Schwarz-Weiß Foto: Gruppenbild der Stabes der Ordnungspolizei im Wehrkreis VI auf der Gartentreppe der Villa ten Hompel Anfang der 1940er Jahre.

Facing Police and Holocaust. Ein Vierteljahrhundert nach Christopher R. Brownings "Ordinary Men"

Gemälde: Der Künstler und Polizist Anatol Herzfeld widmete sein Gemälde den über 33.000 ermordeten Juden des Massakers von Babyn Jar bei Kiew, bei dem auch Polizisten mitwirkten. Das Original-Gemälde ist Teil der Dauerausstellung der Villa ten Hompel.Der Künstler und Polizist Anatol Herzfeld widmete sein Gemälde den über 33.000 ermordeten Juden des Massakers von Babyn Jar bei Kiew, bei dem auch Polizisten mitwirkten. Das Original-Gemälde ist Teil der Dauerausstellung der Villa ten Hompel. (© Anatol Herzfeld/Geschichtsort Villa ten Hompel Münster)
Am Morgen des 13. Juli 1942 eröffnete Major Wilhelm Trapp seinen Untergebenen, dass sie die Jüdinnen und Juden der Ortschaft Józefów im besetzten Polen ermorden sollten. Doch er bot jenen an, die sich nicht in der Lage sahen sich an diesem Massaker zu beteiligen, beiseite treten zu dürfen. Mindestens 1.500 Menschen wurden schließlich erschossen. Die Täter waren keine Angehörigen der Gestapo oder der Waffen-SS. Die Täter gehörten zu einem Hamburger Bataillon der Ordnungspolizei.

In dem viel beachteten Buch von Christopher R. Browning über dieses Reserve-Polizeibataillon 101 nehmen die Geschehnisse in Józefów einen zentralen Stellenwert ein. Browning ging der Frage nach, was für ein Typus Mensch zum Massenmörder wird – und unter welchen Umständen. Dafür hatte er die uniformierte Polizei in den Blick genommen und kam zu dem viel diskutierten Schluss: Es waren "Ganz normale Männer" (engl. "Ordinary Men") – so auch der Titel der Monografie: diese knapp 500 Männer mittleren Alters, vor allem aus der Arbeiterschicht und zumeist ohne bemerkenswert enge Beziehungen zur NSDAP oder SS, waren an den Deportationen von mindestens 45.000 Jüdinnen und Juden in verschiedene Todeslager und der direkten Ermordung von mindestens 38.000 Jüdinnen und Juden beteiligt.

Gruppenbild der Stabes der Ordnungspolizei im Wehrkreis VI auf der Gartentreppe der Villa ten Hompel Anfang der 1940er Jahre.Gruppenbild der Stabes der Ordnungspolizei im Wehrkreis VI auf der Gartentreppe der Villa ten Hompel Anfang der 1940er Jahre. (© BdO, Geschichtsort Villa ten Hompel)
Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Veröffentlichung der deutschsprachigen Ausgabe dieses für die Täter- und Holocaustforschung herausragenden Werkes und des 20-jährigen Bestehens des Geschichtsortes Villa ten Hompel, fand vom 29. bis 31. Oktober in Münster die internationale Fachtagung "Facing Police and Holocaust. Ein Vierteljahrhundert nach Christopher R. Brownings 'Ordinary Men' – Perspektiven der neuen Polizei-Täterforschung und der Holocaust-Vermittlung" statt.

Veranstaltet wurde sie vom Geschichtsort Villa ten Hompel der Stadt Münster, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen und durchgeführt in Kooperation mit dem United States Holocaust Memorial Museum (USHMM) und dem World Holocaust Remembrance Center Yad Vashem.

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Bildergalerie: Impressionen von der internationalen Fachkonferenz

Tagungsbericht

Videointerviews

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Videos der Vorträge

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