin Weiss

Zwischen Rückkehr in die Heimatländer und Existenzsicherung vor Ort

Mit der Wiedervereinigung wurde das bundesdeutsche Ausländerrecht ohne Anpassungen auf die Länder der ehemaligen DDR übertragen. Dabei verblieben vor allem ehemalige Vertragsarbeiter in einer ungeklärten und zunächst perspektivlosen Situation. Viele Vietnamesinnen und Vietnamesen versuchten sich trotz aller Schwierigkeiten eine neue Existenz in Deutschland zu schaffen.

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Mosambikanische Textilarbeiterin in Großschönau

Christiane Mende / Paulino Miguel

Mauerfall und Deutsche Einheit aus Perspektive mosambikanischer Migrantinnen und Migranten

Mit der Erosion der DDR befanden sich die in Ostdeutschland lebenden mosambikanischen Vertragsarbeiterinnen und -arbeiter in großer Rechtsunsicherheit. Während viele aufgrund der chaotischen Situation nach dem Mauerfall überstürzt ausreisen mussten, gelang es einem Teil nach langwierigen Auseinandersetzungen dauerhafte Aufenthaltstitel zu erhalten.

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Demonstration in Berlin nach Brandanschlag in Solingen 1993

Marie Mualem Sultan

Migrantenorganisationen in Zeiten der Wiedervereinigung

Die Deutsche Einheit veränderte die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Zugewanderten und ihren Familien grundlegend. Welche Auswirkungen hatten die Transformationsprozesse auf Migrantenorganisationen in Ost und West? Welche Prozesse der migrantischen Netzwerkbildung wurden durch den Mauerfall angestoßen?

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Studierende aus Polen in der Mensa der Europa-Universität Viadrina

Andrzej Kaluza

Migranten aus Polen im wiedervereinigten Deutschland

Migranten aus Polen bilden aktuell die zweitgrößte Einwanderergruppe in Deutschland. Nach der Wiedervereinigung blieb diese in der Öffentlichkeit dennoch weitgehend unsichtbar. Erst im letzten Jahrzehnt wurde es um die Polinnen und Polen in Deutschland etwas lauter. Andrzej Kaluza liefert einen historischen Überblick.

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1.12. 1988: Im Grenzdurchgangslager stehen Ausiedler vor dem Speiseraum Schlange. Das Durchgangslager ist bei einer täglichen Aufnahme von bis zu 900 Menschen hoffnungslos überfüllt.

Jannis Panagiotidis

Geschichte der Russlanddeutschen ab Mitte der 1980er Jahre

Seit Mitte der 1980er Jahre kamen gut 2,3 Millionen russlanddeutsche (Spät-)Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Heute ist die heterogene Großgruppe ein Teil der diversen bundesdeutschen Migrationsgesellschaft.

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Nevim Çil

Türkische Migranten und der Mauerfall (2009)

Die Ereignisse von 1989/90 haben türkische Migrantinnen und Migranten nachhaltig beeinflusst. Zugehörigkeit zu Deutschland definierte sich über ethnische Herkunft.

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Dossier Migration

Geschichte der Migration in Deutschland

Migration ist ein wesentlicher Teil der deutschen Geschichte. Der Beitrag zeichnet die Entwicklung der Wanderungsbewegungen seit der Gründung des Deutschen Reiches im späten 19. Jahrhundert bis zur Reformation des Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 nach.

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Dossier

Lange Wege der Deutschen Einheit

Schockartige Umwälzungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und persönlichen Lebensumständen: Welche Folgen hatte der Systemumbruch? Und wie verläuft seitdem der Einigungsprozess in Ost und West?

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Dossier

1961: Anwerbeabkommen mit der Türkei

Am 30. Oktober 1961 schloss die Bundesrepublik ein Anwerbeabkommen mit der Türkei. Heute gehört deutsch-türkisches Zusammenleben zur Alltagsrealität in Deutschland - von Hamburg bis München, von Köln bis Berlin.

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Themenseite

30 Jahre Deutsche Einheit

Über vier Jahrzehnte waren Berlin, Deutschland und Europa geteilt. 30 Jahre nach der Deutschen Einheit wachsen Ost und West weiter zusammen. Gleichzeitig bleiben die Spuren der Teilung bis heute sichtbar – in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Die Themenseite gibt einen Überblick über Angebote zur Deutschen Teilung und Einheit.

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