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Editorial | Boden | bpb.de

Boden Editorial Die größte Bühne des Lebens Das Eigentum am Boden. Zur Geschichte einer Ressource Zwischen Weltraum und Erde. Boden als Wertobjekt Landgrabbing als Dritte Conquista Konflikte um Rohstoffe „Junkerland in Bauernhand“. Die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone Völkische Wirklichkeit. Rechte Landnahme in Mecklenburg-Vorpommern

Editorial

Luise Römer

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Boden ist eine lebenswichtige Ressource. Er speichert und filtert Wasser, bindet Kohlenstoff, reguliert das Klima und ist Lebensraum für unzählige Bakterien, Algen, Pilze, Tiere und andere Organismen. Diese sind für uns Menschen von zentraler Bedeutung: Indem sie abgestorbenes organisches Material zersetzen, stellen sie die darin enthaltenen Nährstoffe wieder zur Verfügung und schaffen so die Grundlage für das Wachstum von Pflanzen und damit für die menschliche Ernährung.

Boden ist aber auch eine umkämpfte Ressource. Wo etwa Rohstoffe abgebaut werden, kann das Land nicht mehr als Weide-, Wohn- oder Anbaugebiet genutzt werden. Dies führt zu Auseinandersetzungen zwischen Bergbauunternehmen, politisch Verantwortlichen, Nichtregierungsorganisationen und der lokalen Bevölkerung. Besonders deutlich zeigt sich die Konflikthaftigkeit von Boden in Fragen des Eigentums: hierzulande beispielsweise bei Debatten um die Grundsteuer und gestiegene Grundstückspreise, die Wohnungsnot in vielen Städten oder die Transformation von Agrarflächen und Grundstücken in Kapitalanlagen. Auch global verschärft der großflächige Ankauf von Landflächen durch finanzstarke private Investoren soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten.

Faktoren wie die zu intensive menschliche Nutzung und Versiegelung sowie Dürreperioden und Erosion als Folgen des Klimawandels machen gesunden, fruchtbaren Boden zu einem knappen Gut. Laut Zahlen der Europäischen Umweltagentur sind über sechzig Prozent der Böden in Europa so geschädigt, dass sie ihre Funktionen nicht oder nur noch teilweise erfüllen können. Die Ende 2025 verabschiedete europäische Bodenrichtlinie soll dem entgegenwirken: Ziel ist es, im Rahmen eines europaweit verbindlichen Rechtsrahmens alle Böden der EU bis 2050 in einen dauerhaft gesunden Zustand zu versetzen.