Bildung im digitalen Wandel


Werkstatt-Gespräch: Serious Games in der historisch-politischen Bildung

Spiel, Spaß, Bildung und Serious Games – wie geht das zusammen? Darüber sprachen wir im Werkstatt-Gespräch mit dem Medienkonzepter und Geschäftsführer von Playing History, Martin Thiele-Schwez.

Serious Games verbinden Realität und digitales Erlebnis. Foto: kellysikkema unsplash.com

Für einen schnellen Überblick:
00:00 - Was macht Playing History?
05:07 - Was sind Serious Games?
13:40 - Die Beteiligten bei der Spielentwicklung und -durchführung
18:52 - Chancen, Risiken und Weiterentwicklungen im Gaming-Bereich
22:50 - Das Vermittlungsinteresse von Serious Games
29:57 - Tipps für die Einbettung im Unterricht
31:50 - Die Zukunft von Serious Games


Informationen zu allen genannten Spielen finden Sie hier:

My Child Lebensborn ist ein Computerspiel, das von den norwegischen Software-Entwicklungsfirmen Teknopilot und Sarepta Studio entwickelt wurde. Das Spiel aus dem Jahr 2018 setzt sich mit dem Verein Lebensborn, als Instrument der nationalsozialistischen Rassen- und Bevölkerungspolitik auseinander. Das Spiel eignet sich für Spielerinnen und Spieler ab 12 Jahren und ist für iOS, Android und Microsoft Windows erschienen.

Das Original von Bürokratopoly wurde 1983 vom Bürgerrechtler Martin Böttger erfunden und verbreitete sich schnell auf inoffiziellen Wegen. Thematisiert werden die Machtstrukturen innerhalb der DDR. Ziel des Spiels ist der Aufstieg vom Arbeiter zum Generalsekretär. 2014 überarbeitete das Spieleentwicklungsunternehmen Playing History das Brettspiel gemeinsam mit dem DDR Museum Berlin und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und optimierte es für den Einsatz in der Schule.

Im Spiel Minecraft können Spielerinnen und Spieler eine dreidimensionale Welt aus Würfeln erstellen und darin Ressourcen und Objekte sammeln oder gegen Monster kämpfen. Das ursprünglich von einem schwedischen Programmierer entwickelte Spiel gehört seit 2014 zu Microsoft und wurde erstmals 2009 als PC-Version veröffentlicht. Seitdem hat sich Minecraft als eines der meistverkauften Computerspiele aller Zeiten etabliert und wird regelmäßig aktualisiert und um Inhalte, wie die Planung von Städten oder die Planung der Zukunft in 3D, erweitert.

Bei dem 2014 erschienen Computerspiel This War of Mine von 11 Bit Studios handelt es sich um eine Überlebenssimulation im Szenario eines Kriegsausbruchs. In Polen wurde das Spiel im Schuljahr 2020/21 in die Liste der Leseempfehlungen für polnische Schülerinnen und Schüler ab achtzehn Jahren aufgenommen. Das Spiel vermittelt die Ausnahmesituation, die der Überlebenskampf in Kriegsgebieten darstellt. Spielerinnen und Spieler ab 16 Jahren können sich in This War of Mine umfangreiches Wissen erarbeiten, um eine fiktive, kriegerische Situation zu überleben.

Das Videospiel The Walking Dead basiert auf dem gleichnamigen Comic von Robert Kirkman. Es kam 2012 auf den Markt und behandelt eine Zombie-Apokalypse in dem US-Bundesstaat Georgia. Das Spiel legt großen Wert auf die Charakterentwicklung der Protagonisten und Protagonistinnen, für deren Entscheidungen der Spieler oder die Spielerin verantwortlich ist. Das Videospiel wurde von Telltale Games entwickelt und ist ab 18 Jahren freigegeben.

Das Brettspiel Ligato wurde von Lothar Schubert in der DDR entwickelt, jedoch nie verwirklicht und vermarktet, bis es 2013 in Form einer App ein Revival erlebte. Spielerinnen und Spieler können sich für eine von zwei Seiten, die USA oder die Sowjetunion, entscheiden und lernen im Laufe ihrer Züge die Geschichte des Kalten Krieges anhand von Illustrationen und digitalisierten Originaldokumenten kennen. Das Spiel steht im App-Store und für Android Geräte kostenlos zum Download bereit.

Wendepunkte ist ein von Playing History herausgegebenes Kartenspiel mit dem Schülerinnen und Schüler Lebensentscheidungen und Lebenswege in der ehemaligen DDR nachspielen und nachvollziehen können. Zusätzlich zum Spiel stehen Bildungsmaterialien zur Verfügung, die die Einbindung in den Unterricht erleichtern. Das Spiel ist über den Shop der bpb erhältlich und eignet sich für Spielerinnen und Spieler ab 16 Jahren.

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Über unseren Interviewpartner

Portrait von einem jungen Mann mit kurzen braunen Haaren und Oberlippenbart. Er hat einen schwarzen Hoodie mit Aufdruck an und verschränkt die Arme.Interviewpartner Martin Thiele-Schwez (© Playing History)
Martin Thiele-Schwez ist Mitgründer und Geschäftsführer des Spielentwicklungsunternehmens Playing History. Der Arbeitsschwerpunkt von Playing History liegt auf der Vermittlung komplexer historischer und gesellschaftspolitischer Themen durch analoge, digitale und performative Spielformen.

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