Der Landesverband der „Freien Demokratischen Partei“ (FDP) in Mecklenburg-Vorpommern wurde 1990 gegründet, nachdem sich die beiden DDR-Blockparteien „Liberal-Demokratische Partei Deutschlands“ (LDPD) und „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NDPD) sowie zwei liberale Neugründungen der Wendezeit (DDR-FDP und „Deutsche Forum Partei“) mit der westdeutschen FDP zusammengeschlossen hatten. Nach der Landtagswahl 1990 in Mecklenburg-Vorpommern regierte die FDP mit der CDU, schied 1994 aus dem Landtag aus und schaffte 2006 und 2021 den Wiedereinzug. 2021 kehrte sie mit fünf Abgeordneten ins Parlament zurück. Nach dem Austritt zweier Abgeordneter verlor sie im April 2025 ihren Fraktionsstatus. Seither bilden die verbliebenen Abgeordneten eine Gruppe. Auf Bundesebene war die FDP über Jahrzehnte an Bundesregierungen beteiligt – zuletzt von 2021 bis 2024 mit der SPD und den GRÜNEN. Programmatisch stellt die FDP die Freiheit des Einzelnen in den Mittelpunkt und betont marktwirtschaftliche Prinzipien. Sie setzt sich für Chancengerechtigkeit durch Bildung ein und legt einen Schwerpunkt auf Wettbewerb und Leistung. Der Staat soll aus ihrer Sicht nur dort tätig werden, wo es notwendig ist und den Bürgerinnen und Bürgern Raum lassen, Verantwortung für sich und die Gesellschaft zu übernehmen.
Fakten zur Partei
Landesvorsitz: René Domke*
Gründungsjahr Landesverband: 1990*
Mitgliederzahl in Mecklenburg-Vorpommern: 650*
Wahlergebnis 2021: 5,8%
* nach Angaben der Partei
Für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist Jakob Schirmer der Spitzenkandidat der FDP. Im Mittelpunkt ihres Wahlprogramms stehen unter anderem Bildung, Wirtschaft und Gesundheit. In der Schulpolitik fordert die FDP die Wiedereinführung von Haupt- und Realschule und die Abschaffung der Regionalen Schule. Den Religionsunterricht in seiner jetzigen Form will sie durch einen „neutralen Fachunterricht“ über alle Religionen ersetzen. Insgesamt fordert die Partei mehr Autonomie für die einzelnen Schulen. In der Wirtschaftspolitik sollen kleine und mittlere Unternehmen von Bürokratie entlastet werden, beispielsweise durch die Vereinfachung des Vergaberechts und die Aufhebung des Sonntagsöffnungsverbots. Im Gesundheitsbereich setzt die FDP unter anderem auf den Ausbau von Telemedizin und weniger Dokumentationspflichten. Außerdem fordert die Partei Medizinstudienplätze an mehr Menschen zu vergeben, die sich danach in Mecklenburg-Vorpommern niederlassen sowie die Einrichtung von Stipendien für Landeskinder.