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Was besagt die Monroe-Doktrin?

Redaktion

/ 8 Minuten zu lesen

Präsident Trump hat die US-Außenpolitik neu ausgerichtet. Er beruft sich dabei auf eine Leitlinie, die die Vormachtstellung der USA vor allem in Lateinamerika begründete: die Monroe-Doktrin von 1823.

Die Monroe-Doktrin erklärte die westliche Halbkugel zur Einflusszone der USA. Im Bild zu sehen ist ein britischer Atlas von 1902, der die westliche und östliche Hemisphäre gegenüberstellt. (© picture-alliance, Heritage-Images | The Print Collector / Heritage-Images)

Militärische Einsätze im Pazifik und in Venezuela, Drohungen gegenüber Kuba und Kolumbien und Gebietsansprüche auf Grönland und Kanada aus Gründen der nationalen Sicherheit: US-Präsident Donald Trump hat die Außenpolitik der Vereinigten Staaten seit Beginn seiner zweiten Amtszeit 2025 spürbar neu ausgerichtet.

Vor der jüngsten Eskalation im Externer Link: Konflikt mit dem Iran legte Trump einen neuen Fokus auf die US-Vormachtstellung in Nord-, Mittel- und Südamerika und die westliche Erdhalbkugel (Hemisphäre) insgesamt. Dabei berief er sich mehrfach auf eine historische Leitlinie der US-Außenpolitik, die auf das 19. Jahrhundert zurückgeht: die Monroe-Doktrin.

Kämpfe um Unabhängigkeit in Lateinamerika

Um die Monroe-Doktrin zu verstehen, ist es hilfreich, auf die Lage der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1823 zu blicken: Die noch junge Republik hatte sich erst wenige Jahrzehnte zuvor die Interner Link: Unabhängigkeit vom Königreich Großbritannien erkämpft. Die sie umliegenden Territorien gehörten aber weiterhin den großen Kolonialstaaten wie Frankreich, Großbritannien, Spanien, Portugal sowie Russland.

Das änderte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als immer mehr Staaten in Interner Link: Lateinamerika (Mittel- und Südamerika, Karibik) versuchten, die Unabhängigkeit zu erlangen. Dies stieß auf erbitterten Widerstand der Kolonialmächte, die ihre Kolonien und Einflusssphären nicht aufgeben wollten.

Die Vereinigten Staaten unterstützten dagegen die Unabhängigkeitsbestrebungen und hatten kein Interesse an einem Wiedererstarken der europäischen Mächte auf den beiden amerikanischen Kontinenten. Zugleich versuchten sie, ihre eigenen wirtschaftlichen und politischen Interessen mit den Kolonialmächten einvernehmlich zu regeln.

Darauf wies auch US-Präsident James Monroe (1817-1825) hin, als er sich am 2. Dezember 1823 in Washington D.C. mit seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation an den Kongress wandte.

Wer war James Monroe?

James Monroe (1758–1831) wurde 1782 in das Abgeordnetenhaus von Virginia und Ende 1790 als Vertreter seines Bundesstaats in den US-Senat gewählt, dem er bis 1794 angehörte. Unter anderem auf sein Betreiben hin wurden die Senatssitzungen ab Dezember 1795 öffentlich abgehalten. Von 1799 bis 1802 sowie 1811 war er Gouverneur von Virginia und diente von 1817 bis 1825 als fünfter Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er war der letzte der sogenannten „Gründerväter“-Präsidenten und prägte die sogenannte „Era of Good Feelings“, die durch wirtschaftliches Wachstum und ausgeprägten Nationalismus gekennzeichnet war.

Prinzip der gegenseitigen Nichteinmischung

James Monroe, gemalt von Gilbert Stuart (1755–1828), Öl auf Holz um 1817. (© picture alliance / Liszt Collection | Liszt Collection)

In seiner Rede formulierte Monroe eine außenpolitische Leitlinie (Doktrin), die zwar unter seinem Namen bekannt wurde, im Wesentlichen aber von seinem Außenminister und Nachfolger im Präsidentenamt, John Quincy Adams (1825-1829), geprägt wurde.

Die Monroe-Doktrin erklärte die „westliche Hemisphäre“ zur Interessen-, Sicherheits- und Einflusssphäre der USA. Weitere koloniale Bestrebungen europäischer Mächte sollten unterbleiben, Eingriffe in die Angelegenheiten der neu entstanden Staaten in Mittel- und Südamerika würden als Bedrohung der Sicherheit der USA gewertet.

Zugleich erklärte Monroe, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Europas einzumischen. Das Prinzip der gegenseitigen Nichteinmischung bezog sich ausdrücklich auch auf bestehende europäische Kolonien auf den amerikanischen Kontinenten. Diese wurden nicht infrage gestellt.

Zitat

Wir sind es daher der Aufrichtigkeit und den freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und diesen Mächten schuldig, zu erklären, dass wir jeden Versuch ihrerseits, ihr System auf irgendeinen Teil dieser Hemisphäre auszudehnen, als gefährlich für unseren Frieden und unsere Sicherheit betrachten würden. In die bestehenden Kolonien oder Besitzungen einer europäischen Macht haben wir uns nicht eingemischt und werden uns auch nicht einmischen.

James Monroe Rede an den US-Kongress, 2. Dezember 1823

In der Praxis blieb die Doktrin in den ersten Jahrzehnten weitgehend wirkungslos, nicht zuletzt angesichts der mangelnden militärischen Schlagkraft der USA. So griffen die USA beispielsweise nicht ein, als das Vereinigte Königreich 1833 im Konflikt mit Argentinien die Kontrolle über die Falkland-Inseln übernahm.

Zugleich begannen die USA in Nordamerika ihrerseits die eigenen Interessen durchzusetzen und gen Westen zu expandieren. Bei der Annexion von Texas (1845) als auch beim Krieg gegen Mexiko (1846-48) verbaten sich die Vereinigten Staaten jegliche Einmischung von außen.

QuellentextAuszüge der Monroe-Doktrin

aus der Rede James Monroes an den US-Kongress vom 2. Dezember 1823:

"(...) Die Bürger der Vereinigten Staaten hegen die freundlichsten Gefühle für die Freiheit und das Glück ihrer Mitmenschen jenseits des Atlantiks. An den Kriegen der europäischen Mächte, die ihre eigenen Angelegenheiten betreffen, haben wir uns nie beteiligt, und es entspricht auch nicht unserer Politik, dies zu tun. Nur wenn unsere Rechte verletzt oder ernsthaft bedroht werden, wehren wir uns gegen Übergriffe oder treffen Vorkehrungen zu unserer Verteidigung. Mit den Entwicklungen in dieser Hemisphäre sind wir zwangsläufig enger verbunden, und zwar aus Gründen, die jedem aufgeklärten und unvoreingenommenen Beobachter offensichtlich sein müssen. Das politische System der verbündeten Mächte unterscheidet sich in dieser Hinsicht grundlegend von dem Amerikas.

Dieser Unterschied ergibt sich aus den Unterschieden in ihren jeweiligen Regierungsformen; und der Verteidigung unserer eigenen Regierungsform, die unter dem Einsatz von so viel Blut und Geld errungen und durch die Weisheit ihrer aufgeklärtesten Bürger gereift ist und unter der wir beispielloses Glück genossen haben, ist diese ganze Nation verpflichtet. Wir sind es daher der Aufrichtigkeit und den freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und diesen Mächten schuldig, zu erklären, dass wir jeden Versuch ihrerseits, ihr System auf irgendeinen Teil dieser Hemisphäre auszudehnen, als gefährlich für unseren Frieden und unsere Sicherheit betrachten würden. In die bestehenden Kolonien oder Besitzungen einer europäischen Macht haben wir uns nicht eingemischt und werden uns auch nicht einmischen. Doch gegenüber den Regierungen, die ihre Unabhängigkeit erklärt haben und diese aufrechterhalten und deren Unabhängigkeit wir nach reiflicher Überlegung und auf der Grundlage gerechter Prinzipien anerkannt haben, könnten wir jede Einmischung einer europäischen Macht zum Zwecke ihrer Unterdrückung oder der anderweitigen Beeinflussung ihres Schicksals nur als Ausdruck einer unfreundlichen Haltung gegenüber den Vereinigten Staaten betrachten. (...)

(...) Unsere Politik gegenüber Europa, die in einer frühen Phase der Kriege, die diesen Teil der Welt so lange erschüttert haben, beschlossen wurde, bleibt dennoch dieselbe, nämlich uns nicht in die inneren Angelegenheiten irgendeiner seiner Mächte einzumischen; die de facto bestehende Regierung als die für uns legitime Regierung anzuerkennen; freundschaftliche Beziehungen zu ihr zu pflegen und diese Beziehungen durch eine offene, entschlossene und standhafte Politik zu wahren, wobei wir in allen Fällen den gerechten Ansprüchen jeder Macht entgegenkommen und uns von keiner Unrecht zufügen lassen. Was jedoch jene Kontinente betrifft, so sind die Umstände in herausragender und auffälliger Weise anders.

Es ist unmöglich, dass die verbündeten Mächte ihr politisches System auf irgendeinen Teil eines der beiden Kontinente ausdehnen, ohne unseren Frieden und unser Glück zu gefährden; ebenso wenig kann man glauben, dass unsere Brüder im Süden, wenn man sie sich selbst überlässt, es aus eigenem Antrieb übernehmen würden. Es ist daher ebenso unmöglich, dass wir eine solche Einmischung in irgendeiner Form mit Gleichgültigkeit betrachten. (...)"

Diese Übersetzung wurde automatisiert mit der Website DeepL.com erstellt und redaktionell gekürzt und bearbeitet. Der Externer Link: englische Originaltext stammt von den National Archives der USA.

Die „Roosevelt Corollary“ der Monroe-Doktrin

Größere außenpolitische Bedeutung erlangte die Monroe-Doktrin zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter Präsident Theodore Roosevelt (1901-1909). Dabei wandelte sich auch ihre Bedeutung: War sie bis dahin auf ein Nichteinmischen der europäischen Staaten ausgerichtet, nahmen die USA nun selbst für sich das Recht in Anspruch, auf beiden amerikanischen Kontinenten einzugreifen, wenn die Entwicklungen dort nach ihrem Dafürhalten eine Gefahr für die dortige oder die eigene Sicherheit zu werden drohten.

In der von Theodore Roosevelt vorgenommen Erweiterung der Monroe-Doktrin („Roosevelt Corollary“) von 1904, heißt es dazu:

Zitat

Chronisches Fehlverhalten (...) kann in Amerika, wie auch anderswo, letztendlich ein Eingreifen einer zivilisierten Nation erforderlich machen, und in der westlichen Hemisphäre kann die Einhaltung der Monroe-Doktrin durch die Vereinigten Staaten diese in eklatanten Fällen solchen Fehlverhaltens oder solcher Ohnmacht, wenn auch widerwillig, zur Ausübung einer internationalen Polizeigewalt zwingen.

Theodore Roosevelt Rede vor dem US-Kongress, 6. Dezember 1904

Dem vorausgegangen war die US-amerikanische Unterstützung der Abspaltung Panamas von Kolumbien, mit der sich die USA die Kontrolle über den Interner Link: Bau des Panamakanals sicherte, sowie die Krise in Venezuela 1902/03: Hintergrund war vor allem die Interner Link: immense Verschuldung Venezuelas, das europäische Kredite unter anderem für den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur aufgenommen hatte.

Als die Rückzahlungen über mehrere Jahre ausblieben, verhängten Deutschland, Großbritannien und Italien eine Seeblockade gegen das südamerikanische Land. Roosevelt drohte, die USA würden notfalls militärisch in den Konflikt eingreifen, sollten die Parteien zu keiner Einigung kommen. Den Deutschen machte er klar, dass er eine befürchtete dauerhafte militärische Präsenz in der Region keinesfalls dulden würde. Am 13. Februar 1903 kam unter US-Vermittlung eine gütliche Einigung zustande.

In den Folgejahren diente die „Roosevelt Corollary“ den USA als Legitimation zahlreicher „Bananenkriege“ in Mittel- und Südamerika zur Durchsetzung von Handelsinteressen US-amerikanischer Firmen (insbesondere der United Fruit Company, heute: Chiquita). Bis in die 1930er-Jahre intervenierten die USA zum Teil mehrfach in Kuba, der Dominikanischen Republik, Haiti, Nicaragua, Mexiko und Honduras.

QuellentextAuszüge der „Roosevelt Corollary“

aus der Rede Theodore Roosevelts an den US-Kongress vom 6. Dezember 1904:

"(...) Es ist unsere Pflicht, uns daran zu erinnern, dass eine Nation kein größeres Recht hat, einer anderen Nation, sei sie stark oder schwach, Unrecht zu tun, als ein Einzelner, einem anderen Einzelnen Unrecht zu tun; dass in dem einen wie in dem anderen Fall dasselbe moralische Gesetz gilt. Wir müssen uns aber auch daran erinnern, dass es ebenso sehr die Pflicht der Nation ist, ihre eigenen Rechte und Interessen zu wahren, wie es die Pflicht des Einzelnen ist, dies zu tun. (...) Es gibt bislang noch keinen gerichtlichen Weg, ein Recht im Völkerrecht durchzusetzen. Wenn eine Nation einer anderen oder vielen anderen Unrecht tut, gibt es kein Gericht, vor das der Rechtsverletzer gebracht werden kann. Entweder muss man das Unrecht tatenlos hinnehmen und damit Brutalität und Aggression belohnen, oder aber die geschädigte Nation muss tapfer für ihre Rechte eintreten.

(...) Daraus folgt, dass eine selbstbewusste, gerechte und weitsichtige Nation einerseits mit allen Mitteln bestrebt sein sollte, die Entwicklung der verschiedenen Bewegungen zu unterstützen, die darauf abzielen, Ersatz für den Krieg zu schaffen, die darauf abzielen, die Nationen in ihrem Handeln untereinander und ja sogar gegenüber ihren eigenen Völkern empfänglicher für die allgemeine Gesinnung der humanen und zivilisierten Menschheit zu machen; und andererseits bereit sein, während sie selbst Unrecht gewissenhaft vermeidet, jedes Unrecht abzuwehren und in Ausnahmefällen Maßnahmen zu ergreifen, die in einem fortgeschritteneren Stadium der internationalen Beziehungen unter den Begriff der Ausübung der internationalen Polizei fallen würden. Ein großes, freies Volk ist es sich selbst und der gesamten Menschheit schuldig, nicht in Hilflosigkeit vor den Mächten des Bösen zu versinken.

(...)

Es ist nicht wahr, dass die Vereinigten Staaten irgendwelche territorialen Ansprüche hegen oder Pläne in Bezug auf die anderen Nationen der westlichen Hemisphäre verfolgen, außer solchen, die ihrem Wohlergehen dienen. Alles, was dieses Land wünscht, ist, dass die Nachbarländer stabil, geordnet und wohlhabend sind. Jedes Land, dessen Bevölkerung sich gut verhält, kann auf unsere herzliche Freundschaft zählen. Wenn eine Nation zeigt, dass sie in sozialen und politischen Angelegenheiten mit angemessener Effizienz und Anstand zu handeln versteht, wenn sie Ordnung aufrechterhält und ihren Verpflichtungen nachkommt, braucht sie keine Einmischung seitens der Vereinigten Staaten zu befürchten. Chronisches Fehlverhalten oder eine Unfähigkeit, die zu einer allgemeinen Lockerung der Bindungen der zivilisierten Gesellschaft führt, kann in Amerika, wie auch anderswo, letztendlich ein Eingreifen einer zivilisierten Nation erforderlich machen, und in der westlichen Hemisphäre kann die Einhaltung der Monroe-Doktrin durch die Vereinigten Staaten diese in eklatanten Fällen solchen Fehlverhaltens oder solcher Ohnmacht, wenn auch widerwillig, zur Ausübung einer internationalen Polizeigewalt zwingen. (...)

Unsere Interessen und die unserer südlichen Nachbarn sind in Wirklichkeit identisch. Sie verfügen über große natürliche Reichtümer, und wenn innerhalb ihrer Grenzen Recht und Gerechtigkeit herrschen, ist ihnen Wohlstand sicher. Solange sie sich an die grundlegenden Gesetze einer zivilisierten Gesellschaft halten, können sie sich darauf verlassen, dass wir ihnen mit herzlicher und hilfsbereiter Sympathie begegnen. Wir würden uns nur als letztes Mittel in ihre Angelegenheiten einmischen, und auch dann nur, wenn offensichtlich würde, dass ihre Unfähigkeit oder Unwilligkeit, im In- und Ausland Gerechtigkeit walten zu lassen, die Rechte der Vereinigten Staaten verletzt oder ausländische Aggressionen zum Nachteil der gesamten Gemeinschaft der amerikanischen Nationen heraufbeschworen hätte. Es ist eine bloße Binsenweisheit zu sagen, dass jede Nation, sei es in Amerika oder anderswo, die ihre Freiheit und Unabhängigkeit bewahren will, letztlich erkennen muss, dass das Recht auf diese Unabhängigkeit untrennbar mit der Verantwortung verbunden ist, sie sinnvoll zu nutzen.

Indem wir die Monroe-Doktrin bekräftigt, Maßnahmen wie die ergriffen haben, die wir in Bezug auf Kuba, Venezuela und Panama ergriffen haben, und indem wir uns bemüht haben, den Kriegsschauplatz im Fernen Osten einzugrenzen und die „Open-Door-Politik“ in China zu sichern, haben wir sowohl in unserem eigenen Interesse als auch im Interesse der gesamten Menschheit gehandelt. Es gibt jedoch Fälle, in denen unsere eigenen Interessen zwar nicht in großem Maße betroffen sind, aber dennoch ein starker Appell an unsere Sympathien gerichtet wird. Normalerweise ist es für uns weitaus klüger und nützlicher, uns um unser eigenes moralisches und materielles Wohlergehen hier zu Hause zu bemühen, als uns darum zu kümmern, die Verhältnisse in anderen Nationen zu verbessern. Wir haben genug eigene Sünden, gegen die wir kämpfen müssen, und unter normalen Umständen können wir mehr für die allgemeine Hebung der Menschheit tun, indem wir uns mit Leib und Seele dafür einsetzen, der Korruption im öffentlichen Leben, der brutalen Gesetzlosigkeit und den gewalttätigen Rassenvorurteilen hier bei uns ein Ende zu setzen, als indem wir Resolutionen verabschieden und Missstände anderswo bekämpfen. Dennoch gibt es gelegentlich Verbrechen, die in so großem Ausmaß und von solch einzigartigem Grauen begangen werden, dass wir daran zweifeln, ob es nicht unsere offensichtliche Pflicht ist, zumindest zu versuchen, unsere Missbilligung der Tat und unser Mitgefühl mit denjenigen zu zeigen, die darunter gelitten haben. Die Fälle müssen extrem sein, in denen ein solches Vorgehen gerechtfertigt ist. (...)"

Diese Übersetzung wurde automatisiert mit der Website DeepL.com erstellt und redaktionell gekürzt und bearbeitet. Der Externer Link: englische Originaltext stammt von den National Archives der USA.

Die USA im Ersten und Zweiten Weltkrieg

Bei Ausbruch des Interner Link: Ersten Weltkriegs erklärten die Vereinigten Staaten sich zunächst als neutral. Auch wenn die USA den sogenannten Entente-Mächten (u.a. Großbritannien, Frankreich, Russland) Wirtschaftshilfe leisteten und Waffen lieferten, betrachteten sie den Krieg in den ersten Jahren als europäische Angelegenheit, in die sie sich gemäß der Monroe-Doktrin nicht aktiv einmischen wollten.

Der Überfall des Deutschen Kaiserreichs auf Belgien, der uneingeschränkte U-Bootkrieg, welchem auch amerikanische Handelsschiffe zum Opfer fielen, und deutsche Bemühungen um ein Bündnis mit Mexiko führten schließlich doch zu einem Interner Link: Kriegseintritt der USA im April 1917.

Auch im Interner Link: Zweiten Weltkrieg folgten die USA zunächst der Neutralitäts-Maxime der Monroe-Doktrin. Erst Interner Link: der japanische Überfall auf Pearl Harbour im Dezember 1941 machte einen Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg unausweichlich – nach den Kriegserklärungen der Achsenmächte Deutschland und Italien schließlich auch in Europa.

Von der Monroe- zur Truman-Doktrin

Nach dem Zweiten Weltkrieg formulierte US-Präsident Harry S. Truman (1945-1953) die künftige außenpolitische Leitlinie der USA im Interner Link: Kalten Krieg: die Interner Link: Truman-Doktrin von 1947.

Darin skizzierte er die Zweiteilung der Welt in ein westlich-demokratisches und ein östlich-kommunistisches System und erklärte seine Unterstützung für all jene Staaten, „die sich der angestrebten Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch äußeren Druck widersetzen“. Diese Neuausrichtung der US-Außenpolitik richtete sich gegen jedwede Bestrebung der Sowjetunion, ihre Einflusssphäre zu erweitern.

Zitat

Ich glaube, dass es die Politik der Vereinigten Staaten sein muss, freie Völker zu unterstützen, die sich der angestrebten Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch äußeren Druck widersetzen. Ich glaube, dass wir freien Völkern dabei helfen müssen, ihr eigenes Schicksal auf ihre eigene Weise zu gestalten.

Harry S. Truman Rede vor dem US-Kongress, 12. März 1947

Die mit der Truman-Doktrin eingeleitete und später unter Präsident Dwight D. Eisenhower (1953-1961) forcierte Politik der Eindämmung („Containment“) des kommunistischen Einflusses blieb dabei nicht auf die westliche Hemisphäre beschränkt. Stattdessen verfolgten die Vereinigten Staaten nun eine globale Interventionspolitik, die die USA unter anderem in den Koreakrieg eingreifen ließ und im Vietnamkrieg gipfelte.

Auch unter der Truman-Doktrin betrieben die USA weiterhin einer strikte Hegemonialpolitik gegenüber den Staaten in Lateinamerika. Beispiele dafür sind die Beteiligung an der gescheiterten Invasion in der kubanischen Schweinebucht 1961, die Unterstützung des Militärputsches von Augusto Pinochet in Chile 1973 und die Invasion in Panama 1989.

Ende des Kalter Kriegs und Beginn des „War on Terror“

Nach dem Ende des Kalten Kriegs verblieben die USA als einzige Weltmacht, die diesen Anspruch global durchsetzen konnte. Die US-Außenpolitik verlagerte sich in der Folge zunächst auf Friedenseinsätze und humanitäre Interventionen wie in Interner Link: Somalia (1992/1993), Interner Link: Bosnien (1994) und im Interner Link: Kosovo (1999).

Nach den Anschlägen in den USA vom 9. September 2001 wechselte der Fokus auf den internationalen „Krieg gegen den Terror“ mit den Kriegen in Interner Link: Afghanistan (2001-2021), Interner Link: Irak (2003-2011) und gegen die Interner Link: Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (seit 2014).

In den letzten Jahren richteten die USA ihre Anstrengungen wieder stärker auf die Absicherung ihrer Verbündeten innerhalb und außerhalb der NATO sowie die Abschreckung Russlands und Chinas in Europa und im Pazifik – vor allem durch die Interner Link: Unterstützung der Ukraine im russischen Angriffskrieg und durch Interner Link: Sicherheitsgarantien für Taiwan.

Schiffe der US-Marine kreuzen im November 2025 im Karibischen Meer: Das US-Militär greift dort seit Herbst 2025 immer wieder Boote an, die es des Drogenschmuggels verdächtigt. (© picture-alliance, Newscom | PO3 TAJH PAYNE)

Die „Trump Corollary“ der Monroe-Doktrin

In jüngster Zeit hat US-Präsident Trump sich immer wieder ausdrücklich auf die Monroe-Doktrin berufen und diese in der im November 2025 vorgelegten Externer Link: neuen Nationalen Sicherheitsstrategie der USA um seine eigene Folgerung („Trump Corollary“) erweitert.

Die Wiederherstellung der US-Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre wird darin zum Hauptziel und zur Bedingung der nationalen Sicherheit und des Wohlstands der Vereinigten Staaten erklärt. Der Einfluss äußerer Mächte in der Region soll zurückgedrängt und deren Einmischung unterbunden werden. Gleichzeitig verzichten die USA dabei nicht auf ihren Anspruch, auch in anderen Weltregionen politisch und militärisch aktiv zu werden.

Zitat

Nach Jahren der Vernachlässigung werden die Vereinigten Staaten die Monroe-Doktrin wieder bekräftigen und durchsetzen, um die Vorrangstellung Amerikas in der westlichen Hemisphäre wiederherzustellen und unser Heimatland sowie unseren Zugang zu strategisch wichtigen Gebieten in der gesamten Region zu schützen.

Nationale Sicherheitststrategie der USA November 2025, S. 15

Was die neue Strategie in der Praxis bedeuten kann, zeigen die militärischen Interventionen der Trump-Regierung insbesondere in Lateinamerika. So greift das US-Militär seit Herbst 2025 regelmäßige Boote in der Karibik und im Ostpazifik an, die sie des Drogenschmuggels verdächtigt. Im Januar 2026 Interner Link: intervenierten die USA militärisch in Venezuela und nahmen den Präsidenten Nicolás Maduro gefangen.

Ob die Rückbesinnung auf die Monroe-Doktrin und die westliche Hemisphäre zu einem Rückzug der USA aus anderen Weltregionen führen wird, bleibt abzuwarten. Mit dem Ende Februar 2026 gemeinsam mit Israel begonnenen Krieg gegen den Iran setzt die Trump-Administration die Jahrzehnte andauernde Folge militärischer Einsätze der USA im Nahen und Mittleren Osten fort.

QuellentextAuszüge der „Trump Corollary“

aus der Nationalen Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten von 2025:

"Wir wollen sicherstellen, dass die westliche Hemisphäre stabil und gut regiert genug bleibt, um eine Massenmigration in die Vereinigten Staaten zu verhindern und zu erschweren; wir wollen eine Hemisphäre, deren Regierungen mit uns gegen Drogenterroristen, Kartelle und andere transnationale kriminelle Organisationen zusammenarbeiten; wir wollen eine Hemisphäre, die frei von feindlichen Einmischungen oder der Übernahme wichtiger Vermögenswerte durch ausländische Kräfte bleibt und die kritische Lieferketten unterstützt; und wir wollen unseren fortgesetzten Zugang zu wichtigen strategischen Standorten sichern. Mit anderen Worten: Wir werden einen „Trump-Zusatz“ zur Monroe-Doktrin geltend machen und durchsetzen;

(...)

A. Westliche Hemisphäre: Die "Trump Corollary" zur Monroe-Doktrin

Nach Jahren der Vernachlässigung werden die Vereinigten Staaten die Monroe-Doktrin wieder bekräftigen und durchsetzen, um die Vorrangstellung Amerikas in der westlichen Hemisphäre wiederherzustellen und unser Heimatland sowie unseren Zugang zu strategisch wichtigen Gebieten in der gesamten Region zu schützen. Wir werden Wettbewerbern außerhalb der Hemisphäre die Möglichkeit verwehren, Streitkräfte oder andere bedrohliche Kapazitäten in unserer Hemisphäre zu stationieren oder strategisch wichtige Vermögenswerte zu besitzen oder zu kontrollieren. Dieser „Trump-Zusatz“ zur Monroe-Doktrin ist eine vernünftige und wirkungsvolle Wiederherstellung der amerikanischen Macht und Prioritäten, im Einklang mit den amerikanischen Sicherheitsinteressen.

Unsere Ziele für die westliche Hemisphäre lassen sich unter dem Motto „Gewinnen und Ausbauen“ zusammenfassen. Wir werden unsere bestehenden Partner in der Hemisphäre einbinden, um die Migration zu steuern, den Drogenhandel zu unterbinden und die Stabilität und Sicherheit zu Land und zu Wasser zu stärken. Wir werden unsere Präsenz ausbauen, indem wir neue Partnerschaften pflegen und festigen und gleichzeitig die Attraktivität unseres Landes als bevorzugter Wirtschafts- und Sicherheitspartner der Hemisphäre steigern.

(...)

Die Vereinigten Staaten müssen ihre militärische Präsenz in der westlichen Hemisphäre überdenken. Dies bedeutet vier offensichtliche Maßnahmen:

  • Eine Neuausrichtung unserer globalen militärischen Präsenz, um dringenden Bedrohungen in unserer Hemisphäre zu begegnen, insbesondere den in dieser Strategie genannten Missionen, und uns von Einsatzgebieten zurückzuziehen, deren relative Bedeutung für die nationale Sicherheit der USA in den letzten Jahrzehnten oder Jahren abgenommen hat;

  • Eine besser geeignete Präsenz der Küstenwache und der Marine zur Kontrolle der Seewege, zur Verhinderung illegaler und anderer unerwünschter Migration, zur Eindämmung von Menschen- und Drogenhandel sowie zur Kontrolle wichtiger Transitrouten in Krisenzeiten;

  • Gezielte Einsätze zur Sicherung der Grenze und zur Bekämpfung von Kartellen, einschließlich des Einsatzes tödlicher Gewalt, wo dies notwendig ist, um die gescheiterte Strategie der letzten Jahrzehnte zu ersetzen, die ausschließlich auf Strafverfolgung setzte; und

  • Die Schaffung oder Ausweitung des Zugangs an strategisch wichtigen Standorten.

(...)

Konkurrenten von außerhalb unserer Hemisphäre sind tief in unsere Hemisphäre vorgedrungen, sowohl um uns wirtschaftlich in der Gegenwart zu benachteiligen als auch auf eine Weise, die uns in Zukunft strategisch schaden könnte. Diese Vorstöße ohne ernsthaften Widerstand zuzulassen, ist ein weiterer großer strategischer Fehler der USA in den letzten Jahrzehnten.

Die Vereinigten Staaten müssen in der westlichen Hemisphäre eine herausragende Rolle spielen – dies ist eine Voraussetzung für unsere Sicherheit und unseren Wohlstand und ermöglicht es uns, uns in der Region selbstbewusst zu behaupten, wann und wo immer dies erforderlich ist. Die Bedingungen unserer Bündnisse und die Bedingungen, unter denen wir jegliche Art von Hilfe leisten, müssen davon abhängig gemacht werden, dass feindliche Einflüsse von außen zurückgedrängt werden – von der Kontrolle über militärische Einrichtungen, Häfen und wichtige Infrastruktur bis hin zum Erwerb strategischer Vermögenswerte im weitesten Sinne."

Diese Übersetzung wurde automatisiert mit der Website DeepL.com erstellt und redaktionell gekürzt. Der englische Originaltext stammt aus der Externer Link: Nationalen Sicherheitsstrategie des Weißen Hauses (2025). Die übersetzten Auszüge finden sich auf Seite 5 und Seite 15 ff.

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„Hintergrund Aktuell“ ist ein Angebot der Onlineredaktion der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Es wird von den Redakteur/-innen und Volontär/-innen der Onlineredaktion der bpb redaktionell verantwortet und seit 2017 zusammen mit dem Südpol-Redaktionsbüro Köster & Vierecke erstellt.

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[lat.: Lehre, Theorie] 1) Eine politisch-ideologische D. bezeichnet einen Grundsatz, der für eine Partei oder eine politische Lehre (mehr oder weniger) unverrückbar Grund und Ziel ihres Wirkens ist.

2) In den internationalen Beziehungen (Internationale Beziehungen) bezeichnet D. den öffentlich bekundeten Grundsatz eines Staates oder einer Regierung, der maßgeblich für die (künftige) politische Handlungsstrategie ist (z. B. Hallstein-Doktrin).

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Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2020. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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