Themen Mediathek Shop Lernen Veranstaltungen kurz&knapp Die bpb Meine Merkliste Geteilte Merkliste PDF oder EPUB erstellen Mehr Artikel im

Alternative für Deutschland | Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026 | bpb.de

Mecklenburg-Vorpommern 2026 SPD AfD CDU Die Linke GRÜNE FDP Tierschutzpartei FREIE WÄHLER Die PARTEI PIRATEN ÖDP Bündnis C BSW Handwerker Partei Deutschland KPD PdF Team Freiheit Volt WLD Redaktion

Alternative für Deutschland AfD

Jan Müller

/ 2 Minuten zu lesen

Der Landesverband der „Alternative für Deutschland“ (AfD) wurde wie die Bundespartei 2013 gegründet. Anfangs trat die AfD vor allem mit euroskeptischen und wirtschaftsliberalen Positionen auf. Hinzu kam mit der Zeit ein stärkerer Fokus auf eine restriktive Asyl- und Migrationspolitik. Damit verbunden sind im Grundsatzprogramm formulierte Forderungen zur Wahrung nationaler und kultureller Identität, der Ablehnung von Multikulturalismus und eine Betonung von konservativ-völkischen Traditionen und Rollenbildern. Nationale Zugehörigkeit definiert sie zunehmend über ethnische, aber auch kulturelle und religiöse Merkmale. Die Partei positioniert sich im rechten bis extrem rechten Spektrum des deutschen Parteiensystems und wird in der Politikwissenschaft als rechtspopulistisch und in Teilen rechtsradikal, völkisch-nationalistisch und rassistisch eingeordnet.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die Partei als rechtsextremistischen Verdachtsfall ein. Über eine weitreichendere Einstufung durch das Bundesamt steht die gerichtliche Entscheidung noch aus.

Fakten zur Partei

  • Landesvorsitz: Leif-Erik Holm und Enrico Schult*

  • Gründungsjahr Landesverband: 2013*

  • Mitgliederzahl in Mecklenburg-Vorpommern: ca. 2.700 Mitglieder und Förderer*

  • Wahlergebnis 2021: 16,7%

* nach Angaben der Partei

Im Landesparlament in Mecklenburg-Vorpommern stellte die AfD 2016 und 2021 die größte Oppositionsfraktion. Bei der Europawahl 2024 und bei der Bundestagswahl 2025 wurde sie stärkste Partei im Wahlgebiet Mecklenburg-Vorpommern.

Zur Landtagswahl 2026 hat die AfD ein Spitzenkandidatenduo mit dem Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm und dem Landtagsabgeordneten Enrico Schult aufgestellt. Das Wahlprogramm setzt Schwerpunkte in der Sicherheits-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik. Hier wird u. a. eine bessere Ausstattung von Polizei und Justiz gefordert sowie die Herabsetzung der Strafmündigkeit auf zwölf Jahre oder der Einsatz freiwilliger Sicherheitshelfer. Innerhalb der Landespolizei soll es eine Einheit für Grenzkontrollen und Rückführungen geben. In der Bildungspolitik will die AfD das mehrgliedrige Schulsystem und die Förderschulen erhalten. Der Zugang zum Gymnasium soll sich stärker an Noten und weniger am Elternwillen orientieren. Politische Bildung und Themen wie Familienvielfalt an Schulen sieht die AfD kritisch. In Wirtschaftsfragen will sie weniger staatliche Eingriffe und eine soziale Marktwirtschaft, die vor allem auf Freiheit und Wettbewerb beruhe. In der Energiepolitik steht die AfD der Wind- und Solarenergie kritisch gegenüber und befürwortet den Wiedereinstieg in die Kernenergie.

Fussnoten

Jan Müller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Vergleichende Regierungslehre. Er forscht und veröffentlich zur Landes- und Kommunalpolitik in Mecklenburg-Vorpommern. Er leitet seit 2021 die Arbeitsgruppe „Politik und Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern“.