„Wissen, das ankommt – Zielgruppenspezifischer Wissenstransfer in der Radikalisierungsprävention“
– VPN, Interventionen-Blog: Manuela Freiheit –
Das Wissen über Radikalisierung und Prävention wächst stetig. Dennoch stehen Fachkräfte oft vor der Herausforderung, wissenschaftliche Erkenntnisse in ihren Berufsalltag zu übertragen. Manuela Freiheit untersucht anhand von Erfahrungen aus mehreren Webtalk-Reihen in ihrem Beitrag, welche Bedingungen für einen erfolgreichen Wissenstransfer notwendig sind. Die Auswertung zeigt: Besonders gefragt sind Best-Practice-Beispiele. Zentral sei außerdem der interdisziplinäre Austausch sowie der Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis.
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„Neue Inszenierung altbekannter Ideologien: Zur aktuellen Dynamik extremistischer Akteur*innen in Sozialen Medien“
– VPN, Interventionen-Blog: Niklas Brinkmöller und Niklas von Reischach –
Wie nutzen extremistische Akteurinnen und Akteure Soziale Medien, um antidemokratische Ideologien zu verbreiten und Menschen für ihre Ziele zu mobilisieren? Der Beitrag von Niklas Brinkmöller und Niklas von Reischach beleuchtet, wie bekannte extremistische Narrative in digitalen Räumen neu inszeniert werden – durch Auftritte von Influencerinnen und Influencern, den Einsatz von Memes oder die Verbindung zu eher trivialen Themen wie Fitness und Finanzen. Sie betonen zudem, dass Online- und Offline-Präventions- und Beratungsangebote notwendig sind, noch bevor sich die Betroffenen extremistischen Gruppen oder Ideologien zuwenden.
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„Die ‚Taliban-Lobbyistin‘“
– Erasmus Monitor: Heiner Vogel –
Farah M., eine Afghanin, die mehrere Jahre in Deutschland lebte, gehört heute offenbar zu den einflussreichsten weiblichen Unterstützerinnen der Taliban. Als selbsternannte Frauenrechtsaktivistin gerät sie in eine Doppelrolle: Auf der einen Seite inszeniert sie sich als Kämpferin für Frauenrechte in Afghanistan, auf der anderen Seite nimmt sie den Umgang der Taliban mit afghanischen Frauen in Schutz. Laut einer Recherche von Heiner Vogel reiste sie im Laufe des Jahres 2022 nach Afghanistan aus und übernahm als eine der wenigen Frauen repräsentative Funktionen. Heute soll Farah M. als Frauenvermittlerin mit dem afghanischen Bildungsministerium arbeiten, um jugendlichen Mädchen eine traditionelle Ausbildung an Koranschulen zu ermöglichen.
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„Gibt es einen Zusammenhang von Migration und Radikalisierung?“
– ufuq.de: Meltem Kulaçatan und Marc Allroggen im Gespräch mit Jochen Müller –
Wissenschaftlich belegt ist der Kausalzusammenhang zwischen Flucht, Migration und Radikalisierung nicht. Dennoch wird nach Anschlägen und Gewalttaten, die von jungen Männern mit Migrations- und Fluchthintergrund verübt worden sind, immer wieder dieses Narrativ instrumentalisiert. Im Gespräch mit Jochen Müller erklären Marc Allroggen und Meltem Kulaçatan, dass Radikalisierungsprozesse vielmehr das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels individueller Belastungen, sozialer Faktoren und gruppendynamischer Entwicklungen sind. Gemeinsam warnen sie davor, diesen Pseudo-Kausalzusammenhang zu nutzen, da er Stereotype verstärke und präventive Ansätze erschwere.
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„Selling Masculinity, Selling Femininity – Über die Manosphere, Tradwives und die Ökonomisierung von Identität auf dem Markt der Unsicherheit“
– ufuq.de: Ana Gjeci –
Die Manosphere vermittelt vereinfachte Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit. Ana Gjeci erkennt in dieser Inszenierung Strategien, die Verletzlichkeit, Unsicherheit, Zurückweisung oder Bedeutungsverlust kompensieren und stattdessen Härte vermitteln sollen. Trends wie die sogenannten „Tradwives“ und „Alpha-Männer“ zeigen entgegengesetzte Ideenströmungen: zum einen Frauen, bei denen Fürsorge, Häuslichkeit und Hingabe im Vordergrund steht; zum anderen Männer, die Dominanz, Kontrolle und emotionale Distanz zeigen müssen. In ihrem Beitrag erläutert die Autorin, wie die Unsicherheiten der Rezipientinnen und Rezipienten im Rahmen eines Geschäftsmodells von Influencerinnen und Influencern ausgenutzt werden.
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„Geschlecht, Familie und Erziehung im Kontext von Radikalisierung – Fünf Erkenntnisse für die Praxis“
– ufuq.de: Simone Rehm –
Anhand von Fallanalysen aus 13 Familiensystemen im salafistisch-dschihadistischen Kontext zeigt Simone Rehm, wie autoritäre Rollenzuschreibungen, Erfahrungen von Ausgrenzung und Misogynie extremistische Entwicklungen begünstigen können. Sie macht zugleich deutlich, dass sich Opfer- und Täterrollen nicht immer eindeutig voneinander trennen lassen, sondern häufig gleichzeitig bestehen. Als ein wichtiger Schutzfaktor erweisen sich der Autorin zufolge dagegen langfristige und verlässliche Bindungen im familiären und sozialen Umfeld.
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„Radikalisierung immer stärker über das Netz“
– ZDFheute: Holger Münch im Gespräch mit Jochen Breyer –
Sind die Sozialen Medien außer Kontrolle geraten? Diese Frage stellt Jochen Breyer und untersucht, welchen Einfluss Plattformen und Algorithmen auf die heutige Gesellschaft haben. Im Interview mit Bundeskriminalamt-Präsident Holger Münch steht insbesondere die zunehmende Radikalisierung im Netz im Fokus. Münch kritisiert die fehlenden Strukturen im Umgang mit Extremismus innerhalb der Plattformen und die mangelnde Verantwortung der Plattformbetreiber. Zudem warnt er vor der Wirkung algorithmischer Empfehlungen und plädiert für strengere Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.
Zum Beitrag auf Externer Link: zdfheute.de
„So macht man Stimmung“
– Jüdische Allgemeine: Ahmad Mansour –
Während in Deutschland vor allem über Israels Vorgehen im Krieg gegen die Terrormiliz Hisbollah diskutiert wird, geraten die politischen Interessen vieler Libanesinnen und Libanesen oft aus dem Blick. Ahmad Mansour kritisiert eine aus seiner Sicht einseitige Berichterstattung und fordert mehr Aufmerksamkeit für die Rolle der Hisbollah und des Iran im Konflikt.
Zum Beitrag auf Externer Link: juedische-allgemeine.de
„Der syrische Islamismus ist auch unser Problem“
– Frankfurter Allgemeine Zeitung: Ronya Othmann –
Während in Syrien Boykottkampagnen gegen Minderheiten gefördert werden, empfängt die Bundesregierung die islamistischen Machthaber Syriens mit diplomatischer Offenheit. Ronya Othmann kritisiert diesen Umgang und beschreibt dabei, wie alawitische, drusische und andere Minderheiten in Syrien zunehmend unter Druck geraten. Sie warnt davor, dass die Entwicklung des Islamismus in Syrien auch einen Einfluss auf Deutschland habe und bemängelt das Fehlen einer offenen Kritik an dem Vorgehen der syrischen Machthaber. Syrien werde meist nur im Zusammenhang mit Abschiebungen oder der Rückkehr von Flüchtlingen erwähnt, so die Autorin.
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„‚Terror-Teenager‘ machen den Behörden zunehmend Sorgen“
– Bayerischer Rundfunk: Hans-Joachim Vieweger –
Die Generalstaatsanwaltschaft München warnt vor einer zunehmenden Online-Radikalisierung von Kindern und Jugendlichen. Besonders islamistische Akteurinnen und Akteure, aber auch rechtsextreme Gruppierungen und sogenannte „Sadisten-Netzwerke“ nutzten Soziale Medien und Messenger-Dienste gezielt, um Minderjährige anzusprechen, zu manipulieren und zu Gewalt zu motivieren. Angesichts dieser Entwicklung fordern die Ermittlerinnen und Ermittler eine stärkere Sensibilisierung für digitale Radikalisierungs- und Gefährdungsprozesse.
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Antimuslimischer Rassismus: Begriff und Kontroversen
– Frankfurter Rundschau: Oliver Marquart –
In seinem Beitrag setzt sich Oliver Marquardt mit der Debatte um den Begriff „antimuslimischer Rassismus“ auseinander. Vor dem Hintergrund des aktuellen CLAIM-Lagebilds (siehe Meldungen aus dem Arbeitsfeld) argumentiert der Autor, dass das Ringen um antimuslimischen Rassismus keine bloße Begriffsdebatte sei, sondern sich in konkreten Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen manifestiere. Zugleich thematisiert der Beitrag die Abgrenzung zwischen legitimer Kritik an islamistischen Akteurinnen und Akteuren sowie pauschalisierenden Zuschreibungen gegenüber Musliminnen und Muslimen.
Zum Beitrag auf Externer Link: fr.de
„Brücke zwischen den Religionen“
– Frankfurter Allgemeine Zeitung: Alexandra Eisen –
In ihrem Beitrag bespricht Alexandra Eisen die Wanderausstellung „Dialograum“ des Bildungswerkes Maimonides. Anhand von 20 Gegenüberstellungen jüdischer und islamischer Traditionen werden Gemeinsamkeiten beider Religionen aufgezeigt. Ziel des Projektes sei es, Vorurteile abzubauen, den Dialog zu fördern und somit der gesellschaftlichen Polarisierung entgegenzuwirken. Die Ausstellung macht derzeit an Frankfurter Schulen Station.
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„Islamistisches Sivas-Massaker in der Türkei: Wie die deutsche Justiz den Tod von 35 Aleviten sühnen soll“
– Tagesspiegel: Hannes Heine –
Mehr als 30 Jahre nach dem Brandanschlag auf ein Hotel in der türkischen Stadt Sivas, bei dem 35 Alevitinnen und Aleviten von einem Mob türkischer Rechtsextremisten und Islamisten getötet wurden, hoffen die Hinterbliebenen weiterhin auf Gerechtigkeit. Neun Männer, die in den Anschlag involviert waren, entzogen sich der Haftstrafe – unter ihnen auch Vahit K.. Obwohl eine Verurteilung in der Türkei gegen ihn rechtskräftig wurde und seit 2010 ein internationaler Haftbefehl vorliegt, wurde der in Deutschland lebende Vahit K. weder ausgeliefert noch strafrechtlich verfolgt. Hannes Heine erzählt die Geschichte von Yeter Gültekin, deren Ehemann bei dem Massaker sein Leben verlor, und zeigt das Spannungsfeld zwischen Angst und Hoffnung gegenüber den deutschen Behörden im Umgang mit Straftätern.
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