Eindruck vom Hackathon, Entwicklung von Prototypen

Redaktion am 28.07.2016

Sensibilisieren für Barrieren: „Wheelmap macht Schule“

Die Stufe vorm Bäcker, der defekte Aufzug am Bahnhof, der zu schmale Eingang zum Konzertsaal: Für mobilitätseingeschränkte Menschen wie Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer ist der Alltag voller Hindernisse, die gesellschaftliche Teilhabe erschweren. Das Projekt wheelmap.org hilft: Es zeigt auf einer Karte, welche Orte rollstuhlgerecht sind. Unter dem Titel "Wheelmap macht Schule" bietet das Projekt passendes Unterrichtsmaterial, um für das Thema zu sensibilisieren.

Digitale Inklusion: Wheelmap.orgBarrieren im Alltag überwinden. Wheelmap.org will helfen. (Sozialhelden/ Flickr/ bearbeitet) Lizenz: cc by/2.0/de

Mit der U-Bahn zu Freunden fahren, unterwegs schnell noch etwas aus dem Kiosk holen, anschließend ein neues Café ausprobieren und abends ins Kino. Was die meisten Menschen spontan planen können, kann für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer ein einziges Hindernis sein: Was, wenn die U-Bahn-Station keinen Aufzug hat, der Eingang zum Kiosk eine Stufe, es im Café keine behindertengerechte Toilette gibt und der Kinosaal nicht geeignet ist für Rollstühle?

Der Alltag hält für sie viele Hindernisse bereit, die anderen oft gar nicht auffallen. Dadurch wird ihre eigenständige freie Bewegung und Teilhabe stark beeinträchtigt. Das Projekt Wheelmap.org des Sozialhelden e.V. hilft mobilitätseingeschränkten Menschen dabei, ihren Tag besser zu planen, mobiler zu werden und so einfacher am öffentlichen Leben teilzunehmen. Die Projektmacher haben dafür eine Online-Karte zum Suchen und Finden rollstuhlgerechter Orte ins Leben gerufen. Hier kann jeder mitmachen und öffentlich zugängliche Orte nach einem Ampelsystem von rot (nicht rollstuhlgerecht) über gelb (teilweise rollstuhlgerecht) bis hin zu grün (voll rollstuhlgerecht) markieren. Für die Einstufung gibt es festgelegte Kriterien.

Die Wheelmap gibt es als App und als Website. Weltweit gibt es bisher mehr als 560.000 Markierungen, die in 22 Sprachen verfügbar sind. Sie sind nach verschiedenen Kategorien wie Einkaufen, Freizeit, Verkehr oder auch Behörden und Sport sortiert.

Unterrichtsmaterial zur Sensibilisierung

Passend zur Wheelmap gibt es unter dem Titel Wheelmap macht Schule kostenloses Unterrichtsmaterial zu den Themen Behinderung, Barrierefreiheit und Inklusion. Ziel ist es, ein Bewusstsein für Menschen mit Behinderung und deren Barrieren zu schaffen sowie Schülerinnen und Schüler zur gesellschaftlichen Teilhabe und sozialem Engagement zu motivieren. Dafür soll Lehrenden Material an die Hand gegeben werden, mit dem sie ihre Schülerinnen und Schüler auf interessante Weise und ohne übliche Klischees an die Thematik heranführen können. Im praktischen Teil machen sich die Schülerinnen und Schüler selbst auf den Weg und erkunden als Mapper, Architektinnen, Rollstuhlfahrer, Statistikerinnen und Journalisten die Umgebung und bekommen so ganz unterschiedliche Sichtweisen auf das Thema Barrierefreiheit vermittelt.

Das Unterrichtsmaterial eignet sich vor allem für die Sekundarstufe I (7.-10. Klasse) in allen Schulformen. Eingesetzt werden kann es zum Beispiel im Sozialkunde-, Ethik-, oder Deutschunterricht. Es gibt eine lange Version, die für etwa zwölf bis 19 Stunden konzipiert ist, und eine Kurzversion, die in vier bis sieben Stunden durchgeführt werden kann.

Die Wheelmap sowie das Unterrichtsmaterial sind Projekte des Vereins Sozialhelden, der durch kreative Projekte auf soziale Probleme aufmerksam machen und sie bestenfalls beseitigen will.

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Kommentare anderer Nutzer

Albrecht Marignoni | 28.08.2016 um 19:10 [Antworten]

Werbung für App

Der Begriff "Inklusion" ist derzeit aus wissenschaftlicher Sicht ein unscharfer Begriff. Er wird zudem von unterschiedlichen Disziplinen unterschiedlich gedeutet. Letztendlich ist er wohl ein Ersatz für den früher deutlich verständlicheren Begriff Integration. Zumindest legen das die hier abgebildeten Beiträge nahe. Mich wundert allerdings die einseitige Werbung für die oben stehende APP. Bei weitergehenden Recherchen fällt auf, dass es auf dem Markt bessere Angebote gibt. Im Kontext mehrerer hier abgebildeter Deutungen des Begriffs "Inklusion" wäre es wünschenswert, wenn die Berichterstattung und die Nennung von Softwareprodukten objektiver und fair gegenüber anderen Anbietern vorgenommen würde. Immerhin finanzieren Sie sich durch Steuergelder. Da finde ich ein Produktplacement mehr als unangemessen, unabhängig davon, dass die pädagogische Qualität des "Beiwerks" wohl zu wünschen übrig läßt.


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