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Abdelkratie.

23.5.2020

Demokratie


Dies ist eine Übersetzung dieses Textes in Einfacher Sprache.

Das Wort Demokratie kommt aus der griechischen Sprache. Es bedeutet, dass alle Bürgerinnen und Bürger über viele Themen mitentscheiden. Diese Entscheidungen können dann zu Gesetzen werden. Man sagt dazu auch "Herrschaft des Volkes". Man sagt Volk, wenn man damit die Bürgerinnen und Bürger eines Landes meint.

Demokratie ist auch eine Regierungsform. Damit kann man beschreiben, wie ein Staat funktioniert. Damit das Zusammenleben zwischen Menschen in einem Staat gut funktioniert, muss es Gesetze geben. In einer Demokratie können Bürgerinnen und Bürger zusammen kommen und miteinander über die Gesetze entscheiden. Wenn eine Mehrheit für ein bestimmtes Gesetz ist, dann gilt das für alle. Wichtig dabei ist, dass alle die gleichen Rechte haben. Auch die Freiheit von allen Bürgerinnen und Bürgern muss gesichert sein.

Die Demokratie gibt es schon sehr lange. Vor langer Zeit haben die Menschen in Griechenland die Demokratie erfunden. Auch damals haben sich die Menschen getroffen und über Gesetze gesprochen. Die Menschen haben sich zum Beispiel auf dem Marktplatz getroffen. Sie haben miteinander gesprochen und über viele Sachen entschieden. Man sagt dazu auch direkte Demokratie. Damals hat das gut geklappt, weil die Staaten sehr klein waren. Heute funktioniert Demokratie anders.

Was ist eine moderne Demokratie?

Die Demokratie ist nicht immer einfach. Manche sagen, dass die Mehrheit nicht immer Recht hat. Oder dass manche Politiker die Menschen beeinflussen, damit Sie ihrer Meinung sind. Deswegen gibt es in der modernen Demokratie verschiedene Lösungen, damit alles gerecht zugeht.

Abdelkratie- DEMOKRATIE. (© bpb)

Die moderne Demokratie ist in den USA entstanden. Man sagt dazu auch repräsentative Demokratie. In den USA wählt das Volk den Präsidenten. Das bedeutet, dass das Volk eine wichtige Entscheidung treffen kann. Diese Entscheidung wird durch Wahlen getroffen. Diese Wahlen sind frei. Es gibt auch mehrere Kandidatinnen und Kandidaten, die man wählen kann. Der Präsident hat dann sehr viel Macht. Er kann sehr viel entscheiden, aber nicht alles.

Denn in einer modernen Demokratie wird die Macht geteilt. Das bedeutet, dass es verschiedene Abteilungen gibt. Diese Abteilungen sind für verschiedene Bereiche verantwortlich. Es gibt genau drei Abteilungen. Man sagt dazu auch Gewalten. Weil diese Gewalten geteilt werden, spricht man auch von Gewaltenteilung. Die unterschiedlichen Gewalten heißen:
  • Die gesetzgebende Gewalt.
  • Die ausführende Gewalt.
  • Die rechtsprechende Gewalt.
Die gesetzgebende Gewalt nennt man auch die Legislative. Dabei geht es um Gesetze. Die Menschen in einem Staat müssen wissen, was erlaubt ist und was nicht. Zum Beispiel: Fahren ohne Führerschein ist nicht erlaubt.

Die ausführende Gewalt nennt man auch die Exekutive. Sie soll die Gesetze im Alltag umsetzen und aufpassen, dass sich alle daran halten. Zum Beispiel passt die Polizei auf, dass nur Menschen mit einem Führerschein mit einem Auto fahren.

Die rechtsprechende Gewalt nennt man auch die Judikative. Diese Gewalt kann Menschen bestrafen, wenn sie sich nicht an Gesetze halten. Zum Beispiel: kann ein Gericht eine Strafe aussprechen, wenn jemand ohne Führerschein mit einem Auto gefahren ist.

Diese drei Gewalten kontrollieren sich gegenseitig. So wird in der Demokratie aufgepasst, dass nicht nur reiche Menschen Recht bekommen. Oder dass eine Mehrheit etwas beschließt, was für andere Menschen ungerecht ist.

Wie ist Demokratie in Deutschland entstanden?

Abdelkratie. (© bpb)

Die Demokratie in Deutschland gibt es im Vergleich noch nicht sehr lange. Einmal schon hat es in Deutschland die Demokratie gegeben. Zu dieser Zeit sagte man: Die Weimarer Republik. Es war eine sehr schwere Zeit für die Menschen in Deutschland. Es gab wenig Arbeit und die Menschen hatten kein Geld. Viele Parteien haben den Menschen gesagt, dass es besser wird, wenn sie gewählt werden. Zum Beispiel auch die Nationalsozialisten. Man sagt auch Nazis. Dann haben die Nazis die Wahlen gewonnen. Sie haben die Demokratie abgeschafft. Es gab keine freien Wahlen mehr. Viele Menschen wurden eingesperrt und ermordet. Die Nazis haben auch einen Krieg angefangen. Dazu sagt man auch der Zweite Weltkrieg. In dem Krieg sind sehr viele Menschen gestorben. Das darf nie wieder passieren.

Deswegen wollten die Menschen in Deutschland ein neues Gesetz. Das nennt man auch das Grundgesetz. Das gibt es seit dem Jahr 1949 in Deutschland. Im Grundgesetz steht, dass Deutschland ein demokratischer und sozialer Bundesstaat ist. Damit ist gemeint: In Deutschland soll es eine Demokratie geben. Und der Staat muss sich um seine Bürgerinnen und Bürger kümmern. Dazu sagt man auch freiheitliche demokratische Grundordnung. Das bedeutet, dass man diese Grundordnung immer beibehält und sie nicht abwählen kann.

Im Grundgesetz steht auch: Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Das bedeutet, dass die Bürgerinnen und Bürger von Deutschland darüber entscheiden, wer wichtige Aufgaben im Staat übernehmen soll. Diese Entscheidungen werden durch freie Wahlen getroffen. Damit alles gerecht zugeht, gibt es in Deutschland auch die Gewaltenteilung. Es wird also geprüft, ob die Entscheidungen und Gesetze rechtens sind.

Im Grundgesetz steht noch viel mehr. Zum Beispiel die Menschenrechte. Dazu sagt man auch Freiheitsrechte. Dazu gehört zum Beispiel: Frei seine Meinung sagen, frei seine Religion ausüben oder wohnen wo man möchte. Der Staat ist dafür verantwortlich, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre Freiheitsrechte nutzen können. Das hat sehr viel mit dem ersten Artikel im Grundgesetz zu tun. Dort steht: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das bedeutet, dass jeder Mensch immer wertvoll ist. Die Würde des Menschen darf nicht verletzt werden. Der Staat muss deswegen jeden Menschen schützen. Das ist ein sehr wichtiger Punkt in einem demokratischen Staat.

Wie funktioniert Demokratie in Deutschland?

Die Demokratie in Deutschland funktioniert etwas anders als in den USA oder in Frankreich. In diesen Ländern wählen die Menschen die Präsidentin oder den Präsidenten. Man sagt dazu auch repräsentative Demokratie.

In Deutschland gibt es eine parlamentarische Demokratie. Das bedeutet, dass die Bürgerinnen und Bürger alle vier Jahre wählen, wer in das Parlament kommt. Das Parlament in Deutschland heißt Bundestag. Im Bundestag arbeiten Abgeordnete. Die Bürgerinnen und Bürgern haben die Abgeordneten als ihre Vertreter gewählt. Deswegen nennt man Abgeordnete auch Volksvertreter. Die Abgeordneten wählen dann die Kanzlerin oder den Kanzler. Die nennt man dann auch Regierungschefin oder Regierungschef.

Was ist noch bei Demokratie wichtig?

Ein demokratischer Staat kann nur funktionieren, wenn alle mitmachen. Dabei ist es wichtig, dass man über verschiedene Interessen miteinander reden und auch streiten kann. Dazu gehört auch, dass Menschen auch unterschiedlicher Meinung sind. Das ist manchmal schwierig. Aber Demokratie kann man auch lernen. Wenn die Menschen einander zuhören, können manche Probleme besser gelöst werden.

Abdelkratie. (© bpb)

In der modernen Demokratie sind Gleichheit und Freiheit für alle Menschen sehr wichtig. Es sollen alle Menschen mitbestimmen können, was in dem Staat passiert. Das alles für alle Menschen zu schaffen, ist schwierig. Deswegen sagen manche, dass Demokratie kompliziert ist. Denn manchmal dauert es länger, bis eine Entscheidung getroffen wurde. Dann sind nicht immer alle mit der Entscheidung zufrieden. Manche Menschen stört es auch, dass sie nicht immer direkt mitentscheiden können. Und die Entscheidungen von Abgeordneten getroffen werden.

Manche Politiker sagen dann: Wir müssen die Demokratie einfach machen. Aber einfache Lösungen sind nicht immer besser. Manchmal ist es klug, geduldig zu sein. Dann ist eine Lösung für alle Menschen gut.

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