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Filmliste von Melika Gothe

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Filmliste von Melika Gothe Aus dem 14plus-Programm der Berlinale

Melika Gothe

/ 6 Minuten zu lesen

Melika Gothe (© Melika Gothe )

MELIKA GOTHE ist Projektkoordinatorin der Berlinale-Sektion Generation und in dieser Funktion u.a. für die Koordination des Berlinale Schulprojekts zuständig. Sie untersucht in ihrer Promotion ästhetische Konstruktionen von Jugend in europäischen Spielfilmen. Im Rahmen ihrer Ausbildung und ihrer Arbeit für verschiedene Filmfestivals, hat sie selbst zahlreiche interkulturelle Erfahrungen sammeln sowie wissenschaftlich vertiefen können.

Die Filmliste von Melika Gothe umfasst Filme aus dem Generation 14plus - Programmen der letzten fünf Jahre (2016-2020). Der Fokus liegt auf europäischen Produktionen. Es war ihr wichtig, "Interkultur“ nicht nur auf Länderkulturen, Herkunft und Migration zu beziehen. Sie öffnet den Begriff auch auf Formen der Marginalisierung, auf Lebenswelten, auf das Aufweichen und in Frage stellen von kulturellen Grenzen, sowie auf Gender und auf filmische Formen generell.

A Night in Tokoriki (O noapte in Tokoriki)

(RO 2016, R: Roxana Stroe, 18 Min.)
Im Nachtclub Tokoriki versammelt sich das gesamte Dorf, um Geaninas achtzehnten Geburtstag zu feiern, darunter auch ihr Freund und ihr Kollege Alin. Wo die Gefühle der Jugendlichen wirklich liegen, zeigt sich erst tief in der Nacht.
Quelle: Externer Link: https://www.cinemanext.at/film/o-noapte-in-tokoriki-a-night-in-tokoriki

Eine Milieustudie, die Genderfragen thematisiert und durch ihre Form besticht.

Altersfreigabe: nicht geprüft
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Originalsprachen: Rumänisch


Juck

(SWE 2018, R: Ulrika Bandeira, Julia Gumpert, Olivia Kastebring, 18 Min.)
JUCK ist eine feministische Intervention im öffentlichen Raum und eine visuelle Dokumentation einer Gruppe von Tänzer*innen, die die Grenzen unserer Vorstellung des weiblichen Körpers sprengen.
Quelle: Externer Link: https://www.frauenfilmfestival.eu/index.php?id=3344

Der Film spricht für sich selbst und ist ein gutes Beispiel für Crossmedialität: er basiert sowohl auf einer Tanzperformance, die unabhängig vom Film existiert; als auch auf einem Musikvideo, dass bereits viral gegangen ist, bevor der Film entstanden ist.

Altersfreigabe: nicht geprüft
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Originalsprachen: Schwedisch


Fortuna

(CH/B 2018, R: Germinal Roaux, 106 Min.)
Entgegen ihrem Namen hat Fortuna kein Glück. Wobei man sich auch da nicht ganz sicher sein kann, denn immerhin hat das vierzehnjährige Mädchen aus Äthiopien die Fahrt über das Mittelmeer überlebt. Besser jedoch passt der andere Aspekt, der der römischen Göttin Fortuna zugeschrieben wird, nämlich das Schicksal. Dieses wollte es offenbar, dass das Mädchen in einem Hospiz mitten in den Schweizer Bergen landet, noch dazu im Winter.
Quelle: Externer Link: https://www.filmbulletin.ch/full/filmkritik/2018-11-13_fortuna/

Ein durch seine Aktualität besonders relevanter Film, der durch seine filmische Form auffällt.

Altersfreigabe: nicht geprüft
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Originalsprachen: Französisch, Amharisch


Rekonstruktion Utøya (Rekonstruktion Utøya)

(SWE/NOR/DK 2018, R: Carl Javér, 91 Min.)
Auf einer dunklen Bühne vergegenwärtigen weiße Linien die Orte des Anschlags, der 2011 Norwegens offene und demokratische Gesellschaft in einen Schockzustand versetzte. Zusammen mit einer Gruppe von Jugendlichen rekonstruieren vier Überlebende ihre Erinnerungen an den Amoklauf in einem Jugendcamp auf der norwegischen Insel Utøya. Carl Javérs Film schafft einen Raum, in dem Szenen nachgestellt und Prozesse der Traumabewältigung und der Weitergabe von Erfahrung auf sensible Weise sichtbar gemacht werden.
Quelle: Externer Link: https://www.berlinale.de/de/archiv/jahresarchive/2019/02_programm_2019/02_filmdatenblatt_2019_201910784.html#tab=filmStills

Ein Film, der eine besondere filmische Form gefunden hat, das Reden über Terror und den Umgang mit Traumata zu thematisieren.

Altersfreigabe: nicht geprüft
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Originalsprachen: Norwegisch, Schwedisch


Sirens

(MCO 2017, R: Emmanuel Trousse, 11 Min.)
Endlos die Wellen, die unablässig an den Strand branden. Ein Mensch kommt ins Bild. Dunkle Haut, lange Haare, die schwarze Hose bis über die Knöchel hochgekrempelt, barfuß. Langsamen, aber bestimmten Schrittes, wie ein Schlafwandler oder als würde er dem Gesang einer Sirene folgen, nähert er sich dem Meer und geht hinein. Als ihm das Wasser bis zu den Knien reicht, folgt ihm ein Zweiter. Dann ein Dritter. Die Kette, ahnt man, ist endlos.
Quelle: Externer Link: https://www.berlinale.de/de/archiv/jahresarchive/2017/02_programm_2017/02_filmdatenblatt_2017_201712311.html#tab=filmStills

Ein Film, der in einer besonders deutlichen Form die Frage nach Sichtbarkeit thematisiert.

Altersfreigabe: nicht geprüft
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Originalsprachen: Keine gesprochene Sprache


The Earth is as Blue as an Orange

(UKR/LT 2020, R: Iryna Tsilyk, 74 Min.)
In den Straßen fallen Schüsse, explodieren Granaten. Im Haus versuchen vier Geschwister gemeinsam mit ihrer Mutter, den Katzen und der Schildkröte, Frieden zu finden und einen normalen Alltag zu organisieren. Seit fünf Jahren tobt im ukrainischen Donbas der Krieg. Er hat mich schnell reizbar und böse werden lassen, meint Nastja. Ihre Schwester Myroslava, die Kamera studieren möchte, sagt: Krieg ist wie eine Leere. Um gegen das schwarze Loch anzukämpfen, dreht sie einen Film. Einen Film über das Leben ihrer Familie im Krieg, über die Ängste und kleinen Freuden.
Quelle: Externer Link: https://www.berlinale.de/de/archiv-2020/programm/detail/202006989.html

Das Erzählen der eigenen Geschichte ist eine Form der Bewältigung von Realität. Es entsteht ein Film im Film, der das Leben im Krieg mitten in Europa portraitiert und die Frage nach Resilienz thematisiert.

Altersfreigabe: nicht geprüft
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Originalsprachen: Russisch, Ukrainisch


Untravel (Neputovanja)

(RS/SK 2018, R: Ana Nedeljković, Nikola Majdak Jr., 10 Min.)
Ein kleines Land, nicht weit entfernt. Die Geschichte hat ihre Spuren hinterlassen, die Zukunft lässt auf sich warten. Grau in Grau drängen sich die Häuserblöcke aneinander. Die Bewohner erzählen sich, dies sei das schönste Land der Welt. Eine junge Frau träumt dennoch vom Anderswo. Sie fragt sich, was hinter der Grenze liegt, was das Leben noch zu bieten hat. Das Internet gibt immer nur dieselbe Antwort: Dieser Inhalt ist in Ihrem Land nicht verfügbar.
Quelle: Externer Link: https://www.berlinale.de/de/archiv/jahresarchive/2018/02_programm_2018/02_filmdatenblatt_2018_201817442.html#tab=filmStills

Ein Film über Grenzen in Europa und im eigenen Kopf. Wie können Grenzen sichtbar gemacht, benannt und überwunden werden?

Altersfreigabe: nicht geprüft
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Originalsprachen: Englisch


Vermin (Vermine)

(DK 2018, R: Jeremie Becquer, 7 Min.)
"Der Normalzustand ist wiederhergestellt.“ Über Lautsprecher wird das Ende einer Störung im Metro-Netz verkündet. Aber was ist schon für wen "normal“? Hubert, ein Poet, wird Opfer rassistisch motivierter Polizeigewalt. In der hybriden Animation bewegen sich Ratten in einer von weißen Mäusen dominierten Gesellschaft. Ein Sinnbild, eine pointierte Beobachtung. "Je marche, je marche“, setzt der Poet auch nach dem Übergriff seinen Weg fort.
Quelle: Externer Link: https://www.berlinale.de/de/archiv/jahresarchive/2018/02_programm_2018/02_filmdatenblatt_2018_201816968.html#tab=filmStills

Ein in seiner Machart ganz eigener Film über Rassismus, Solidarität und Zivilcourage.

Altersfreigabe: nicht geprüft
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Originalsprachen: Französisch


White Riot

(GB 2019, R: Rubika Shah, 80 Min.)
Der Dokumentarfilm WHITE RIOT portraitiert Rock against Racism. Aus der Empörung über steigende Zustimmung für rechte Positionen in Großbritannien auch unter bekannten Musikern, sowie dem Wunsch ein starkes Zeichen gegen Rassismus zu setzen, entstand 1976 zunächst die Idee für ein Konzert, bei dem weiße Musiker*innen gemeinsam mit PoC (People of Color, Anm. d. Red.) auftreten. Daraus entstand eine Bewegung, die insbesondere gegen die faschistische National Front in ganz Großbritannien mobilisierte.
Quelle: Externer Link: https://filmloewin.de/berlinale-2020-white-riot/

Ein Film, der auf besondere Form Geschichtsbewusstsein vermittelt. Es geht um Rassismus heute und damals, hier am konkreten Beispiel von London.

Altersfreigabe: nicht geprüft
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Originalsprachen: Englisch


Zhaleika

(D/BG 2016, R: Eliza Petkova, 92 Min.)
Lora, ein 17-jähriges Mädchen wird mit dem Tod ihres Vaters konfrontiert. In dem kleinen bulgarischen Dorf, wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint, erwarten ihre Familie und die Dorfbewohner, dass sie sich ihrer Trauer hingibt. Ab jetzt muss sie Schwarz tragen, darf keine Musik hören und muss diverse Trauerrituale beachten. Dabei will Lora ihre Jugend weiterhin ausleben. Ihr Wunsch aber wird durch den urteilenden Blick der anderen unterbunden, die sie dazu zwingen die Opferrolle eines Waisenkindes zu bedienen.
Quelle: Externer Link: https://www.dffb.de/films/zhaleika/

Der Film eröffnet einen Erzählraum, der auf der Leinwand für gewöhnlich weniger vertreten ist: die europäische Peripherie. Darin begegnen wir einer weiblichen Hauptfigur "against all odds“.

Altersfreigabe: Nicht geprüft
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Originalsprachen: Bulgarisch

Fussnoten

Melika Gothe ist Projektkoordinatorin der Berlinale-Sektion Generation und in dieser Funktion u.a. für die Koordination des Berlinale Schulprojekts zuständig. Sie untersucht in ihrer Promotion ästhetische Konstruktionen von Jugend in europäischen Spielfilmen. Im Rahmen ihrer Ausbildung und ihrer Arbeit für verschiedene Filmfestivals, hat sie selbst zahlreiche interkulturelle Erfahrungen sammeln sowie wissenschaftlich vertiefen können.