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Gewalt und organisierte Kriminalität in Afrika | Afrika | bpb.de

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Gewalt und organisierte Kriminalität in Afrika

Emmanuel Kwesi Aning

/ 10 Minuten zu lesen

Kwesi Aning vergleicht in diesem Beitrag unterschiedlicher Formen organisierter Kriminalität in verschiedenen afrikanischen Regionen und arbeitet ihre Ursachen sowie Lösungsansätze heraus.

Zur Verbrennung zusammengetragene Elefantenstoßzähne auf dem Gelände des Hauptsitzes des Kenya Wildlife Service in Nairobi. (© picture-alliance/AP, picture alliance / AP Images | Ben Curtis)

Seit Jahrzehnten kämpft Afrika mit organisierter Kriminalität und Gewalt – und dennoch sind beide Phänomene weiterhin tief in den politischen Strukturen vieler Länder verankert und breiten sich seit 2020 weiter aus. ENACT, ein Unterstützungsprogramm zur Bekämpfung transnationaler organisierter Kriminalität in Afrika, stellt fest, dass „in den vergangenen fünf Jahren die Kriminalität in ganz Afrika stetig zugenommen hat und keinerlei Anzeichen einer Verlangsamung zeigt“.

Zwar unterscheiden sich Ausmaß und Formen der Kriminalität in den fünf Regionen des Kontinents – in West-, Ost-, Nord-, Süd- und Zentralafrika. Aber überall sind die häufigsten Faktoren, die diesen Trend begünstigen, Konflikte und politische Instabilität. Dieser Beitrag untersucht die Verflechtungen zwischen organisierter Kriminalität und Gewalt in Afrika, ihre regionalen Besonderheiten und vergleicht die fünf Regionen des Kontinents miteinander.

Einen systematischen Überblick liefert der ENACT Organized Crime Index – Africa, ein Instrument des Institute for Security Studies (ISS) in Zusammenarbeit mit INTERPOL, das messen soll, wie stark Länder von organisierter Kriminalität (OK) betroffen sind und wie widerstandsfähig ihre Institutionen gegenüber solchen Aktivitäten bleiben. Im Jahr 2023 litten laut Index etwas mehr als 37 Prozent der afrikanischen Staaten unter „extremer Kriminalität“. Gemeint sind damit hochgradig illegale Aktivitäten, die gegen gesellschaftliche Werte und Normen verstoßen und die öffentliche Sicherheit besonders beeinträchtigen. Dazu zählen etwa schwere Gewalttaten wie Mord oder Terrorismus. Rund 61 Prozent der afrikanischen Bevölkerung leben in Ländern, die in diese Kategorie fallen (Laura et al., 2023, S. 18).

Erschwert wird die Bekämpfung der OK durch ein Problem, das in vielen Staaten tief verwurzelt ist: Hochrangige Funktionsträger, die eigentlich für den Kampf gegen kriminelle Netzwerke verantwortlich sind, sind selbst in solche Strukturen verwickelt oder kollaborieren mit ihnen, häufig zum eigenen Profit (Shaw & Reitano, 2019). Dadurch wird es umso komplizierter, die vielfältigen Formen der organisierten Kriminalität und die daraus resultierende Gewalt zu bekämpfen.

Die Folgen treffen vor allem die Zivilbevölkerung. In vielen Ländern erleben Bürgerinnen und Bürger, dass staatliche Kontrollmechanismen korrupt oder wirkungslos sind – und beginnen, selbst gegen OK vorzugehen. Doch diese Formen der Selbstjustiz schüren neue Unruhen, führen zu einem weiteren Anstieg von Gewalttaten und haben in manchen Fällen sogar großflächige Konflikte ausgelöst – bis hin zu Kriegen wie im Fall der Zentralafrikanischen Republik (Laura et al., 2023, S. 8).

QuellentextDefinitionen organisierter Kriminalität

Nach Definition des United Nations Office on Drugs and Crime UNODC bezeichnet organisierte Kriminalität ein „fortbestehendes kriminelles Unternehmen, das planvoll darauf ausgerichtet ist, aus illegalen Aktivitäten Profit zu ziehen, die häufig einer hohen öffentlichen Nachfrage unterliegen. Sein fortdauernder Bestand wird durch die Korruption staatlicher Amtsträger sowie durch den Einsatz von Einschüchterung, Drohungen oder Gewalt zur Absicherung der eigenen Operationen gewährleistet.“

Gewalt hingegen bezeichnet ein Verhalten, bei dem physische Kraft eingesetzt wird, um jemanden oder etwas zu verletzen, zu schädigen oder zu töten. Zu den häufigsten kriminellen Aktivitäten auf dem Kontinent seit 2018 zählen Menschenhandel und -schmuggel, Wilderei, der Handel mit illegalen Drogen, Zigaretten, Treibstoff und gefälschten Medikamenten sowie der Schmuggel von Klein- und Leichtwaffen (Small Arms and Light Weapons, SALW).

Merkmale organisierter Kriminalität in verschiedenen Regionen:

Nordafrika

Nordafrika hat im Vergleich der Regionen die dritthöchste Kriminalitätsrate des Kontinents. Nach Angaben von ENACT haben zwischen 2021 und 2023 „alle kriminellen Akteure ihren Einfluss in Nordafrika ausgeweitet. Meist handelt es sich dabei um staatlich Verankerte (etwa Mitarbeiter im Militär und Geheimdienst, im Grenzschutz oder Zoll, politisch verbundene Geschäftsleute oder lokale Milizen) – insbesondere in Libyen. Kriminelle Netzwerke sind allgegenwärtig und kontrollieren den Schmuggel von Drogen und gefälschten Produkten bis hin zu Menschen“.

2023 erzielte Libyen auf dem Africa Organized Crime Index beim Schmuggel mit 9,5 von 10 Punkten den höchsten Wert (Laura et al., 2023, S. 47). Der Zusammenbruch des libyschen Regimes im Jahr 2011 schürte Konflikte und Gewalt. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR, 2011) führten diese zur Vertreibung von mehr als 550.000 Libyerinnen und Libyern und trugen zur Flucht von über 900.000 Staatsangehörigen und Drittstaatsangehörigen bei.

In ganz Nordafrika stützen sich die Volkswirtschaften zunehmend auf informelle Sektoren. Das begünstigt den Schmuggel subventionierter Güter – etwa von Treibstoff, Zigaretten und Medikamenten. Schmuggel mit Klein- und Leichtwaffen (SALW), Menschenhandel und Umweltkriminalität zählen zu den häufigsten Formen organisierter Kriminalität in Nordafrika.

Einige Länder der Region, etwa Algerien, haben zwar verstärkt Grenzkontrollen eingeführt, um den Schmuggel einzudämmen. Aber Algeriens durchlässige Grenzen in der Sahara begünstigen weiterhin den illegalen Handel mit Ländern wie Libyen und Tunesien. Die große Menge unkontrollierter Waffen in Libyen, die terroristischen Netzwerke, der Zerfall staatlicher Autorität und das Ausbleiben einer koordinierten internationalen Entwaffnung führten dazu, dass Waffen rasch in die Hände von Milizen, Schmugglern und Aufstandischen gelangten.

Die Konflikte und die politische Instabilität in Libyen eröffneten Kriminellen neue Möglichkeiten (Laura et al., 2023, S. 82). In der Folge wurden Schmuggelnetzwerke, die bereits vor dem Krieg bestanden, reaktiviert und ausgeweitet. Sie erleichtern den Transport von Waffen über poröse Grenzen nach Niger, Tschad, Mali, Sudan, Algerien und darüber hinaus. Ehemalige Tuareg-Kämpfer, die in Gaddafis Armee gedient hatten, kehrten schwer bewaffnet nach Mali zurück – und lösten eine Rebellion aus, die die staatlichen Kräfte überforderte und zu einem Putsch in Bamako führte (Clyde, King and Overton, 2025).

Diese Dynamiken treiben die Instabilität in den nordafrikanischen Staaten weiter voran und verstärken die Sorge, dass die Region zunehmend unfähig ist, illegale Aktivitäten wirksam zu bekämpfen.

Südliches Afrika

Im südlichen Afrika dominiert die Wilderei von beispielsweise Löwen, Elefanten, Nashörnern und Schuppentieren. Diese Tiere sind äußert selten, fast ausgerottet und streng geschützt – Jagd, Fang, Handel oder Besitz sind in jeglicher Form verboten. Kriminelle schließen sich daher zusammen, um diese Tiere zu wildern und zu ihrem eigenen Profit in andere Regionen zu schmuggeln.

Das südliche Afrika verzeichnet derzeit einen Anstieg der Wilderei: Auf dem Kriminalitätsindex von 0 (keine Kriminalität) bis 10 (maximale Ausprägung) nahm sie dort um +0,30 Punkte auf 5,65 zu. Haupttreiber dieser Entwicklung sind Südafrika (mit einem Kriminalitätsindex von 8,0) und Mosambik (8,0), gefolgt von Madagaskar (7,50) und Botswana (7,50). Mit Ausnahme von Eswatini, Lesotho und Mauritius (jeweils 3,0) erzielt Wildtierkriminalität im südlichen Afrika überall hohe Werte. Weitere Straftaten in der Region sind Drogen- und Menschenhandel, der illegale Waffenhandel sowie Geldwäsche (Olumide et al., 2019, S. 107).

ENACT Africa hat sechs zentrale Entwicklungen in der Wilderei identifiziert:

1. Verlagerung der Elfenbeinmärkte

Seit China den Elfenbeinhandel verboten hat, sind neue florierende Absatzmärkte in Laos, Thailand und Vietnam entstanden.

2. Anhaltend hohe Nashornwilderei

Im Jahr 2024 wurden in Südafrika 1.028 Nashörner gewildert – kaum weniger als 2016 (1.054 Nashörner). Aber die Hotspots verschieben sich: In der Provinz KwaZulu-Natal stieg die Zahl der getöteten Tiere um fast 50 Prozent. So wurden beispielsweise im Hluhluwe-iMfolozi-Wildreservat innerhalb von zwei Wochen sieben Nashörner getötet.

3. Neue Schmuggelrouten für kleinere Arten

Schmugglernetzwerke haben ihren Fokus stärker auf kleinere, aber hoch profitable Arten verlagert, etwa das Schuppentier (Pangolin), das als das weltweit am häufigsten gehandelte Wildtier gilt. Wichtige Routen verlaufen derzeit über Kamerun und Gabun. Auch andere Arten wie die Meeresschnecke Abalone werden illegal gefangen und etwa an den zentralen Absatzmarkt nach Hongkong verschifft.

4. Umweltschützer werden zunehmend zur Zielscheibe

Mächtige kriminelle Wilderer-Syndikate gehen immer rücksichtsloser gegen diejenigen vor, die sich ihnen in den Weg stellen. Global Witness dokumentierte 2024 insgesamt neun Ermordungen von Umwelt- und Landrechtsverteidigern und -Verteidigerinnen in Afrika: vier in der Demokratischen Republik Kongo, drei in Liberia, eine in Kamerun und eine in Madagaskar. Lokale Aktivistinnen und Aktivisten sind zunehmend Drohungen, Gewalt und gezielter Kriminalisierung ausgesetzt, wenn sie ihre Gemeinden und natürlichen Ressourcen schützen wollen.

5. Gesetzesänderungen

Mehrere Staaten reagieren mit neuen Gesetzen und politischen Reformen – doch deren Wirksamkeit hängt stark von der Umsetzung ab.

6. Viele Festnahmen, doch kaum Verurteilungen

In einigen Ländern werden zwar mehr Täter festgenommen, aber nur selten verurteilt. Damit bleiben zentrale Strukturen der Wildereinetzwerke weitgehend intakt.

Westafrika

Seit 2019 gilt Westafrika als die Region mit den „höchsten Punktzahlen bei kriminellen Märkten auf dem gesamten Kontinent“ – darunter der Handel mit Kokain und Cyberkriminalität. Nirgendwo ist der kriminelle Markt seit 2021 stärker gewachsen.

Ein zentraler Treiber von Gewalt und organisierter Kriminalität in Westafrika ist der Anstieg von Staatsstreichen in den letzten Jahren, etwa in Burkina Faso, Niger, Mali und Guinea, ausgelöst durch politische Spannungen. Denn während Konflikten oder Staatsstreichen sind Menschen anfälliger für Menschenhandel und Schleuserkriminalität. Besonders Frauen und Mädchen sind dann einem höheren Risiko ausgesetzt, ausgebeutet und sexuell missbraucht zu werden.

Die Ausbreitung terroristischer Gruppen zählt in Westafrika zu den verbreitetsten Formen organisierter Kriminalität. Dazu gehören etwa der „Islamic State in West Africa Province“ (ISWAP) und der „Islamic State in the Greater Sahel“ (ISGS). Hinzu kommen bewaffnete Aufstandsbewegungen, die meist aufgrund politischer Instabilität und Armut entstanden sind.

Ein Beispiel dafür ist Nigeria. Die bekannteste bewaffnete Gruppet im Land heißt Boko Haram – was soviel bedeutet wie „westliche Bildung ist verboten“. Sie hat tausende von Menschen getötet und viele weitere in Flüchtlingslager verdrängt. Nach Angaben des UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (UNOCHA) hat die schlechte Sicherheitslage im Land eine humanitäre Krise ausgelöst: Mehr als 7,8 Millionen Menschen – etwa 80 Prozent davon Frauen und Kinder – sind auf Hilfe angewiesen.

Insgesamt wird Boko Haram für 15.889 Todesopfer verantwortlich gemacht. Seit dem Jahr 2000 wurden infolge der Krise im Land insgesamt 107.479 Menschen getötet. Angriffe von Boko Haram machten 15 Prozent aus. Sie erstreckten sich aber über mindestens 22 Bundesstaaten und über 100 lokale Verwaltungsbezirke.

Zu den weiteren organisierten Verbrechen in Westafrika zählen illegale Ölförderung in Nigeria, Drogenhandel in Ghana, Guinea-Bissau, Senegal und Sierra Leone, Schmuggel von Klein- und Leichtwaffen (SALW), Flora- und Faunadelikte sowie Geldfälschung.

Zentralafrika

Laut ENACT ist nirgendwo in Afrika die organisierte Kriminalität stärker ausgeprägt als in Zentralafrika. Demnach weist die Region „die höchste Punktzahl auf dem gesamten Kontinent in Bezug auf kriminelle Märkte“ auf, allen voran beim Schmuggel von nicht erneuerbaren Ressourcen wie Gold und Diamanten. Seit 2021 hat zudem der Waffenhandel aufgrund wiederaufflammender Konflikte und politischer Instabilität etwa in Zentralafrika und der Demokratischen Republik Kongo (DRC) weiter zugenommen. Ein besonders dynamischer neuer Markt ist der Schmuggel mit gefälschten Produkten, allen voran mit Pharmazeutika und Markenware. Gleichzeitig ist seit 2021 der Einfluss ausländischer Akteure gestiegen. Infolgedessen haben Umweltverbrechen, etwa Wilderei, illegaler Holzeinschlag und der Schmuggel natürlicher Ressourcen, zugenommen. Auch der Menschenschmuggel zählt seit 2021 zu den am stärksten wachsenden kriminellen Märkten der Region (vgl. Methodik unter https://africa.ocindex.net/assets/downloads/english/enact_report_2023.pdf).

Die zunehmende Gewalt führt zu Vertreibungen, zu Todesfällen und dazu, dass Betroffene gezwungen sind, alternative Lebensgrundlagen zu finden. Laut dem Regional Refugee Response Plan (RRP) des UNHCR werden im Jahr 2024 rund 46,2 Millionen US-Dollar benötigt, um die dringendsten Bedürfnisse von 40.000 Geflüchteten, 3.300 Rückkehrerinnen und Rückkehrern sowie 28.000 Personen, die in den Gebieten leben, in die die Geflüchteten zurückkehren, zu decken.

Diese Konflikt- und Krisenszenarien treiben Menschen zunehmend dazu, ihr Überleben mit illegalen Aktivitäten zu sichern. Der African Organized Crime Index 2023 dokumentiert, dass 90 Prozent des in der DRC geförderten Goldes illegal abgebaut und außer Landes geschmuggelt wird, bevor es über verschiedene Stationen weiter in globale Märkte gelangt. Opfer der anhaltenden Gewalt geraten darüber hinaus häufig in die Fänge von Menschenhändlern, die sich als vermeintliche Retter ausgeben und die Notlage der Menschen gezielt ausnutzen.

Ostafrika

Finanzdelikte zählen zu den häufigsten Formen organisierter Kriminalität in Ostafrika. Dabei handelt es sich um illegale Aktivitäten, bei denen etwa Vermögenswerte, Bargeld oder Verträge manipuliert werden, um Gewinne aus kriminellen Aktivitäten in scheinbar legales Geld umzuwandeln. In den vergangenen Jahren haben insbesondere mobile Finanzdienste neue Einfallstore für Betrügerinnen und Betrüger geschaffen; die Betrugsfälle nehmen kontinuierlich zu.

Zwischen 2019 und 2023 dominierte in der Region das Schleusen von Migrantinnen und Migranten sowie der Menschenhandel – ein komplexer Markt, in dem Männer, Frauen und Kinder entführt und zur sexuellen Ausbeutung oder Zwangsarbeit verkauft werden. Nach Angaben der East African Police Chiefs Cooperation (EAPCO) entwickelt sich Ostafrika weiterhin zunehmend zu einem Hotspot des Menschenhandels auf dem Kontinent. Das liegt auch daran, dass sowohl die Herkunfts-, Transit- und Zielländer der Opfer in der Region liegen. In der Regel überschneiden sich die Muster und Typologien von Menschenhandel und Menschenschmuggel in der Region. „Migranten suchen zunächst die Hilfe von Schleusern, werden später jedoch häufig Opfer von Menschenhandel. Dieses Muster hat sich zu einer Form der transnational organisierten Kriminalität entwickelt, an der miteinander vernetzte kriminelle Syndikate beteiligt sind. Viele Opfer werden innerhalb der Region gehandelt.“ Besonders betroffen sind Südsudan, Kenia, Äthiopien, Uganda und Tansania. Das hinterlässt tiefe Spuren: Opfer verlieren nicht nur ihre Sicherheit, sondern oft auch ihre Existenzgrundlage. Weitere in der Region verbreitete Straftaten sind Erpressung, kriminelle Nötigung und Waffenhandel.

Regionale Unterschiede bei organisierter Kriminalität und Gewalt

Regionale Unterschiede bei organisierter Kriminalität und Gewalt
Region Kleine und leichte Waffen Öl Terrorismus Menschenhandel Drogen Verbrechen im Zusammenhang mit nicht erneuerbaren Energien Finanzverbrechen Verbrechen gegen Flora und Fauna
Südafrika X X X X X X
Zentralafrika X X X X X X
Nordafrika X X X X X X X
Ostafrika X X X X X
Westafrika X X X X X X X
Quelle: Emmanuel Kwesi Aning
Tabellenbeschreibung

Diese Tabelle zeigt regionale Unterschiede bei organisierter Kriminalität und Gewalt in verschiedenen afrikanischen Regionen. Sie listet auf, in welchen Bereichen Kriminalität in den jeweiligen Regionen besonders intensiv vorkommt. In jeder Zelle wird mit einem "X" angezeigt, ob eine bestimmte Art von Kriminalität in der Region in ausgeprägter Form vorhanden ist.

Spaltenübersicht:

Region: Listet die verschiedenen afrikanischen Regionen auf.

Kleine und leichte Waffen: Verbreitung von leichten Waffen und deren Einfluss.

Öl: Kriminalität im Zusammenhang mit Öl (z.B. Diebstahl oder illegale Förderung).

Terrorismus: Vorhandensein und Ausmaß von terroristischen Aktivitäten.

Menschenhandel: Kriminalität im Zusammenhang mit Menschenhandel.

Drogen: Drogenhandel und -produktion.

Verbrechen im Zusammenhang mit nicht erneuerbaren Energien: Kriminalität, die mit nicht erneuerbaren Ressourcen wie Mineralien und fossilen Brennstoffen in Verbindung steht.

Finanzverbrechen: Finanzielle Straftaten wie Geldwäsche oder Steuerhinterziehung.

Verbrechen gegen Flora und Fauna: Straftaten gegen Tiere und Pflanzen, z.B. Wilderei oder illegale Abholzung.

Zeilenübersicht

In Südafrika gibt es ausgeprägte organisierte Kriminalität im Bereich kleine und leichte Waffen, Terrorismus, Menschenhandel, Drogen, Verbrechen im Zusammenhang mit nicht erneuerbaren Energien, Finanzverbrechen und Verbrechen gegen Flora und Fauna. Die Kategorie Öl ist in dieser Region nicht in besonderem Maße betroffen.

In Zentralafrika tritt ausgeprägte organisierte Kriminalität in den Bereichen kleine und leichte Waffen, Terrorismus, Menschenhandel, Drogen, Verbrechen im Zusammenhang mit nicht erneuerbaren Energien, Finanzverbrechen und Verbrechen gegen Flora und Fauna auf. Auch für diese Region wird keine besondere organisierte Kriminalität im Bereich Öl gelistet.

In Nordafrika gibt es ausgeprägte organisierte Kriminalität in den Bereichen kleine und leichte Waffen, Öl, Terrorismus, Menschenhandel, Drogen, Verbrechen im Zusammenhang mit nicht erneuerbaren Energien und Finanzverbrechen. Besondere Verbrechen gegen Flora und Fauna sind in dieser Tabelle für diese Region jedoch nicht verzeichnet.

In Ostafrika gibt es ausgeprägte organisierte Kriminalität in den Bereichen kleine und leichte Waffen, Terrorismus, Menschenhandel, Drogen und Finanzverbrechen. Verbrechen im Zusammenhang mit nicht erneuerbaren Energien und Verbrechen gegen Flora und Fauna sind in dieser Region nicht in besonderer Weise in dieser Tabelle verzeichnet. Auch die Kategorie Öl ist hier nicht markiert.

In Westafrika gibt es der Tabelle zufolge eine besonders ausgeprägte organisierte Kriminalität in den Bereichen kleine und leichte Waffen, Öl, Terrorismus, Drogen, Verbrechen im Zusammenhang mit nicht erneuerbaren Energien, Finanzverbrechen und Verbrechen gegen Flora und Fauna. Ein besonders ausgeprägter Menschenhandel ist in dieser Tabelle hier jedoch nicht verzeichnet.

Eine erste Version dieser Beschreibung wurde mithilfe von KI (ChatGPT) erstellt und anschließend redaktionell geprüft und überarbeitet.

Emmanuel Kwesi Aning

Diese Tabelle vergleicht das Auftreten unterschiedlicher Formen organisierter Kriminalität in den jeweiligen Regionen Afrikas. Sie verdeutlicht, dass Menschenhandel, der Umlauf von Kleinwaffen, Drogenschmuggel sowie der illegale Abbau und Handel nicht-erneuerbarer Ressourcen wie Gold und Diamanten zu den häufigsten Formen von organisierter Kriminalität und Gewalt in Afrika gehören. Die Tabelle zeigt auch, dass Nordafrika die meisten organisierten Kriminalitätsformen hat, gefolgt von Westafrika, Ostafrika, Zentralafrika und Südafrika.

Schlussfolgerung

Eine der zentralen Maßnahmen, die von der Afrikanischen Union eingeführt wurden, ist AFRIPOL – ein offizieller Mechanismus, der die Zusammenarbeit der Polizei zwischen den Mitgliedstaaten fördern soll. Sein Kernauftrag besteht darin, die Prävention und Bekämpfung organisierter grenzüberschreitender Kriminalität, des Terrorismus und der Cyberkriminalität zu unterstützen – etwa durch Kapazitätsaufbau, Koordination und Informationsaustausch. AFRIPOL soll die operativen Fähigkeiten der nationalen Polizeidienste stärken, um das Auftreten organisierter Kriminalität und Gewalt in ganz Afrika einzudämmen. Dennoch steigen OK und Gewalt auf dem Kontinent weiter an – vor allem, weil staatliche Stellen häufig nicht in der Lage oder nicht bereit sind, bestehende Regelwerke konsequent durchzusetzen. Grund dafür sind häufig Angst oder politische Einflussnahme.

Mit Hilfe moderner Technologien – etwa Drohnen, die in Ghana zur Überwachung von illegalem Goldbergbau eingesetzt werden – müssen aus meiner Sicxht rasch wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um Aufklärungsarbeit zu leisten, Routen und Akteure dieser Aktivitäten zu identifizieren, Gewalt und organisierte Kriminalität einzudämmen und alle Beteiligten ohne Rücksicht auf ihre soziale Stellung zur Rechenschaft zu ziehen.

Dieser Text wurde aus dem Englischen übersetzt.

Quellen / Literatur

ENACT, 2023. Africa Organised Crime Index 2023 Increasing criminality, growing vulnerabilities at https://africa.ocindex.net/assets/downloads/english/enact_report_2023.pdf

Euan Clyde, Mila King and Iain Overton, (2025), Impact of Libyan arms proliferation after NATO intervention in Africa: the role of the UK and France’s air campaigns and their impact on regional destabilisation’ at https://aoav.org.uk/2025/impact-of-libyan-arms-proliferation-after-nato-intervention-in-africa-the-role-of-the-uk-and-frances-air-campaigns-and-their-impact-on-regional-destabilisation/

Dhaouadi, R. (2019). What drives illicit trade in North Africa? ENACT Africa.

Ana, A., Terrorism and Organized Crime: Arms Trafficking and Smuggling in North Africa and the Sahel, 8(1) UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime). (2013). Transnational Organized Crime in West Africa: A Threat Assessment. Olumide, F., Abimbola, A., (2019). An Overview of the Effects of Organized Crime on Southern Africa. Journal of African Foreign Affairs, 107(1).

Shaw, M and T. Reitano. 2019. ‘Organized Crime and Criminal Networks in Africa’, in Oxford Research Encyclopedia of Politics, at https://doi.org/10.1093/acrefore/9780190228637.013.742

UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime). (2013). Transnational Organized Crime in West Africa: A Threat Assessment.

Laura, A., Kosyo, I., Nina. K., Sarah, F., Ebru, E., Chiara, G., Rumbi, M., Tuesday, R.,Mark S., (2023) The African Organized Crime Index.

Lee, Sarah. 2025. ‘The Impact of Organized Crime on Society Examining the Social and Economic Consequences of Organized Crime Groups’, at https://www.numberanalytics.com/blog/impact-of-organized-crime-on-society

UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees). (2011). Global Report: Libya

Fussnoten

Fußnoten

  1. https://africa.ocindex.net/assets/downloads/english/enact_report_2023.pdf

  2. https://www.africansecurityanalysis.org/reports/south-africa-organized-crime-penetration-of-security-and-justice-institutions-institutional-integrity-under-sustained-pressure

  3. https://africa.ocindex.net/assets/downloads/english/enact_report_2023.pdf, S. 56

  4. https://africa.ocindex.net/assets/downloads/english/enact_report_2023.pdf, S. 60

  5. https://africa.ocindex.net/assets/downloads/english/enact_report_2023.pdf, p.43

  6. https://www.globalr2p.org/countries/nigeria/2025

  7. https://dataphyte.com/topic/security/examining-fifteen-years-of-the-boko-haram-insurgency

  8. https://www.unocha.org/publications/report/central-african-republic/central-african-republic-situation-report-25-mar-2024

  9. https://www.interpol.int/News-and-Events/News/2025/More-than-300-arrests-as-African-countries-clamp-down-on-cyber-threats

  10. https://www.unodc.org/easternafrica/en/human-trafficking/index.htm

  11. https://eapcco.org/human-trafficking/

Lizenz

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 4.0 - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International" veröffentlicht.
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Weitere Inhalte

Prof. Emmanuel Kwesi Aning ist ordentlicher Professor für afrikanische Sicherheit und internationale Politik am Thinktank Centre for Alternative Politics & Security, West Africa (CAPS-WA) in Ghana. Zuvor war er von 2007 bis 2024 Gründungsdirektor und Dekan der Fakultät für akademische Angelegenheiten und Forschung (FAAR) am Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC) in Ghana.