Kugel mit Porträtfotos vor einer Platine (Symbolbild)

11.11.2020 | Von:
Team "Forschen mit GrafStat"

M 01.05 Hypothesen für die Datenauswertung

Das Datenblatt erläutert den sinnvollen Einsatz von (Arbeits-)Hypothesen bei der Datenauswertung und stellt ein Formular zur Verfügung, mit dem man eigene Hypothesen im Hinblick auf die spätere Auswertung der selbst erhobenen Daten festhalten kann.

Befragungsdaten auszuwerten ist nicht unbedingt leicht. Zum einen kann man - insbesondere bei größeren Datenmengen - schnell die Übersicht verlieren. Zum anderen kann man zwar viellerlei auswerten und zahlreiche Diagramme anfertigen, verliert dabei aber vielleicht aus dem Blick, wozu man die Daten überhaupt erhoben hat und was man eigentlich ursprünglich herausfinden bzw. untersuchen wollte.

Ein Trick für eine zielgerichtete Datenauswertung ist es daher, schon im Vorfeld einer Befragung - zumindest aber vor Beginn der Datenauswertung - Vermutungen und Annahmen zu den Ergebnissen zu formulieren, die man nach der Durchführung der Befragung mithilfe der erhobenen Daten untersuchen und überprüfen möchte. Solche Vermutungen und Annahmen werden in der empirischen Sozialforschung auch Hypothesen genannt.

Bevor ihr euch an die Auswertung der Daten eurer Klassenbefragung macht, solltet ihr zunächst - wie empirische Sozialforscherinnen und Sozialforscher - eure Erwartungen und Vermutungen, also Hypothesen zu den erwarteten Ergebnissen formulieren. Diese Hypothesen könnt ihr dann bei der Datenauswertung überprüfen und festhalten, inwieweit sie zutreffen oder aber durch die Daten widerlegt werden.

Beispiele für mögliche Hypothesen

  • A) Hypothese zu einfacher Häufigkeitsauszählung:
    "Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler hat die Standortübermittlung beim Smartphone immer aktiviert."
    In dieser Hypothese wird vermutet, dass mehr als die Hälfte (über 50%) der Schülerinnen und Schüler im Fragebogen die Frage "Wie nutzt du die Standortfunktion an deinem Smartphone?" (-->Frage 19) mit Antwort a) habe ich immer aktiviert beantwortet haben.
  • B) Hypothese zu komplexeren Zusammenhängen
    "Menschen, die weniger Vertrauen in die Datensicherheit im Internet bzw. bei bestimmten Dienstanbietern haben, sind - im Vergleich zu denen, die mehr Vertrauen in die Datensicherheit haben - vorsichtiger bei der Preisgabe von persönlichen Daten."
    In dieser Hypothese wird ein Zusammenhang behauptet zwischen
    • Merkmal 1: Frage 25 (Vertrauen in die Datensicherheit im Internet allgemein) oder Frage 43 (Vertrauen in die Datensicherheit bei einzelnen Dienstanbietern) und
    • Merkmal 2: Frage 40 (Achtsamkeit bei Datenpreisgabe)
    Hinweis: Bei Hypothesen, die einen Zusammenhang vermuten lassen, findet man häufig Formulierungen mit "eher als", "im Vergleich zu", "je ... desto", "wenn ... dann" etc. Ähnlich verhält es sich auch, wenn man verschiedene Personengruppen hinsichtlich ihrer Einstellungen oder Verhaltensweisen vergleichen möchte. Solche Hypothesen überprüft man in der Regel mit Hilfe einer Kreuztabelle.

    Arbeitsaufträge

  • Lest euch die Fragen des Fragebogens nochmals gründlich durch.
    Konzentriert euch dabei insbesondere auf den Fragenblock, den eure Gruppe zugewiesen bekommen hat!
    Gruppe A: Fragen __ – __
    Gruppe B: Fragen __ – __
    Gruppe C: Fragen __ – __
    Gruppe D: Fragen __ – __
    Gruppe E: Fragen __ – __
  • Vorschau Arbeitsblatt HypothesenVorschau Arbeitsblatt
    Formuliert nun in der Partnerarbeit vier eigene Hypothesen, die mit Hilfe der Fragen eurer Gruppe überprüfbar sind. Ihr dürft dabei zusätzlich auch Fragen mit einbeziehen, die nicht zu eurem Frageblock gehören, z. B. wenn ihr Hypothesen zu Zusammenhängen (etwa hinsichtlich Geschlecht, Alter etc.) aufstellt.
    Notiert zu den Hypothesen jeweils auch die Merkmale (Fragen), die ihr für die Untersuchung auswertet (Ein Merkmal bei einfachen Häufigkeitsauszählungen; wenn in der Hypothese ein Zusammenhang behauptet wird, dann zwei Merkmale).
  • Das Arbeitsblatt kann als PDF-Icon PDF-Datei heruntergeladen werden.

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