30 Jahre Deutsche Einheit Mehr erfahren
Dsa Bild zeigt ein Hinweisschild an einem abgesperrten Düsseldorfer Spielplatz mit der Aufschrift "gesund bleiben". Wegen der Verbreitung des Corona-Virus sind Bürgerinnen und Bürger bis auf weiteres aufgefordert Sozialkontakte zu meiden.

18.11.2020

Tschechien: Vom Primus zum Sorgenkind

Zu Beginn der Pandemie galt Tschechien als Vorbild, denn die sehr früh ergriffenen harten Schutzmaßnahmen hielten sowohl die Infektions- als auch die Todeszahlen im Frühjahr auffällig niedrig. So konnten die Tschechen schon früher als andere europäische Länder die Maßnahmen wieder lockern und feierten sich als Sieger. Nun hat das Land aber eine der höchsten Infektionsraten Europas. Was Medien und Menschen im Land darüber denken, erzählt euro|topics-Korrespondent Hans-Jörg Schmidt im Gespräch mit Sophie Elmenthaler.

Zu Beginn der Pandemie galt Tschechien als Vorbild, denn die sehr früh ergriffenen harten Schutzmaßnahmen hielten sowohl die Infektions- als auch die Todeszahlen im Frühjahr auffällig niedrig. So konnten die Tschechen schon früher als andere europäische Länder die Maßnahmen wieder lockern und feierten sich als Sieger. Nun hat das Land aber eine der höchsten Infektionsraten Europas. Was Medien und Menschen im Land darüber denken, erzählt euro|topics-Korrespondent Hans-Jörg Schmidt im Gespräch mit Sophie Elmenthaler.

Auf andere Länder wirkte die tschechische Reaktion zunächst extrem: Kaum war im März der erste Fall bekannt, schloss sich Tschechien von der Außenwelt ab. Touristen mussten über Nacht das Land verlassen, Karlsbrücke und Prager Burg blieben verwaist zurück. Rasch wurde für die Bevölkerung die Maskenpflicht eingeführt. Eine harte Forderung, weil es fast keine Masken gab. Doch dann staubten viele die Nähmaschinen ab und nähten massenhaft Masken. Dies hielt die Zahl der positiv Getesteten klein. Premier Andrej Babiš wähnte sich als „bester Regierungschef Europas im Kampf gegen Corona“.

Im Sommer zog allerdings der große Leichtsinn ein: Hunderte Prager feierten an einem riesigen Tisch auf der Karlsbrücke mit Sekt und Häppchen den „Sieg über das Virus“. Fortan ging es nur noch darum, wo man seinen Sommerurlaub im Ausland verbringen könne. Mit Folgen: Als sich mitten im Sommer die Zahlen verschlechterten, verlangte der Gesundheitsminister, neuerlich die Maskenpflicht einzuführen, wurde aber von Premier Babiš zurückgewiesen. Der dachte schon an Regionalwahlen im Frühherbst. Babiš gewann zwar die Wahlen, aber Tschechien hatte nun den richtigen Zeitpunkt verpasst, die Zügel wieder anzuziehen. Der Gesundheitsminister nahm seinen Hut.

Anfang Oktober musste erneut der Ausnahmezustand ausgerufen werden, Mitte des Monats der zweite Lockdown. Nun aber weigerten sich viele Tschechen, der Regierung zu folgen. Schon ganz und gar, als der neue Gesundheitsminister seine eigenen Regeln nicht einhielt. Tschechien wurde mit zeitweise weit mehr als 1.000 Neuinfektionen pro einer Million Einwohner pro Tag zum europäischen Hotspot. Die aktuellen etwas niedrigeren Zahlen deuten an, dass das Land mit einem blauen Auge davonkommen könnte. Dennoch sind schon mehr als 5.000 Tote zu beklagen.
Menschen auf der Prager Karlsbrücke am 22.10.2020.Menschen auf der Prager Karlsbrücke am 22.10.2020. (© picture-alliance/dpa, CTK)



Cuxhaven am 12. Mai 2020: Spaziergänger laufen hinter Strandkörben über den Strand. Der Tourismus an der Nordsee in Niedersachsen läuft wieder an.
euro|topics-Presseschau vom 14. Mai 2020

Sommerurlaub: EU-Kommission legt Leitlinien vor

Brüssel hat Empfehlungen für den Tourismus in der EU in diesem Sommer vorgelegt: Die Mitgliedsstaaten sollen sicherstellen, dass Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten und Kontakte nachverfolgt werden können. Bedingung ist, dass die Ansteckungsgefahr gering ist, ausreichend Tests vorhanden und die Gesundheitssysteme nicht überlastet sind. Bringt das Konzept die Branche wieder auf die Beine?

Mehr lesen auf eurotopics.net

Farbfoto: Ein Kellner mit Atemmaske läuft mit Biergläsern auf einem Tablett im Außenbereich eines Restaurants auf einem historischen Platz.
euro|topics-Presseschau vom 13. Mai 2020

Corona: Wer zahlt die Rechnung?

In den meisten Ländern Europas hat die Politik Notfallprogramme in der einen oder anderen Form aufgelegt, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzumildern. Aber wird für alle Menschen das Mögliche getan, und funktionieren die Programme? Kommentatoren sind skeptisch.

Mehr lesen auf eurotopics.net

In mehreren deutschen Großstädten gab es am vergangenen Wochenende Proteste gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. Teilweise kamen mehrere Tausend Demonstranten zusammen, vielerorts ohne den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand. Sie warfen der Bundesregierung Panikmache und die Einschränkung ihrer Grundrechte vor. Unter den Organisatoren waren auch bekannte Verschwörungstheoretiker. Ein Grund zur Sorge?

Mehr lesen auf eurotopics.net

In vielen europäischen Ländern werden die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 in diesen Tagen schrittweise gelockert. Geschäfte sind vielerorts wieder geöffnet, Kinder kehren in die Schulen zurück, Ausgangsbeschränkungen sind weniger restriktiv. Welche Herausforderungen diese Übergangsphase mit sich bringt, beschreiben Kommentatoren anschaulich.

Mehr lesen auf eurotopics.net