Akquisos

12.3.2015

Aus der Praxis: Fundraising nachhaltiger Bildungsprojekte

CycLoop: Upcycling-Workshops mit Fördermix

Jugendliche sägen, hämmern, schrauben, stricken, nähen und entwerfen in den Workshops von "CycLoop" Upcycling-Objekte aus Abfall-Materialien. Dabei hinterfragen sie die Herkunft unserer Produkte und gängige Konsummuster. Die CycLoop Upcycling-Workshops sind Teil des Projektes „create Dialoge“, das auch eine Veranstaltungsreihe aus Vorträgen und Workshops im Rahmen des ökoRAUSCH Festivals für Design und Nachhaltigkeit (28.9.-5.10.2014) in Köln beinhaltet. Sie werden vom Verein Stadt Land Welt e.V. in Kooperation mit verschiedenen Partnern veranstaltet.

Beim Upcycling werden Abfallprodukte oder (scheinbar) nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt und somit aufgewertet. Gleichzeitig wird die Neuproduktion von Rohmaterialien reduziert und die Umwelt geschont.

Die CycLoop-Workshops verknüpfen praktische handwerkliche Upcycling-Einheiten und die inhaltliche Auseinandersetzung mit Umwelt- und Entwicklungsthemen. Nach einer Diskussion über die Abholzung von Urwäldern in Sibirien haben Schüler/-innen zum Beispiel aus ausgedienten Holzpaletten Gartenmöbel für ihren Schulgarten gebaut. In Fortbildungen können Lehrkräfte und Pädagogen/-innen lernen, selbst Upcycling-Workshops durchzuführen.

Die Verknüpfung von Umwelt- und Entwicklungsthemen in dem Projekt erweitert das Spektrum der Fördermöglichkeiten, da die verschiedenen Themen von unterschiedlichen Förderern unterstützt werden.

Das Gesamtprojekt create Dialoge wird finanziert aus Mitteln der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE-NRW), der Stadt Köln (für entwicklungspolitische Projekte) und des Vereins KölnAgenda (für den lokalen Agenda 21-Prozess). "Bei der Projektförderung ist es auf jeden Fall sinnvoll, Mittel aus verschiedenen Fördertöpfen zu kombinieren. Während das Gesamtprojekt über Landesmittel (SUE-NRW) finanziert ist, hat die Stadt Köln für die Veranstaltungsreihe im Rahmen des ökoRAUSCH Festivals eine finanzielle Unterstützung über kommunale Mittel geleistet", sagt Tatjana Krischik vom Verein Stadt Land Welt e.V.

Weitere Informationen: www.stadt-land-welt.org

Veedelfunker Magazin: Crowdfunding bei EcoCrowd



Das Print-Magazin Veedelfunker erscheint seit Oktober 2013 im Kölner Stadtteil Ehrenfeld ("Veedel" ist das kölsche Wort für "Stadtviertel"). Es ist die Initiative einer Projektgruppe um Dunja Karabaic und Nika Rams. Der Veedelfunker berichtet über Menschen, Nachbarn und Freunde aus dem Viertel, die sozial-ökologisch handeln. Diese werden in ihrer Handlungsweise bestärkt und können zu Vorbildern für ihre Nachbar/-innen werden. Ziel des Projektes ist es, nachhaltiges Verhalten in Stadtvierteln zu fördern und so nicht nur einen wertvollen Beitrag für die Umwelt zu leisten, sondern auch die Lebensqualität in der sonst anonymen Großstadt zu steigern. Das Magazin wird kostenlos an über 100 Auslegestellen verteilt, um auch Menschen zu erreichen, die sich nicht ohnehin schon für Nachhaltigkeit interessieren. Nach einer einjährigen Pilotphase mit monatlichen Ausgaben soll der Veedelfunker ab 2015 vierteljährlich erscheinen.

Das Magazin sieht sich als Pilotprojekt für Deutschland. Die Adaption für andere Städte wird in den nächsten Monaten getestet. "Das Wichtigste ist jedoch, in Austausch mit anderen Akteuren zu treten, die ebenfalls mithilfe der Stärkung des Nachbarschaftsgedankens sozial-ökologische Themen nach vorne bringen wollen", sagt Dunja Karabaic.

Das Projekt wird zu 50% durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert. Weitere Förderer sind die EnergieAgentur.NRW und der Bio-Supermarkt Temma. Nach dem Auslaufen der Pilotphase starteten die Veedelfunker-Macherinnen im Herbst 2014 eine zweimonatige Crowdfunding-Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform für nachhaltige Projekte EcoCrowd. Das Funding-Ziel von 6.498 € wurde sogar übertroffen. Für diesen Erfolg hat der Veedelfunker viel in Sachen Öffentlichkeitsarbeit getan: ein Werbe-Video für die Kampagne, Verteilung von Flyern, intensive Social Media-Aktivitäten und natürlich Netzwerkpflege im "Veedel". Die nächste Ausgabe des nachhaltigen Magazins ist damit gesichert. Die Suche nach langfristigen Förderern und Sponsoren zur Sicherung des Magazins geht jedoch weiter. Die Veedelfunker-Macherinnen setzen dabei auf ihr bewährtes Rezept, das sie auch anderen nachhaltigen Projekten ans Herz legen: "Fleißig Anträge schreiben, über den Tellerrand schauen, wer als Drittmittel-Geber zum Konzept passen könnte und das Potential der "crowd" nicht unterschätzen – getreu dem Motto: der Mix macht's!", so Dunja Karabaic.

Weitere Informationen: www.veedelfunker.de

FUTURO SI – Zukunft ja!: Erfolgreich mit Spendenevents

Der Verein FUTURO SI – Zukunft ja! setzt sich für Straßenkinder in Lateinamerika ein. Er organisiert Bildungs- und Sozialprojekte und will die Umwelt- und Lebensbedingungen vor Ort verbessern. So finanziert FUTURO SI zum Beispiel eine Lehrwerkstatt, eine Kindertagesstätte, ein Mädchenhaus sowie Schulplätze in einem 2-Millionen-Vorort von Rio de Janeiro. Außerdem unterstützt der Verein ein Straßenkinderheim in Guatemala, einen Kindergarten in Uruguay sowie ein Kinderheim mit Mittagstisch und psychosozialer Betreuung in Argentinien.

Der Verein setzt bei der Einwerbung von Spendengeldern auf verschiedene innovative Instrumente. So betreibt FUTURO SI in Düsseldorf ein Ladengeschäft, in dem Wein, Kunsthandwerk und andere Dinge aus Lateinamerika verkauft werden. Außerdem ist der Verein sehr erfolgreich mit Benefizveranstaltungen. Seit mehreren Jahren organisiert FUTURO SI große Tango- und Musik-Events, bei denen bekannte – meist argentinische – Künstler/-innen auf der Bühne stehen. Daran schließen sich so genannte Milongas an, bei denen die Besucher/-innen selbst tanzen können. FUTURO SI organisiert zudem lateinamerikanische Filmnächte und andere Veranstaltungen mit lateinamerikanischem Themenfokus. Die Erlöse aus diesen Events setzt der Verein für seine Entwicklungs- und Bildungsprojekte ein.

Weitere Informationen: www.futuro-si.de