Militärische Einsätze im Pazifik und in Venezuela, Drohungen gegenüber Kuba und Kolumbien und Gebietsansprüche auf Grönland und Kanada aus Gründen der nationalen Sicherheit: US-Präsident Donald Trump hat die Außenpolitik der Vereinigten Staaten seit Beginn seiner zweiten Amtszeit 2025 spürbar neu ausgerichtet.
Vor der jüngsten Eskalation im Externer Link: Konflikt mit dem Iran legte Trump einen neuen Fokus auf die US-Vormachtstellung in Nord-, Mittel- und Südamerika und die westliche Erdhalbkugel (Hemisphäre) insgesamt. Dabei berief er sich mehrfach auf eine historische Leitlinie der US-Außenpolitik, die auf das 19. Jahrhundert zurückgeht: die Monroe-Doktrin.
Kämpfe um Unabhängigkeit in Lateinamerika
Um die Monroe-Doktrin zu verstehen, ist es hilfreich, auf die Lage der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1823 zu blicken: Die noch junge Republik hatte sich erst wenige Jahrzehnte zuvor die
Das änderte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als immer mehr Staaten in
Die Vereinigten Staaten unterstützten dagegen die Unabhängigkeitsbestrebungen und hatten kein Interesse an einem Wiedererstarken der europäischen Mächte auf den beiden amerikanischen Kontinenten. Zugleich versuchten sie, ihre eigenen wirtschaftlichen und politischen Interessen mit den Kolonialmächten einvernehmlich zu regeln.
Darauf wies auch US-Präsident James Monroe (1817-1825) hin, als er sich am 2. Dezember 1823 in Washington D.C. mit seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation an den Kongress wandte.
Wer war James Monroe?
James Monroe (1758–1831) wurde 1782 in das Abgeordnetenhaus von Virginia und Ende 1790 als Vertreter seines Bundesstaats in den US-Senat gewählt, dem er bis 1794 angehörte. Unter anderem auf sein Betreiben hin wurden die Senatssitzungen ab Dezember 1795 öffentlich abgehalten. Von 1799 bis 1802 sowie 1811 war er Gouverneur von Virginia und diente von 1817 bis 1825 als fünfter Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er war der letzte der sogenannten „Gründerväter“-Präsidenten und prägte die sogenannte „Era of Good Feelings“, die durch wirtschaftliches Wachstum und ausgeprägten Nationalismus gekennzeichnet war.
Prinzip der gegenseitigen Nichteinmischung
James Monroe, gemalt von Gilbert Stuart (1755–1828), Öl auf Holz um 1817. (© picture alliance / Liszt Collection | Liszt Collection)
James Monroe, gemalt von Gilbert Stuart (1755–1828), Öl auf Holz um 1817. (© picture alliance / Liszt Collection | Liszt Collection)
In seiner Rede formulierte Monroe eine außenpolitische Leitlinie (
Die Monroe-Doktrin erklärte die „westliche Hemisphäre“ zur Interessen-, Sicherheits- und Einflusssphäre der USA. Weitere koloniale Bestrebungen europäischer Mächte sollten unterbleiben, Eingriffe in die Angelegenheiten der neu entstanden Staaten in Mittel- und Südamerika würden als Bedrohung der Sicherheit der USA gewertet.
Zugleich erklärte Monroe, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Europas einzumischen. Das Prinzip der gegenseitigen Nichteinmischung bezog sich ausdrücklich auch auf bestehende europäische Kolonien auf den amerikanischen Kontinenten. Diese wurden nicht infrage gestellt.