Leinwandvisionen für ein demokratisches Nachkriegseuropa
Im Zweiten Weltkrieg sehen die USA die nationalsozialistische Aggression als existenzielle Bedrohung westlicher Werte schlechthin. Um dieser Gefahr nicht nur militärisch, sondern auch ideologisch entschieden entgegenzutreten, setzt die US-Regierung vor allem auf die Wirkung von Filmen. Sie exportiert ihre Ideen einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft damals auf Zelluloid in die ganze Welt. Filme sollen zeigen, wie Demokratie und Kapitalismus funktionieren und wie erfolgreich eine Gesellschaft damit werden kann - eine Kampagne für die Demokratie. Das Besondere daran: Die Filme zeigen bewusst keine Panzer oder Flugzeuge, sondern porträtieren idealistisch den „American Way of Life“.
Auch nach dem Krieg arbeiten die USA daran, das Bild Amerikas als Botschafter für Freiheit und Demokratie zu etablieren. Robert Sherwood, der Leiter der zuständigen Abteilung, nennt dieses Unterfangen damals die „Projections of America“. So werden in der Nachkriegszeit zahlreiche Filme produziert, die in den Bevölkerungen der ehemaligen Kriegsgegner ein überwiegend positives Amerikabild verbreiten sollen. Das erklärte Ziel: die „mentale Abrüstung“.
Dieses Dossier zeigt nach und nach ausgewählte US-amerikanische Filme aus den Jahren 1942 bis 1952 und erläutert ihren historischen Kontext. Sie stehen für verschiedene Phasen der Außen- und Kriegspolitik und der Kulturdiplomatie der Vereinigten Staaten. Sie zeigen die Argumentationsmuster, die das Amerika-Bild in Europa über Jahrzehnte mitgeprägt haben.
Erscheinungsdatum: