US-Innenpolitik und Gesellschaft im Zweiten Weltkrieg - "A Journey" (1945)
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Ein wohlwollendes Porträt der USA im Krieg: Der Film "A Journey" zeigt vier amerikanische Städte und die kriegsbedingten Veränderungen, die ihre Bewohner gemeinsam bewältigen. Quer durch's Land, von Alabama bis zu den Rocky Mountains.
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A Journey (1945)
"A Journey" (Eine Reise) führt den Zuschauer durch vier Städte in vier Bundesstaaten der USA. Anhand von persönlichen Schicksalen porträtiert der Film wohlwollend die kriegsbedingten Veränderungen, die die Gesellschaft durchlebt. Hervorgehoben wird die Einsatz- und Opferbereitschaft der amerikanischen Zivilbevölkerung, den Krieg zu gewinnen und selbst auf den "heiligen" Sonntag zu verzichten. Zudem wird der Erfindungsreichtum und der praktische Geist der Amerikaner betont. Repräsentativ erbringen Männer, Frauen und Kinder ihren Anteil. Afroamerikaner werden nicht gezeigt. Die Städte bilden einen geografischen und kulturellen Querschnitt des Landes, wobei der Erzähler die Geschichte der jeweiligen Orte mit ihrer Bedeutung für den Krieg verbindet.
Einzelne Filmszenen mit Kommentar
Der Staat Virginia, in dem sich die ersten englischen Siedler niederließen, hat eine symbolische Bedeutung für die USA. Die Stadt Norfolk ist
aufgrund ihres Marinestützpunktes militärisch besonders wichtig, im Krieg der wichtigste Arbeitgeber im Staat Virginia.
Der Staat Virginia, in dem sich die ersten englischen Siedler niederließen, hat eine symbolische Bedeutung für die USA. Die Stadt Norfolk ist
aufgrund ihres Marinestützpunktes militärisch besonders wichtig - im Krieg der wichtigste Arbeitgeber im Staat Virginia.
Mobile, Alabama ist eine kleine Stadt im ehemals französischen Siedlungsgebiet. Früher ein wichtiger Standort in der Baumwollproduktion, werden hier
nun Schiffe für den Kriegseinsatz gebaut. Die Rüstungsindustrie bringt im Laufe des Krieges 150.000 neue Einwohner nach Mobile.
Mobile, Alabama ist eine kleine Stadt im ehemals französischen Siedlungsgebiet. Früher ein wichtiger Standort in der Baumwollproduktion, werden hier
nun Schiffe für den Kriegseinsatz gebaut. Die Rüstungsindustrie bringt im Laufe des Krieges 150.000 neue Einwohner nach Mobile.
Bereits vor dem Kriegseintritt der USA ist Detroit mit seiner Autofabrikation ein wichtiger Industriestandort. Nun werden hier vor allem Panzer und
Flugzeuge hergestellt. Zwischen 1940 und 1943 steigt die Zahl der in der Rüstungsindustrie Beschäftigten in Detroit – dem „Arsenal der Demokratie“ – von 396.000 auf 867.000.
Bereits vor dem Kriegseintritt der USA ist Detroit mit seiner Autofabrikation ein wichtiger Industriestandort. Nun werden hier vor allem Panzer und
Flugzeuge hergestellt. Zwischen 1940 und 1943 steigt die Zahl der in der Rüstungsindustrie Beschäftigten in Detroit – dem „Arsenal der Demokratie“ – von 396.000 auf 867.000
In dieser Szene sind an der Wand der selbstgebauten Hütte Plakate mit ikonischen Darstellungen von Roosevelts "Four Freedoms" zu sehen, gemalt von
Norman Rockwell: Freedom of Worship, Freedom of Speech, Freedom From Want, Freedom From Fear.
Auch für das in den Rocky Mountains gelegene Ogden im Staat Utah bringt der Krieg wirtschaftlichen Aufschwung. Hier befindet sich ein wichtiges
Marineversorgungslager für den Krieg im Pazifik.
Auch für das in den Rocky Mountains gelegene Ogden im Staat Utah bringt der Krieg wirtschaftlichen Aufschwung. Hier befindet sich ein wichtiges
Marineversorgungslager für den Krieg im Pazifik.
US-Innenpolitik und Gesellschaft im Zweiten Weltkrieg
Der Kriegseintritt der USA 1941 bringt große Veränderungen für die amerikanische Gesellschaft. Die Rüstungsindustrie sorgt für einen massiven ökonomischen Aufschwung und bis 1944 sinkt die Arbeitslosenrate mit unter zwei Prozent auf den niedrigsten Stand seit dem Ersten Weltkrieg
Bruttonationaleinkommen und Rüstungsausgaben der USA von 1938-1948 (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/
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Der Zweite Weltkrieg bringt die US-Volkswirtschaft nach der Weltwirtschaftskrise wieder in Schwung. Drei Jahre nach dem Kriegseintritt der USA hat sich das Bruttonationaleinkommen beinahe verdoppelt. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 scheint damit überwunden. Vom kriegsbedingten Aufschwung profitieren jedoch nur bestimmte Bevölkerungsschichten; die afroamerikanische Bevölkerung bleibt von den gut bezahlten Arbeitsplätzen in der Kriegsindustrie weitgehend ausgeschlossen.
Linktipps: Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung in der US-amerikanischen Kriegswirtschaft
Externer Link: "The Rise and Fall of Jim Crow" - Proposed March on Washington 1941 (Quelle: pbs.org) (englisch)
"Dr. Seuss went wo war" - Karikaturen vom Kinderbuchautor und Cartoonist Dr. Seuss (Theodor Seuss Geisel, 1904-1991) (Quelle: Special Collections & Archives University of California) (englisch)
Externer Link: Einleitung
Externer Link: "Listen, maestro... if you want to get real harmony, use the black keys as well as the white!"
Externer Link: "The old run-around"
Externer Link: "I'll run Democracy's War. You stay in your Jim Crow tanks!"
Farbposter der "War Manpower Commission" zur Kampagne "United we win" von 1943. Zu sehen sind ein schwarzer und ein weißer Arbeiter bei der Arbeit in einer Flugzeugfabrik, eine Montage unter Verwendung einer Fotografie von Howard Liberman. (© picture-alliance, picture-alliance / akg)
Farbposter der "War Manpower Commission" zur Kampagne "United we win" von 1943. Zu sehen sind ein schwarzer und ein weißer Arbeiter bei der Arbeit in einer Flugzeugfabrik, eine Montage unter Verwendung einer Fotografie von Howard Liberman. (© picture-alliance, picture-alliance / akg)
Im Juni 1941, also ein halbes Jahr vor
Linktipps: Double-V-Campaign
Externer Link: Poster der "National Association for the Advancement of Colored People" (NAACP) "Come, let us take counsel together" - Attend NAACP Wartime Conference for Total Peace (Quelle: Library of Congress) (englisch)
Externer Link: Henry Louis Gates, Jr.: What Was Black America’s Double War? (Quelle: pbs.org) (englisch)
Mexikanische Landarbeiter im kalifornischen Stockton im Mai 1943. Viele in der Landwirtschaft beschäftigte Amerikaner suchen sich lukrativere Arbeitsplätze in der boomenden Rüstungsindustrie. Das Bracero-Programm erlaubt es 4,5 Millionen Mexikanern, zwischen 1942 und 1964 als Gastarbeiter in die USA zu kommen. Sie können dort die durch die Kriegswirtschaft verwaisten Arbeitsplätze in der Landwirtschaft besetzen – allerdings nur in weniger qualifizierten (Saison-) Jobs, z.B. auf kalifornischen Landwirtschaftsbetrieben. (© picture-alliance, picture alliance/Everett Collection)
Durch die inneramerikanische Arbeitsmigration entstehen soziale Spannungen. Hunderttausende Menschen ziehen in die großen Städte, in denen für den Krieg produziert wird. Dort wird der zur Verfügung stehende Wohnraum knapp. Zugezogene Arbeiter leben in prekären Verhältnissen in Gemeinschaftsschlafsälen, Notunterkünften oder Wohnwagenparks.
Die Regierung versucht der Wohnungsnot in den Städten entgegenzuwirken. Sie lässt sogenannte War Housing Trailer – Kriegswohnwagen – produzieren. Hier werden die neuesten Modelle der Notunterkünfte im November 1941 in Washington vorgestellt. (© Library of Congress, U.S. Farm Security Administration/Office of War Information Collection, Prints & Photographs Division, Externer Link: [LC-USF34-090023-D])
Tausende von Kindern gehen nicht regelmäßig zur Schule. Die Jugendkriminalität steigt und allein 1943 kommt es in 47 Städten zu über 240 Rassenunruhen und -krawallen
Vom 20. auf den 21. Juni 1943 wird das von Fremdarbeitern stark überbevölkerte und segregierte Detroit von Ausschreitungen erschüttert. Die rassistisch motivierten Straßenkämpfe fordern über 30 Todesopfer und zeigen die großen sozialen Spannungen in der Bevölkerung. Die US-Polizei muss vom Militär unterstützt werden, um die Unruhen zu beenden. Das NS-Regime schlachtet den Fall propagandistisch aus. (© picture-alliance/AP, picture alliance/AP Images)
Eine andere gesellschaftliche Auswirkung des Krieges ist die Mehrbeschäftigung von Frauen. Gesetze aus den 1930er Jahren, die verheirateten Frauen die Erwerbstätigkeit untersagen, werden aufgehoben und Frauen werden nun sogar ausdrücklich aufgefordert, in der Industrie zu arbeiten. Da Millionen Männer in den Krieg ziehen und damit in der Rüstungsproduktion fehlen, gibt es vor allem seit 1942 groß angelegte Werbekampagnen, um Frauen für die Industriearbeit zu gewinnen. Ihre Botschaft: ohne den Einsatz der Frauen kann der Krieg nicht gewonnen werden und je mehr Frauen dabei sind, desto eher können ihre Männer zurückkehren.
Linktipps: Die Frauen sollen die Männer jedoch nur temporär ersetzen
Externer Link: Poster "Do the Job HE left behind" (Quelle: Audiovisual Collections and Digital Initiatives Department, Hagley Museum and Library) (englisch)
Auch in der Werbung wird bereits zu Kriegszeiten diese Idee verwendet:
Externer Link: "Mother, when will you stay home again?" (Quelle: Indiana University Library) (englisch)
Broschüre des War Departments
Externer Link: "You are going to employ women" mit dem Hinweis "A woman is a substitute like plastic instead of metal." (Quelle: The Massachusetts Archives) (englisch)
Zwar bleiben die meisten Frauen damals "Sally the Secretary" oder "Molly the Mom", doch Arbeiterinnen in der Rüstungsproduktion bekommen eine
besondere Stellung. In dieser Zeit entsteht die berühmte Kunstfigur „Rosie the Riveter“ (Die Nieterin Rosie). Hier posiert Mary Doyle Keefe vor dem berühmt gewordenen Cover der Saturday Evening Post von Norman Rockwell vom 29. Mai 1943 - sie gilt als eine der Frauen, die damals als Vorlage für "Rosie" dienen.
Besucher im "Crystal Bridges Museum of American Art" vor dem Gemälde "Rosie the Riveter" von Norman Rockwell. Die Haltung von Rockwells Figur ähnelt
Michelangelos Bild des Propheten Jesaja in der Sixtinischen Kapelle. Ihre Füße hat sie auf Hitlers "Mein Kampf" abgelegt.
„Rosie the riveter“ wird besungen, vielfach nachgeahmt und uminterpretiert – bis heute eine Ikone der amerikanischen Pop-Kultur. Das bekannte
Poster "We can do it" des Künstlers J. Howard Miller, auf dem „Rosie“ ebenfalls zu sehen ist, wird jedoch erst einige Jahrzehnte später berühmt. Es ist kein Rekrutierungsposter, sondern wird in der zweiten Februarhälfte 1943 nur kurz in Fabriken der Westinghouse Electric & Manufacturing Company gezeigt, also von denjenigen gesehen, die sowieso schon in der Rüstungsindustrie arbeiten.
Linktipps: Die Ikone "Rosie the Riveter"
Externer Link: Song "Rosie the Riveter" (Quelle: archive.org) (englisch)
Externer Link: "A Rosie is a Rosie is a Rosie" - Hintergrundinformationen zu "Rosie the Riveter" und ihre Nachbildungen (Quelle: Rockwell Center for American Visual Studies) (englisch)
Externer Link: Cover zum Song (Quelle: Wikipedia)
Externer Link: Transkript Sheridan Harvey: Rosie the Riveter: Real Women Workers in World War II (Quelle: Library of Congress) (englisch)
Der Prozentsatz der erwerbstätigen Frauen steigt während des Krieges von 25 auf 36 Prozent. Nach Kriegsende sinkt er wieder auf 29 Prozent.
Prozentanteil der Frauen am US-Arbeitsmarkt vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg.
Der Zweite Weltkrieg gilt lange als Motor für die Emanzipation der Frau, da Frauen während des Krieges teilweise "typisch" männliche Berufe ausüben. Und tatsächlich spielen traditionelle Geschlechterrollen im Krieg eine untergeordnete Rolle. Im Alltag der Frauen macht sich das aber in der Nachkriegszeit zunächst kaum bemerkbar. Sie werden aus den besser bezahlten Jobs im Büro oder in der Industrie, die sie in Kriegszeiten übernommen haben, wieder verdrängt und in vielen Bereichen sinkt der Frauenanteil beinahe wieder auf Vorkriegsniveau. Eine Frau die ihre Stelle behalten will steht im Verdacht, diese einem Mann "wegzunehmen". (Infografik: bpb/Sonja Hugi, Angaben nach: Woman’s Bureau – Handbook of Facts on Women Workers. Bulletin No. 225, United States Department of Labor, Washington 1948, S. 3) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/
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Die Auswirkungen, die die Kriegsbeschäftigung auf den Frauenanteil am Arbeitsmarkt hat, werden lange Zeit überschätzt. Gerade aus den besser bezahlten Stellen im Büro oder in der Industrie werden die Frauen nach Kriegsende wieder verdrängt. Eine Frau, die ihre Stelle behalten will, steht im Verdacht, diese einem Mann „wegzunehmen“.
Kontext: Die antiamerikanische Agitation der Nationalsozialisten
Unmittelbar nachdem Adolf Hitler den USA am 11. Dezember 1941 den Krieg erklärt hat, präsentiert das Reichspropagandaministerium unter der Leitung von Joseph Goebbels seine Strategie für die antiamerikanische Agitation. Diese sieht vor, auf unterschiedlichen medialen Kanälen sowohl die deutsche Intelligenz als auch die breite Masse von der angeblichen Kulturlosigkeit der USA zu überzeugen.
Cover der Broschüre "Roosevelt verrät Amerika" von Robert Ley, Berlin 1941. Diese nationalsozialistische Propagandaschrift gegen das politische
System in den USA ist typisch für die Anfangsphase der Anti-Amerika-Propaganda. Dabei wird die amerikanische Bevölkerung noch weitgehend ausgeklammert. Goebbels konzentriert sich auf die Diffamierung der politischen Elite. Der Verfasser dieser Schrift, Robert Ley ist u.a. 1933 für die Zerschlagung aller bisher freien und unabhängigen Gewerkschaften zur Deutschen Arbeitsfront (DAF) verantwortlich und wird ab 1934 Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Der führende NS-Politiker nimmt entscheidenden Einfluss auf die Sozial- und Arbeitsmarktpolitik im "Dritten Reich" – auch durch seine antisemitische Agitation. In "Roosevelt verrät Amerika" suggeriert Ley, dass die amerikanische Gesellschaft von Juden unterwandert und zum Teil dominiert werde. Roosevelt opfere und verrate die Interessen des amerikanischen Volkes für die Juden. Mit angeblichen "Fakten" versucht Ley nachzuweisen, dass Roosevelt jüdische Vorfahren habe.
Eine andere Art von Propaganda gegen die USA nimmt die angeblich dekadenten Auswüchse in der „Neuen Welt“ ins Visier. Schriften wie diese, die
die USA als eine Art Kuriositätenkabinett zeigen, erfreuen sich großer Beliebtheit.
Häufig werden angebliche Meldungen aus amerikanischen Medien aufgenommen und "übersetzt". So soll die Propaganda einen objektiven Eindruck machen.
Auch das faschistische Italien agiert gegen die USA: „I delitti inumani dei "gangsters piloti" radiano per sempre gli stati uniti dal consorzio
civile“ – (auf Deutsch: Die unmenschlichen Verbrechen der "Gangster-Piloten" schließen die Vereinigten Staaten für immer aus der Völkergemeinschaft aus). Ein Gangster mit US-amerikanischer Flagge um den Hals gewickelt, steht auf einem Haufen Schutt und Müll und hält ein Maschinengewehr über einen getöteten Jungen – ein überwältigendes, antithetisches Feindbild: Das Böse brutal und hässlich, das Gute wehrlos und rein. Gino Boccasile, Illustrator der faschistischen Ära in Italien und gefeierter Anhänger des Mussolini-Regimes, setzt mit seinen Postern auf effektvolle Inszenierung und die Sogkraft der Bilder. Schon gegen Ende der 1930er Jahre bearbeitet er Propagandaaufträge auf höchster politischer Ebene. Und stellt sich dem faschistischen Regime bei Kriegseintritt Italiens als Propagandist zur Verfügung.
Die Propaganda setzt dabei oft bei vorhandenen positiven Amerika-Klischees an – Freiheit, Fortschritt, unbegrenzte Möglichkeiten – und konterkariert diese. Dekadenz, Materialismus, Kulturlosigkeit und Oberflächlichkeit sind geläufige Attribute, mit denen sie die USA in Druckschriften, Radiosendungen und Filmen versieht. Zudem verspottet das Propagandaministerium bis 1943 die militärische Schlagkraft der USA, die US-Soldaten erscheinen als kaum ernst zu nehmende Gegner.
Tatsächlich ist die deutsche Bevölkerung während der Zeit des Nationalsozialismus weitgehend von Informationen aus der Welt abgeschnitten. Was man über das Leben durchschnittlicher US-Bürger zu wissen glaubt, stammt aus Goebbels’ Feder oder aus den von ihm abgesegneten Hollywoodfilmen. Mit fortschreitendem Kriegsverlauf und mit den zunehmenden militärischen Erfolgen der Alliierten wird die antiamerikanische Propaganda im Ton aggressiver.
Je gehässiger und hysterischer Goebbels’ Ministerium über die USA und die angeblichen Gräueltaten der US-Armee spricht, desto weniger Wirkung zeigt die Propaganda aber auf die deutsche Bevölkerung. Während zu Beginn der US-Luftangriffe Ressentiments noch leicht geschürt werden können, klaffen Realität und Propagandabotschaft gegen Kriegsende zu weit auseinander. Der Einmarsch der US-Streitkräfte erscheint nun vielen gegenüber der Bedrohung durch die Rote Armee als das kleinere Übel.
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Sonja Hugi, M.A. Public History, studierte Geschichte, Kommunikationswissenschaften und Grafikdesign. Als Historikerin, Autorin, Illustratorin und Grafikerin betätigt sie sich in verschiedenen Bereichen der Geschichtsvermittlung. Ihr Fokus liegt auf Themen der jüngeren deutschen Geschichte.