Am 20. September wählt Mecklenburg-Vorpommern
Wer regiert bisher?
In Mecklenburg-Vorpommern amtiert seit 2021 eine Koalition aus SPD und Die Linke. Zuvor regierten die Sozialdemokraten viele Jahre in einem Bündnis mit der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU). Die SPD stellt seit 1998 die Ministerpräsidenten des Bundeslandes – seit 2017 hat Manuela Schwesig dieses Amt inne.
Bei der Landtagswahl 2021 lag die Wahlbeteiligung bei 70,8 Prozent. Die SPD gewann damals die Wahl mit 39,6 Prozent der Zweitstimmen deutlich. Zweitstärkste Partei wurde damals die AfD mit 16,7 Prozent. Die CDU kam 2021 auf 13,3 Prozent, Die Linke auf 9,9 Prozent, die GRÜNEN auf 6,3 Prozent und die Freie Demokratische Partei (FDP) auf 5,8 Prozent.
Wie wird gewählt?
2022 hat der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern eine Absenkung des Wahlalters beschlossen: Wahlberechtigt sind bei der Landtagswahl deshalb alle Bürgerinnen und Bürger mit deutscher Staatsangehörigkeit, die mindestens 16 Jahre alt sind, mindestens seit 37 Tagen in Mecklenburg-Vorpommern leben und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Das
Wählerinnen und Wähler haben jeweils zwei Stimmen. 36 der mindestens 71 Abgeordneten des künftigen Landtags werden mit der Erststimme in den Wahlkreisen direkt gewählt. Die restlichen Sitze werden mit der Zweitstimme über die Landeslisten der Parteien vergeben. Die Zweitstimme ist für die Sitzverteilung im Landtag entscheidend. Es gilt allerdings eine
Falls eine Partei über die Direktmandate in den Wahlkreisen mehr Sitze gewinnt, als ihr aufgrund der Zweitstimmen zustehen, erhält sie sogenannte Überhangmandate. Die Gesamtzahl aller Landtagssitze wird dann so lange erhöht, bis das über die Zweitstimmen errechnete Verhältnis der Sitzverteilung zwischen den Parteien wiederhergestellt ist – dies erfolgt mithilfe sogenannter Ausgleichsmandate.
Bevölkerungsentwicklung und Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern lebten Ende 2025 fast 1,6 Millionen Menschen. Die Zahl der Wahlberechtigten liegt bei rund 1,3 Millionen.
Die Bevölkerung von Mecklenburg-Vorpommern ist bis 2010 deutlich zurückgegangen und stagniert seitdem weitgehend. Es sterben mehr Menschen als geboren werden – dieses Defizit wurde jedoch dadurch ausgeglichen, dass mehr Menschen aus dem In- und Ausland in das Bundesland zuzogen. Mit neun Prozent hat Mecklenburg-Vorpommern bundesweit den niedrigsten Anteil an Menschen mit Einwanderungsgeschichte.
Die Arbeitslosenquote in Mecklenburg-Vorpommern lag im Juli dieses Jahres mit 7,8 Prozent über dem Bundesschnitt von 6,4 Prozent. Externer Link: Im Bundesvergleich erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hier die niedrigsten Löhne. Das Bruttoinlandsprodukt des nordöstlichen Bundeslands legte Berechnungen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder zufolge 2025 preisbereinigt vorläufig um 1,4 Prozent zu – bundesweit wuchs die Wirtschaft im vergangenen Jahr dagegen nur um 0,2 Prozent.
Über 70 Prozent der Wertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern wird im Dienstleistungssektor erwirtschaftet. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig des Bundeslandes. Das Land verfügt zudem über eine starke Gesundheitswirtschaft. Fast jede fünfte erwerbstätige Person arbeitet in dieser Branche. Die Land- und Forstwirtschaft und insbesondere die Fischerei gelten als traditionelle Wirtschaftszweige und Kulturgut, machen aber nur noch knapp drei Prozent der Wirtschaftsleistung aus.
Mecklenburg-Vorpommern ist eher ländlich geprägt, liegt an der Ostsee mit einer langen Küstenlinie und zahlreichen Inseln – traditionell spielt daher der Schiffbau eine wichtige Rolle. Der Nordosten beheimatet aber auch Automobilzulieferer, Maschinenbauer und andere Industriebetriebe – die Windenergie, insbesondere im Offshore-Bereich, ist wirtschaftlich von wachsender Bedeutung.
Wer steht zur Wahl?
Zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026
Die derzeit stärkste Fraktion im Landtag bildet die
Die
Drittstärkste Kraft im Landtag ist die
Als sechste Partei schaffte
Das
Aussagekraft und Genauigkeit von Umfragen zu Wahl
Umfragen liefern vor allem ein Stimmungsbild zum Zeitpunkt der Befragung – sie sind keine Prognose des endgültigen Wahlausgangs. Geringe Veränderungen oder Unterschiede zwischen zwei Erhebungen können innerhalb der statistischen Unsicherheit liegen. Ob es sich um einen tatsächlichen Trend handelt, lässt sich dann nicht eindeutig sagen. Rückschlüsse auf das Wahlverhalten oder Entwicklungen bis zum Wahltag sind auch mit Blick auf die Wahlberechtigten ohne feststehende Wahlpräferenz nur begrenzt möglich.
Gerade bei Parteien, die nahe an der Fünf-Prozent-Hürde liegen, können kleine statistische Abweichungen erheblichen Einfluss auf die Interpretation haben. Infratest dimap und die Forschungsgruppe Wahlen, die an den Wahltagen die Analysen und Hochrechnungen des Wahlergebnisses bei ARD und ZDF liefern, geben den Fehlerbereich bei Werten von 40 bis 50 Prozent mit etwa drei Prozentpunkten und für Werte von 10 Prozent mit etwa zwei Prozentpunkten an.
Die wichtigsten Wahlkampfthemen
Ein wichtiges Thema im Wahlkampf ist die Wirtschaft. Trotz der auch im Bundesvergleich leicht positiven Entwicklung klagen Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger über hohe Energie- und Lebenshaltungskosten. Ein weiteres Wahlkampfthema ist die Bildungspolitik. Gestritten wurde etwa über den Erhalt eines mehrgliedrigen Schulsystems oder die Umsetzung der
So könnte es nach der Wahl weitergehen
Ob es Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gelingt, nach der Wahl erneut ein Regierungsbündnis mit eigener Mehrheit zu bilden, hängt auch davon ab, wie viele Parteien am Ende in den Landtag einziehen. An einer eigenen Mehrheit könnten SPD und Linke den letzten Umfragen zufolge knapp scheitern. Denkbar wäre theoretisch auch eine Koalition aus SPD, CDU und GRÜNEN. Eine Zusammenarbeit mit der Linken hat die CDU dagegen ausgeschlossen.
Sämtliche bislang im Landtag vertretenen Parteien schließen ebenso wie das BSW eine Koalition mit der AfD aus. Das BSW spricht sich allerdings für eine Zusammenarbeit mit der AfD unter einem überparteilichen Ministerpräsidenten in einer Expertenregierung aus. Selbst wenn die AfD stärkste Fraktion werden sollte, gilt es deshalb als unwahrscheinlich, dass sie den Ministerpräsidenten stellen wird. Sollte Schwesig keine eigene Mehrheit bekommen, könnte sie versuchen, mit einer Minderheitsregierung im Amt zu bleiben.